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 Betreff des Beitrags: Die Kirche der himmlischen Ordnung
BeitragVerfasst: Di 3. Aug 2010, 11:14 
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"Komm Jakob, wir müssen fort von diesem Ort."

Jakob vernahm die sanfte Stimme in seinem Ohr, doch musste er seinen Blick noch für einige Momente auf den Trümmern des Hauses verweilen lassen.
Sie waren in der Nacht gekommen. Seine Mutter hatte ihm gesagt, er solle im Bett bleiben als das Haus umstellt wurde. Mit Fackeln waren sie gekommen, Fackeln und Mistgabeln. Er hatte die Bettdecke wie einen schützenden Mantel um sich gewickelt, der ihm war wie eine Kapsel aus Stahl die ihn unangreifbar machte. Und doch hörte er die Schreie von draußen. Dämonenhure, Hexenschlampe und Hornbrut waren einige der Begriffe die er aufschnappte, von denen er die meisten nicht verstand. Er strich mit seiner Hand über die kleinen Auswüchse an seiner Stirn. Es wurde lauter und er hörte die Stimme seiner Mutter von unten, die versuchte den Menschen Vernunft einzureden, ja sie anflehte. Mit einem dumpfen Aufprall erstarb die Stimme. Der Duft von verbranntem Holz stieg in seine Nase. Er kannte diesen Geruch, seine Finger rochen genauso. Doch dieser war intensiver, er kam von unten. Er spähte aus seiner Kapsel hinaus. Holz barst um ihn herum und bald drangen Flammen die Treppe hinauf. Er hatte keine Angst, Feuer hatte ihm noch nie Schmerzen bereitet. Es gab ein lautes Klirren als das Fenster barst. Vorsichtig blickte er aus seinem Versteck. Eine wunderschöne Frau stand dort, schöner als seine Mutter auf den Bildern war, die er gesehen hatte. Die Bilder von der Zeit vor seiner Geburt. Er wehrte sich nicht als sie ihn aus seiner Kapsel auf die Arme nahm. Weiche Federn umschlungen seinen Leib und bildeten einen neuen Schutz. Es war viel angenehmer als diese Decken, viel weicher. Sie ging mit ihm durch die Flammen hinunter, über die brennende Treppe und beide blieben vollends unverletzt von den Flammen.
Die Flammen verletzten nur die Unreinen.
Als sie durch die Tür nach draußen traten, wichen die Männer und Frauen vor dem Geschöpf, das den Jungen in ihren Armen und Schwingen barg.
Sie rannten davon, voller Entsetzen. Das konnte Jakob aus seinem neuen Unterschlupf beobachten.
Als sie sich einige Meter von dem Haus entfernt hatten, setzte sie ihn auf dem Boden ab. Verständnislos blickte Jakob das reine Geschöpf an.
Sie sprach in einer warmen Stimme zu ihm.

"Ich werde dich jetzt zu neuen Freunden bringen. Wie heißt du?"
"Jakob"
"Dann sei willkommen in der Kirche der himmlischen Ordnung, Jakob."

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Kirche der himmlischen Ordnung
BeitragVerfasst: Di 3. Aug 2010, 13:49 
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Beiträge: 11510
Jakob ging an der Hand der wunderschönen Frau durch eine baufällige Halle.
Sie sprach erneut zu ihm.
"Hier wirst du sehr viele neue Freunde finden, Jakob. Hier kannst du dich zu Hause fühlen."

Jakob sah sich in der Halle um. Seine Schritte waren auf dem weißen Marmorboden zu hören und hallten durch die Halle. Ein offener Raum in dem viele Kerzen brannten. Am Ende des Ganges erblickte er ein Bild. Eine geflügelte Frau die über einem alten Mann thronte. Ihre ausgestreckte Hand berührt die Hand des alten Mannes. Er nahm Ihr Antlitz als sehr rein wahr, es wirkte unschuldig und warm. So wie die Hand an seiner Seite.
Er wurde weitergeführt, vorbei an Säälen mit Betten, Tischen, Sitzgelegenheiten und Spielen. Durch einen wunderschönen Garten mit einem Brunnen auf dem die Statue einer reinen und geflügelten Frau stand. Und überall waren Menschen und unterhielten sich, sie lachten und tranken und aßen und spielten oder ruhten sich von all dem aus.
Dann führte sie ihn aus dem Garten durch einen langen Korridor. Am Ende dieses Korridors sah er eine große Tür, vor der Statuen standen. Ritter in Rüstungen, die beinahe lebendig aussahen. Auf der großen Tür war ein Feuer zu sehen.

"Wohin führt diese Tür?" Wollte Jakob wissen.
"Wenn die Menschen bereit sind, gehen sie an diesen Ort wo sie für immer in Frieden sein können."
"Aber warum gehen sie nicht jetzt dorthin?"
"Sie müssen sich dazu entscheiden und dazu benötigen sie Zeit, Jakob."

"Komm Jakob, ich zeige dir wo du schlafen wirst."

Jakob wurde weitergeführt in ein Zimmer. Dort stand ein großes und weiches Bett, so groß wie sein altes Zimmer. Ein Deckenbild auf dem die wunderschöne Frau zu sehen war, wie sie die Hände nach ihm ausstreckte. Und ein Schrank, voll mit den edelsten und feinsten Kleidern, wie er sie noch nie gesehen hatte. Und eine Badewanne aus weißem Marmor.
"Komm Jakob, du wirst nun gewaschen. Danach wirst du dich ausruhen. Morgen zeige ich dir etwas Anderes."
Das Wasser zischte leicht auf der Haut Jakobs und der leichte Geruch von Schwefel breitete sich aus. So war es immer, darum wurde er nicht oft gebadet. Jakob fühlte sich zum ersten Mal in seinem Leben rein und blickte zu der Frau, die ihn mit mütterlicher Sorgfalt behandelte. Dann brachte sie ihn zu Bett und bereitete die Decke über seinen Körper.

"Wie heißt Ihr?" Fragte Jakob leise und schläfrig.
"Ich habe viele Namen, aber für dich bin ich Maylin."
"Maylin..." murmelte Jakob und schlief ein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Kirche der himmlischen Ordnung
BeitragVerfasst: Mi 4. Aug 2010, 09:07 
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Als Jakob am nächsten Tag aufwachte, saß Maylin bereits an seinem Bett. Ein Sonnenstrahl fiel durch das Fenster auf ihr blütenreines Gesicht.
Ihre Hand strich sanft durch sein Haar.

"Ich wünsche dir einen geprießenen Morgen, Jakob. Wie hast du geschlafen?"

Jakob zuckte kurz bei der ungewohnten Berührung und sah sich zunächst um. Neben dem Bett stand ein Tablett mit einem goldenen Kelch, in dem sich Saft befand. Daneben ein Goldener Teller, auf dem sich Früchte befanden.
Er sah wieder in das sanftmütige Gesicht, das vom Schein der Sonne erhellt wurde.

"Ich habe gut geschlafen, Maylin."
"Das freut mich Jakob, iss etwas bevor wir dich ankleiden und nach draußen gehen."

Jakob aß von den Früchten und Trank von dem Saft ehe er aufstand und unter den Augen Maylins zum Kleiderschrank ging. Er betrachtete die Kleidung neugierig und unsicher.

"Welches davon soll ich anziehen?" Er sah wieder zu Maylin zurück.
"Heute ist ein Tag um das Weiße anzuziehen, Jakob."
Er sah wieder in den Schrank und erblickte eine weiße Robe, mit goldenen Verzierungen.
"Warum das Weiße?" Wollte er wissen.
"Weil es Tag ist und die Sonne scheint, Jakob."

Jakob nahm die Robe vorsichtig aus dem Schrank. Seine Hände befühlten den weichen Stoff. Er hatte noch nie einen solchen Stoff berührt.
Maylin trat zu ihm und half ihm die Robe anzulegen und knöpfte die goldenen Knöpfe zu. Dann nahm sie ihn bei der Hand und ging mit ihm hinaus.

Erneut gingen sie vorbei an all den Menschen die lachten, redeten und tranken und aßen und spielten und sich ausruhten. Alle trugen weiße Roben. Sie gelangten in den Garten und Jakob spürte die warme Sonne auf seinem Gesicht.

"Komm Jakob, es ist Zeit den Tag zu preisen."
Jakob sah Maylin neugierig an.
Maylin breitete ein Tuch auf dem Boden und setzte sich geschmeidig darauf. Sie führte Jakob an der Hand sich ebenfalls niederzulassen.
Erwartungsvoll ruhte sein Blick auf ihr.
Maylin schloss ihre Augen und er tat es ihr gleich. Sie begann eine sanfte Litanei zu rezitieren.

"Mutter der reinigenden Flamme, wir danken dir für deine warme Umarmung, die du uns in dieser Nacht beschert hast. Wir geloben dir diesen Tag zu widmen. Wir vertrauen deiner warmen Umarmung und deinem Versprechen an die Erlösung die uns zuteil wird. Prüfe unsere Reinheit und wir versprechen dich nicht zu enttäuschen."

Am Ende dieser Litanei spürte Jakob ein warmes Licht von seiner Seite. Vorsichtig schlug er die Augen auf und sah, dass Maylin eine hell leuchtende Flamme in ihren zu einem Kelch geformten Händen hielt.
Aufmerksam beobachtete er wie die Flamme auf Maylins Hand brannte ohne sie zu verbrennen. Maylin blickte zu ihm und reichte ihm die Hände um das kostbare Geschenk zu überreichen.
Ohne Angst formte er seine Hände zu einem Kelch und hielt sie ihr entgegen. Die Flamme berührte seine Hände ohne sie zu verbrennen.
Er spürte die Wärme durch seinen Körper fließen und die Energie.
Jeden Augenblick fühlte er sich stärker und stärker.

Maylin sprach in Wohlwollen:
"Du hast diese Prüfung bestanden, Jakob. Doch sei bereit jederzeit erneut in deinem Vertrauen geprüft zu werden. Zögere niemals und fürchte dich nicht, dann wird die Flamme dir kein Leid zufügen."

Jakob nickte und betrachte die Flamme voller Ehrfurcht.

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