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 Betreff des Beitrags: Schlacht um Sundabar
BeitragVerfasst: So 14. Sep 2008, 16:21 
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Kriegsrat

Eldoreth stand vor dem runden Tisch inmitten des hohen Raumes, den man Anaya als Quartier und Arbeitszimmer zugewiesen hatte. Eldoreth wusste, dass seine Freundin besondere Verbindungen nach Silbrigmond pflegte, aber selbst er musste sich wundern, dass man ihr sowie auch ihm und seinen Gefährten eine Unterkunft direkt im Palast angeboten hatte. Es kam ihm zugegen, denn der Palast besaß viele Einflüsse der Baukunst seines Volkes und so konnte er sich hier wohl fühlen, wenngleich ihm die Nähe von Zivilisation gemeinhin nicht sonderlich behagte.
Die hohen Deckenlichter und die von wehenden Vorhängen gesäumten offenen Balkone gaben dem Raum Luft und ein Gefühl von Freiheit, wenngleich natürlich nichts der Freiheit des Fliegens gleichkam. Eldoreth lächelte. Auch der weiße Marmor und die vielen grünen Pflanzen und Springbrunnen schienen perfekt zu Anaya zu passen.

Tobur indes kam polternd und heftig schnaufend – scheinbar erschöpft von der Eile seines Treppenaufstiegs – durch die hohe Flügeltür herein. Wie kamen die Menschen nur dazu so hohe Gebäude zu bauen? Wussten sie denn nicht dass man Dinge, wenn sie für die Ewigkeit gemacht sein sollten, am besten nach unten baute!? Er fühlte die Röte in seinem Gesicht und strengt sich an, möglichst entspannt zu wirken. Niemals würde ein Clanzwerg der Donnerschilds sich eine Schwäche anmerken lassen. Sie sich selbst einzugestehen war etwas anderes. Er war nun einmal nicht der schnellste Zwerg, aber dafür gab es niemanden unter Anayas Freunden der mit bloßen Händen einen Baum ausreißen konnte. Stolz schwoll seine Brust bei der Erinnerung und gleich fiel es ihm etwas leichter nicht mehr so heftig zu atmen.
Er ließ den Blick schweifen und stellte fest, dass er der letzte war, der die Gruppe um die runde Tafel in der Mitte des Zimmers vervollständigte. Neben seinen Reisegefährten befanden sich dort natürlich Anaya und noch zwei weitere junge Frauen, eine recht hochgewachsen und für eine Menschin sehr kräftig mit feuerrotem Haar, die andere etwas zierlicher und mit fast goldblonder Mähne. Er musterte sie mürrisch und trat schließlich hinzu. „Bin ich zu spät? Greifenfedern und Zwergenbärte vertragen sich nicht,“ brummte er dabei mürrisch.

Amara auf der anderen Seite des Tisches kicherte ausgelassen. Sie liebte diesen halsstarrigen Dwar. Selbst in ihrer eingeschworenen Gemeinschaft, einen wahrhaft treueren und aufopferunsvolleren Freund als Tobur hätte sie sich niemals vorstellen können. Einst hatte sie wenig Verständnis für das rüstige Volk und seine ruppige Art aufbringen können, doch mit der Zeit hatte sie gelernt, dass es sich selbst bei einem Donnerschid-Dwar lohnte, tiefer zu blicken, um mehr zu sehen als die raue Schale her gab.

Sie wandte ihren Blick auf die beiden geheimnisvollen fremden Frauen. Anaya hatte sie noch nicht vorgestellt, doch ihre Anwesenheit hier musste wohl bedeuten, dass Anaya ihnen vertraute.
Der Blick der größeren – scheinbar eine Kriegerin – bereitete ihr etwas Unbehagen. Sie schien nicht gerne hier zu sein, oder gar Schwierigkeiten mit den restlichen Anwesenden zu haben? Aber war es damals bei ihrer ersten Begegnung mit Tobur nicht ganz ähnlich gewesen? Sie versucht ein freundlichen Lächeln und nickte den beiden zu, während ihr Blick auf Anaya glitt.

„Ich kann meiner Freude nicht genug Ausdruck verleihen, dass ihr alle auf mein Bitten gekommen seid, um in diesen Krieg zu ziehen,“ eröffnete Anaya mit huldvoller Verbeugung die Runde. „Es ist uns nicht nur Pflicht sondern auch Freude“, erwiderte der stämmige Bramir. Eldoreth nickte ebenfalls während er Amaras Hand nahm, „Dein Wort ist das Wort unseres Herren Corellon, Ark-eryn-suoress!“ Auch der Rest der Harlekine bekundete feierlich Treue und Freundschaft angesichts der schwierigen Zeiten, die auf sie zu kamen, bis auch schließlich der Zwerg kräftig mit dem Stiel seines Kriegshammers auf den Boden pochte, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen: „Mein Leben für Euer aller Leben, wie ich es einst schwor, bei den Gebeinen meiner Ahnen und der Ehre der Donnerschilds!“

Ein Lächeln huschte über die kupfern schimmernden Gesichtszüge Anayas. „Ich hoffe, dass noch viel Zeit vergehen wird, bis Du dieses Versprechen einlösen musst.“ Ihre Mine wurde ernster. „Doch ich will Euch nichts vormachen, die Dinge stehen denkbar schlecht!“ Ihr Blick glitt verheißungsvoll noch einmal über die Gesichter ihrer Kameraden und Freunde, blieb aber insbesondere an den Zügen der rothaarigen, noch immer grimmig blickenden Kriegerin haften.

Bramir beugte sich indessen über die Karte in der Tafelmitte und strich sich über den blonden Bart. Seine großen Blauen Augen glitten mit geübtem Blick über die Geländenotation und die taktischen Symbole. „Ist diese Karte korrekt? Ich erinnere mich, dass sich an der Stelle dieses Kraters hier früher eine kleine Stadt befand. Ich hörte Ascenia wurde überrannt, aber ein Krater?“ Bramirs Blick war ungläubig. „Doch leider ist es wahr! Es gab eine gewaltige Explosion. Kaum eine Seele ist entkommen!“ Anayas Blick sank als sie die unheilvolle Feststellung ihres Freundes bestätigen musste. „Bei Mystra!“ Wo in Bramirs Mine noch Unglauben stand, machte sich bei Ghlenna bereits schiere Fassungslosigkeit breit. „Tausende von Seelen und Häusern? Alle fort gefegt in einer einzigen Explosion?“ Auch Anayas Mine hatte sich verdunkelt.
„Sie verfügen über zwei schwebende Festungen, den Berichten nach kleinere Schwesterstädte der Stadt Umbra. Ein von jenen,“ die Anführerin der Gruppe deutete die entsprechende Position auf der Karte, „löschte vor einem Zehntag Ascenia und einen Teil seiner Umgebung vollkommen aus. Augenzeugen berichten von einem schwarzvioletten Strahl, der von der Festung aus direkt in die Mitte der Stadt herab schoss. Ein zweiter Effekt ist derzeit noch Gegenstand der Nachforschungen der Magier Silbrigmonds. Doch seid insoweit gewarnt, als dass Eure Magie in der nähe des Kraters nicht oder nur eingeschränkt wirken wird.“
Ein Raunen ging durch den Kreis der erfahrenen Krieger, doch die Blicke blieben konzentriert auf der Karte, auf der die Waldelfe deutete. Einzig Ghlenna gestattete sich ein „Mystra, steh uns bei!“
„Nach der Zerstörung hat sich die Festung wieder zurückgezogen an den Rand der Anauroch, wo sie nun bei Ascore halt macht! Die Gründe hierfür kennen wir nicht, aber scheinbar dient die ehemalige Zwergenfestung den Verbündeten der Umbranten als fester Stützpunkt.“ Anayas Blick sank auf Tobur, dessen Faust sich um seinen Kriegshammer ballte. „Wir werden sie aus den Hallen meines Volkes vertreiben, das schwöre ich!“ Eärol legte die Hand auf des Zwergen stolze Schulter. „Das werden wir, aber zunächst lass uns alles über den Feind erfahren, was wir können?“ Der dunkelhäutige Mensch blickte auf und sah zu Anaya. „Was ist mit der anderen Festung?“
„Sie begleitet den Vormarsch der Truppen bislang unbeteiligt und schwebt derzeit über dem besatzten Sundabar.“ „Und wie groß ist die Feindstärke auf dem Boden dort?“
„Das wissen wir bis jetzt nicht genau. Geflohene Bauern sprachen von einer Meer aus schwarzen Kriegern, einigen Dhaerow, Orks und anderem Unrat, aber nichts genaues. Daher beginnt hier auch unser erster Auftrag. Wir werden in das Feindgebiet eindringen, um Trajan Rothar den Jüngeren mit strategischen Informationen über die Aufstellung und Positionierung des Feindes zu versorgen. Trajan ist ein Portalspezialist und wird es aufgrund unserer Informationen unseren Truppen gestatten sich während der Schlacht schnell und überraschend in die Flanke und den Rücken des Gegners zu bewegen.“ „Womit wir allerdings noch immer diese fliegende Drecksding in der Luft hätten, selbst wenn unsere Truppen erfolgreich sind.“
Anaya nickte. „Darum werden wir auf unseren Tieren dort landen und einen Weg finden, die Stadt zum Absturz zu bringen, wenn es soweit ist.“ Bramir lächelte grimmig und ließ seine schwielige Faust auf den Tisch donnern. „Ich hatte gehofft dass Du das sagen würdest!“ „Das ist Wahnsinn! Wir sieben gegen eine solche Festung?“ warf Ghlenna ein. „Wir haben so was schon früher gemacht, Kleines!“ brummte Tobur. „Aber nicht gegen eine Festung voller Schattenmagier! Erinnert ihr Euch an die Geschichten über die Auserwählten. Nicht einmal sie konnten die Schattenstadt zum Absturz bringen, bei ihrem letzten Angriff vor 5 Jahren!“ Ghlenna, war schon immer die Stimme der Vernunft in der kleinen Gruppe gewesen, diejenige die zu Vorsicht und Sorgfalt riet, jeden Plan lieber einmal zu oft als einmal zu wenig abwägt. Eärol lachte kopfschüttelnd. „Du hast recht, die Gefahr ist groß, Freundin, aber auch ich sehe wie Anaya kaum einen anderen Weg. Du etwa? Wir werden wohl einfach aus dem Misserfolg der Sieben lernen müssen! Zudem ist diese Festung hier kleiner als die Stadt der Schatten und die Sieben waren wenigstens teilweise erfolgreich, soweit ich mich erinnere. Außerdem sind wir auch Sieben und Du bist doch abergläubisch! “ Eärol zeigte die Zähne in einem wölfischen Grinsen. Ghlenna lächelte nun schief. Ihr Freund hatte sie fast schon überzeugt.
„Nun, wir werden etwas Unterstützung bekommen. Marya hier,“ Anaya deutete auf die blonde Magierin zu ihrer Linken, „und ihre Begleiterin werden dabei sein, so sie dies wünschen. Auch Euch stelle ich diese Mission frei, wenn die Stunde der Entscheidung näher rückt. Ich werde es niemandem befehlen. Unsere Unterstützung haben wir von außen, aber in der Festung bewegen wir uns allein, möglicherweise noch mit Alitiara und Meister Hantajo selbst an unserer Seite. Ich muss meine Pläne noch mit ihm abstimmen. In jedem Fall sollte eine leicht Bewegliche und kleine Gruppe um einiges schneller den Mythaller der Festung finden und ausschalten können! Aber auch ich verschließe mich wie immer nicht der Stimme deiner Vernunft, Ghlenna, solange wir die Stärke des Feindes nicht kennen, gleicht dieser Auftrag einem Kommando ohne jede Aussicht auf Erfolg. Darum werden wir zuerst in Erfahrung bringen was wir können.“ „Wir müssen einen ihrer Offiziere zum Reden bringen, um das innere der Festung kennen zu lernen“, stellte Eldoreth fest.

„Ava, aber es gibt noch ein anderes Problem.“ Anayas Blick glitt erneut durch die Runde. „Wie ihr wisst befinden sich die Immerfeuer-Schmieden in den Feuerbergen nahe Sundabar. Wahrscheinlich sind sie bereits ganz oder teilweise im Besitz der Umbranten. Wir können uns genausowenig leisten diese zu verlieren, wie Sundabar selbst. Wir müssen wissen wie die Lage dort ist. Daher habe ich eine besondere Mission für Euch beide.“ Anayas Blick wandte sich zu der jungen blonden Magierin Marya und ihrer rotschopfigen Begleiterin. „Es gibt dort außerdem etwas das ihr für mich tun müsst ...“

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 Betreff des Beitrags: Re: Schlacht um Sundabar
BeitragVerfasst: Sa 3. Jan 2009, 01:53 
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Aus dem Tagebuch des Korporals Balandur Eisenschild, im Dienste der Silberlegion
Tag 21 der Besatzung Sundabars


… Wir ritten am späten Morgen des 21. Uktar zusammen mit dem Flügel des Wheloon und gut 500 weiteren treuen Bürgern der Marken, die man zur Heerschau unter Waffen gestellt hatte auf das besetzte Sundabar zu. Die Festungsstadt lag ruhig, ihre dicken Mauern und Zinnen noch ungenommen, doch über ihr thronte wie ein Bote des Unheils die schwarze fliegende Festung der Umbranten. Und wie, um sie zu ehren lag um die Wälle Sundabars herum ein dunkles Meer aus Lanzen, Zelten und Feuern. Der Feind, das konnten wir jetzt schon sehen war übermächtig.

Der hohe Herr Urias war es, der ob dieses erschütternden Anblicks seine Worte an uns richtete und wahrlich mein Herz wurde leichter, durch seine Entschlossenheit. ...

Als wir am nächsten Morgen vorrückten, war jedoch alles schlimmer als wir befürchtet hatten. Wir brandeten mutig und voller grimmigem Zorn an, gegen Orks, Drow, Menschen und Wesen aus Dunkelheit. Sie hatten mehr Waffen, die bessere Position und waren uns fünf zu eins überlegen.
Jahre der Trainings und der Ausbildung konnten mich nicht auf das vorbereiten, was ich an jenem Morgen sah. All das Blut und die verzweifelten Schreie der Gefallenen trieben mir das kalte Grauen durch das Mark. Bald war ich überzogen von einer Schicht aus kaltem Dreck und Blut. Ich wusste nicht ob es mein eigenes war. Wenn es Schmerz gab, fühlte ich ihn nicht. Jemand schrie Befehle, die ich an meine Männer weiterzugeben versuchte. Alles versank in Chaos. Es war als hätte jemand oder etwas, wie einen Zauber vielleicht, ein unsichtbares klebriges Netz gespannt, das jede Koordination, jedes militärische Geschick und jeden klugen Schlachtplan den wir gefasst hatten auffing und in regelloser Unruhe verwickelte.

Doch wir hatten nicht mit Urias und dem Flügel des Wheloon gerechnet. Wir hatten natürlich Geschichten gehört. Auch ist die Silberlegion wahrlich kein Heer dass sich vor dem Feind verstecken muss. Aber die kalte Effizienz mit der die Wheloon - durch die Portale ihrer Magier hinter dem Feind in Stellung Gebracht – Löcher in die Flanken unserer Gegner rissen, gab uns einen Funken von Hoffnung zurück, wenn auch nicht für lang. Wir versuchten unsere eigenen Reihen zu Ordnen, doch selbst mit den Wheloon blieb es Selbstmord. Die Übermacht der Shardovar konnte nicht ungeschehen gemacht werden... bis Meisterin Anaya eintraf. Dann war es eine Schlacht! Eine Schlacht die wir gewinnen konnten.

Als wäre das Netz des Chaos mit ihrer Ankunft und dem Stoß in das gellende Horn des Drachenreiters durchschlagen, bildeten sich unterer ihrer Anleitung Kampfreihen, die Welle um Welle des Feindes niederschlugen. Knaben, denen man nur wenige Tage zuvor den Umgang mit dem Schwert gezeigt hatte, und die zuvor in wilder Panik vor dem Zauber des Feindes davon gerannt waren, führten ihre Klinge so elegant und grimmig, wie selbst der erfahrenste Krieger der Silberlegion. Wahrlich meine hohen Herren, der Feind hatte es nun mit zwei mächtigen Armeen zu tun und ich möchte fast sagen, die Schlacht war ein Fest zu ehren der silbernen Stadt... bis dann aus dem inneren der fliegenden Festung ein tiefes Grollen und Feuer brach.

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 Betreff des Beitrags: Re: Schlacht um Sundabar
BeitragVerfasst: Fr 14. Jan 2011, 23:47 
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Feuerwache

Die Nacht war klar und beißend kalt. Selbst das kleine Feuer das sie in der Mulde, eines umgefallenen Baumstammes entfacht hatten, schien Mühe zu haben, gegen die erdrückende Kälte anzukämpfen, knackte und flackerte aber Tapfer vor sich hin. Es spendete nur wenig Wärme und Licht, aber die aus dem Erdboden aufragende Wurzel gab immerhin etwas Schutz vor dem schneidenden Wind und es war besser nicht das Risiko einzugehen, entdeckt zu werden. Ghlenna kniff die Augen zusammen und zog ihre Decke etwas enger um sich. Es fiel ihr trotz oder vielleicht gerade wegen der Kälte schwer wach zu bleiben. Ihr Blick glitt kurz zu den anderen, die in ihre Decken eingehüllt neben dem Feuer schliefen. Der Frost steckte nicht nur ihr in den Knochen und schien sie alle nicht mehr loslassen zu wollen, machte sie müde und klamm. Bald würde es schneien. Vielleicht würde es ihnen dann leichter Fallen Spuren von ausgesandten Patrouillen der Umbra in den Wäldern zu finden? Merkwürdig. Eärol und Eldoreth waren beide ausgezeichnete Fährtenleser, hatten aber seit Tagen keine Spuren des Feindes finden können und in die Luft zu steigen konnten sie sich so nahe der belagerten Stadt Sundabar nicht erlauben. Tatsächlich konnte man sogar schon von hier aus, auf der leicht erhöhten Position am Rande der Nesserberge die Zahlreichen Feuer im Tal erkennen, die wie ein Meer gelber Sterne die kleine Stadt umsiedelten. Es sah alles so friedlich aus wie es dort lag. Doch warum griff jene schwebende Festung über Sundabar nicht einfach ein? Es müsste doch ein leichtes sein, mit solch einem strategischem Vorteil die Stadt einzunehmen? Und warum wurden keine Patrouillen entsandt? Gab es einen Grund dass der Gegner seine Truppen so ungewöhnlich konzentriert hielt? Alle auf einem Fleck, denn soweit die Berichte gingen, war die zweite schwebende Festung, die wich weiter im Osten hielt, von keinem Heer begleitet. War es vielleicht eine Falle? Die Chance den Feind in einer einzelnen Schlacht vernichtend zu schlagen, so dies überhaupt möglich war, musste manchem Militärstrategen doch recht verlockend vorkommen? Vor allem wenn man noch die exponierte Position des Feindes auf der Talsohle und die eigene Kenntnis der lokalen Geographie voraussetzte? Ghlenna schüttelte verzweifelt den Kopf. All diese unbeantworteten Fragen nagen nicht weniger an ihr, als von außen die Kälte, und taten so ihr übrigens, um ihre Müdigkeit noch übermächtiger wirken zu lassen. Es musste einen Grund für das alles geben. Alles war auf irgendeine Weise rational erklärbar, auch wenn man es durch die durch Wahn und Boshaftigkeit verzerrte Sicht eines Shardovar betrachten musste. Sie würde schon noch hinter das Geheimnis kommen.
Das Flügelschlag einer Eule lenkte ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Wald. Angestrengt starrte sie in die Dunkelheit, um zu erkennen, was den Vogel aufgeschreckt haben konnte, als sie zusammen fuhr. Eine eisige Hand hatte von hinten nach ihrem Hals gegriffen. „Du solltest achtsamer sein bei deiner Wache, liebe Freundin.“ „Es ist nicht Ghlennas Wache, Eärol'Sha, sondern meine,“ erklang auch eine zweite Stimme. Anaya stand mit einem zufriedenen Schmunzeln auf den Lippen dicht hinter Eärol und tippte ihm mit der Breitseite ihrer Klinge lachend gegen den Innenschenkel. Der vermeintliche Eindringling rollte nur mit den Augen. „Irgendwann krieg ich Dich.“ „Irgendwann wirst Du das, mein Freund, doch nun berichte mir was Du von deiner Streif zu berichten hast.“ Anaya halfterte ihre Klinge und die drei setzten sich zusammen um das Feuer.
„Ich konnte endlich eine ihrer Patrouillen ausfindig machen. Sie lagern, weiter talauswärts, am Fuße der Berge. Wie sie ohne unsere Kenntnisnahme den Weg über die Ebene machen konnten weiß ich nicht. Vielleicht sind sie auch auf dem Rückweg von einer längeren Streife in den Bergen.“
„Bist Du Dir sicher, dass sie zu den Truppen der Shardovar gehören?“ „Das bin ich. Ich konnte ein Gespräch belauschen, das ihr Anführer durch einen Stein mit einer anderen Stimme führte. Leider nichts das uns weiterhilft. Die Stimme befahl aber, dass die Gruppe weiter im Felde verbleiben sollte und erwähnte dass die Anstrengungen bezüglich Sundbar planmäßig verliefen.“
„Wieviele sind es?“ platze Ghlenna dazwischen. „Zehn Orks, gut gerüstet und kampferprobt würde ich sagen. Ihr Anführer ist ein Mensch und sie haben einen Oger bei sich. Zumindest sieht es einem Oger ähnlich, nur viel größer mit mächtigen Hörnern. Das Ding steht ungefähr 20 Fuß hoch auf Ziegenhufen.“ Ghlenna schauderte, „Ein Ghour! Eine dämonische Bestie. Ich hatte schon einmal damit zu tun.“ „Gut, erzähl mir alles was Du über diese Ghour weißt, Ghlenna, und Du Eärol, weckst inzwischen bitte die anderen und bereitest sie vor. Wir werden sie morgen angreifen.“
„Gut, aber etwas muss ich Dir noch über ihren Anführer erzählen ...“

OOC: Der Plot auf den sich diese Tavernen-Einträge beziehen ist lange vorbei, aber ich hab noch eins zwei schöne Texte (ob sie schön sind, müssen andere beurteilen, zumindest haben sie Mühe gemacht ;) )dazu gehabt, die ich posten wollte. Vielleicht fühlt sich ja der ein oder andere der damaligen Beteiligten animiert sich einzuklinken.

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