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 Betreff des Beitrags: Fuchsgeschichten - Fuchsgeschwister
BeitragVerfasst: Sa 8. Feb 2014, 08:47 
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Vier kleine goldbraune Augen voller Neugier blickten aus der Senke über die schneebedeckte Wiese gen Rand des Nimmerwaldes. Zwei spitze Schnauzen waren auf die von Nebel durchzogene, grüne Wand aus Pflanzen gerichtet und schnupperten.
Sie konnten die warme Luft spüren, die aus dem seltsam sich veränderten Wald strömte, und dazu ihnen völlig unbekannte Duftspuren und Duftnuancen wittern.

"Amaya, siehst du es noch?" fragte der kleinere Fuchs seine etwas größere und kräftigere Schwester. "Seit still, Isamu, ja, ich sehe es noch, dort drüben bei dem Stein zwischen den Bäumen."
"Kannst du erkennen, was es ist?" Amaya zögerte mit einer Antwort. Das Es war zu weit entfernt, um Einzelheiten zu erkennen, andererseits möchte sie es nicht, zuzugeben, dass sie das Es nicht als ein Etwas erkannte. "Wenn du endlich still bist, kann ich es erkennen!" war ihre typische Antwort eines älteren Geschwisterteils an das jüngere.


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 Betreff des Beitrags: Re: Fuchsgeschichten - Fuchsgeschwister
BeitragVerfasst: Sa 8. Feb 2014, 08:58 
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Isamu hielt seine nächste Frage so lange zurück, wie er konnte, aber sehr lange war es nicht: "Es ... es sieht aus wie ein fliegender Ast, nicht wahr?"
"Hrm, warum fragst du, wenn du es doch selber weißt".
"Ich weiß es aber doch nicht, ich sage nur, es sieht aus wie ein fliegender Ast."
Beide verstummten, als der "fliegende Ast" sich von seinem Platz auf einem der Steine erhob und völlig ruhig zum nächsten flog. Das Es sah wirklich aus wie ein Ast: langezogen, etwa so lange wie Isamu, und es hatte schillernde Flügel an den Seiten. Dazu flog es anders als Vögel nicht in Kreisen oder mit weit schlagenden Flügeln, sondern völlig ruhig und seine Flügel bewegten sich so schnell, dass es den beiden Fuchsgeschwistern in den Augen wehtat, wenn sie dem Flügelschlag zu folgen suchten.

"Aber, wie kann ein Ast fliegen? Sie hängen an den Bäumen und manche fallen runter und wenn man nicht aufpasst, mir auf den Kopf."
Wieder so eine Frage ihres Bruders, auf den Amaya als große Schwester eine Antwort haben sollte: " Nun ....... " "Ja, warum?" "Nerv nicht ..... also .... der Ast hat Flügel und was Flügel hat, kann fliegen. Das weiß doch jeder!"

Stimmt, das wusste jeder. Was Flügel hat, kann fliegen. Also auch ein Ast, der ... eben Flügel hat. Isamu nickte innerlich. Die große weite Welt war doch nicht so seltsam wie es auf den ersten Blick erschien.

Die große Libelle flog in diesem Moment in den grünen und warmen Nimmerwald zurück.


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 Betreff des Beitrags: Re: Fuchsgeschichten - Fuchsgeschwister
BeitragVerfasst: Sa 8. Feb 2014, 09:07 
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Beide starrten dorthin, wo der fliegende Ast im wald verschwunden war.
"Ich gehe hinterher."
"Was?" Isamu blickte seine Schwester erschrocken an: "Aber wir sollen nicht in den Wald gehen! Mutter hat es uns verboten und die Schamanin hat es uns verboten .. mehrmals verboten!"
"Ich weiß aber .... sie wussten bestimmt nicht, dass dort Äste Flügel bekommen und einfach so herumfliegen. Das ist ... eine wichtige Information! Mutter und Tik werden froh sein, sie zu bekommen ... und zwar von uns."
"Pssst .... sprich nicht den Namen unserer Schamanin laut aus. Man sagt, wenn man dreimal laut Tikali spricht, taucht sie plötzlich auf und dann kann man nichts von dem, was man angestellt hat, vor ihr verbergen."
"Man bist du blöd. Deshalb sag ich ja auch nie Tikali sondern nur Tik."
Isamu zögerte einen Moment. "Aber ... was wenn du dreimal Tik sagst und dann taucht sie nur halb auf? Dann wird sie bestimmt erst recht wütend sein ... Amaya!"

Seine Schwester stemmte sich schon hoch und begann dann dicht zu Boden gedrückt auf den grünen Waldrand zuzuschleichen. Isamu zögerte nur kurz, dann folgte er seiner Schwester. Aber er hatte ein sehr, sehr flaues Gefühl im Magen .. was hoffentlich nur an der kleinen Maus lag, die er zum Frühstück hatte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Fuchsgeschichten - Fuchsgeschwister
BeitragVerfasst: Sa 8. Feb 2014, 14:31 
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Groß wie eine grüne Mauer ragten die Bäume und das Dickicht des Nimmerwaldrandes empor. Der Übergang von der schneebedeckten Wiese war plötzlich und es wirkte, als würde man eine Welt verlassen und eine andere betreten suchen.

Isamu blickte nach oben und schluckte. "Sollen wir wirklich da rein?"
Amaya war schon dabei, eine Lücke im Unterholz auszuspähen. "Wir haben eine Mission, wir müssen diesen fliegenden Ast folgen."

"Eine Mission? Haben wir die?" Imasu sah seine Schwester gerade im Dickicht verschwinden. "Weißt du, was du tust?"

"Das weiß ich imme ....." Der Rest ihrer Worte wurde von einem kleinen Ast verhindert, der ihr direkt in die Schnauze zurückschnellte als sie sich durch die Lücke zwängen wollte.

Isamu folgte mit einem Grinsen im Geiste: ja, Amaya war genauso wie Mutter.

Dann verschluckte der Nimmerwald die beiden Fuchsgeschwister.


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 Betreff des Beitrags: Re: Fuchsgeschichten - Fuchsgeschwister
BeitragVerfasst: So 4. Mai 2014, 11:27 
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Unruhig warf sich Amaya im Schlaf kurz vor dem Aufwachen hin und her. Wirre Bilder von ihr und ihrem Bruder hatten sich in ihren Traum geschlichen - vielleicht ausgelöst von einem halben Dutzend stibitzter Grlücksküchlein vom Grüngrassfest.

... ihr unerlaubtes Eindringen in den Nimmerwald ... die fremde grüne Welt - die beide als im Herbst noch Spätgeborene nicht kannten - die fremden Farben, Düfte, Wesen ... der alles umschlingende Nebel ... den Ort der nach Tod stank ... das leuchtendes Ding ... der Schrecken als der Dämon sie fand - oder sie schon längt gefunden und mit ihnen nur gespielt hatte ... das panische Wegrennen... die Schmerzen wann immer ER sie traf ... ihre Klansschamanin, die sich dem Dämon entgegenstellte und einfach hinweggefegt wurde .... die gemeinsame Flucht ... der Waldrand und die Klippen ... die Ruinen im Wasser ... wie die Schamanin mit letzter Kraft die geister der alten Menschenstadt um Hilfe rief .... das Strudel im Wasser und das große Geisterwesen, dass ich aus den Ruinen der Stadt erhob .... der magische Kampf der Urmächte .... wie sich der Dämon in den Wald zurückzog, außerhlab der Macht des Geistwesens .... wie er nach Amaya und Imasu schnappte ... sie mit sich zog und sie vor den Augen der besiegten Schamanin verbrannte ... dann die Fäden von Mutter Spinne, der Wächterin ... sie wurden fort vom Dämon gezogen .. der Schmerz ... der Kokon ... der tiefe traumlose Schlaf.

Sie schreckte regelrecht hoch ins Licht des neuen Tages, blinzelte und schob die Pfote über Augen und Schnauze. War alles nur ein wirrer Traum? Wo war sie? Imasu, ist er hier?

Sie öffnete wieder die Augen und lugte durch ihre Finger hindurch in das Licht des neuen Tages.
Sie brauchte einen moment um darin die Wahrheit zu erkennen.

Es war kein Traum, es war wirklich passiert!


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