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 Betreff des Beitrags: Relationen von Soldaten und Heeren
BeitragVerfasst: Fr 2. Sep 2022, 10:47 
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Registriert: So 24. Jan 2010, 16:15
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Gestern ist es mir wieder so ein wenig aufgefallen, aber das Problem hatten wir hier schon öfters - die Maßstäbe und Relationen von Personal und Soldaten wird oft falsch eingeschätzt. Das soll jetzt kein Angriff und keine Kritik an der gestrigen Diskussion sein, ich nehme sie nur als Anlass, mit ein paar Zahlen um mich zu werfen, damit gewisse Relationen etwas deutlicher werden.

Und zwar die Frage: Wie viele Soldaten sind eigentlich viel? :D

Folgendes:

Im Mittelalter hast du ungefähr 1% deiner Bevölkerung als Berufssoldaten haben können (wobei das schon viel war). Das heißt, eine große Nation wie Cormyr kommt auf 13.000 Berufssoldaten für das gesamte Land, wenn es gerade Kriegszeiten sind und extreme Situationen vorherrschen.

Denn so ein stehendes Heer produziert auch umfangreiche Kosten.

Als Faustregel kann man sagen, dass du die 20fache Menge an Bauern benötigst, wenn du deine Soldaten einigermaßen versorgt halten willst. Dafür dürfen diese Bauern aber in der Zeit niemand anderen versorgen. Was effektiv bedeutet, dass der Lehensherr dieser Bauern darauf verzichten müsste, was er nicht tut, außer es ist eine Notfallsituation, die aber wiederum nicht der Dauerzustand sein darf (wir sehen ja schon wie die Leute hier im reichen Deutschland auf die Barrikaden gehen, wenn die Gaspreise steigen), stellt euch das mal vielfach verschlimmert vor.

Alternativ sage ich, dass ich die vierfache Menge an Bauern nehme und jeder Lehensherr verzichtet nur auf ein Viertel seiner Sachen, was aber auch schon extrem und schwierig ist.

Wenn ich also irgendwo sagen wir 1.000 Soldaten stationieren möchte, brauche ich 80.000 Bauern, damit es einigermaßen friedlich bleibt, die diese 1.000 Soldaten beliefern müssen. Beliefern ist nicht so einfach, denn diese 80.000 Bauern sind ja vermutlich nicht alle dort, wo die Soldaten stationiert sind, sondern im ganzen Königreich verteilt.

Das heißt für mich, ich brauche jetzt auch noch Zufahrtswege, die eventuell erst angelegt werden müssen, ich brauche Pferde und Wagen für den Transport der Nahrungsmittel, ich brauche weitere Leute, die das übernehmen, ich muss einen Ausfall durch Überfälle einkalkulieren.

Und dann muss ich diese 1.000 Soldaten und ihre Zulieferer auch noch irgendwie alle bezahlen und das Gold wächst auch nicht auf Bäumen, das wird wiederum hauptsächlich in Städten 'produziert'. Nun brauche ich aber pro Stadt auch wieder Bauern, die diese Stadt versorgen, damit die Leute in dieser Stadt andere Dinge machen können, die mir Gold bringen, indem sie Rohstoffe verarbeiten oder Handwerksverarbeitung erledigen. Hier gilt ähnlich wie bei den Soldaten - ich brauche die 20fache Männer an Bauern um die Städter zu versorgen.

Alles in allem steht also, selbst in den hochmagischen vergessenen Reichen, ein riesiger Aufwand dahinter, nur um ein Lager von 1.000 Soldaten irgendwo stehen zu haben.


Schauen wir uns mal ein großes stehendes Heer der Geschichte an:

Das römische Reich hatte in seiner Hoch-Zeit tatsächlich ganze 400.000 Soldaten.

Das war epochal und gigantisch für diese Zeit. Dazu muss man aber auch sagen, zu dieser Hoch-Zeit hatte das römische Reich auch einen Großteil der damals bekannten Welt beherrscht und eine Einwohnerzahl von 70 Millionen Menschen. Das bedeutet, das du 69.600.0000 Leute hattest, die keine Soldaten waren und quasi diese 400.000 Soldaten natürlich auch versorgen konnten.

Diese Zahl passt ganz gut, weil ganz Faerûn laut FRCS auch 68 Millionen Einwohner hat. Wenn es also jemandem gelänge, Tyrannos feuchten Traum wahr zu machen und ganz Faerûn zu unterwerfen, also wirklich das ganze Faerûn, von Chult bis zum Eiswindtal, von der Schwertküste bis nach Thay, dann kann der vermutlich auch ein stehendes Heer von 400.000 Soldaten aufbringen, aber eben nur dann.

Wie gesagt, diese kurze Exkursion soll einfach nur einmal ermöglichen, die Relationen zu sehen, mit denen wir umgehen müssen, wenn wir von Anzahl von Soldaten sprechen.

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"Jene, die sich Abenteurer nennen, sind grausame Individuen aus einer anderen Welt. Sie sind auf der ständigen Suche nach neuen Opfern für ihre dunkle Gottheit Exp, die sie dafür mit immer stärkeren Fähigkeiten und Kräften ausstattet."


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 Betreff des Beitrags: Re: Relationen von Soldaten und Heeren
BeitragVerfasst: Fr 2. Sep 2022, 17:17 
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Registriert: Mi 10. Okt 2007, 20:32
Beiträge: 2344
Das Römische Reich ist definitiv kein Maßstab für Faeruns Armeen, insbesondere der extrem hohe Grad an Industrialisierung, die wirklich das gesamte Mittelmeer umspannt hat, war der entscheidende Faktor dafür, das eine solche Supermacht überhaupt entstehen konnte.
Römer konnten z. B. bereits mit Wasserkraft ganze Berge in Spanien abschwämmen, um an Zinn zu kommen, das sie dann auf Zypern zu Bronze gemacht haben. Zypern war die Waffenkammer der Römer.
In den Reichen haben wir einen eher mittelalterlichen Grad der Industrialisierung, also machen kleine Handwerker in umständlicher Handarbeit Rüstungen für ein kleines Stadtregiment, während die Römer 4.000 Mann aus dem Boden gestampft haben, wenn sie mal wieder irgendwo gegen ein Barbarenvolk verloren haben.

In den Vergessenen Reichen gibt es nach den elfischen Reichen und dem Nesseril Reich meines Wissens nur noch das Shoon Imperium, welches von Calimshan bis Tethyr beinah die ganze zivilisierte Welt erobert hat.
Wir stehen also in der Tat auf den Ruinen Vergessener Reiche.
Tyrannos feuchter Traum hingegen ist ein großer Witz, wenn man sich den kläglichen Fleck Land einmal betrachtet, den er wirklich kontrolliert.

https://forgottenrealms.fandom.com/wiki/Shoon_Imperium


Ich würde die Reiche im Moment in einem Zeitalter vor der Kolonialisierung eingliedern. Es gibt bereits erste Kolonien, man hat verstanden das man durch Bodenschätze, Landwirtschaftliche Erzeugnisse und der Ausbeutung der einheimischen Bevölkerung reich werden kann, hat es aber nicht so auf die Spitze getrieben, wie in unserer Welt.
Und das hat auch einen sehr wichtigen Grund, denn die freien Völker der Schwertküste sind in der Tat per Vertrag frei. Es gibt an der Schwertküste technisch gesehen weder Leibeigenschaft, noch Sklaverei und die Sklaverei war ja der Motor der Kolonialisierung und somit der modernen Imperien.
Die Schwertküste profitiert aber wiederum kulturell von dem Erbe der Elfen, der Nesseril, Bündnissen mit den Zwergen und der Akzeptanz gegenüber fahrenden Völkern wie den Halblingen.
Sie sind also gesellschaftlich bereits wesentlich egalitärer, während Länder wie Thay beispielsweise komplett auf Sklaverei und ein Ständesystem setzen.

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