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 Betreff des Beitrags: Das Bauernopfer
BeitragVerfasst: Do 30. Dez 2010, 20:59 
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Registriert: Mi 10. Okt 2007, 23:09
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Wohnort: Zirndorf
(Um die einzelnen Geschichten mal zusammenzufasen....)

Flinn hat geschrieben:
Bereits gestern patroullierte die Garde schon auf der Straße zwischen dem Richtplatz und dem Mantel der Sterne, und auch heute fällt auf, dass vermehrt Gardisten diesen Weg für ihre Rundgänge nutzen. Ebenso davon betroffen ist der Richtplatz, doch noch ehe es zu wilden Spekulationen über den Grund dieser Maßnahmen kommt, geben es die Ausrufer bereits in den Morgenstunden bekannt:

"Höret, höret ehrenwerte Bürgersleut! Heute zur neunten Abendstund' findet am Richtplatz das Leben des abscheulichen Nekromanten Janus Gorda sein gerechtes Ende am Strick. Er betrieb Totenbeschwörung, wirkte gefährliche Magie und entführte gar eine Bürgerin, ohne Reue zu zeigen! Lasst seinen Tod ein Mahnmal sein für alle, die es ihm gleich tun wollen und erscheinet zahlreich um zu zeigen, dass Rivin solch Verderbnis nicht duldet!"

Von den meisten Bürgern wird es mit Wohlwollen aufgenommen, dass der Gerechtigkeit endlich genüge getan werde, und doch herrscht eine gewisse Beunruhigung. So befürchten manche, dass es gefährlich sein könnte und der Nekromant vielleicht versuche, sie noch in seinem letzten Atemzug zu verfluchen. Andere widerum scheinen der Meinung zu sein, dass der Strick noch viel zu gnädig sei. Man solle ihn doch besser gleich verbrennen, damit er nicht als Skelett wiederauferstehe, doch wird hier dagegengehalten, dass doch gewiss auch die Kirche Kelemvors ein wachsames Auge darauf habe, dass alles mit rechten Dingen zugehe. Nur sehr wenige zeigen sich öffentlich darüber verwundert, dass es ausgerechnet Herr Gorda sei, der hier als Totenbeschwörer hingerichtet werden solle.

Ungeachtet dessen finden indes auf dem Richtplatz die Vorbereitungen für den heutigen Abend statt, der Galgen wurde bereits aufgestellt und wird nochmals überprüft, wähend auch iher die Gardisten vermehrt Präsenz zu zeigen scheinen.


Nardil Frethesh hat geschrieben:
Der auflandige Wind trug inzwischen nicht nur das Salz der unter ihm tobenden Brandung
sondern auch die Kühle der Nacht an sein Gesicht.
Früher einmal hatte er den Anblick der Sonnenuntergänge an der Küste genossen.
Doch heute konnte weder der Wind noch der Anblick der untergehenden Sonne seine Züge rühren.
Der Wind und das Salz waren zudem nicht in der Lage unter die Schicht aus Stein zu gelangen,
welche jede Stelle von ihm bedeckte.
Seid Stunden hatte er sich nicht bewegt.
Ein Stein unter all den anderen Steinen welche die Spitze dieser Klippe säumten.
Sein Blick lag die ganze Zeit über auf dem Tor, welches am Fuß der Klippe den Eingang
und Ausgang zu einem Turm markierte.
Einem Menschen hätte diese Wartezeit vielleicht nachlässig werden lassen,
doch er war kein Mensch. Sein Geist verlangte allerdings trotzdem nach Beschäftigung.
Und so ging er noch einmal die Schritte durch, die ihn an diesen Punkt gebracht hatten.
Ein Gespräch mit dem Opfer.
Ein Gespräch mit einer Elfe.
Eine Gerichtsverhandlung mit fatalem Ausgang.
Informationen, die er zusätzlich erhalten hatte.
Alles lies nur einen Schluss zu:
Das Urteil war eine bis zum Berg Celestia schreiende Ungerechtigkeit!
Doch er hatte keinen einzigen stichhaltigen Beweis, den er öffentlich vorlegen könnte.
Aber er konnte nicht einfach da sitzen und diese Sache ihren Lauf nehmen lassen.
Er MUSS die Wahrheit einfach mit unwiderlegbaren Beweisen untermauern
und dazu brauchte er das Opfer lebendig.
Alles andere wäre sonst loses Gerede.
Kurz fragte er sich, ob noch andere die Puzzelteile ebenso zusammengesetzt hatten.
Kein Kopfschütteln, kein Seufzer.
Er wusste, dass all jenen, denen er die Puzzelteile in der richtigen Reihenfolge
vorgelegt hatte, sie nicht zusammensetzen wollten.
Der menschliche Geist, seine Logik und sogar sein Ehrempfinden ist anscheinend
nicht fähig persönliche Differenzen gegenüber dem Opfer zu überwinden.
Dabei wiegen diese kleinlichen Differenzen so wenig gegenüber dem großen Schatz des Lebens!
Es stimmte schon, dass das Opfer mit seinem Gerede seine Situation bis zu diesem Urteil
selbst immer weiter verschlimmert hatte.
Doch loses Gerede waren eben keine Richtlinie für Wahrheit und Gerechtigkeit.
Niemand hatte sich bislang an die Lösung des Untoten-Problems gewagt,
das Opfer schon. Daraus wurde dann schliesslich auch sein Henkerstrick gedreht.
Doch noch musste der Strick auf sein Opfer warten.
Ebenso wie er.
Kurz überschlug er seine Chancen. Sie wurden einfach nicht besser.
Es bestand eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass er diese Tat nicht überleben würde.
Der zurechtgelegte Plan war derjenige, bei dem er die geringsten Chancen hatte.
Aber er blieb die letzte Möglichkeit.
Unterstützung hatten ihm seine Kontakte eigentlich zugesagt, dann wieder versagt.
Hilfsmittel hatten ihm seine Kontakte ebenfalls zugesagt, dann wieder versagt.
Aber auch wenn alle wieder unter die Steine zurückgekrochen waren, unter denen sie sich sicher wähnten,
diesen Versuch zu unternehmen war er der Leistung des Opfers, der Wahrheit,
aber vor allem der Gerechtigkeit selbst einfach schuldig.
Solte er versagen, würden vielleicht doch ein paar, mit denen er geredet hatte,
die Angelegenheit etwas näher beleuchten.
Also saß er hier und wartete geduldig auf das Opfer.

Als die Sonne längst hinter dem Horizont untergegangen war, öffnete sich schliesslich das Tor.


Nintuta hat geschrieben:
Er schnappte nach Luft und erhob sich. Seine letzten Erlebnisse verschwammen in seiner Erinnerung. Er war auf dem Weg in den Tod gewesen. Er hatte hänngen sollen und wofür?
Um einen Haufen verängstigter paranoider Geister zufriedenzustellen, welche noch nicht mal eine Ahnung hatten!
Sie werden schon sehen was sie davon haben.

Irgendwer hatte die Überführung gestört und die Gruppe mit Zaubern angegriffen.
Allem Anschein nach aber erfolglos

Um ihn herum erstreckte sich eine leere, graue Einöde in welcher eine Stadt sich erhob.
Dies muss die Fugenebene sein. Der letzte Schritt eines Nekromanten. Die Erkundung der wahren Natur des Todes und von dem was danach kommt.

Er erhebt sich und geht auf die Stadt am Horizont zu, als plötlich aus dem Nichts eine große geflügelte Bestie vor ihm auftaucht.
"Sei mir gegrüßt Seele. Mein Name ist Zaburra und ich hätte da ein Angebot das ich dir machen würde"
Ahh ein Baatezu, der mit mir um meine Seele feilschen will. Was könnte er mir anbieten? Eine neue Chance, Rache oder etwas das mir lieb und teuer ist?
Wäre er in der Lage Amengs Plan Lolth zu töten aufzuhalten? Aber warum sollte ich ihn darum bitten? Wer sich mit der Herrin über eine Schicht des Abyss anlegt, muss damit rechnen von ihm verschlungen zu werden. Und selbst wenn sie es schafft, so wird Kerisar nie zulassen, das sie den Status der Göttlichkeit erlangt. Es wird herrlich werden und diese inkompetenten Mitglieder des Mantels werden sehen wem sie folgen. Ebenso werden die Bürger sehen wer dem Wahnsinn wirklich verfallen ist. Es ist lediglich bedauerlich das sie dabei vermutlich alle umkommen werden

Er schüttelt den Kopf. "Nein, ich habe kein Interesse an deinem Angebot."
"Bist du dir sicher? Ich kann dir eine Menge anbieten Janus. Reichtümer für deine Verbliebenen? Rache am Mantel in Rivin oder doch lieber an der Richterin, welche dich zu unrecht verurteilt hat?
"Wie ich bereits sagte habe ich kein Interesse an deinem Angebot!"
Er wendet sich ab und geht weiter.
"Ich werde hier warten, wenn du es dir anders überlegen solltest."

Er nähert sich der Stadt und sieht die Mauer der Verdammten, in der die gottlosen Seelen ihr dasein verbringen.
Das ist fast wie der Zauberspruch, den ich mir zulegen wollte.

Er schreitet durch das Tor und die Geräusche der gepeinigten Seelen in der Mauer verstummen langsam in der Ferne. Während er durch die Gassen streift, zwischen Wächtern, Besuchern und anderen Verstorbenen hindurch, sieht er eine Gruppe von Menschen, welche vor einem Celesten stehen, der das Zeichen Tyrs trägt.
Diese Leute müssen den Willen ihres Gottes erfüllt haben. Zu Schade Richterin Siebenstroh das ihr einen unschuldigen verurteilt habt. Der Baatezu vor der Stadt hat wohl weitaus bessere Chancen euch zu kriegen als dieser Celest.

Während er durch die Stadt streift und die Luft atmet und sie dennoch nicht schmeckt, es scheint sich um eine Angewohnheit zu handeln, die sein Körper nach so langer Zeit nicht so einfach ablegen kann, zieht es ihn zu einem großen Gebäude im Zentrum der Stadt. Am Fuß dieses Gebäudes bleibt er stehen und schaut hinauf.

Hier werde ich das Urteil über meine Taten bekommen. Ob Velsharoon mit meinen Leistungen zufrieden ist? Vermutlich nur begrenzt, immerhin habe ich keine Untoten erschaffen sondern nur den Untod erforscht.
Was hindert mich eigentlich daran mein Urteil anzutreten?

Und so bleibt eine einsame Seele alleine auf der Fugenebene und wartet auf den Tag, an dem er einige bekannte Gesichter wiedersehen wird, die Zeit nutzend seine Umgebung zu studieren.


Gyrann hat geschrieben:
Es war früher Abend und es brach die letzte Stunde an, bevor die Sonne hinter dem Horizont verschwunden sein würde, als der Kelemvorit den Tempel verließ um den kurzen Weg bis zur Gruft zurückzulegen. Seine Mimik war wie so oft emotionslos und kalt; eine Spiegelung des sich dem Ende entgegenneigenden Tages an dem es bis vor Kurzem noch geschneit hatte und dessen wolkenbehangener Himmel den Friedhof trotz der weißen Schneedecke in ein gräuliches Licht tauchte. In seinem Inneren rangen jedoch unterschiedliche Gefühle um die Oberhand. Die Freude über den Tod von einem der Feinde Kelemvors. Das Widerstreben einem eben solchen einen Dienst zu erweisen, wohl wissend dass Gorda wahrscheinlich keinen Wert darauf gelegt hätte. Und das Pflichtbewusstsein, das er als Priester jedem Toten gleichermaßen entgegen zu bringen hatte, unabhängig davon wer er zu Lebzeiten war. Meraloth wusste was davon letztendlich die Oberhand gewinnen würde und so versuchte er ärgerlich die anderen beiseite zu schieben, während der Schnee unter seinen Füßen ein beruhigendes Knrischen bei jedem Schritt von sich gab.

Er würde eine Totenfeier für einen Nekromanten abhalten. Innerlich musste er kurz schmunzeln. Das kam nicht oft vor. Zumeist wurden sie von einem seiner Brüder und Schwestern in ihren kalten, feuchten Verstecken zur Strecke gebracht und mitsamt ihren erschaffenen Abscheulichkeiten und angehäuften unheiligen Experimenten ausgelöscht. Und dennoch würde es heute keine Trauergemeinde geben, das war nicht üblich bei zum Tode verurteilten Verbrechern. Nicht dass Gorda nicht sein übriges getan hätte um sich in den letzten Zehntagen seines Lebens ausreichend Feindschaften zuzuziehen.
So reduzierten sich die Anwesenden auf einen Totengräber, einen Priester und den Toten. Keiner würde eine Träne vergießen, aber ebenso würde auch niemand auf das Grab spucken. Meraloth war das nur recht.
Die wütende Meute hatte bei der Verbrennung der Leiche Luft machen können.
Obwohl Luft es nicht ganz zutreffend beschreibt, dachte er bitter. Der Gestank des Scheiterhaufens hing noch für Stunden über dem Richtplatz. Wäre er früher dort erschienen hätte er der Garde noch davon abgeraten die sterblichen Überreste auf einem öffentlichen Platz zu verbrennen, nur damit der Pöbel durch etwas Sichtbares mit der Sache abschließen konnte. Aber schließlich half die Kälte des Winters dabei, sodass sich mit der letzten erlöschenden Glut auch bald Rauch und Gestank legten.
Dennoch musste der Priester letzten Endes doch noch das Krematorium aufsuchen, nachdem die Garde ihm die Überreste des Nekromanten ausgehändigt hatte. Es gab eben Unterschiede zwischen einem auf die Schnelle errichteten Scheiterhaufen und einer ordnungsgemäßen Verbrennung. Ebenso konnte Terulin erst nach einigen ermahnenden
Worten bezüglich seiner Pflichten gegenüber Kelemvor davon überzeugt werden, Gordas sterblichen Überresten die vorschriftsgemäße Behandlung zukommen lassen, als er von Meraloth erfuhr wessen Leichnam er nochmals einäschern sollte.

Der Totenwächter betrat die Gruft und ging zielstrebig auf die Urne zu, die nun bald in die Erde gelassen werden würde. Sie bestand aus schlichtem, gebrannten Ton. Keine Farbe, keine Verzierungen. Sie war kein Meisterstück der Töpferkunst, dafür aber funktional und ebenmäßig. Er nahm sie fest in beide Hände und trug sie ohne übertriebene Ehrfurcht, jedoch mit dem erforderlichen Respekt, der jedem Toten zustand, zu ihrem letzten Ruheort.
Tags zuvor hatte er noch dafür gesorgt, dass niemand die Überreste für schändliche Zwecke missbrauchen könnte. Zwar hatte er noch nie davon gehört, dass ein Totenbeschwörer es geschafft hätte aus etwas Asche einen körperlichen Untoten zu erschaffen, jedoch würde diese Maßnahme verhindern, dass Gordas Seele auf die meisten üblichen Arten gebunden werden könnte. Und in Anbetracht des Angreifers am Mantelplatz war in diesem Fall Vorsicht geboten. Dass er sich allein gegen
eine waffenstarrende Abteilung der Garde und die anwesenden Mantler gestellt hatte zeugte entweder von seiner Macht oder seinem Wahnsinn. Im schlimmsten Fall von beidem.
Der Priester musste unweigerlich den Kopf schütteln, als er mit der Urne in der Hand die letzten Schritte zurücklegte.
Wären dieser Torwache nicht Angst und Dummheit in die Knochen gefahren, als der Angriff begann und hätte er ihm somit nicht das Tor vor der Nase zugeschlagen, hätte Meraloth vielleicht die Flucht des Angreifers und damit auch die vorgezogene und blutige Exekution Gordas verhindern können. Er hatte zwar im Rahmen seiner Möglichkeiten nach einer Spur dieses Angreifers gesucht, doch konnte er weder dessen im Wasser treibende Leiche, noch einen Stoffrest oder sonstetwas das auf ihn hinweisen würde, finden. So behielt die ganze Angelegenheit einen ziemlich
faden Beigeschmack in seinem Mund. Sicher, Gorda war tot. Das Urteil vollstreckt. Doch nicht wie durch den richterlichen Beschluss vorgesehen.
Und auch nicht durch meine eigene Klinge, als er versuchte zu fliehen fügte er, in Gedanken missmutig brummend, hinzu.
Was blieb, war die letzte Aufgabe zu erfüllen die ihm dieser Fall auferlegt hatte.

Vor Meraloth tauchte die Gestalt Igors auf. Der Totengräber stand stumm vor dem von ihm ausgehobenen Grab, mit leerem Blick in die Ferne starrend, während er darauf wartete, dass das Ritual beendet war und er das kleine Loch wieder zuschütten konnte. Die beiden grüßten einander nicht, das wäre bei einer Totenmesse nicht angebracht. Sie würden hier stehen und ihre jeweiligen Pflichten erfüllen, so wie es ihr Gott von ihnen erwartete.
Das Grab lag in einer abgeschiedenen Ecke des Friedhofes, umgeben von Verstorbenen, die zumeist keine Hinterbliebenen hatten, die regelmäßig zum Trauern an die Gräber kamen. Der Priester hoffte so etwaiigen Unannehmlichkeiten vorbeugen zu können. Gorda war zwar ein verurteilter Nekromant, aber nichts desto trotz würde die Kirche Kelemvors niemals auch nur die geringste Grabschändung am letzten Ruheort eines Toten tolerieren.
So stellte er sich vor das Grab und legte die Urne auf dem von Igor bereitgestellten Dreifuß ab. Er faltete die Hände und in Ermangelung einer versammelten Gemeinde sah er zu dem Behälter, der Gordas sterbliche Überreste enthielt, um so mit seiner Grabrede den verblichenen Nekromanten anzureden. Sein Blick blieb weiterhin kühl und er sprach die Worte langsam und ohne jegliche Emotion.

"Da es nicht von großem Geist zeugt schlecht über die Toten zu sprechen, schon garnicht bei ihrer Bestattung, werde ich mich kurz fassen.
Ohne anfänglich von der Wahl Eures Forschungsgebietes zu wissen, konnte ich Euch als fähigen und zuverlässigen Magus kennen lernen. Euer Wissen, Engagement und kombinatorisches Geschick haben mich und andere bei mehr als einer Gelegenheit unterstützt, diese Stadt und ihre Bewohner vor drohenden Gefahren zu schützen. Dies will ich nicht
abstreiten und rechne es Euch hoch an.
Und obwohl uns beiden bewusst war dass wir aufgrund unserer Überzeugungen Todfeinde waren und nur darauf warteten, dass der andere als erster einen Fehler begeht, hatte ich bis zu Eurer schändlichen Tat nur selten das Gefühl, dass Ihr derjenige sein würdet, der diesen Schritt wagen würde. Die meiste Zeit über verhieltet Ihr Euch mehr wie
ein Verbündeter, denn wie ein Gegenspieler. Ob dies jedoch geplantes Kalkül oder tatsächlicher Respekt vor dem Willen Kelemvors war, überlasse ich dem Urteil des Fürsten der Toten."

Er atmete einmal ein, schloss die Augen und hob eine Hand ausgestreckt über die Urne, die andere umschloss das Amulett über seiner Brust, um den abschließenden Segen zu sprechen, auf den jeder Verstorbene nach Ansicht der Kirche hoffen durfte.

"Kelemvor! Erhöre deinen Diener, denn heute erbitten wir deinen Schutz für eine Seele, die heute ihren letzten Weg antritt. Geleite sie sicher über alle Hindernisse hinweg aufdass sie sicher bis hinter die Tore deiner Stadt gelangt. Führe sie vor deinen Richtstuhl, aufdass ihr ein gerechtes Urteil zu teil werde und weise ihr den Platz zu, der ihr gemäß ihrer Taten zusteht. Denn dein Urteil hat Bestand in Ewigkeit."

Nach einer kurzen Pause verbeugte sich der Kelemvorit tief und öffnete wieder die Augen. Nachdem er die Urne behutsam in das Grab hinabgelassen hat, gab er Igor mit einem Nicken zu verstehen, dass er es mit Erde auffüllen konnte. Stumm verfolgte er daraufhin die Arbeit des Totengräbers und wartete bis dieser die schlichte Grabplatte aus einfachem Stein, auf der lediglich Name und Todesdatum eingraviert warten, darüberlegte und sich nach getaner Arbeit und einem kurzen Nicken wieder davonmachte. Für einen kurzen Moment sah Meraloth noch auf das Grab.

"Aufdass Ihr im Tode die Weisheit in Kelemvors Wirken erkennen mögt, für die Ihr zu Lebzeiten leider blind wart."

Und mit diesen Worten wendete er sich ab und steuerte auf den Tempel zu.

_________________
"Warum hat mir niemand gesagt, daß Sisyphos im Urlaub ist
und warum hat mir vor allem niemand gesagt, daß ich seine Urlaubsvertretung bin?!
Hätte mich jemand gefragt, hätte ich abgelehnt..."

Char(s): Nardil Frethesh - Tachil'en Isilmar


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