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Epilog
Die Halle war gewaltig... angefüllt mit hunderten, vielleicht Tausenden Säulen, vor denen lebensgroße Statuen im ewig währenden Schlaf kalten Steins ausharrten. Sie erkannte die fünf, die mit ihr gekommen waren, direkt am Eingang, wie Wächter der Kathedrale aber da waren auch Leomars edle Züge und weiter entfernt im verschwommenen Dunkel Janald, Amrûn, Demian, Tikali... unzählige andere. Die Wärme, diese einzigartige Wärme namens Leben, die sie umgab, sie durchdrang, stand in einem solch grotesken Verhältnis zu der Hölle außerhalb der eben durchschrittenen Pforten. Ein jeder von ihnen nahm sie dankbar auf, sie war Nahrung, nach großem Hunger.
Ein Altar uralt stand auf einem Podest in der Mitte jenes nächsten Saals. Von uns gemacht, von jenen, die wir vielleicht sein könnten, niemals sein wollten?
Dann drang seine Stimme wie eine Urgewalt in unsere Köpfe... Er hatte die ganze Zeit gewartet, bis wir als Schlüssel zum Endspiel des Prologs, genau hier, an diese Stelle... in dieser Zeit...gelangt waren...
Es hat schon seine Wahrheit, wenn man sagt... das wir nur, wenn wir leiden wirklich schöpferisch sind... in einer Welt, in der alles voller wilder Verdammnis war und es keine göttliche Ordnung, nur die Urgewalt, jener geistig zerstörten Lebewesen gab, die den Untergang, die Apokalypse überlebt hatten... ein zwangsläufiges Unterfangen, eine völlig schrankenlose neue Schöpfungsgeschichte.
Nur hatte niemand von uns gedacht, das wir ihr Auslöser waren...so etwas wie der Funke, der eine neue Sonne entstehen lässt, wenn sich viele Teilchen in irrsinniger Reibung aneinander pressen und die erste Fusion auslösen, die ein neues Gefüge in der unendlichen Weite von Millarden Möglichkeiten schafft.
Er hatte so viele Zeitlinien durchritten, so viele Möglichkeiten gegenseitig aufgerechnet, so viele Gedankengänge und Eventualitäten in eine einzige Gleichung gefasst, dass niemand von uns auch nur im Ansatz begreifen konnte, was ihn letztlich an diesen Ort brachte, mit uns als Lebensbringer, als schöpferische Quelle einer neuen sich über eine tote Welt ergießende Kraft.
Als er neu geboren wurde, durch uns, und in seine eigene tote Welt aufbrach, jenes kristalline Gebilde, dass das Nichts auf den Planeten Toril gebracht hatte, erkannte ich für mich, dass dieser verdammte Drow, in all seiner Arroganz, in all seiner Dunkelheit und dem augenscheinlichen Wahnsinn, den seine Macht, die wir ihm in all den Zeitlinien gegeben hatten... am Ende durchaus selbstlos handelte. Was immer in seiner Realität dereinst erwachsen würde und unzählige neue schuf, am Anfang... war die Magie und wir leben alle, auch durch sie. Er würde schöpferisch sein am Anfang, bis er irgendwann, wie jeder Gott, das Maß an Demut übersah... aber am Anfang...ja würde er schöpferisch sein.
Das musste ich einfach glauben, als ich mich abwandte, um in meine eigene Welt zurückzukehren, in der ich atmen kann, in der ich fühle, in der ich jenen, die ich liebte wirklich nah sein kann... einer Welt, die nicht zu Kristall erstarrt ist, eine Welt, in der keine ewig brennenden Flammenherde, die Welt in einem Ascheregen begraben.
Wir haben die hölle gesehen und die Enstehung einer neuen Welt. Wir haben Millarden Menschen in ihrem letzten Atemzug aufschreien hören... und wir hörten den ersten Atemzug einer neuen Welt. Wir haben unglaubliches gesehen, Digne, die jeden Verstand in den Wahnsinn treiben...
Aber ich bn nicht wahnsinnig geworden, sondern war dankbar und froh, wieder in meine kleine Welt zu gelangen. Meine Welt... ist nicht schön, sie ist nicht besonders sanft und vor allem ist sie nicht fair. Sie ist grausam und ich trage meinen Teil dazu bei...aber es ist eine Welt die noch lebt... nicht wie die von Elbroth, nicht wie die Zwischenhölle, in der wir wandelten, in der wir ein Wesen schaffen, von dem das Gefüge der Welt abhängig ist... irgendeiner Welt.
_________________ "...All das ist noch nicht einmal eine Generation her, wieso wiederholt sich alles?"
"Weil das Vergessen einfacher ist, als das Ertragen des Erfahrenen, weil falsche Sicherheit wichtiger ist, als stetige Vorsicht, denn siehe Wölfe sind unter die Lämmer gekommen aber sie jagen nicht, deshalb hält man sie für Hunde."
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