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 Betreff des Beitrags: Der Krieg der Spinnenkönigin
BeitragVerfasst: Mi 25. Feb 2009, 09:01 
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Zersetzung

Es war ein Aufflackern von Klarheit in den nebligen Reichen des schattenhaften Chaos.
Nichts war dort so, wie es schien, alles war unweigerlich viel heimtückischer und gefährlicher.
Doch dies hier, dieses kristalline Glitzern eines einzelnen seidenen Fadens, leuchtete so hell, dass es sie aufmerksam werden ließ.
Es zeigte ihr alles, was war und was schon bald sein würde – und was sie selbst war und sein würde.

Der Lichtschimmer im finsteren Abgrund versprach Erneuerung und größeren Ruhm, und dieses Versprechen wurde dadurch versüßt, dass Gefahren angedeutet wurden, Todesgefahr für ein Wesen, das von Natur aus unsterblich war.
Auch das war Verlockung, war eigentlich die größte Freude des Werdens. Die Furcht, nicht das Böse war die Mutter des Chaos, und das unterhaltsame am Chaos war die beständige Angst vor dem Unbekannten, waren die sich verändernden Grundlagen für alles, das Wissen, dass jede Wendung in die Katastrophe führen konnte.

Es war etwas das die Drow nie völlig verstanden und zu schätzen gewusst hatten, und sie bevorzugte diese Unwissenheit.
Für die Drow war das Chaos ein Mittel zur persönlichen Bereicherung.
Im hektischen Leben der Drow gab es keine gerade Karriereleiter.
Doch sie wussten auch, dass de Schönheit nicht im Aufstieg lag.
Schönheit lag im Augenblick, in jedem Augenblick des Daseins im Wirbel des Unbekannten, im Strudel des wahren Chaos.

Dies war also eine Vorwärtsbewegung, doch in ihr gab es eine unbekannte Größe, ein Risiko, dass das Chaos ihrer Welt zu größeren Höhen aufsteigen und zu nicht abschätzbaren Überraschungen führen könnte.
Sie wünschten sich, voller bei Bewusstsein bleiben zu können, um alles mitzuerleben, alles in sich aufzunehmen.

Doch das war nicht so wichtig.
Selbst im Inneren würde sie sich an deren Angst, am Verlangen deren Ehrgeiz ergötzen können.
Das glitzern eines seidenen Saums, das den ewigen grauen Nebel der wirbelnden Ebene durchschnitt, erfüllte diese launenhafte Kreatur mit einem einzigen Ziel und erinnert sie daran, das es Zeit war, höchste Zeit sogar.
Die Kreatur wandte ihren Blick kein einziges Mal von diesem Glitzern ab, während sie sich langsam drehte und sich in den einzelnen Faden wickelte –den ersten von Millionen von Fäden.

Der Beginn der Metamorphose, des Versprechens.



Zitat:
Feder und Schwert
Richard Lee Byers
R.A Salvatores Der Krieg der Spinnenkönigin Band 1 Zersetzung
ISBN: 3-935282-84-2

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Krieg der Spinnenkönigin
BeitragVerfasst: Mi 1. Sep 2010, 18:58 
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Empörung

Es kam ihr so vor, als glitte ein Teil ihres Ichs aus ihrem Schoß,
und für einen kurzen Augenblick fühlte sie sich geschwächt, als gäbe
sie zuviel von sich weg.

Das Bedauern währte nur kurz.

Demm im Chaos wurden aus dem Einen viele, und diese Vielen
würden auf vielen verschiedenen Wegen zu Zielen reisen, die gleicher-
maßen verschieden zu sein schienen, letztendlich aber ein und dasselbe
waren. Am Ende würde es wieder eins geben, und alles würde sein
wie zuvor. Es war mehr eine Wiedergeburt denn eine Geburt. Es war
mehr Wachstum als Schwächung oder Trennung.

Es war so, wie es in all den Jahrtausenden schon immer gewesen
war und wie es sein mußte, wenn sie die kommenden Zeitalter über-
dauern wollte.

Sie war nun verwundbar - das wußte sie -, und sehr viele Feinde
würden sie angreifen, wenn sie die Gelegenheit bekamen. Sehr viele
ihrer eigenen Diener würden sich darum bemühen, ihren Platz ein-
zunehmen, wenn sie die Gelegenheit dazu bekamen.

Doch sie wußte, daß sie alle zur Verteidigung nach ihren Waffen
griffen oder in Erwartung von Eroberungen, die großartig zu sein
schienen, jedoch winzig und bedeutungslos waren, wenn man sie im
gewaltigen Zusammenhang von Zeit und Raum betrachtete.

Mehr als alles andere war es das Verstehen und Erfassen von Zeit
und Raum, die Weitsicht, Ereignisse so zu betrachten, wie man sie in
hunder oder tausend Jahren rückblickend sehen würde. Eine Weit-
sicht, die die Gottheiten von den Sterblichen, die Götter von den Leibei-
genen unterscheidet. Ein Augenblick der Schwäche im Tausch gegen ein Jahrtausend der wachsenden Macht ...

Trotz ihrer Verwundbarkeit, trotz ihrer Schwäche - die sie mehr
haßte als alles andere - erfüllte sie große Freude, als ein weiteres Ei
aus ihrem Spinnenleib glitt.

Denn es war ihre Essenz, die in diesem Ei heranwuchs.


Zitat:
Feder und Schwert
Thomas M. Reid
R.A Salvatores Der Krieg der Spinnenkönigin Band 2 Empörung
ISBN: 3-937255-05-2

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Krieg der Spinnenkönigin
BeitragVerfasst: Mi 1. Sep 2010, 19:32 
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Beiträge: 5124
Wohnort: Hyrule
Verdammung

Die Nahrung war verbraucht, und mit ihr auch die Wärme. Alles
war hohl und leer, da war nur der Ruf, sich zu befreien. Dieser Ruf
war äußerst beharrlich - ein schleichendes Drängen, das sich allmäh-
lich in Verzweiflung steigerte.

Acht Beinchen reagierten auf diesen flehenden Ruf. Acht winzige
Waffen trafen auf der konkaven Wand auf. Ein Schlagen und Rei-
ßen, das dem helleren Grau an diesem so finsteren Ort folgte.

Ein Loch entstand in der ledernen Oberfläche, woraufhin die acht
Beine ihre Angriffe auf diesen einen Punkt konzentrierten, da sie dort
Schwäche wahrnahmen. Schwäche konnte nicht toleriert werden.
Schwäche mußte ausgenutzt werden, sofort und gnadenlos.

Eines nach dem anderen, Millionen und Abermillionen, bewegten
sich diese winzigen Beine zum ersten Mal in dem trüben Raum zwi-
chen den Universen und befreiten sich aus ihren kreisrunden Ge-
fägnissen. Von Hunger, Ehrgeiz, Angst und einer instinktiven Schlech-
tigkeit getrieben, führten die Millionen von Arachniden ihren ersten
Kampf gegen eine geschmeidige, lederne Barriere. Die stellte zwar
alles andere als einen würdigen Gegner dar, doch sie kämpften mit
einer Verbissenheit, die aus dem Wissen geboren war, das die ersten,
die sich befreien konnten, einen großen Vorteil hatten, da sie wuß-
ten, das sie allesamt Hunger hatten.

Daß es nichts anderes zu essen gab als ihren Nächsten.

Die Wärme des Eiersacks war verschwunden, verbraucht. Die ru-
higen Augenblicke der Einsamkeit, des Erwachens, des ersten Wahr-
nehmens eines Bewußtseins gehörten der Vergangenheit an. Die
Wände, die ihnen Schutz geboten hatten, waren zu einem Hindernis
geworden, zu nichts anderem. Die weiche Schale hielt sie vom Fres
sen ab, von einem notwendigen Kampf, von einer Befriedigung in so
vieler Hinsicht.

Von Macht.

Vor allem das konnte von diesen gesegneten, verfluchten Nach-
kommen nicht geduldet werden. Also kämpften sie, zerrten, kratzten
und krabelten, um nach draußen zu kommen.

Um zu fressen.

Um nach oben zu gelangen.

Um zu herrschen.

Um zu töten.

Um zu werden ...


Zitat:
Feder und Schwert
Richard Baker
R.A Salvatores Der Krieg der Spinnenkönigin Band 3 Verdammung
ISBN: 3-937255-07-9

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