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| Feuer und Eis https://www.rivin.de/forumRO/viewtopic.php?f=25&t=1826 |
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| Autor: | Samy [ Mo 1. Dez 2008, 13:44 ] |
| Betreff des Beitrags: | Feuer und Eis |
“Weit oben und gut verborgen liegt das Tal der Feuerriesen. Hier recken sich die Türme ihrer Festung gen Himmel und ihr brennt ihr heiliges Feuer, der Mittelpunkt ihres Seins.“ So steht es in den Archiven der Stadt, die mit den Riesen einst ein Abkommen geschlossen hat, sich zu respektieren und .... aus dem Weg zu gehen. Hoch droben in den Trollhügeln, vor etwa zwei Mondläufen Der Winter kam sehr früh diesmal und was noch seltsamer war, der Schneefall erreichte auch das Tal der Feuerriesen. Normalerweise war es hier im Tal einige Grad wärmer als in den Tälern und Schründen der Trollhügel. Aber diesmal kamen der kalte Wind früher und er brachte soviel Schnee mit sich, dass auch das Tal der Riesen von einer dünnen weißen Decke verhüllt schien. Der Wächter stand vor dem Tor der Festung und sah den Schneeflocken zu, die vom Wind getrieben vor ihm umhertanzten. Die Riesen waren in diesem Teil der Hügel die gefährlichsten Lebewesen, außer den angrifflustigen Wyvern ab und an zur Jagd hatten sie hier nichts zu befürchten. Vielleicht war der Wächter daher etwas zu dösig. Zu langsam. Als der riesige weiße Wyrm direkt vor ihm landete, zögerte er einen Moment zu lange. Dann brachen seine Knochen in Stücke, als sein Körper vom Schwanz des Drachen wie eine lästige Fliege gegen den linken der beiden Wachtürme geworfen wurde. Als er starb zeigte sein Gesichtsausdruck noch immer seine Verblüffung. Der Wyrm dreht sich zur Festung .... dann brüllte er seine Herausforderung in den Wind und von den Bergen um das Tal erhoben sich Unmengen an Wyvern und verdunkelten den Himmel über der Riesenfestung. --- Der Fürst der Feuerriesen saß in der großen Halle auf seinem steinernen Thron und wartete. Der Kampfeslärm war vor kurzem verklungen und seine Leibwache stand abwehrbereit um ihren Fürsten, den Blick zum großen Portal gerichtet. Stille erfüllte nun wieder die Feste .... die Stille des Todes. Langsam erhob sich der Fürst der Riesen, nahm seine große Axt und trat in die Mitte der Halle. Seine Leibwache folgte ihm. Ein Blick nach rechts zeigte dem Anführer der Riesen den steinernen Altar, wo die heilige Flamme seiner Sippe brannte. Sie zu schützen war alles, was zählte! Doch sie in Sicherheit zu bringen war zu spät. Schweigend blickte der Fürst nun zum Portal, und schließlich erhob er seine Stimme: „Jak vör häken! Kome inne, war dej au bisse!“ Das Portal öffnete sich langsam und alle Riesen packten ihre Waffen fester und grimmige Blicke richteten sich dorthin zum Portal. Ein Mensch in weißer Robe trat ein und ging gemessenen Schrittes durch die Halle bis fast vor den Kreis der Feuerriesen. Einige der Leibwächter lachten leise, als sie den kleinen Menschen sahen, doch ihr Fürst brachte sie mit einer Handbewegung zum Schweigen. Mensch und Riese blickten sich stumm an, musterten einander. „Dej bisse ne zwerglin and ne menschlin. Was dej wanne in de hall of juk?“ “Du hast recht, ich bin weder Mensch noch Zwerg …. ich bin noch nicht einmal ein Sterblicher.“ Die Stimme des Mannes klang leise doch hallte sie von den Wänden scharf wieder als gehöre sie nicht an diesen Ort. „Ich bin gekommen, meine Herrschaft anzutreten. Erkennt sie an und ich werde den Rest von euch am Leben lassen .... weigert euch und ich werde schlimmer sein als ich euch in allen Alpträumen nicht vorstellen könnt.“ Die Leibwachen brüllten empört auf, doch wieder hieß ihr Fürst sie zu schweigen. Dann bickte dieser wieder zu der kleinen Gestalt vor sich hinab: „Wir sind das stolze Volk der Feuerriesen. Wir erkennen keine Herrschaft an außer der unseren. Ich sehe wessen Kind du bist und du weißt, dass wir Riesen uns NIEMALS EUCH DRACHEN ERGEBEN, SEID ANBEGINN DER ZEIT NICHT!“ Die Riesen streckten ihre nun feurig auflodernden Waffen empor und brüllten ihren Stolz und Widerstandwillen hinaus und der Gestalt vor sich entgegen. Sie wollten vorstürmen .... doch ihre Beine versagten ihnen. Verblüfft blickten sie an sich hinab und sahen, wie Fesseln aus Eis ihre Beine umschlangen und sie unbarmherzig an Ort und Stelle hielten. Sie schlugen auf das Eis, doch es brachen ihre Axtblätter und Schwertklingen. Und das Eis breitete sich weiter aus, erreichte die Ecken der Halle, umschloß den Thron und .... strecke seine Fänge zur heiligen Flamme am Altar aus. Der Fürst der Riesen brüllte auf, doch auch er konnte sich nicht befreien. Mit Entsetzen musste er mit ansehen, wie das Eis an seinen Gefährtein immer weiter emporwuchs und sie schließlich völlig umhüllte und in Statuen aus blauem Eis verwandelte. Der letzte lebende Riese der Festung hob seine auflodernde Axt und warf sie mit aller Kraft gegen die kleinere Gestalt. Das Zwergenmithril im Axtblatt leuchtete heller auf als die Sonne .... dann zerbrach die Axt des Fürsten bevor sie die Gestalt erreichen konnte. Es wurde dunkel und eisig in der Halle. Das Eis hatte sie heilige Flamme erreicht und wie ein Kokon umschlossen. Die Kälte des Eises trat ihre Herrschaft an und jedes Feuer erstarb. Der Atem des Fürsten kondensierte kaum das er dessen Mund verlassen hatte und halb in einem Eisblock eingefroren musste er hilflos mit ansehen, wie der Drache in seiner menschlichen Gestalt zum Altar ging, den Eiskokon mit der Flamme darin hochnahm und langsam wieder vor den Riesen trat. „Wie erbärmlich. Ich hoffe die Menschenstadt wird amüsanter werden.“ Interessiert blickte er auf den Kokon in seinen Händen. „Interessant. Ich glaube ch spüre noch einen Rest Wärme darin.“ „Wage es nicht, sie an dich zu nehmen!“ Der Fürst der Riesen streckte seine Arme aus, doch der Drache stand exakt soweit entfernt, das er nicht zu erreichen war. „Oh, keine Angst, ich habe kein Interesse an ihrer Macht. Mein Ziel ist etwas noch älteres und bei weitem mächtigeres. Doch wusstest du, dass die Menschen weit im Osten das Metall als fünftes Element kennen? Es steht für die absolute Ordnung ... keine Veränderung mehr, Starrheit ... und Tod. Sein Gegenstück ist das Element Holz, die Kraft des Lebens und der Veränderung. Und die Wesen, die im Großen Gletscher leben, kennen das Elemente des Eises, dass verblüffende Ähnlichkeiten mit dem östlichen Element Metall aufweist. Was wäre, wenn es wirklich diese Elemente gibt. Metall und Eis, starre Ordnung und ewiger Tod. Wäre diese Element stärker als ... Feuer?“ Er hob den Kokon mit der Flamme darin in die Höhe. „Lass es uns herausfinden, Riese! Lass uns sehen, welches Element stärker ist ... dein lebendiges Feuer ... oder mein totes Eis!“ Der Riese stemmte all seine Kraft gegen das ihn einschließende Eis, doch seine Riesenkraft war bereits am Schwinden. Der Drache in Menschengestalt hielt den Kokon einige Momente über seinen Kopf, dann lächelte er: „Nun spüre ich keine Wärme mehr!“ Mit voller Wucht warf er den Kokon vor sich und den Riesen auf den steinernen Boden. Der Fürst der Riesen versuchte den Kokon noch zu fangen, doch seine Reflexe waren vor Kälte zu starr und langsam geworden. Der Eiskokon zersprang in Tausende scharfer Kristallstücke ..... und es gab keine Spur mehr von der Flamme. Fassungslos blickte der gefangene Fürst der Riesen auf die Reste des Eiskokons. „Kein Element ist stark genug, das Eis zu brechen. Nun bin ich hier fertig, aber ich lasse dich am Leben. Eingesperrt in das Eis sollst du zusehen, wie diese Festung in Eis und Kälte dahinvegetiert. Solange bis du selbst allen Mut und Feuer verlierst und dich der Kälte hingibst. Niemand wird zu dir gelangen und dich befreien. Dafür sorge ich vor.“ Der Riese blickte vom Boden auf zu der Gestalt vor ihm. Der Drache hob seine Hände und die eisigen Statuen der Leibwächter zersprangen in Stücke. Schwarze Fäden aus Finsternis erhoben sich aus den Überresten der Riesen und der Drache formte diese mit seinen Händen zu einer dunklen Kugel. Als sein Werk vollendet war verließ er die toten, kalten Hallen der Feuerriesenfestung. Zurück ließ er nur das Eis und die tödliche Kälte in den nun leeren dunklen Hallen. Erfüllt nur noch vom ohnmächtigen Wutgebrüll des letzten der Feuerriesen: „Ich werde freikommen und dann werde ich dich mit all dem Hass und dem Zorn meines Volkes jagen und zur Strecke bringen, Wyrm!“ |
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