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Zahlreiche Zettel hängen wohl hier und den meisten ist auch der kleine Junge namens Jan bekannt, der mit stolzem Blick die Ehre des Brettes verteidigt. Manch einer munkelt jedoch, dass er jenen die nicht des Lesens mächtig sind aushilft und Aushänge vorliest oder auch hin und wieder, für eine schöne Münze, einen Zettel selbst für einen verfasst, in seiner unverkennbar krakeligen Schrift.
Und natürlich findet sich wieder einmal ein neuer Zettel am Brett, jedoch in ungewohnt schnörkeliger Schrift. Obgleich man merkt, dass der Schreiberling nicht oft in solcher Sorgfalt schreibt, ändert der Schreibstil doch hin und wieder zu einem krakeligen Etwas.
"Liebstes Silberhaar,
meine Augen sehnen sich nach deinem Abbild, schon zu lang' ist es her dass wir das Wort miteinander wechselten. Aus diesem Grund erbitte ich ein Treffen mit dir an unserem Baum.
Ebenso bitte ich dich deine werte Mutter mitzubringen, auch nach ihrer glockenhelle Stimme sehne ich mich.
Mögest du schnell diesen Brief hier lesen und noch viel schneller den Weg zu mir finden!"
Der Brief ist ohne Unterschrift und grinsend scheint Jan zu verschweigen, wer ihn aufgehangen habe, sei ihm doch sein Ruf als Geheimniswahrer - und gewiss die Münzen die er für sein Schweigen erhielt - zu wichtig.
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