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(( ACHTUNG, incoming Zärtlichkeiten und Gewaltdarstellungen ))
Zhentilfeste, 2. Kytorn, 1374 TZ'
Sehen
Die kleine Flamme saß anmutig auf der Spitze des Kerzendochtes und spendete dem Tavernenzimmer ihr sanftes, orangefarbenes Licht. Marla und Hares saßen beisammen und umschlangen einander.
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Dicke, finstere Regenwolken kreisten unheilvoll am nachtschwarzen Himmel, der seinen erstickenden Schleier der Finsternis über die Gassen der Stadt gelegt hatte. Maltus lag auf dem schmutzigen Erdbogen und wand sich in seinen eigenem Blut. Hinter ihm stand sein Angreifer, dessen Lippen ein triumphierendes Grinsen zierte.
Hören
Das Holz im Kamin des Tavernenzimmers knisterte leise, winzige Funken purzelten darin umher, während die darunter begrabene Glut ihre wohlige Wärme im Raum verteile. "Ich will dich, Marla" hörte sie ihn Wispern.
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Unbarmherzig laut prasselten die dicken, kalten Regentropfen auf die Gassen nieder, eine Unzahl kleiner Rinnsale, die sich unaufhaltsam ihren Weg in jede Ritze oder Spalte bahnten. "Verreck' endlich, Maltus" hörte er ihn fordern.
Riechen
Wie benebelt sog Marla den Duft seiner Haut ein, naste an seinem kurzen, lockigen Haar und genoss den Geruch seines Körperss. Es war wie eine Droge, wie ein Rausch, der sie mit Leidenschaf und Lust erfüllte. Er tat es ihr gleich und schnupperte an inrem Körper, der Luftzug auf ihrer Haut brachte sie zum Seufzen.
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Der Gestank von Dreck und Blut stieg Maltus in die Nase, fraß sich dort fest und brachte eine grauenhafte Übelkeit mit sich. Neben ihm lagen verschimmelte Essenreste, an denen sich die Ratten und Maden bereits gütlich taten. Er erinnerte sich an die dampfenden Gedärme, in die man seinen Schädel einst getaucht hatte. Der Gedanken daran brachte ihn beinahe dazu, sich zu übergeben.
Fühlen
Sie konnte seine straffe Haut spüren, die Hitze seines Körpers, während sie sich fordernd an ihm rieb und mit ihren langen, schlanken Fingern forschend über seine kräftigen Oberarme tastete.
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Er konnte die schmutzige, nasse Erde unter ihm spüren, die unzähligen kleinen Kieselsteine und Steinsplitter, die über seine Haut scheuerten und kratzten, während er träge vorwärts kroch.
Schmecken
Ihre Lippen fanden endlich den Weg zum jeweils anderen und schnappten nacheinander wie zwei Durstige, die nach langer Zeit endlich eine Quelle mit frischen Wasser erreicht hatten. Wie betäubt umschlangen die beiden einander und gaben sich schlaftrunken der zärtlichen Berührung des anderen hin. Marla öffnete nach kurzer Zeit ihre Lippen und streichelte mit der Zungenspitze über die seinen. Er tat es ihr gleich, und schließlich fanden ihre Zungen zueinander, nahmen das Spiel der Leidenschaft auf und forderten sich gegenseitig heraus. Ihr nacktrn Körper bebte vor Erregung, als sie seinen Geschmack in ihrem Mund auszukosten vermochte, süßer als jeder Wein.
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Blut bahnte sich seinen Weg die Kehle hinauf bis in seinen Mund und füllte diesen mit einem widerlichen, metallischen Geschmack. Maltus würgte und spuckte den roten Lebenssaft auf den Boden, wo er sogleich vom kalten Regen hinfortgespült wurde. Er schmeckte das zum Teil verdaute Essen, welches ihm beinahe wieder hochgestiegen wäre, und spuckte erneut aus. Wie besessen wischte er sich über die Lippen, doch der ekelhafte Geschmack ging nicht fort.
Der sechste Sinn, das Herz
Liebe. Marla empfand in jenem Augenblick, wo er vorsichtig, aber fordernd in ihren Körper eindrang, ein unbeschreibliches Glücksgefühl, welches alles um sie herum verblassen ließ. Das Herz schlug aufgeregt in ihrer Brust, sie war wie betäubt, benebelt von der Intensität dieses Gefühls, und verlor die Kontrolle über ihre anderen Sinne. Ein leises, lustvolles Stöhnen entweichte ihren Lippen, während sie sich an ihn presste und seine Berührung genoss. Es war einer der seltenen Momente, in welchem die angehende Priesterin Ilmaters nicht an andere Menschen dachte, an das Leid anderer, dass in diesen Momenten, wo sie sich gehen ließ, vor sich ging. In diesen Augenblicken dachte sie nur an sich, an ihren Liebsten und das unglaubliche Gefühl der Lust, dass ihr Herz durchflutete, während er in ihr war. Am nächsten morgen rügte sie sich selbst für ihren Egoismus, doch tief in ihrem Herzen wusste Marla, dass nichts schlechtes daran war.
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Hass. Maltus verspürte in jenem Augenblick, wo das Schwert von hinten seine Schulter durchbohrte, nichts als Abscheu, Verzweiflung und Wut. Er wollte aufstehen, wollte die Kraft dazu haben, dem Bastard hinter ihm die Zunge aus dem Maul zu reißen, ihm die Haut bei lebendigem Leibe vom Körper zu ziehen und seine Knochen zu zerschmettern, bis nichts mehr von ihm übrig war. Er wollte sein Schwert in den Bauch dieses Hurensohnes treiben und in seinen Gedärmen wühlen, damit die Schreie seiner Qual über die ganze Stadt verteilt werden würden. Nichts davon geschah. Maltus lag blutend auf der Erde, kroch verzweifelt vorwärts wie ein Häufchen Elend und war dem Spott des Mannes ausgeliefert, der ihn hinterrücks attackiert hatte. Sein Herz pochte wie wild in seiner Brust, tobte und raste, angetrieben von der Angst, sein Leben zu lassen, ebenso wie vom Zorn, dass er nicht stärker war. Er hasste seine eigene schwäche. Er hasste den Mann, der ihm das angetan hatte, und er hasste Marla, weil sie glücklich war und diese Augenblick sicher angenehmer verbrachte, als Maltus.
Sein Kopf sank kraftlos auf den schlammigen Boden der Gasse. Er wollte nicht mehr kämpfen, aber aufgeben ebenso wenig. Womit hatte er das verdient? Was hatte er verbrochen, dass die Götter ihn so straften? Wie oft hatte er als Junge in Zhentilfeste heimlich zu ihnen gebetet, damit sie ihn endlich von seiner Qual erlösen würden? Nichts davon war je geschehen. Keiner war gekommen, um ihm zu helfen. Er war ganz allein. Die Lehren des Lügenprinzen erwiesen sich als wahr, und dafür hasste Maltus ihn ebenso.
Der Mann über ihn verlor das Interesse an Maltus, der elendig vor ihm auf der Erde lag, sich in seinem eigenen Blut windend. Der Regen ergoss sich noch immer unbarmherzig über die Stadt. "Das war's dann wohl", erklärte er herablassend, und hob das Schwert zum finalen Streich, doch im Schatten der Gasse hinter ihm blitzten plötzlich zwei grinsende Zahnreihen auf.
_________________ "Coors is the best beer. I would piss Coors if I could, you can believe that happy crappy."- The Kid Chars (Wiki): Maltus RosendornPjerald Zwillingsfang
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