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Angestrengt trieben die Matrosen die Güter von Bord, Händler zählten ihre klingenden Münzen und so mancher Schurke erstahl sich ein oder zwei Kostbarkeiten. Baldurs Tor, eine leuchtende Stadt an der Schwertküste und mitten in ihr Cashard, ohne eine Münze und mit den Kleidern die er am Leib trug ausgestattet. Ziellos irrte er durch die Straßen, sein Magen knurrte und der Durst plagte den so jungen Mann der unfreiwillig hier gelandet war.
Cashard streunte fast den ganzen Tag am Hafen herum auf der Suche nach etwas Gold, damit er sich wenigstens etwas zu Essen kaufen konnte. Und Tymora schien ihm wahrlich wohlgesonnen zu sein, denn er konnte sich bei einem Händler Etwas verdienen, indem er half die Güter, die dieser gerade erworben hatte, in ein gelegenes Lagerhaus zu transportieren. Es war eine mühseelige Arbeit. Der schmächtige Cashard hatte seine Mühe damit, die schweren Kisten zu schultern und sie dann auch noch quer durch die Straßen zu transportieren. Doch es half Nichts, er musste sich etwas Gold verdienen damit er essen konnte, sonst würde er schnell gezwungen sich anderweitig Gold zu beschaffen, was ihm aber fern lag. Er mühte sich also weiterhin mit den Kisten und Säcken ab bis alle Güter endlich an ihrem Bestimmungsort waren. Der Händler entlohnte ihn zwar nicht üppig aber immer hin konnte er nun in eine Taverne Einzug halten und sich eine Mahlzeit gönnen.
Die Knochen schmerzten am nächsten Morgen, jede Bewegung fiel ihm schwer doch er war zufrieden. Er hatte sich auf ehrliche Weise Etwas verdient und konnte nun darüber nachdenken, wie es wohl weiter gehen möge. Cashard begab sich aus dem Zimmer nach dem er es einiger Maßen zurecht gemacht hatte und die Fensterläden öffnete. Er machte sich auf den Weg in den Schankraum, wo selbst schon am Morgen reges Treiben herrschte. Er übergab dem Wirt die Schlüssel und verabschiedete sich noch kurz, bevor er wieder auf die Straße trat und den leicht salzigen Geruch der Meeresbriese wahrnahm. Er blieb sogar einen Moment lang stehen und erinnerte sich an seine Heimat und den Geruch der ihn dort zu jeder Tageszeit in der Nase kitzelte. Tief atmete er ein als er sich wieder aufmachte eine Gelegenheit zu suchen um nach Rivin zu gelangen.
Es war noch ein weiterweg, doch er konnte es schaffen. Sicher würde ihn irgendein Fahrender Händler mitnehmen - das war zumindest sicherer als sich allein durch die Wildnis zu schlagen, auch wenn die Wege als "sicher" galten. Auf den Märkten im Hafen fand er jedoch nur Fischhändler und einige Tabakläden, die das Reisen nicht im Sinn hatten und ihn wieder Kopfschüttelnt weg schickten. Betrübt über die Abweisungen machte er sich auf, den Markt zu besuchen. Vielleicht würde er dort fündig werden. Die Hoffnung machte sich wieder breit als er eine kleine Karavane erblickte die sich scheinbar bereit machte Baldurs Tor wieder zuverlassen. Es waren Ddickbäuchige, schmierige Männer, die nach Söldner Ausschau hielten die sie begleiteten. Doch das Ziel würde nicht Rivin sein, sondern der Freundliche Arm. Cashard dachte nicht lange nach, er hoffte das dieses Bollwerk in der Nähe Rivins läge und fragte auch nicht weiter nach, als er sich bereit erklärte, ohne ein Entgeld mit ihnen zu reisen. Die Händler, bestehend aus zwei großen Zugwagen und einigen Pferden, billigten den schmächtigen Mann zumal er ja keinen Lohn erwartete. Aber auch einige erfahrene Söldner schlossen sich nach langen Verhandlungen der Karavane an. So kam es, dass sich der bunte Haufen aus Händlern, Söldnern und Cashard aufmachte in Richtung Freundlicher Arm.
Zwei Tage dauerte die beschwerliche Reise zu diesem Bergfried, der scheinbar als eine Art Taverne diente und Schutz bot in dieser Feindlichen Wildnis. Dennoch was Cashard glücklich, als sie endlich ein Zimmer nehmen konnten und sich ausruhten. Auch wenn die Reise hierher ereignislos verlief, erzählten die angeheuerten Männer ihm von Ogern, Orks und Goblins, die schon so manches mal ihre Chance auf große Beute gewittert hatten. Er konnte sich glücklich schätzen im Schutz der Karavane zu reisen und das sah er auch ohne Widerspruch schnell ein.
Aber nun war er hier, sein Bett war warm und der Magen voll. Was könnte er sich noch wünschen nach einer so abenteuerlichen Reise aus Atkatla? Zufrieden welzte er sich in seinem Bett und war schon aufgeregt als er an die Tore Rivin dachte, die ihn hoffentlich bald erwarten würden.
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