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Unter flachem Atmen, in einer riesigen Blutlache liegend tastet eine Hand durch die Nacht, den von Regen verschwämmten Schlammboden nach dem blauen Kristall des finsteren Königs am Boden ab ... und dennoch macht die Hand keine Anstalten den Griff dieser Waffe ganz zu umschließen oder gar nochmal zu heben, viel zu schwach scheint sie dafür zu sein. Der Regen prasselt unerbitterlich hinab, vermischt sich mit dem Blut des jungen Gardisten und findet in kleinen Bächen seinen Weg den Hang hinab.
Die Tropfen zerplatzen mit einem monotonen Geräusch immer wieder auf seinem Körper der von gezielten Stichen in schutzlosen Zonen ebenso übersäht ist, wie von schweren und harten Treffern, die selbst die Rüstung kaum lindern mochte. Hier und da erklingen die Schmerzensschreie, das leise Stöhnen seiner Kammeraden, doch längst nimmt er sie nicht mehr wahr, der Blick ist starr in die finstere Nacht gerichtet.
Der Kristall nähert sich seinem Herzen, als er seine letzte Kraft zusammennimmt, doch weniger ist es die Schlagkraft oder der Schutz den er sich von der Waffe verspricht als viel mehr die Nähe dazu. Und während er so regungslos in dem kalten Schlamm liegt wird das Warten auf Verstärkung oder Hilfe unerträglich endlos...
Bilder aus der Vergangenheit rasen vor seinem inneren Auge vorbei während der Gedanke in ihm aufkam einfach loszulassen, alles hinter sich zu lassen, das Leid, das ihm widerfuhr, den Schmerz den er zufügte. Loszulassen von dieser Welt und in das Reich der Götter einzutreten, seinen Platz einzunehmen, der ihn schon vor langer Zeit versprochen wurde ... und doch war er sich nicht sicher, ob er seine Aufgabe hier schon beendet hat. Und so starrte er weiter in die finstere Nacht und harrte der Dinge.
_________________ ~ Sei dir selber treu. Und daraus folgt, so wie die Nacht dem Tage, du kannst nicht falsch sein gegen irgendwen. ~ William Shakespeare20:44 +nax` • Aber ich will Drogen haben und Leuten den Kopf abschlagen. oO Factor VLeomar Corthan
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