Der Abend des Maskenballs brachte die Bürger Rivins in den Genuss vieler wunderschönen Lieder und so sollen sie auch erhalten bleiben, auf das man ihrer nicht vergisst.Von KanThaiPan:Seit dem letzten Auftritt war die Bühne im Goldenen Segel in Zweilicht und Schatten gehüllt. Die Gäste hatten sich einander zugewandt und das Geräusch der verschiedenen Stimmen erfüllte den großen Saal.
Doch nun flammen Fackeln am Rand der Bühne auf. Flackernd erhellen sie nur den linken Teil der Bühne. Die Mitte und die rechte Seite sind noch immer ein Reich der Schatten.
Dort auf der linken Seite jedoch erkennt man nun eine Gestalt auf einem Schemel sitzen. Gehüllt ist sie in eine einfach, doch edle weißsilberne Robe.
Aus dem Schatten im Zwielicht der Bühne hinter der Gestalt werden langsam leise Hörnerklänge und Trommelschläge hörbar. Sie schwellen an und in diesem Moment hebt die sitzende Gestalt, Tikali, den Kopf. Ihr blick richtig sich in eure Richtung, doch ihre Augen sind in die weite Ferne gerichtet.
Sie setzt die Panflöte an die Lippen und beginnt zu spielen. Die erdigen Töne ihrer Melodie verwebt sie mit den Trommeln und Hörnerklängen, die aus dem Zwielicht hinter hier erschallen (
http://www.youtube.com/watch?v=XOQXVEbCpIU).
Dann verlässt die Panflöte ihre Lippen und sanft blickt sie das erste mal in eure Reihen während die Musik von den Hörnerklängen und Trommelschlägen weitergeführt wird.
Tikali erhebt sich .... kleine Lichter, wie Glühwürmchen tanzen im Zwielicht der Bühne. Wieder setzt die Bardin die Flöte an ihre Lippen und führt zusammen mit den geisterhaften anderen Instrumenten die Melodie zu ihrem Ende. Die Fackeln flammen noch einmal auf und erlischen.
In der einsetzenden Stille geht Tikali in die Mitte der Bühne, umtanzt nur von den herbeigezauberten Glühwürmchen.
Nun hört man alleine ihre Stimme aus dem Licht und der Dunkelheit der Bühne: „Viele sind in den Kämpfen von uns gegangen. Gedenken wir ihrer Seelen .... und ihren Weges.“
Sie lässt den Kopf hängen, ihre Haarschopf fällt über ihr Gesicht. Im Zwielicht um sie herum hört man sanfte Trommelschläge und Hörner, eine wehklagende Melodie einer Laute.
Die Bardin hebt den Kopf, weiß wie der tot erscheint sie, beleuchtet allein vom Licht der Zauberfünkchen. Dunkel ihre Lippen.
Ein leise Klagelied schleicht sich aus ihren dunklen Lippen, weht durch den Raum, dessen Decke sich um die Bühne herum aufzulösen scheint und den Blick auf die Sterne über Rivin offenbart (
http://www.youtube.com/watch?v=48Vt5JcL_aw&feature=related).
Als die Melodie verklingt, schwinden Sterne und Funken, wird alles für einen Moment getaucht in Zwielicht und die Dunkelheit eurer Erinnerungen und Gedanken.
Ein Gong ertönt, Trommeln werden geschlagen und reißen euch aus den klagenden Gedanken.
Als die Fackeln der Bühne wieder entflammen steht Tikali am linken Rand der Bühne und beginnt in der Sprache ihrer Heimat zu singen.
((Leider fand ich das Endlied nicht im Netz. Einfach noch mal das vorherige nehmen
))Den Blick noch immer auf etwas gerichtet, dass nur sie zu sehen vermag, bewegen sich ihre Lippen. Doch in der Mitte der Bühne flammt ein kleiner Lichtblitz aus und dehnt sich aus.
In dem Lichtfleck, der nun auf der Bühne schwebt, erkennt man erste schattenhaft Umrisse.
Die Hörner und Trommelschläge führen die Musik weiter und in der Illusion ihrer Bardenzauberei seht ihr euch aus der Luft, wie eine Möwe, über das dunkle Blau des Meeres der Klippe nähern, an und auf der Rivin sich festkrallt und sanft duckt wie eine schlafende Bestie aus Stein und Holz.
Getragen von der Melodie fliegt euer Blick über den Hafen hinweg und an der Klippe entlang. Hinauf und über das Torviertel den Fluss entlang.
Dann mit einem Flügelschlag gen Norden über die Wipfel der Bäume hinweg. Erst als Schatten, der die Welt zu begrenzen scheint, tauchen die Trollhügel in der Ferne auf, wachsen schnell an als ihr euch ihnen nähert.
Unter euch erkennt ihr den Pass durch den ihr und die Truppen Rivins gezogen seid. Euer Blick fällt in die Tiefe als ihr euch in den Sturzflug senkt und durch die engen Felswände rast.
Was mag am anderen Ende auf euch warten?
Dann weichen die Felsen zurück und geben den Blick preis auf das einstige Schlachtfeld.
Doch dort wo Leid und Tot regierten breitet sich nun wieder frisches Gras aus, erobern junge Baumtriebe ihren Lebensraum zurück.
Ein weiterer Flügelschlag und ihr macht eine Kehrtwendung, fliegt zurück zum Hügel und zum Pass. Und dort, wo einst der Drache sein Ende fand, steckt eine Fahne mit dem Wappen Rivins fest in der Erde, flattert im Wind und den Strahlen der untergehenden Sonne.
Ihr fliegt zurück, gen Rivin. Euer Blick nähert sich dem Marktviertel. Ihr erkennt das Gebäude indem ihr gerade sitzt unter euch, vor euch.
Der Blick rast durch eines der Fenster.
Ihr seht die Bühne auf der Tikali steht und die letzten Worte des Liedes singt.
Dann seht ihr euch selber als noch einmal sich der Blick kehrt. Ihr seht euch selber dort im Segel sitzen. Im sanften Schein der Fackeln und Kerzen, neben euch eure Freunden, Gefährten, Liebsten.
Hier nun enden Gesang und Musik, das Bild verliert seine Farben, dann sein Licht.
Tikali verbeugt sich.
Dann verlässt sie still, doch sanft lächelnd die Bühne.