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Die Bürger Rivins gingen wie an jedem Tag ihren Arbeiten und Sorgen nach. Das Gerede über die geschlagenen Kämpfe war groß und viele teilten ihre Sorgen am trüben Beginn des Tages mit anderen Menschen. Es schien für sie ein Tag wie jeder andere zu sein. Es würde immer Probleme geben oder nicht? Und irgendjemand musste das Brot für die Familie ja verdienen.
Der Tag neigte sich seinem Ende entgegen, als die Scheibe Lathanders sich langsam dem Horizont näherte und lavendelblau getünchte Wolken über dem Hafen nach Osten schwebten. Die Schatten in den Gassen wurden länger und kündeten vom Einbruch der nahenden Dunkelheit...
~ Schatten ~
Sie waren überall. Jede Kreatur besaß ihren eigenen Schatten, der sie begleitete oder verfolgte. Manche nahmen dieses zweite Wesen, dieses Spiegelbild, gar nicht wahr, ignorierten, verleugneten es oder fürchteten sich davor.
Eine jede Stadt besaß ihre Schatten und man konnte sie erkennen, wenn man es nur wagte einen Blick auf sie zu riskieren. Rivin mochte seine ehrenvollen Streiter haben, seine prächtigen Tempel, glänzende Soldaten... Doch was am Tage glänzte, verging zu Beginn der Nacht, wenn kein Sonnenstrahl die Herzen wärmte... Wenn das dunkle Verlangen Einzug hielt, die Angst, das Misstrauen... Wenn ein tadelloser Bürger Rivins doch von einer beleuchteten Straßenseite auf die andere wechselte, da eine finstere Gasse von Gefahren sprach, die ein Mensch aufgrund seiner Instinkte schon wahr nahm.
Die Gestalt, die vor der abgebrannten schwarzen Ruine inmitten der Stadt stand, ignorierte die Geräusche der hereinbrechenden Dämmerung und konzentrierte sich ganz auf die Aufgaben, die vor ihr lagen. Wenn das Licht ging, wenn kein wärmendes Lächeln auf den Gesichtern zurückbleiben würde, dann wäre es die Zeit des ewigen Zwielichts.
_________________ Für dieses, über alles andere, werde ich sie hassen – auf ewig. Für einen solchen Verrat existiert keine Vergebung.
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