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 Betreff des Beitrags: Ameng: Sonnenelfen leben einsam
BeitragVerfasst: Mi 17. Feb 2010, 20:16 
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Tagebucheintrag von Ameng Xilo

Die Kälte und die Verachtung, die mir von vielen der Bewohner dieser Gefilde entgegenschlägt, beginnt Irritation in mir auszulösen. Ich vermag diese Emotion nicht zu erwidern oder nachzuvollziehen. Mein Geist übt sich im Versuch, sie zu verstehen. Liegt es an meiner Herkunft? Fühlen sie sich durch meine Präsenz unterdrückt? Oder befindet sich die Begründung in meinem Desinteresse an ihren kleinlichen Intrigen, dem kurzfristigen Streben nach Einfluss, Macht und Anerkennung? Ist es meine Offenheit, die schlichte Tatsache, dass ich im Fall von Abneigung nach den Bedürfnissen einzelner nicht so tue, als könne ich diese gutheißen oder gar teilen? Ich bemerke, wie ich beginne, der Melancholie anheim zu fallen. Oft blicke ich auf die weite Ferne des Meeres hinaus. Sehnsucht nach der Heimat, nach Immerdar erfüllt die Tiefen meines Herzens. Der Ort, an dem ich mich nicht in den kurzlebigen Existenzen der Bewohner dieser Gefilde verfange. Tiefe Sehnsucht nach der Heimat, in der ich nicht so fremd bin, wie an diesem Ort.

Ich empfinde den Wunsch nach Rückkehr, doch ich kann nicht zurück. Schlichter Stolz ist es, der mich an der Erfüllung meines Wunsches hindert. Ich selbst war es, die den meinen gesagt hat, dass unser Rückzug nach Immerdar ein Fehler war. Wir haben aufgrund unserer Langlebigkeit, unseres Alters und unserer Weisheit die Verpflichtung, die anderen Völker zu unterweisen, sie zu lehren. Unser himmlischer Vater selbst gab uns dieses lange Leben und unseren überlegenen Geist. Das tat er nicht, damit wir uns auf einer Insel verstecken. Er setzte uns als Verwalter dieser Welt ein und diese Aufgabe haben wir zu erfüllen. Mein Verstand gibt mir Recht, doch mein Herz sagt mir gegenteilige Dinge. Es sagt, ich soll in die Heimat zurückkehren, meinen Irrtum eingestehen. Sagt, ich soll meinen Eltern mitteilen, dass ich irrte, die übrigen Bewohner dieser Welt nicht zu retten sind und wir sie vernichten sollten, wie vorgesehen. Stolz hindert mich daran. Ich will nicht eingestehen, dass ich falsch lag. Und ich glaube es auch nicht. Es ist lediglich komplizierter, als ich vor meiner Abreise gedacht hatte.

Fira Kaeris Worte und die Lektüre eines der Bücher der Menschen öffnete mir eine neue Theorie. In dem Buch stand, dass etwas nicht vergessen werden solle: Die Gesellschaft will lieber unterhalten, statt unterrichtet zu werden. Dasselbe sagte Fira Kaeri mir in ähnlichem Wortlaut. Die Beobachtung der Menschen bekräftigt diese Theorie. Es ist für sie nicht von Bedeutung ob gesagte Worte klug und weise sind oder sich am Ende bewahrheiten. Sie legen mehr Wert darauf, wie diese Worte vorgetragen werden. Sie legen mehr Wert auf den Rahmen, als auf den Inhalt einer Botschaft. Doch ist der Rahmen weise gewählt, sind sie auch gewillt, die Botschaft zu verinnerlichen. Ich verfüge über das Potenial, sie auf die richtigen Pfade zu führen. Sie dürfen sich dabei nur nicht zurechtgewiesen oder belehrt fühlen. Diese Fähigkeit muss ich mir aneignen.

Ich bin hier um ihren Geist und ihre Gesellschaft zu studieren und die Fehler darin zu erkennen. Mein Vorgehen bei diesem Studium bedarf einer Optimierung. Jedoch fühle ich zuviel Irritation bei ihrer Eile und Rastlosigkeit. Diese Empfindung muss ich zum Zwecke meines Erfolgs ausblenden. Dann sind sie vielleicht gewillt, die Wahrheit in meinen Worten zu erkennen. Darf ich mir dabei selbst untreu werden? Nein. Ich bin auf der Suche nach einem Kompromiss.

Doch die Sorge überschattet meinen Geist und beeinträchtigt ihn. Ich bedarf des Erfolgs, ihr in meiner nächsten Meditation Dominanz entgegenzubringen. Zwei der wenigen Menschen, die mir Achtung entgegenbrachten und denen ich Wertschätzung erwiderte, sind vorgestern verschwunden. Die Verantwortung für ihr Verschwinden trägt der abtrünnige Verräter Elbroth. Vielleicht kehren Fira Kaeri und Flinn Winterkalt nie wieder zurück. Wie kann ich unter diesen Umständen Konzentration und Dominanz bewahren? Beider Schicksal liegt jetzt in den Händen eines verabscheuungswürdigen Wesens, das über, selbst für meine Maßstäbe, unvorstellbare Fähigkeiten verfügt.

Als ich mit diesem Wissen am heutigen Morgen morgen mit meinen Augen auf das Meer hinausblickte, ereignete sich etwas Seltsames. Ich fühlte zum ersten Mal einen tatsächlich schmerzhaften Stich in einem Herz. Die unterschwellige Nuance einer beeinträchtigen Empfindung durchströmte meinen Körper. Das Verlangen nach Zuneigung und Wärme. Ich unterdrückte es. Selbstverständlich mit Erfolg. Ich bin eine Ar-Tel'Quessir. Ich bin perfekt.

Abschluss des Tagebucheintrags.

Verfasst von Ameng Xilo aus dem Hohen Hause Corrua'iat am 17. Alturiak 1379.

_________________
~"This ist my battle. This is my battleship."~

"Jene, die sich Abenteurer nennen, sind grausame Individuen aus einer anderen Welt. Sie sind auf der ständigen Suche nach neuen Opfern für ihre dunkle Gottheit Exp, die sie dafür mit immer stärkeren Fähigkeiten und Kräften ausstattet."

~Shadow is a man who never loses his virginity - because he never loses.~


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 Betreff des Beitrags: Re: Ameng: Sonnenelfen leben einsam
BeitragVerfasst: Do 25. Feb 2010, 20:44 
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Vorbereitet mit Schutzzaubern führten Ameng ihre Schritte in das Armenviertel. Informationen waren einzuholen, für die Lösung ihres Falles, dem sie ihre Aufmerksamkeit gewidmet hatte und für die andere Aufgabe. Über das Verhalten der Menschen hatte sie inzwischen nützliche Erkenntnisse gewonnen, die sie auf die Probe zu stellen gedachte. Mit der ihrem Volk eigenen, großen Sorgfalt hatte sie sich eine Strategie überlegt, die Erfolg versprechen sollte. In dieser Nacht jedoch, der Nacht vom 24. auf den 25. Alturiak sollte etwas Unvorhergesehenes geschehen. Davon wusste die stolze Ar-Tel'Quessir zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Den kalt lächelnden Schatten, der ihren Schritten mit einer ihr ähnlichen Geduld folgte, bemerkte sie nicht. Wie konnte sie auch? Damit hatte sie keine Erfahrung. Sorgsam gewählt stellte sie im Armenviertel Passanten die auffälligen Fragen, um die Aufmerksamkeit derer zu wecken, die sie finden wollte. Ihre Strategie verfügte über Perfektion, sie hätte Erfolg gehabt. Doch sie hatte etwas übersehen. Diesen Fakt sollte sie bald in Erfahrung bringen. Noch immer sah sie den Schatten nicht, der ihr mit leisen Schritten und einer blitzenden Klinge zwischen den unter Handschuhen verborgenen, obsidianfarbenen, feingliedrigen Fingern folgte.

Die Gefahren des Armenviertels waren Ameng bekannt. Sie rechnete ihnen für ihr Wohlergehen keinen hohen Wert zu. Obgleich sie oft schon durch dieses Viertel geschritten war, hatte sie niemand, der eine Gefahr darstellte, ihr offensiv genähert. Ihre Magie war dazu in der Lage, jeder eingerechneten Gefahr mit der nötigen Entschlossenheit entgegenzutreten. Doch den Schatten bemerkte sie nicht. Sie ging an den Klippen entlang und führte ihre Gespräche mit den Eingeborenen des Viertels fort. Als sie die Anhöhe erklomm, die zu einem verfallenen Etablissement namens Nachtruhe führte, sah der Schatten seine Gelegenheit zum greifen nahe. Diesselbe Geduld und Zielstrebigkeit, die auch Ameng innewohnte, doch mit kaltem und grausamem Tötungswillen im Herzen. Die Ar-Tel'Quessir ging mit ruhigen Schritten in die Nachtruhe und wechselte ihre Worte mit dem Besitzer. Auch er gab die gewünschten Informationen nicht preis, Ameng wandte sich um. Der Blick der güldenen Augen, die auch in der dämmrigen Finsternis des fahlen Mondlichts, das die Nacht mit Trübheit taufte, sehen konnten, nahmen die geöffnete Türe im Gang war. Zuvor war sie geschlossen gewesen, nun stand sie offen. Handelte es sich um eine Einladung derer, nach denen sie suchte? Amengs Finger umfassten den Holzstab ihres Vaters entschlossen, eh sie den Raum hinter der offenen Türe betrat. Leere, verwahrloste Betten in einem leeren, dunklen Zimmer. Dann trat der Schatten in Aktion. Die Bewegung ging für Ameng zu schnell, doch sie war eingerechnet. Daher fühlte sie keine Unsicherheit, als sich von hinten ein Arm um den ihren schlang und ein Dolch unter ihr Kinn gelegt wurde. Endlich nahmen sie Kontakt auf, bis zu diesem Punkt war alles nach Amengs Plan gelaufen. Um den Besitzer des Dolches, der an ihrer Haut lag, nicht zu verunsichern, bewahrte Ameng regungslose Ruhe und verstreifte ihren Körper. Mit neutraler und ruhiger Stimme richtete sie ihre Worte an den Schatten, dessen Klinge ihre Haut berührte.

"Seit ihr eine Kriminelle?"

Die Sprache, in der die Antwort des Schattens mit weiblicher, amüsierter Stimme erlang, suchte sich den Weg durch Amengs Geist und beunruhigte die Sonnenelfe. Kalt und grausam, von unermesslicher Schönheit, jedoch entartet und auf dämonische Weise korrumpiert. Amengs Herzschlag gelangte zur Beschleunigung, als sie die Wahrheit erkannte. Eine Ilythiiri. Hier? Eine Ilythiiri. Das war nicht vorgesehen. Die Gedanken Amengs rasten und wägten in enormer Geschwindigkeit alle Möglichkeiten ab, eh sich ihr Geist beruhigte. Nicht vorgesehen. Ihre Strategie bedurfte der Anpassung. Noch gab es keinen Grund zur Furcht. Ihre Magie konnte die Kreatur in Schach halten, wenn das sich als notwendig erweisen sollte. Sie musste die Kreatur nur dazu bringen, den Dolch von ihrem Hals zu nehmen. Noch war alles in Ordnung. Sie wählte ihre folgenden Worte mit Sorgfalt und Vorsicht in der Sprache der Dunkelelfen.

"Eine der Abtrünnigen. Doch das ist für mich nicht von Belang. Ich benötige Informationen, die ihr mir geben könntet."

Eine Antwort. Eine Stimme wie aus Eis, doch wohnte da Amüsement inne?

"Doch halte ich die Klinge in der Hand, die an deinem Hals liegt."

"Daraus ziehe ich den Schluß, dass ihr mich nicht töten wollt."

"Ich möchte, dass du soviel wie möglich davon mitbekommst."

Eine Emotion, Furcht. Ich fühle, wie sie mit kalten Fingern sich Wege durch meinen Körper bahnt. Der Plan ist nicht wie gedacht ausführbar. Die Emotion ist interessant. Eine Ilythiiri?! Wieso ist eine Ilythiiri hier? Das war nicht vorgesehen.

Amengs Finger versteiften sich ohne Zulassung des Willens um ihren Stab. Sie waren befeuchtet vom Schweiß, das Herz nicht zu beruhigen, die Muskeln verzogen sich zu krampfhafter Starre.

"Ich fange mit deinen Ohren an."

Neh! Ich muss mich beruhigen. Eine neue Strategie muss her, ich muss nachdenken. Die Kontrolle ist mein, ich finde eine Lösung. Der Zeitdruck ist kein Problem. Ich muss nur nachdenken.

Der Tritt der Dunkelelfe traf Ameng in den Rücken und ließ sie nach vorne stolpern, sie fing sich sogleich. Drehte sich herum, sah der Feindin entgegen und suchte mit zwei raschen Schritten rückwärts Abstand. Laues Triumphgefühl in ihrem Herzen.

Eine Jägerin, die spielen will und einen Gegner sucht, ein wehrloses Opfer scheint ihr nicht angemessen. Das ist ein Fehler, sie unterschätzt mich. Oder sucht sie nach dem Tod? Bei ihrem Blut wäre das nicht unverständlich.

Die Dunkelelfe nahm das Messer in die andere Hand und besah sich aus dem Abstand heraus die Ohren Amengs.

"Rechts oder links?"

Ameng löste entschlossen ihre Hand vom Stab, spreizte die feingliedrigen Finger und konzentrierte sich, eh sie versuchte, die Situation durch Worte unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Kreatur ließ sich nicht darauf ein. So ließ sie Ameng keine Wahl, ihre Macht nicht zu demonstrieren. Ihre Worte der arkanen Macht waren schneller gesprochen, als ihre Feindin reagieren konnte, die zum Sprung ansetzte. Geformt aus der Energie des allumspannenden Gewebes suchte der Zauber nach Existenz in der Realität und manifestierte sich in einem Säurepfeil. Jener traf die Klinge und Hand der Ilythiiri. Geruch von verätztem Fleisch füllte den Raum, die Klinge fiel zu Boden und wurde von der Säure zu einem nutzlosen Klumpfen verformt. Amengs Entschlossenheit stieg beträchtlich.

Unterlegen. Ich bin besser als du.

Nun war es an der dunkelhäutigen Abtrünnigen, Furcht zu empfinden. Unsicherheit und Schmerz. Nach einem Aufschrei bedeckte sie die verätzte Hand mit ihrem Umhang, nahm die andere zuhilfe um die Säure fortzubringen. Die Bewegung war dennoch irritierend.

"Zeig mir deine Hände."

Die Kreatur nahm sich Zeit, die ihr von Ameng in derem Selbstbewusstsein gewährt wurde. Danach zog sie die rechte Hand unter dem Umhang heraus und gab diese preis. Amengs Stimme blieb kalt bei der Wiederholung ihrer Forderung. Sie war jetzt wieder im Vorteil. Die Kreatur war durch ihre überlegene Macht deutlich beeinträchtigt. Der Plan konnte fortgesetzt werden und Ameng würde gewinnen. Ihren Irrtum vermochte Ameng noch nicht erkennen.

"Die andere Hand ebenfalls."

Lächelte die Kreatur etwa?

Neh..

Es geschah viel zu schnell für Ameng. Sie nahm das Klicken nur mit Verzögerung war, als die Erkenntnis sich bereits in ihrem Körper bohrte. In Form eines zwei Finger langen Todesboten aus geschmiedetem Stahl, der ihre magische Rüstung durchbrach und sich zwischen zwei Rippen den Weg in die linke Niere Amengs suchte. Aber der Schrecken der Erkenntnis lag nicht in dem Schmerz, den Ameng im Augenblick noch garnicht wahrnahm. Zum ersten Mal seit sie sich auf dem Festland befand, war Ameng verwundet worden. Aus der Wunde sprudelte warmes Blut und verdunkelte die blaue Robe des Mantels. Amengs Finger legten sich ungläubig auf die Verletzung. Das war die Erkenntnis und der daraus entstehende Keim, der die Furcht in Panik wandelte. Die Gegnerin war ihr ebenbürtig, sie war gefährlich. Und sie wollte Ameng töten. Sie wollte Ameng wirklich töten. Zum ersten Mal erwachte in Ameng die Erkenntnis, dass sie jetzt sterben könnte.

"Nicht so... nicht so! Das kann nicht sein, nicht auf diese Weise!"

Es war vielmehr Instinkt, der anstelle bewusster Handlungen trat, als Ameng den Hieb des Schwertes der Dunkelelfe mit ihrem Stab abwehrte. Die Klinge hinterließ dennoch eine weitere Verwundung an Amengs Oberarm. Und jetzt gewann zum ersten Mal in Amengs Leben die Panik.

Ich will nicht sterben!

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 Betreff des Beitrags: Re: Ameng: Sonnenelfen leben einsam
BeitragVerfasst: Do 25. Feb 2010, 22:19 
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Beiträge: 11510
Faeanshalee hatte sie bereits ein Stück verfolgt. Seit sie sie aus der Schenke hat kommen sehen. Dieser anmaßende Blick, die Haltung, das Gebärden, oh ja sie schwebte soweit über allem - dachte sie.

Ich hasse sie...

Dann maskiere sich die Elfe mit bronzener Haut, geht in die Armenviertel.
Sie ging in die Armenviertel, was will sie dort? Sie spricht diesen Menschen an, was will sie von ihm? Sie fragt ihn nach Kriminellen. So anmaßend, so überheblich...

Fang sie!

Die Oberweltlerin spricht den nächsten Menschen an. Sie sucht Kriminelle, wie kann diese Rasse noch existieren bei dieser Dummheit?
Sie verlassen sich aufeinander, dass sie sich gegenseitig helfen, das macht sie so schwach. Derweil war die Oberweltlerin weitergezogen, in Richtung der Nachtruhe. Von Deckung zu Deckung huschend folgt die Drow ihr gekonnt und unbemerkt. Wie sollte dieses Anmaßende Wesen sie auch bemerken? Sie späht in das Haus hinein. Dort steht die Elfe am Thresen.
Rasch huscht sie hinein und verschwindet in der ersten Tür, lässt sie offen stehen und stemmt sich an die Wand.

Darauf wird sie nicht hereinfallen...

Herzschläge vergehen und sie hält die Klinge an ihren Körper gepresst, plötzlich vernimmt sie Schritte. Sie betritt den Raum, sieht sich um, findet nichts und will sich gerade umwenden, da ist die Klinge bereits an ihrem Hals. Die Elfe versteift sich und bemerkt ihre Lage.

Jetzt! Töte sie!

Die Elfe ist so gefasst. Warum ist sie so ruhig? Warum hat sie keine Angst?
Ich kann nicht kontrollieren, was keine Angst kennt!


"Ich fange mit deinen Ohren an."

Damit zieht die Drow ihre Klinge zurück und lässt einen Tritt folgen um die Elfe von sich wegzubefördern.
Ich will ihr Gesicht sehen, ich will ihre Angst sehen!

"Links oder Rechts?"

Doch sie hat keine Angst. Die Elfe starrt sie voller Entschlossenheit an ihre Magie zu gebrauchen.
Habe ich einen Fehler gemacht?

JETZT!

Ein Satz nach vorne, das Kukri ausgestreckt um zuzuschlagen. Doch die Elfe vollendet ihren Zauber mit Jahrzehntelanger Routine. Ein grünes Blitzen, dann Schmerz. Das Kukri fällt klirrend zu Boden und sie verfolgt mit entsetztem Blick wie die Waffe zu einer schwarzen Masse zerkocht. Es brennt so furchtbar! Die Säure beginnt ihre Haut zu zersetzen.
Ihr Körper fällt zusammen und ihr Arm schließt sich um ihre Hand, die verletzliche Stelle zu schützen. Ihr Blick sieht auf zu dieser Elfe, die sich wieder über sie stellt.

"Ich will deine Hände sehen."

Schmerzen sind Schwächen die den Körper verlassen!

Ich zeige dir meine Hände! Langsam hebt sie die rechte Hand empor, die Linke klammert sich an die Handarmbrust unter ihrem Mantel. Der Schmerz scheint vergessen, jetzt zählt nur überleben.
Die Hand schnellt nach vorn, die Gesichtszüge der Elfe schaffen es kaum der Situation nachzukommen, zu entgleisen.
Ich habe nur einen Schuss!
Blankes Entsetzen auf dem Gesicht der Oberweltlerin, die Illusion geraubt, ihre Überheblichkeit zerfallen wie ein gebrechliches Porzelangefäß.

Nutze den Augenblick!

Ein schneller Schlag ihres Kurzschwertes folgt, teilweise pariert von dem Holz des Stabes um die Elfe endgültig zu Fall zu bringen.
Doch nicht die Wunden, sondern das Entsetzen sind es, die sie wahrlich fallen lassen.

Angst ist härter als Stahl!

_________________
You know why I never loose at chess? I have a secret move - I knock over the board!
- The Doctor

Portraits für Fira, Faeanshalee, Talyth und Sonata


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 Betreff des Beitrags: Re: Ameng: Sonnenelfen leben einsam
BeitragVerfasst: Fr 26. Feb 2010, 15:07 
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Ameng spürte das Holz an ihrem Rücken, als sie gegen eine Wand stieß. Eine Hand umkrampfte den Bolzen, der in ihrer Seite steckte. Wollte das Blut am herauslaufen hindern, doch es quoll zwischen den zittrigen Fingern hindurch. Sie fühlte Übelkeit, die sich innerhalb der Magenwände ausbreitete und Schmerz, der sie ihre Umgebung nur noch verzögert, wie durch einen nebligen Schleier wahrnehmen ließ. Ein Rauschen in ihren Ohren und ein watteartiges Gefühl im Kopf. Sie war überrascht, dass immer noch ein Teil von ihr all diese Zustände analyisch verfolgte, aufzeichnete und bewertete. Ihr Stab fiel zu Boden. Das irritierte Ameng. Sie hatte garnicht bemerkt, dass sie ihn losgelassen hatte.

"Wo ist jetzt deine Erhabenheit?"

Ich bin verwundet. Ich bin verwundet! Ich bin verwundet und diese dreckige.. Brut wird mich töten. Das darf.. kann nicht.. ich muss mich konzentrieren. Zwei magische Geschosse gegen ihre Deckung, ein Säurepfeil in das Gesicht. Ich bin verwundet! Sie wird Kapuze und den Mundschutz herunterreißen und die Säure abstreifen müssen. Während sie abgelenkt ist, berühre ich sie und setze ihren Körper in Brand. Da läuft Blut heraus, soviel Blut! Ich kann es nicht im Körper halten, es tut weh, ich will nach Hause! Sie wird schreien und sich wälzen, aber sie kriegt das Feuer nicht aus. Im Gegenteil, sie setzt das ganze Zimmer in Brand. Ich schütze mich mit Magie vor den Flammen und gehe einfach hinaus. Der Brand wird die Wächter der nahen Halle der Hoffnung anlocken. Ich will nicht sterben, ich will nicht sterben, ich will nicht sterben! Ich habe Angst! Ich will nach Hause! Diese werden mich in das Lazarett ihres Hauses bringen und die Verwundungen fachgerecht von ihren Heilern behandeln lassen. Durch ihren Geleitschutz wird ausgeschlossen, dass Freunde dieser Dunkelelfe mich in meinem geschwächten Zustand angreifen. Ich bin verwundet! Das wird funktionieren. Aber ich kann mich nicht konzentrieren, es tut alles so weh und wird matt, ich kann nichts mehr sehen! Doch, kann ich. Ich muss Ruhe bewahren, die Situation ist kontrollierbar. Nicht für mich! Ich bin verwundet! Für mich jedoch. Aber wir sind ein und diesselbe Person! Das ist unmöglich. Ich habe Angst, es tut weh, ich habe Angst, das Warme da in meiner Hand, ist das etwa mein Magen?! Ich führe keine geistigen Selbstgespräche. Aber wie erklärst du es dir dann? Interessant. Vermutlich eine Projektion meines Geistes um Emotion und Logik aufgrund der brisanten Situation in einen Dialog zu bringen, damit beide Standpunkte berücksichtigt werden können. Bist du irre?!! Wir verrecken gerade!! Das habe ich bei meinen Überlegungen durchaus berücksichtig. Du spinnst.. ich habe solche Angst.. wir werden hier sterben und diese Brut wird unseren Körper schänden! Bitte sprich nicht in der Mehrzahl von dir und mir, es ist bereits jetzt sehr unangenehm und irritierend.

Während die Gedanken der Ar-Tel'Quessir hinter den güldenen Augen rasten, sank ihr Körper in zuckenden Bewegungen zu Boden, sie fühlte die Kälte. Ihre Lippen bewegten sich kraftlos, für einen kurzen Augenblick versuchte sie die Hand zu heben um jene erneut gegen ihre Gegnerin zu richten. Doch Schmerz und der voranschreitende Sieg des sich in ihrem Innern breitmachenden Todes hinderten sie daran.

"Es ist so kalt."

Dass ihre Feindin sich zu ihr gesetzt hatte, um ihr Sterben zu beobachten, nahm Ameng nicht mit vollem Bewusstsein zur Kenntnis. Ihre Muskulator verkrampfte sich im Kampf mit sich selbst, das Blut sickerte zwischen den an die Wunde gepressten Fingern durch die Kleidung. Die Krämpfe zogen sich vom Bauch her über den Brustkorb, den Rücken hinauf um in der von Ameng stets starr unter Kontrolle gehaltenen Gesichtsmuskulatur Vollendung zu finden. Dieses bestand in einem leisen Gekicher.

Jetzt empfinde ich wirklich Irritation. Lachen wir da gerade in der Realität? Ich bin verwundet! Ich werde sterben! Das habe ich zur Kenntnis genommen, doch weshalb findest du das amüsant? Ich will heim, ich habe Angst, ich will nach Hause, es tut weh! Mit dir lässt sich kein vernünftiges Gespräch führen. Aber das ist interessant. Wieso lache ich? Ich.. lache. Das ist interessant. Wir sollten uns zusammensetzen, sobald wir hier fertig sind. Mir war garnicht bewusst, dass auch ein Wahnsinn hier drinnen mitwohnt. Überraschung! Seit ihr blöd? Wir verrecken gerade!! Das ist grammatikalisch nicht korrekt. Was redest du?? Wärest du nicht soviel mit dir selbst beschäftigt, dann hättest du registriert, dass der Herzschlag des Körpers bereits vor zwei Minuten aufgehört hat.

Die Dunkelelfe hielt den schlafen Körper bis zum Ende fest umarmt, beinahe als würde sie eine Freundin verabschieden. Danach löste sie sich, als das Herz nicht mehr schlug. Stand auf und verließ das Gebäude. Nur ein weiteres Leben ohne Bedeutung, dass durch ihre Klinge starb. Die Nacht sollte jedoch auch für die Dunkelelfe eine Überraschung bereithalten, von der sie heute nicht mehr erfahren würde. Ihr Opfer würde heute noch nicht nach Arvandor Denn tief in Amengs Körper und Geist existierte noch etwas. Eine krallenartige, aus dem Innern kommende Willenskraft. Und diese würde Ameng den Tod noch nicht gestatten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ameng: Sonnenelfen leben einsam
BeitragVerfasst: Sa 13. Nov 2010, 15:59 
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Tief in der Nacht

Ein Aufschrei, dessen Ursprung sich in ihrer eigenen Kehle befand, riss die stolze und hochmütige Ar-Tel'Quessir aus ihrer Meditation. Rückwärts krabbelte sie - vielmehr reflexartig, denn bewusst - zurück, bis sie gegen die Felswand stieß. Ihr Oberkörper hob und senkte sich in schnellen Atemzügen und ihr Herz raste, es dauerte wenige Augenblicke, bis sie die Umgebung wieder bewusst wahrnahm. Die Sümpfe, die Chelimber Marschen. Auf der Suche nach dem Feuerelement. Fünf, sechs weitere Herzschläge benötigte sie, um sich wieder zu fassen. Ihre Züge glätteten sich und nahmen wieder die ruhige und selbstsichere Gestalt an, die man von Ameng Xilo Corrua'iat gewohnt war. Der Wortlaut des ersten, klaren Gedanken, der durch ihren Verstand glitt, überraschte sie nicht.

"Hoffentlich hat dies keiner der anderen mitbekommen."

Sie strich sich mit den feingliedrigen Fingern die dunklen Haare sorgsam zurecht, während sie zu der Höhle sah, in der ihre Mitstreiter nächtigten. Hatten sie etwas von ihrem.. Ausbruch bemerkt? Das wäre sehr unangenehm gewesen. Vorsichtig tastete sie mit den Fingerspitzen an ihr Herz und lauschte in sich hinein. Es war noch Unruhe in ihr, jedoch keine größere Überraschung. Sie hatte damit gerechnet, dass die Spinnenkönigin ihr auf die eine oder andere Art eine Drohung oder Nachricht senden würde, es sogar bereits eingeplant. Immerhin war das Ziel, das im Hintergrund des Vorhabens stand, gleichbedeutend mit dem Ende Lolths. Doch der Zeitpunkt irritierte sie. Es war viel zu früh, die Spinnenkönigin konnte es noch nicht erfahren haben. Was hatte diese Vision zu bedeuten?

Die güldenen Augen der Ar-Tel'Quessir richteten sich auf eine faustgroße Spinne, die zwischen dem Gras am Rande des Sumpfes saß. Irgendwie erschien es Ameng, als würden die acht dunklen, schwarzen Knopfaugen sie anstarren. Ein verächtliches Schnaufen entfuhr der elfischen Magierin, ehe sie mit ruhigen und bedächtigen Schritten auf das kleine, pelzige Lebewesen zutrat. Beim letzten Schritt ließ sie sich Zeit. Sie führte zuerst die Spitze des Stiefels knapp hinter der Spinne in das Gras, während der Absatz ihres Stiefels direkt über der Achtbeinerin schwebte. Ihre Blicke wanderten ausschweifend durch den ruhigen, dunklen Sumpf. Der Absatz senkte sich langsam zur Tötung hinab. Ein seltenes, stilles Lächeln zeigte sich auf ihren glatten, aristokratischen Zügen.

Du willst mich versklaven, Lolth? Du? Göttin des Abgrunds, Göttin der Verlierer. Ein Nichts gegen den Schöpfer, den Vater unseres Volkes.

Ameng hielt inne, ihre Gedanken taten es ihr gleich. Sie führte die Bewegung des Stiefelabsatzes nicht zuende, ließ der Achtbeinerin darunter das Leben. Stattdessen verschränkte sie die Arme auf dem Rücken, zog die Stiefelspitze zurück. Sah auf die Spinne, das kleine, dunkle, behaarte, achtbeinige Lebewesen. Und dann in den Nachthimmel, hin zum fernen Halbmond. Das Lächeln verschwand. Die Ar-Tel'Quessir drehte sich in einer fließenden Bewegung herum, zurück zur Felswand neben dem Höhleneingang, um ihre Meditation fortsetzen zu können. Die Spinne war ein Lebewesen, keine Kreatur. Ein Lebewesen von fleissigem Tun, von schönem Sein. Es wäre nicht angemessen gewesen, sie der Symbolik willens zu töten. Lolth würde es ohnehin nicht verstehen. Lolth war nur eine Göttin. Und Ameng war Ameng.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ameng: Sonnenelfen leben einsam
BeitragVerfasst: Sa 13. Nov 2010, 16:00 
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Wenn ihr mich das fragt, so sage ich Euch:
Diese Stadt ist nicht verdorben.
Sie ist Leidenschaftlich.
Einzigartig.
Bereit zu tun was immer notwendig ist,
um die Stadt zu sein die sie sein will.

Und verdorben.

- Faeanshalee


Am dunklen Himmelszelt standen die Sterne, spendeten gemeinsam mit dem Mond der Nacht ein wenig Licht. Die Ar-Tel'Quessir stand auf dem Dach des Mantelturmes, die Arme hinter dem Rücken verschränkt. Ihren Blick auf die unter ihr schlafende Stadt gerichtet, auf jene vielen Häuser und Hütten, die aus dieser Höhe wie kleine Puppenhäuser in einer Spielzeugstadt anmuteten. Dies ist der Blick, der aus den güldenen Augen der Sonnenelfe jener Stadt stetig gilt. Ein Projekt, ein Experiment, welches seit einem Jahr läuft, dies ist die Stadt Rivin. Eine Anordnung von Versuchsreihen, ein umfangreiches Laboratorium, das dem Zweck dient, einen Protoypen zu erschaffen. Eine Prototypen für die neue Weltordnung, die Beweisführung für die Richtigkeit ihrer Theorie vor ihrem Hause. Der Versuch, ihrem Hause, dem Hohen Hause Corrua'iat zu präsentieren, dass die N-Tel'Quessir gerettet und befreit werden können. Wenn das Experiment gelingt, so wird es auf den Kontinent ausgeweitet werden.

Ihre Fingerspitzen glitten sanft über die großen Hasenohren ihres Vertrauten, kraulten diese an der Basis. Emotionen, Empfindungen. Die Sehnsucht nach Wärme. Die Verabscheuung der Kälte und der Verachtung, die ihr entgegenschlägt. Manifestiert sich in fließenden Tränen, die sich den Weg über ihre Wangen und ihre Lippen suchten, wenn die in der Öffentlichkeit derartig emotionskühle Sonnenelfe mit sich oder mit ihrer Sha alleine ist. Die lebende Verkörperung der Perfektion des Seins, das Vorbild für die niederen Völker, darf keinen Zweifel und keine Schwäche zeigen. Doch der emotionale Bestandteil von Amengs Geist hatte Zuneigung zu den Versuchsobjekten entwickelt. Zuneigung, Empathie, Mitgefühl. Äußerst hinderlich für eine funktionsfähige Durchführung der Versuchsreihen. Auf der anderen Seite hatte sie den Versuch erst deshalb begonnen, da sie Zuneigung verspürte. Zuneigung ist der Anstoß gewesen, wie er auch der Katalysator ist, der sie zur Eile antreibt.

Unter ihr liegt die Stadt, ihr Experiment. Eine zersplitterte Stadt, die mit sich selbst ringt und sich Fragen stellt, auf die sie keine Antworten finden wird. Weil sie die Antworten nicht finden will. Eine Stadt voller Geheimnisse und Abgründe. Eine lebende Stadt, die über ein pulsierendes Herz verfügt und wie ein stetig waches Kind heranwächst. Sie nimmt Eindrücke auf und verarbeitet sie, formt aus ihnen Erkenntnisse und passt ihre Entwicklung den Eindrücken an. Die Stadt hat auf Ameng gewartet um endlich erwachsen zu werden, die nächste Entwicklungsstufe zu erreichen. Und heute stellt die Stadt sich in ihrer kindlichen Uneinigkeit viele Fragen, die zum Ende jenes Tages beantwortet werden sollen.

"Nicht nur die Stadt, auch das Exempel stellt sich Fragen. Und die Fragen der Stadt, sie gelten dem Exempel. Gorda. Janus Gorda. Du stellst mir lediglich bedeutungslose Fragen, obgleich du über die Intelligenz verfügt hättest, mir die richtigen zu stellen. Und du werfest mir Dummheit vor und teilest mir mit, dass ich die Angelegenheit nicht durchschauen würde. Doch du bist es, der nicht versteht. Dieses erkenne ich bereits an deinen Fragen. Du bist der Ansicht, ich wäre überzeugt von deiner Schuldigkeit. Das ist nicht korrekt. Ich weiß von deiner Schuldigkeit und von deinem Verstoß gegen die rückständigen Gesetze dieser Stadt. Bereits seit langer Zeit weiß ich davon. Dachtest du denn, ich wäre das Risiko eingegangen, dir Vertrauen zu gewähren und dich zu decken, wenn ich dich nicht genauestens beobachtet hätte?

Ich bedaure es sehr, dass es auf diese Weise enden muss. Ich hatte Hoffnungen in dich gesetzt, Erwartungen. Du konntest ihnen nicht gerecht werden, du bist eben lediglich ein Mensch. Nach wie vor verstehst du nicht, worum es hier tatsächlich geht. Mir ist bekannt, dass du Verbrechen begangen hast und über Geheimnisse verfügst, die ich heute allesamt dem Gericht und der Öffentlichkeit offenlegen werde. In deiner Narrheit denkst du, es ginge mir darum, deine Schuld zu beweisen. Doch darum geht es mir garnicht. Denn mir ist vollkommen gleichgültig, dass du gegen ihre Gesetze verstößt. Zumindest dies müsstest du erkennen können, ich habe dich schließlich seit langer Zeit gedeckt und vor ihren Ermittlungen gewarnt. Bedauerlicherweise zogest du es vor, nicht auf mich zu hören. Jetzt wirst du für deine Unachtsamkeiten und deine Vergehen gegen ihr Gesetz bezahlen müssen.

Avavaen.

Mir ist gleichgültig, dass du gegen ihre Gesetze verstoßen hast. Ich benutze deine Fehler und Vergehen lediglich, damit das Gericht die Strafe vollzieht. Die Strafe, die als Ersatz für dein tatsächliches Vergehen geschehen soll. Sicher würdest du dich fragen, um welches tatsächliche Verbrechen es sich handeln könnnte, wenn du meine Gedanken und mein Vorhaben durchschaut hättest. Bedauerlicherweise würdest du die falschen Schlüsse ziehen, so wie du sie immer gezogen hast, da du nicht verstehst, wer ich bin.

Ich bin eine Ar-Tel'Quessir.

Ich bin perfekt.

Du wolltest meinen Tod, und du hast Handlungen vollzogen, die ihn herbeiführen sollten. Das ist für mich nicht von Bedeutung. Du hast meinem Ruf in jener Stadt und in meinem Hause, dem Hause des Mantels der Sterne, relevanten Schaden zugefügt. Das vermag ich zu tolerieren. Nichts von jenem ist für mich ein Vergehen, ebensowenig wie deine Verbrechen gegen die Gesetze der Stadt von mir bestraft würden. Bedauerlicherweise wäre dein Verstand zu beschränkt, um mir folgen zu können. Als das Individuum, das du darstellst, würdest du mich ohne zu Zögern für die Dinge töten, die du mir antun wolltest und angetan hast. Für mich hingegen sind diese Kleinigkeiten belanglos. Warum also will ich dein Leben zerstören?"


Amengs Fingerspitzen glitten in eine Tasche ihrer Robe, aus welchem sie einen faustgroßen Würfel hervorbrachten, der aus verschiedenfarbigen Kästchen bestand, die man verschieben konnte. Ein Geschenk ihrer Sha. Die Ar-Tel'Quessir benutzte es häufig, wenn sie das Bedürfnis nach innerer Beruhigung verspürte. Gewandt drehten ihre Hände die Reihen in eine willkürliche Position um einen neuen Weg zu suchen, diese wieder soweit zusammenzufügen, dass jede Seite in derselben Farbe erstrahlt.

"Dein Fehler. Er besteht darin, dass du mein Vertrauen missbraucht und meine Pläne aus egoistischen Motiven gefährdest hast. Das ist dein Vergehen. Ich bin eine Ar-Tel'Quessir. Aus dem Hohen Hause Corrua'iat. Aegisses der Kirche Corellons.

Unserem Volke wurde die Welt vom himmlischen Vater zur Verwaltung übertragen, damit wir sie beschützen und auf die richtigen Pfade lenken. Und unsere Kirche überlegt sich die Schritte zur Umsetzung. Ich will diese Stadt verändern um ihnen zu beweisen, dass nur mein Konzept umsetzungsfähig ist. Für meine Sha, für meine Freunde und für meine Verbündeten. Für Fira, für Elona, für Miriamel, für Amelie, für Natalie, für Varda, für Miyako, für Nesmil, für Anriel, für Faeanshalee, für Phaere. Für die Stadt und in letzter Konsequenz für die ganze Welt. Du hast meine Pläne, du hast sie aus egoistischen Motiven gefährdet. Einen Zeitverlust im Ablauf bewirkt. Die Wahrscheinlichkeit eines positiven Ergebnisses um 2,34% gesenkt.

Deine Unrettbarkeit habe ich bereits vor längerer Zeit festgestellt. Aber ich hätte dich deine Zerstörung selbst herbeiführen lassen. Du jedoch zwangest mir dazu, diesen Vorgang zu beschleunigen. Indem du meine Pläne gefährdetest, sie bewusst störtest, machtest du dich zum Feind meines Feldzuges. Zum Feind meines Krieges gegen das Böse. Ich bin eine Ar-Tel'Quessir, Aegisses des himmlischen Vaters Corellon. Es ist meine heilige Verpflichtung, meiner Verantwortung für die Welt nachzukommen und sie zur Hoffnung zu geleiten. Wer gegen meine Pläne steht, der stellt sich gegen Corellon, den himmlischen Vater, den Schöpfer.

Und die Strafe dafür, sie lautet Tod."

_________________
~"This ist my battle. This is my battleship."~

"Jene, die sich Abenteurer nennen, sind grausame Individuen aus einer anderen Welt. Sie sind auf der ständigen Suche nach neuen Opfern für ihre dunkle Gottheit Exp, die sie dafür mit immer stärkeren Fähigkeiten und Kräften ausstattet."

~Shadow is a man who never loses his virginity - because he never loses.~


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