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 Betreff des Beitrags: Im Namen der Götter
BeitragVerfasst: Mi 17. Mär 2010, 10:24 
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Registriert: Mi 10. Okt 2007, 23:14
Beiträge: 970
Selûne und ihre Tränen standen hoch am Himmel über den Wellen des Schwertmeers als diese fast lautlos von einem Schiff durchschnitten wurden. Der Kurs war nach Norden ausgerichtet, ein Freibeuterschiff hatte am Vortag die Verfolgung aufgenommen, aber sofort abgedreht als sie das Banner am Großmast erkannten. Stolz flatterte dort das Wappen des Tyrannos und nur wenige Sterbliche konnten ahnen was es hier verloren hatte. Wenige, zu denen auch der hochgerüstete Mann zählte, der aufrecht am Bug des Schiffes stand, ebenfalls die schwarze Faust auf der Brust.
Stumm ruhte sein Blick auf dem Horizont. Der Kapitän hatte Gerüchte über Ihn gehört und sich nicht geweigert das Banner aufzuziehen. Schließlich fasste er sich ein Herz und trat ebenfalls an die hölzerne Rehling.

"Wir machen gute Fahrt, die Götter müssen uns wohlgesonnen sein, Sire."

Der großgewachsene Mann schien verstört als man ihn ansprach.

"Sind sie das? Gut."

Der Kapitän bemerkte nicht, dass das Gespräch damit eigentlich hätte beendet sein sollen.

"Ja, Sire. Wenn der Wind weiterhin so gut steht, können wir heute Abend schon in Rivin sein."

Der Mann warf ihm einen durchdringenden Blick zu.

"Rivin. Wie... nett."

Damit war das Gespräch wirklich beendet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Namen der Götter
BeitragVerfasst: Mo 29. Mär 2010, 15:10 
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Registriert: Fr 5. Okt 2007, 15:08
Beiträge: 385
Unter flachem Atmen, in einer riesigen Blutlache liegend tastet eine Hand durch die Nacht, den von Regen verschwämmten Schlammboden nach dem blauen Kristall des finsteren Königs am Boden ab ... und dennoch macht die Hand keine Anstalten den Griff dieser Waffe ganz zu umschließen oder gar nochmal zu heben, viel zu schwach scheint sie dafür zu sein. Der Regen prasselt unerbitterlich hinab, vermischt sich mit dem Blut des jungen Gardisten und findet in kleinen Bächen seinen Weg den Hang hinab.

Die Tropfen zerplatzen mit einem monotonen Geräusch immer wieder auf seinem Körper der von gezielten Stichen in schutzlosen Zonen ebenso übersäht ist, wie von schweren und harten Treffern, die selbst die Rüstung kaum lindern mochte. Hier und da erklingen die Schmerzensschreie, das leise Stöhnen seiner Kammeraden, doch längst nimmt er sie nicht mehr wahr, der Blick ist starr in die finstere Nacht gerichtet.

Der Kristall nähert sich seinem Herzen, als er seine letzte Kraft zusammennimmt, doch weniger ist es die Schlagkraft oder der Schutz den er sich von der Waffe verspricht als viel mehr die Nähe dazu. Und während er so regungslos in dem kalten Schlamm liegt wird das Warten auf Verstärkung oder Hilfe unerträglich endlos...

Bilder aus der Vergangenheit rasen vor seinem inneren Auge vorbei während der Gedanke in ihm aufkam einfach loszulassen, alles hinter sich zu lassen, das Leid, das ihm widerfuhr, den Schmerz den er zufügte. Loszulassen von dieser Welt und in das Reich der Götter einzutreten, seinen Platz einzunehmen, der ihn schon vor langer Zeit versprochen wurde ... und doch war er sich nicht sicher, ob er seine Aufgabe hier schon beendet hat. Und so starrte er weiter in die finstere Nacht und harrte der Dinge.

_________________
~ Sei dir selber treu. Und daraus folgt, so wie die Nacht dem Tage, du kannst nicht falsch sein gegen irgendwen. ~ William Shakespeare

20:44 +nax` • Aber ich will Drogen haben und Leuten den Kopf abschlagen. oO

Factor V

Leomar Corthan


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Namen der Götter
BeitragVerfasst: So 11. Apr 2010, 00:18 
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Registriert: Mi 10. Okt 2007, 23:14
Beiträge: 970
Der großgewachsene Mann hatte sich mittlerweile wieder in Rivin eingelebt. Es hatte sich wenig in der Stadt verändert, die Machtverhältnisse waren verschoben, aber man machte die gleichen Fehler wie immer. Die Leute hatten weiterhin Respekt vor der mächtigen Plattenrüstung, besonders die Gerüchte um den Sumpf waren amüsant.

Was ihn wirklich beeindruckte war der Zuwachs an Dummheit. Man hatte ein Ultimatum gestellt, in völliger Unkenntnis der Tatsachen. Er wusste an dem Tag als es ausgesprochen wurde, dass es nicht eingehalten werden konnte. Es würde einen Verlust des Gesichtes bedeuten, es würde zeigen, wie schwach die Feinde der Kirche geworden waren. Eine Schwäche, die bereits an der Stelle anfing die davon ausging, dass die mächtigen Mauern die ihn umgaben dem Schutz des Inhalts der Festung dienen sollten.

Er betrachtete das kleine Modell Rivins und seiner Umgebung vor sich, ehe wieder schallendes Gelächter die Gänge um sein Quatier füllte.


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