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| Autor: | Kelindahr [ Mi 25. Feb 2009, 11:35 ] |
| Betreff des Beitrags: | Lyrik |
Hier mal ein beitrag in dem Ihr eure Lieblingslyrik veröffentlichen könnt. Ich beginne mal mit diesem hier: William Blake: The Tyger Tyger Tyger, burning bright, In the forests of the night; What immortal hand or eye, Could frame thy fearful symmetry? In what distant deeps or skies Burnt the fire of thine eyes? On what wings dare he aspire? What the hand, dare sieze the fire? And what shoulder & what art, Could twist the sinews of thy heart? And when thy heart began to beat, What dread hand? & what dread feet? What the hammer? What the chain, In what furnace was thy brain? What the anvil? What dread grasp, Dare its deadly terrors clasp! When the stars threw down their spears And water'd heaven with their tears: Did he smile his work to see? Did he who made the Lamb make thee? Tyger Tyger, burning bright, In the forests of the night; What immortal hand or eye, Dare frame thy fearful symmetry? ------------------------------------------------------------------------ Auch wenn man es nicht tun sollte, hier mal eine Übersetzung: Tiger, Tiger, Glutentfacht In den Urwäldern Der Nacht, Welch Allmächtig Aug’ Und Hand Dein Furchtbar Ebenmass Erfand? Welch Tiefen Oder Höhn Entstammen Deiner Blicke Höllenflammen? Welcher Schwingen Hoher Mut Zu Greifen Wagten Diese Glut? Welche Kraft und Welches Wähnen Strafften Deines Herzens Sehnen? Dass Reißend Strömt Dein Sieden Blut. Welch Hand Und Fuß Voll Grimmer Wut? Welcher Hammer? Welche Stirn? Welche Schmiede Goss Dein Hirn? Welcher Amboss Ohne Grauen Wagte Sich an Deine Klauen? Als Sterne Ihre Speere Senkten Und Der Himmel Tränen Tränkten War Er Zufrieden da Mit Sich? Schuf Des Lammes Schöpfer Dich? Tiger, Tiger, Glutentfacht In den Urwäldern Der Nacht, Welch Allmächtig Aug’ Und Hand Dein Furchtbar Ebenmass Erfand? |
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| Autor: | Animus [ Mi 25. Feb 2009, 11:46 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Lyrik |
Kelindahr hat geschrieben: Tiger, Tiger, Glutentfacht In den Urwäldern Der Nacht, Welch Allmächtig Aug’ Und Hand Dein Furchtbar Ebenmass Erfand? Falls du mal den Comic/die Graphic-Novel "Watchman" in die Hände bekommen solltest, dort gibt es ein Kapitel mit Namen "Symmetry". Dort haben die ebenfalls eine Übersetzung des ersten Verses (ganz am Ende des Kapitels). Aber so oder so hast du recht: Man sollte Gedichte wirklich nicht übersetzen *zitter* |
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| Autor: | Kelindahr [ Mi 25. Feb 2009, 11:57 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Lyrik |
Johann Wolfgang Goethe „Prometheus" Bedecke deinen Himmel, Zeus, Mit Wolkendunst Und übe, dem Knaben gleich, Der Disteln köpft, An Eichen dich und Bergeshöhn; Musst mir meine Erde Doch lassen stehn Und meine Hütte, die du nicht gebaut, Und meinen Herd, Um dessen Glut Du mich beneidest. Ich kenne nichts Ärmeres Unter der Sonn als euch, Götter! Ihr nähret kümmerlich Von Opfersteuern Und Gebetshauch Eure Majestät Und darbtet, wären Nicht Kinder und Bettler Hoffnungsvolle Toren. Da ich ein Kind war, Nicht wusste, wo aus noch ein, Kehrt ich mein verirrtes Auge Zur Sonne, als wenn drüber wär Ein Ohr, zu hören meine Klage, Ein Herz wie meins, Sich des Bedrängten zu erbarmen. Wer half mir Wider der Titanen Übermut? Wer rettete vom Tode mich, Von Sklaverei? Hast du nicht alles selbst vollendet, Heilig glühend Herz? Und glühtest jung und gut, Betrogen, Rettungsdank Dem Schlafenden da droben? Ich dich ehren? Wofür? Hast du die Schmerzen gelindert Je des Beladenen? Hast du die Tränen gestillet Je des Geängsteten? Hat nicht mich zum Manne geschmiedet Die allmächtige Zeit Und das ewige Schicksal, Meine Herrn und deine? Wähntest du etwa, Ich sollte das Leben hassen, In Wüsten fliehen, Weil nicht alle Blütenträume reiften? Hier sitz ich, forme Menschen Nach meinem Bilde, Ein Geschlecht, das mir gleich sei, Zu leiden, zu weinen, Zu genießen und zu freuen sich, Und dein nicht zu achten, Wie ich! |
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| Autor: | lordjan [ Do 26. Feb 2009, 20:50 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Lyrik |
Herbst Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten; sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält. Rainer Maria Rilke |
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