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Das Ende der Zeit
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Autor:  Tear [ Mi 17. Feb 2010, 15:03 ]
Betreff des Beitrags:  Das Ende der Zeit

Ankunft

Erst war es der aschfahle Rauch, der in ihren Lungen brannte, dann die Schreie, die durch die Schleier der Zeitfetzen an ihr Ohr drangen... die aufgespießten Körper der Passanten und das Heulen gequälter Seelen und ihrer Peiniger.

Wenn es eine Hölle gab, dann hatte sie sich ihr Bett hier an diesem Ort gemacht... einem Ort, an dem es kein Leben mehr gab, zu wenig Sauerstoff, zu viel Schlacke, Scheisse und Pestilenz.... Rivin.

Nackt, waffenlos, ohne Schutz inmitten einer lebensfeindlichen Umgebung, bevölkert mit den Überresten einer vor sich hin quellenden stinkenden Zivilisation.

Nur mit Holzplanken bewaffnet, die tiefe Splitter in ihren und den Händen ihrer Begleiter hinterlassen hatten, pirschte sie sich durch diese graue Finsternis, die einst ihre Heimat gewesen war. Vorbei an den verbrannten Häusern und geschwärzten Ruinen, vorbei an den toten Augen, die sie aus den Gassenschluchten heraus ansahen, hungrig, voller Wahnsinn.

War das die Zukunft? War es eine mögliche Vergangenheit? Hier fand sich gar nichts außer der Tod. Es gab keine Kleidung, keine Waffen, kein Essen und kein Wasser. Alles, was einen nährte, war die Angst. Und hier in dieser Einöde, dieser Vorhölle der Verdammnis sollten sie sechs die Welt retten? Was für eine heorische Tat... ohne Anhaltspunkte, ohne Antworten, mit nichts mehr als einer Hoffnung, die von der giftigen Luft aufgefressen wurde.

Fira lastete schwer auf ihren Schultern. Ihrer Magie beraubt war sie die Erste gewesen, die von einer jener Kreaturen angegriffen und verletzt worden war, die hier leben konnten und es doch nicht tat. Sie würde vermutlich nicht die letzte bleiben.

Aus den Jägern war vorerst Beute geworden, die sich ängstlich von verbrannter Straße zu verbrannter Straße schlich, einen möglichen Ziel entgegen, das genauso ungewiss war, wie ihr eigenes Überleben.

Sie stanken nach Exkrementen und nach Blut und sie würden bald jedes verdammte Monster auf ihre Fährte locken... was jedoch niemand von den sechsen im Augenblick wußte war, das der Tag oder was davon übrig war, noch so etwas wie Sicherheit bot.

... dann verschwand die Sonne zwischen den schwefelhaltigen und nach Methan stinkenden Wolken am Horizont und etwas tief in der Erde erwachte und drängte sich mit kratzenden Bewegungen an die Oberfläche, die nun in Dunkelheit gehüllt war.

Autor:  Tear [ Fr 19. Feb 2010, 00:32 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Das Ende der Zeit

der innere Kampf

Der glitschige Boden bot keinerlei Schutz, nichts zum Festhalten, sie schlitterten hinab in die zerstörte Arena, die der blasse, kranke Mond nicht zu erhellen vermochte.

Die Untoten hatten sie zurückgetrieben, dem glitschigen stinkendem Wasser entgegen, dass sich dort gesammelt hatte. Was für eine Farce...zitternd und nur mit dem Nötigsten am Leib...umgeben von Schatten, die keine waren, die höhnten und verspotteten... wie viele Realitäten fanden sich hier?

Dann schälten sie sich aus der Dunkelheit... Ebenbilder, gepanzert... bewaffnet... Spiegel ihrer Selbst. Sie will nicht kämpfen und tut es trotzdem... hier stimmt einfach nichts... Leben ist kein Leben, Tod ist kein Tod. Jeder Schritt der letzte in dieser Hölle oder der Erste in eine Neue.

Das Gefühl ihrem eigenen Selbst den Dolch ins Herz zu jagen... während andere gegen sich selbst ziehen und um sie herum, was für ein Wahnsinn... nichts bleibt mehr als stumme Stoßgebete ins Nirgendwo... lass diesen Irrsinn enden. Lass es enden.

Ihr Gegenüber fällt...die innere Stimme, die nach Schatten schreit nach Verstecken im Dunkeln, nach Flucht...sie wird niedergedrückt und umgibt sie doch in den Schreckengesichtern ihrer Begleiter. Sieh nicht hinab in die Dunkelheit... sie blickt dir bereits entgegen.

Sie gewinnen...gegen sich selbst... fliehen weiter... dabei gibt es kein wirkliches Ziel. Die Sonne geht wieder auf mit einem schrecklichen Geräusch, das Trommelfelle zum Platzen bringt. Die Toten verschwinden und geben neuen Schrecken Macht.

Ein Schrecken, der sich tief in Firas Herz frisst...

Rotes Haar... ein mumifzierter Körper, aufgehangen in einem ausgestellten Käfig aus Metall... durchbohrt von einem Speer.

"HOL SIE DA WEG... HOL SIE WEG," sinnlos... hier bekommt jeder sein Gift... das den Verstand aushöhlt. Wer ist der nächste... wer ist der erste der durchdreht.

Autor:  Tear [ Sa 20. Feb 2010, 11:14 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Das Ende der Zeit

Weggabelungen

Was war richtig, was war falsch? Unvollständige Informationen, die mehr Rätsel, als Antworten bereithielten. Zweifel, die so zahlreich waren, wie die verbrannte Asche, die vom Himmel regnete. Zuviele Parteien, die sich um etwas stritten, dass ohnehin zerstört war. Drow, Menschen...Bruchstücke von Erinnerungen anderer, die sich heimlich in den Geist einschlichen und noch unwissender machten.

Die Gruppe hockt auf dünnen Balken, irgendwo in den Trümmern des zweiten Stocks eines Hauses im Armenviertel. Seltsamerweise herrschte hier im Augenblick kein Tod und keine Verdammnis. In jedem anderen Viertel waren sie durch Berge von verwesten Toten getrampelt, hatten die Luft von Verzweiflung und Verdammnis eingeatmet. Hier jedoch war Leben, selbst in der Nacht. Insekten schwirrten umher, Mäuse huschten durch tiefgrünes Gras... und je näher sie dem Mittelpunkt des Viertels kamen, dieser tückisch anmutenden Kathedrale aus Hoffnung und Licht, dem Ziel ihrer ganzen unwirklichen Reise, desto intensiver wurde dieser verzweifelte Aufschrei der Natur.

Regenbogen und sanfte Lichter... eine einzige Verblendung in dieser Hölle aus lebenden Toten und Monstern, die hinter jedem Straßenzug lauerten.
Das waren Schutzzauber, die die Dunkelheit zurückdrängen, tödliche Boten. Berühre den Zauber und werde in deine Einzelteile zerfetzt.

Dann tauchte die Kriegerin in der Dunkelheit auf, sie trug eine WAffe, die den selben Klang erzeugte, wie die des Drow, den sie in Rivin schon zu Besuch hatte.. Kelindahr. Sie kannte ihre Stimme, sie waren sich schon einmal begegnet, als sie gegen Namyri kämpften. Sie sprach genau wie Kelindahr, als würde sie mehr als nur eine Entität in sich vereinen und doch gegen alle in ihr kämpfen.

Sie spricht und zeigt uns die andere Seite der gleichen Medaille auf. Sie bittet nicht, sie befiehlt nicht, sie hält uns nicht auf... sie erzählt nur von den Fehlern, die wir machen würden und die diese Welt, die wir bekämpfen, schaffen würden. Dann wird sie in tausend Teile zersprengt, von einem silbernen Licht zerfetzt, ehe sie alle Antworten gibt und uns wieder zurücklässt, mit einer Schuld beladen, deren Tat wir noch nicht einmal begangen haben.

Innerlich kochte sie vor Wut. Sie waren hierher katapultiert worden, freiwillig, unfreiwillig in diese Hölle gekommen, wegen einem Drow, dessen Lügen WAhrheiten waren, oder des Wahrheiten Lügen? Nichts hatte mehr Gültigkeit, keine Entscheidung, die richtig oder falsch zur Folge hatte.

Die Gruppe entscheidet sich... wir gehen zu der Zitadelle, wir wagen es und wissen doch nichts.

Also stehen wir vor diesem Licht in der Finsternis und wissen nicht, ob es uns Lügen straft. Diskussionen brechen aus...wie kommen wir hinein, hindurch, durch die schützenden Zauber, die um sie liegen...?

Ich diskutiere das nicht... ich wäge die Risiken ab, als Fira sagt, die Barriere hätte eine gewollte Anomalie...sie würde wenige hindurchlassen und viele nicht. Ich schätze es ab, sehe zurück zu den anderen. Dorn und Lucian sind mir egal... Conan hat Ino... Fira hat Amelie... ich habe niemanden wirklichen... der letzte Blick gilt Flinn... den kümmern nur wenige Dinge, ich gehöre nicht dazu. Also springe ich ab... ich bin verzichtbar, was mit mir passiert, wird den anderen helfen, sich zu entscheiden, ob sie dort bleiben werden oder passieren.

Conans Hand kann mich nicht halten, ich bin nicht stark aber ich bin schnell. Vielleicht kann ich mich des Wunsches auch nicht erwehren, es für mich zu beenden, wenn ich tot bin, kann ich keinen Fehler mehr machen. Ich durchreite die Barriere... jene von der Fira meint... sie bringe den tausendfachen Tod, ehe sie tötet... gewissermaßen... hat sie Recht...als ich durch bin... ist da nur noch Licht... Licht und Musik... das hat was von einem Elysium... und das läst mich lächeln, nur sieht das niemand mehr.

Autor:  Tear [ Fr 26. Feb 2010, 15:57 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Das Ende der Zeit

Epilog

Die Halle war gewaltig... angefüllt mit hunderten, vielleicht Tausenden Säulen, vor denen lebensgroße Statuen im ewig währenden Schlaf kalten Steins ausharrten. Sie erkannte die fünf, die mit ihr gekommen waren, direkt am Eingang, wie Wächter der Kathedrale aber da waren auch Leomars edle Züge und weiter entfernt im verschwommenen Dunkel Janald, Amrûn, Demian, Tikali... unzählige andere. Die Wärme, diese einzigartige Wärme namens Leben, die sie umgab, sie durchdrang, stand in einem solch grotesken Verhältnis zu der Hölle außerhalb der eben durchschrittenen Pforten. Ein jeder von ihnen nahm sie dankbar auf, sie war Nahrung, nach großem Hunger.

Ein Altar uralt stand auf einem Podest in der Mitte jenes nächsten Saals. Von uns gemacht, von jenen, die wir vielleicht sein könnten, niemals sein wollten?

Dann drang seine Stimme wie eine Urgewalt in unsere Köpfe... Er hatte die ganze Zeit gewartet, bis wir als Schlüssel zum Endspiel des Prologs, genau hier, an diese Stelle... in dieser Zeit...gelangt waren...

Es hat schon seine Wahrheit, wenn man sagt... das wir nur, wenn wir leiden wirklich schöpferisch sind... in einer Welt, in der alles voller wilder Verdammnis war und es keine göttliche Ordnung, nur die Urgewalt, jener geistig zerstörten Lebewesen gab, die den Untergang, die Apokalypse überlebt hatten... ein zwangsläufiges Unterfangen, eine völlig schrankenlose neue Schöpfungsgeschichte.

Nur hatte niemand von uns gedacht, das wir ihr Auslöser waren...so etwas wie der Funke, der eine neue Sonne entstehen lässt, wenn sich viele Teilchen in irrsinniger Reibung aneinander pressen und die erste Fusion auslösen, die ein neues Gefüge in der unendlichen Weite von Millarden Möglichkeiten schafft.

Er hatte so viele Zeitlinien durchritten, so viele Möglichkeiten gegenseitig aufgerechnet, so viele Gedankengänge und Eventualitäten in eine einzige Gleichung gefasst, dass niemand von uns auch nur im Ansatz begreifen konnte, was ihn letztlich an diesen Ort brachte, mit uns als Lebensbringer, als schöpferische Quelle einer neuen sich über eine tote Welt ergießende Kraft.

Als er neu geboren wurde, durch uns, und in seine eigene tote Welt aufbrach, jenes kristalline Gebilde, dass das Nichts auf den Planeten Toril gebracht hatte, erkannte ich für mich, dass dieser verdammte Drow, in all seiner Arroganz, in all seiner Dunkelheit und dem augenscheinlichen Wahnsinn, den seine Macht, die wir ihm in all den Zeitlinien gegeben hatten... am Ende durchaus selbstlos handelte. Was immer in seiner Realität dereinst erwachsen würde und unzählige neue schuf, am Anfang... war die Magie und wir leben alle, auch durch sie. Er würde schöpferisch sein am Anfang, bis er irgendwann, wie jeder Gott, das Maß an Demut übersah... aber am Anfang...ja würde er schöpferisch sein.

Das musste ich einfach glauben, als ich mich abwandte, um in meine eigene Welt zurückzukehren, in der ich atmen kann, in der ich fühle, in der ich jenen, die ich liebte wirklich nah sein kann... einer Welt, die nicht zu Kristall erstarrt ist, eine Welt, in der keine ewig brennenden Flammenherde, die Welt in einem Ascheregen begraben.

Wir haben die hölle gesehen und die Enstehung einer neuen Welt. Wir haben Millarden Menschen in ihrem letzten Atemzug aufschreien hören... und wir hörten den ersten Atemzug einer neuen Welt. Wir haben unglaubliches gesehen, Digne, die jeden Verstand in den Wahnsinn treiben...

Aber ich bn nicht wahnsinnig geworden, sondern war dankbar und froh, wieder in meine kleine Welt zu gelangen. Meine Welt... ist nicht schön, sie ist nicht besonders sanft und vor allem ist sie nicht fair. Sie ist grausam und ich trage meinen Teil dazu bei...aber es ist eine Welt die noch lebt... nicht wie die von Elbroth, nicht wie die Zwischenhölle, in der wir wandelten, in der wir ein Wesen schaffen, von dem das Gefüge der Welt abhängig ist... irgendeiner Welt.

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