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Die Brieftaube hatte einen langen Weg zurückgelegt bis die endlich das gesuchte Schiff erreichte und erschöpft landen konnte. Die Windige Braut lag etwas drei Seemeilen vor den Klippen der Schwertküste und machte sehr langsame Fahrt die Küste entlang gen Norden.
Kaum war die geflügelte Botin gelandet, nahm einer der Seeleute sie an seine Hände während ein zweiter die Nachricht von ihrem Bein abband. Sofort wurde die Nachricht gen Achtern zum Steuer und zum Kapitän gebracht.
Kpt. Bes Cor Marak stand an der Rehling und blickte durch ein Fernglas gen Osten hinüber zu den weißen Klippen, die das Meer vom Land scharf wie ein Messer trennten. Ihr Steuermann Ismael nahm die Nachricht an, rollte sie auf und begann sie zu lesen. Jedes Wort verdunkelte mehr und mehr seinen Gesichtsausruck.
„Nachricht von unseren Kontaktleuten in Rivin, Kpt. Die Piraten der Inseln haben die Orks in den Hafen gebracht, Hafen und ein großer Teil der Altstadt sind in Feindeshand. Und diese Bastarde blockieren mit ihren Schiffen den Hafenzugang von Seeseite, nichts kommt mehr hinein oder hinaus.“
Bes suchte weiterhin durch das Fernglas die Klippen nach einen Hinweis auf Kassars Hafen Felssturz ab ..... und ihrem gekaperten Schiff, der Windsbraut, unter Kpt. Selkit.
„Kpt?“
„Ich hab es gehört, Ismael.“ „Was sollen wir nun tun?“ „Normalerweise wäre mir das Kaff völlig egal und es wäre das beste mit den Schiffen das sinkende Nest zu verlassen.“ Ismal schielte nach rechts zu Mahbel und Alae: „Aber die Windsbraut fehlt, Sir.“
„Und genau daher müssen wir bleiben und ihnen in den Arsch treten. Es ist eine persönliche Sache geworden ..... erst der Anschlag auf Mahabel, nun das Kapern meines Schiffes!“
„Was sind eure Befehle?“ „Steht in der Nachricht etwas davon, ob es Schiffe noch aus dem Hafen schafften?“ „Aye, die Rivins Stolz des Hauses Silberstern ... ein Schiff von Haus Mendel, die Tesflamm, ..... und ein unabhängiges Handelsschiff, die Südstern. Alle drei fahren gen Westen zu den Mondscheininseln, wie es scheint.“
Bes nahm das Fernglas herab und klappte es zusammen. „Das heißt diese drei, wir und schätzungsweise 3-4 weitere Schiffe, die auf See waren. Nicht viel, aber es muss reichen.“
„Was habt ihr vor?“
„Alae, können deine Boten die verstreuten Schiffe finden und ihnen eine Nachricht zukommen lassen?“ „Aye, Kpt. Das können sie.“ Alae grinste breit.
„Gut, dann folgende Botschaft an alle noch freien Schiffe Rivins: sie sollen Kurs nehmen auf die Nebelinsel und uns dort treffen.“ Alae nickte und lief hinunter auf das Hauptdeck.
„Mahabel, sende eine Nachricht an unsere Kontaktleute mit der Taube zurück, sobald sie sich erholt hat. Verschlüsselter Wortlaut: wir sammeln die .... Flotte ... und brauchen die Hilfe der Fischer und die Reste der Schmuggler aus puerto morto. Sie sollen ihre Leute sammeln und sich bereit halten.“ Mahabel nickte.
„Sind wir denn genug?“ Ismael trat neben Bes und blickte unsicher hinaus auf die weite See.
„Nein, aber dir Nebelinsel liegt über den Außenposten von Alaes Volk. Außerdem ... wer weiß, vielleicht kommt noch Hilfe aus unerwarteter Richtung.“ Ismael kannte Bes zu gut um zu wissen, dass sich hier Nachfragen nicht rentierte.
Bes blickte wieder zu den Klippen im Osten. „Tut mir leid, Nada. Aber du und die Windsbraut werden noch ein wenig warten müssen.
Kurs süd-südwest! Segel setzen, volle Fahrt!“ Bewegung kam in die Freibeuter.
Ismale stand bereits wieder am Ruder: „Aye, Kurs zur Nebelinsel, isla de niebla .... schati el dabab!“
Die Segel der Windigen Braut wurden gesetzt und das Schiff pflückte immer mehr Fahrt aufnehmend eine Wellenschneise um sich beim Wenden. Alae stand an der Rehling und rief fremde Worte zu einer Gruppe von Delphinen, die das Schiff begleitet hatten. Die Wasserbewohner antworteten mit Sprüngen und stoben in alle vier Himmelsrichtungen davon.
Bes stand neben dem Ruder und lachte als sie die Gischt im Gesicht spürte. Nein, keine Unsterblichkeit hätte ihr dies bieten können: „Blut und Seelen für Valkur!“
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