|
II.
"Eine Buddel voll Schnapps! Und vom Braten 'nen großen Happs! So soll mein Abend sein, So soll mein Abend sein!
10 Kupfer für den Suff! 10 Silber für den Puff! So soll mein Abend sein, So soll mein Abend sein!"
So sang der dicke Fallenleger Granuld und lachte laut schallend welches dann in ein raues Husten überging. Schnaufend und etwas prustend ging er durch den Wald, noch weiter die Melodie seines Liedes summend. Die Beute welche ihm seine Abendplanung sichern sollte war an einem Stcok gebunden, den er über der Schulter trug: 3 Kaninchen und zwei Marder baumelten leblos daran. Plötzlich blieb Granuld stehen. Aus kleinen, roten Schweinsaugen schielte er über seine pockige Nase auf die Elfe, die wie aus dem Nichts plötzlich vor ihm stand. "Holla, schönes Kind" sagte er überrascht und musterte sie auffallend, sein Blick verweilte dümmlich an gewissen Stellen ihres Körpers. Leise fügte er hinzu "Du könntest dem alten Granuld helfen ein bischen Silber zu sparen...." Die Elfe legte den Kopf schief und betrachtete den Mann mit ruhigem Blick. "nur keine Angst, hübsche.. komm ruhig her." sagte er mit einem etwas hechelnden Unterton. "Hab keine Angst." Doch die Elfe kam seiner Aufforderung nicht nach, sie verschwand so plötzlich wie sie gekommen war. Granuld grunzte verärgert und ging ihr hinterher, tiefer in die Wälder hinein. Immer wieder nahm er einen raschen Schatten zwischen den Zweigen wahr, hörte ein verratendes Rascheln in den Blättern. Mit lüsterndem Gesichtsuasdruck verfolgte er sie immer tiefer in die Wälder. Dann war es plötzlich ruhig. Granuld blieb stehen. Um ihn herum standen uralte Bäume von deren Ästen lange Flechten hinunterhingen, die Luft schien hier zu stehen. Von der Elfe fehlte jede Spur. "..verdammte Elfenmetze!" fluchte er vor sich hin und spuckte auf den Boden. "Wo hast Du mich hingeführt, hä?" rief er wütend in den Wald. Keine Antwort, kein Schatten, kein Geräusch. "Wo bin ich hier?" Angst kroch in ihm auf. Granuld lief weiter, zurück wie er hoffte. Wieder sah er ab und an einen huschenden Schatten, aber diesmal rief er keine Wollust in ihm vor, sondern eher Angst. Schnaufend blieb er stehen. "Was soll das? Was willst Du von mir? Ich habe nichts getan." rief er den dunklen Bäumen entgegen. "Führ mich wieder heraus!" Granuld drehte sich im Kreis. Irgendwo musste doch ein Weg zu erkennen sein, oder wenigstens die Sonne, damit er die Richtung wisse. Da stand sie plötzlich wieder vor ihm. Granuld lachte dümmlich. "Da bist Du ja wieder. Führst Du mich nun wieder heruas aus diesen Wäldern, ja?" Die Elfe aber schüttelte sacht den Kopf. "Ich führe Dich an einen anderen Ort, Bhen." "Was? Was meinst Du?" Der dicke Mann schnaufte weiter, sein Herz schlug heftig, kurz musste er die Augen zusammenkneifen. Als er sie wieder öffnete sah er sie mit gespanntem Bogen vor sich stehen. "Nein." hauchte er ängstlich mit fauligem Atem. Die Antwort steckte in Form eines Pfeils eine gute Handspanne tief in seiner linken Brust. Entsetzt schaute er auf und als er den Mund öffnete kaum nur ein gurgelndes Geräusch, kurz darauf ein Schwall sprudelndes Blut hervor. Dann kippte er nach vorne über. Die Elfe legte den Kopf in den Nacken und krächzte in den Wald. Schon nach wenigen Augenblicken kamen die ersten Raben, landeten neben dem toten Fallensteller und hopsten zu ihm. "In diesem Frühjahr sollt ihr eure Küken reichlich füttern können, Schwarzröcke." sagte sie ruhig. Dann verschwand sie ebenso schnell wie sie gekommen war. Der Wald war wieder so ruhig wie immer.
|