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*Folgende Abschrift wird vom Mantel der Sterne kopiert und von Maestrae Xilo und Feuerschweif an die Führer der anderen Gilden und den Fürsten überbracht. Für die Wahrheit der Fakten steht allein die Schreiberin ein.*
Der Lauf der Jahre
nach besten Wissen aufgelistet im Jahre 1383
Vor 5 Jahrt. erstreckten sich Ausläufer des heute Hochwald genannten alten Waldes über das Tal des Delimbiyr und an den Graugipfelbergen vorbei weit nach Osten, bis an das Land der Menschen, Nesseril. Im Nordteil des Hochwaldes erhob sich das große Elfenreich von Eaerlann, welches damals in seiner goldenen Zeit stand. Unter diesen Ausläufern und in den Höhen der Graugipfelberge hatten die Schildzwerge des Nordens ihre Reich Ammarindar aus den Knochen der Erde geschnitten. Der östliche Wald ("Sae'en'las" - der wilde Herbst(= Ost)Wald) war der Treffpunkt der drei Völker und auch der Ort, die anderen im Blick zu behalten.
In diesen Tagen bekamen die beiden Elfenhäuser Belethirel und Thiluris die Aufgabe, den Wald an der Grenze zu den Reichen der Menschen und Zwerge zu besiedeln und die anderen Völker zu beobachten, kennen zu lernen und stetigen Kontakt zu halten.
Vor 4 Jahrt.. wurde das Elfenreich im Süden des Hochwaldes, Sharrven, von dämonischen Wesen vernichtet.
Die magische Macht der Menschen von Nesseril nahm zu, misstrauisch beäugt von den Zwergen Ammarindars und den beiden damit beauftragten Elfenhäusern im Ostwald.
Vor knapp 17 Jahrhunderten errichteten die Elfen Eaerlanns am Nordostrand des Hochwaldes die Festung Ascalhorn - als Wacht gen Norden und den dort lebenden feindlichen Horden.
Das Land der Menschen begann auszutrocknen. Felder wandelten sich in sandige Brachen und der Wind trug den feinen, alles durchdringenden Sand bis in den Ostwald.
-339 Der Himmel brannte, die magischen Städte der Menschen fielen herab, ein gewaltiges tagelang andauerndes Erdbeben brach den Untergrund unter den Ostwald auf und ließ die Hänge der Graugipfelberge einstürzen. Die uralten Bäume des Waldes wurden umgeknickt wie dünne Stecken, dann kam eine Feuerwand und raste durch den Wald und selbst die eingestürzten Hänge der Berge hinauf. Hitze stieg aus der Erde auf und ließ Quellen und Ströme austrocknen. Die Luft brannte beim Atmen, der Sand aus dem Osten überzog alles Sterbende.
In einem Augenschlag der Zeit war der lebende Wald vernichtet, die Berge erschüttert und das Land eine unwirtliche Brache. Die Überlebenden der Siedlungen, Zwerge, Menschen und Elfen, hofften auf Hilfe ... doch es kam keine, weder von den Zwergen, Menschen noch den Elfen.
Dafür kamen SIE, dämonische Kreaturen. Sie töteten die überlebenden Tiere und Pflanzen, vernichtete was noch von uns übrig blieb, töteten das Land.
Ohne Hilfe von außen zogen die Überlebenden gemeinsam an den Fuß der Berge, dort wo die Zwerge noch Reste ihrer Bingen zu finden hofften, oder einen Weg nach Ammarindar. Doch alle Wege waren versperrt, die Pässe nach Westen verschüttet, das Land der Menschen vernichtet. Das Gewebe der Magie war zerstört, mächtige Magie nicht mehr möglich.
Ab -336 gaben die Überlebenden die Hoffnung auf Hilfe auf und suchten nach einer Möglichkeit, zu überleben. Die Überlebenden der drei Völker begannen eine alte Binge der Zwerge auszubauen als ein Ort des Schutzes und der Zuflucht, Kaer genannt. Ihre Zauberer entwickelten Riten und Siegel des Schutzes und der Abwehr gegen die dämonischen Horden, die immer zahlreicher und mächtiger in das gefallene Land eindrangen. Sie schufen mit Hilfe elementarer Magie Wege, Luft zu erneuern, Nahrung anzubauen, zu überleben in ihrem Schutzbau.
- 330 war nach sechs Jahren der stetigen Angriffe, der verzweifelten Hoffnung auf Hilfe von außen das Kaer fertig gestellt. Sie wussten, dass sie für Jahrhunderte in die Dunkelheit würden gehen müssen, sich lebendig einschließen, bis das Land und das Gewebe sich wieder regeneriert hätten und die dämonische Plage abgeklungen wäre.
Sie warteten bis zum letzten Moment bevor sie die großen Tore verschlossen und damit den Himmel und die Welt aus ihren Leben verbannen mussten. Doch auch jetzt kam keine Hilfe.
Die Zeit der Dunkelheit dauerte über 1.000 Jahre.
Aber wir waren nicht völlig alleine.
Sie waren mit uns in das Kaer geschlüpft. Nicht die blindwütigen Dämonen, die nur jagen und töten können. Die mächtigsten von ihnen, die sich von Schmerz und Leid ihrer Opfer nähren und sie deshalb am Leben und Leiden lassen.
Sie warteten Jahrzehnte bevor sie ihr Werk begannen und uns verderben. Missgunst zu schüren, Freunde gegen Freunde, Eltern gegen Kinder zu treiben bis wir alle Moral und Freiheiten opferten, nur um zu überleben und sie zurückzudrängen. Immer wenn wir einen besiegt zu haben glaubten, kam ein neuer. Manche erst Jahre, Jahrzehnte später, nur um wieder Grauen und Leid zu wecken und daran sich daran zu nähren.
Sie waren unter uns, in uns.
Aus dem Schutz wurde ein Grab, eine Hölle. Ohne Chance, ihm zu entkommen.
Jahrhunderte lang.
Ein Jahrtausend lang.
Derweil war die Welt im Wandel
882 überrannten Teufel und Dämonen die Feste Ascalhorn, die seitdem nur noch Höllentorfeste genannt wurde. Dämonische Horden breiteten sich aus, zerstörten das Land und den Hochwald wo immer sie konnten.
Und so fielen das stolze Eaerlann und das geheimnisvolle Ammarindar, fielen die Lords und Könige der Elfen und Zwerge unter den Klauen und Ränken der Dämonen.
1304 öffnet sich das Tor des Kaers in den verödeten gestürzten Landen. Vier treten ans Tageslicht. Ein Fünfter bleibt zurück als sich die Tore für immer schließen. Vier Überlebende.
Der Himmel war nicht blau, das Land nicht grün und die Luft nicht klar und rein. Der Himmel war dunkel, das Land öde und tot, die Luft brannte noch immer bei jedem Atemzug.
Drei überlebten das Land, irgendwie.
Zwei wurden aus den Städten der Elfen geschmissen. Eine verschwand für immer in deren Kerkern.
Einer ging in den Städten der Menschen verloren.
Eine wanderte durch die Lande. Vergessen, verloren. Aber nie alleine.
Erst 1369 gelang es, die Höllentorfeste zu erobern und zu vernichten. So wird es erzählt.
1374 tobt ein Krieg im Norden, die Elfen kämpfen wieder gegen dämonische Horden und schlagen sie vernichtend. So wird es erzählt.
1382/83 führt ihr Weg in ein Land, das eine Katastrophe erlitten hat, als ein Stern niederfiel. Ein Land in dem die Magie alt und sehr stark zu sein scheint - aus welchen Gründen auch immer. Ein Land das daher viele Sterbliche und viele Abenteurer anzieht. Weit weg von den wieder starken Elfen des Nordens.
Ein Land wie einst der Ostwald ... voller Magie, voller Beute ... perfekte Weidegründe.
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