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 Betreff des Beitrags: Fir Nai'Mus
BeitragVerfasst: So 8. Feb 2009, 02:14 
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Registriert: Sa 13. Okt 2007, 20:40
Beiträge: 137
((nachfolgend 2 alte Texte aus Rivin I Zeiten - neue werden dann folgen))

I.
Fingil ließ sich schwungvoll an der Strickleiter zu seinem Wipfelhaus herunter und sprang die letzten vier Fuß. Mit einem zufriedenen Lächeln blickte er in den Morgen, hinein in die ersten Sonnenstrahlen die sich durch das Laubdach brachen. Die Luft roch frisch, der Regen der vergangenen Nacht hatte allen Staub aus ihr gewaschen. Auch dachte er an innigen Umarmungen, die Jasmin und er hoch in den Wipfeln in jener Nacht geteilt haben. Obwohl nur eine Zeltplane welche im Wind schlug den prasselnden Regen abhielt…so unendlich geborgen hatte er sich nie gefühlt. Tief atmete er ein, und ob ihm nun wegen der Wonnen der letzen Nacht oder der kühlen Morgenluft schwindelte vermochte er nicht zu sagen; dann drehte er sich zum Weiher um.
Er hatte sich gerade die Schnur seines Hemdes geöffnet und wollte es ausziehen um sich zu waschen, da schaute er höchst erstaunt auf einen gespannten Bogen, der genau auf sein Gesicht gerichtet schien. „N'uumvano ento, Bhin!*“ zischte ein zarte Stimme singend aber bedrohlich. Die Elfe war vollkommen nackt, Tropfen auf ihrer kupfern schimmernden Haut glänzten in den ersten Sonnenstrahlen, neben ihr lag ein Bündel mit Kleidern ordentlich auf einem Stein. Fingil bemerkte, dass die Elfe angespannt atmete, der gespannte Bogen in ihren Armen zitterte kaum merklich.
Beschwichtigend hob Fingil die Hände. „Ich will Dir nichts böses, ich…“er machte nur einen winzigen Schritt auf sie zu, im nächsten Wimpernschlag ragte ein Pfeil vibrierend aus dem Baumstamm, kaum eine Handspanne von seinem Gesicht entfernt. Schon lag der nächste Pfeil auf der gespannten Sehne und die Elfe stand genauso da –als hätte sie sich gar nicht bewegt-, Fingil schluckte.
„Leg Dich auf den Bauch, das Gesicht in die andere Richtung und zähle bis 10, wenn Du das kannst.“ Sagte sie in der gemeinsamen Sprache, wieder fast singend, zart, fremd aber auch Anspannung lag in ihrer Stimme und Fingil nickte nur sacht und tat langsam und vorsichtig was ihm befohlen wurde.

Ein kurzes Rascheln war zu hören und nachdem er „10“ zu dem Baum vor seinem Gesicht sagte, war die Elfe so spurlos verschwunden wie eine Nebelschwabe in der Sonne. Einzig der Pfeil steckte noch im Baumstamm. Fingil zog ihn heraus und betrachtete ihn. Der Schaft war grazil und perfekt gearbeitet, das Holz schien nur zu diesem Zwecke gewachsen. Verzierungen, wie er sie bei elfischem Werk vermutete, waren aber nicht zu finden. Die Federn waren mit Asche geschwärzt um nicht aufzufallen wie bei einem Jäger. Fingil untersuchte die Spitze. Verwundert runzelte er Stirn während er den Pfeil zwischen den Fingern drehte. „Feuerstein.“ murmelte er. In eben jenem Moment trat Jasmin neben ihn, stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste sanft seine Wange. „Du schaust aus, als hätte Dir Dein Spiegelbild im Weiher ‚guten Tag’ gesagt.“ sie lächelte leise. „Guten Morgen mein Herz.“
*“Keinen Schritt weiter, Mensch!“


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 Betreff des Beitrags: Re: Fir Nai'Mus
BeitragVerfasst: So 8. Feb 2009, 02:15 
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Registriert: Sa 13. Okt 2007, 20:40
Beiträge: 137
II.

"Eine Buddel voll Schnapps!
Und vom Braten 'nen großen Happs!
So soll mein Abend sein,
So soll mein Abend sein!

10 Kupfer für den Suff!
10 Silber für den Puff!
So soll mein Abend sein,
So soll mein Abend sein!"

So sang der dicke Fallenleger Granuld und lachte laut schallend welches dann in ein raues Husten überging. Schnaufend und etwas prustend ging er durch den Wald, noch weiter die Melodie seines Liedes summend. Die Beute welche ihm seine Abendplanung sichern sollte war an einem Stcok gebunden, den er über der Schulter trug: 3 Kaninchen und zwei Marder baumelten leblos daran. Plötzlich blieb Granuld stehen. Aus kleinen, roten Schweinsaugen schielte er über seine pockige Nase auf die Elfe, die wie aus dem Nichts plötzlich vor ihm stand.
"Holla, schönes Kind" sagte er überrascht und musterte sie auffallend, sein Blick verweilte dümmlich an gewissen Stellen ihres Körpers. Leise fügte er hinzu "Du könntest dem alten Granuld helfen ein bischen Silber zu sparen...." Die Elfe legte den Kopf schief und betrachtete den Mann mit ruhigem Blick. "nur keine Angst, hübsche.. komm ruhig her." sagte er mit einem etwas hechelnden Unterton. "Hab keine Angst." Doch die Elfe kam seiner Aufforderung nicht nach, sie verschwand so plötzlich wie sie gekommen war. Granuld grunzte verärgert und ging ihr hinterher, tiefer in die Wälder hinein. Immer wieder nahm er einen raschen Schatten zwischen den Zweigen wahr, hörte ein verratendes Rascheln in den Blättern. Mit lüsterndem Gesichtsuasdruck verfolgte er sie immer tiefer in die Wälder.
Dann war es plötzlich ruhig. Granuld blieb stehen. Um ihn herum standen uralte Bäume von deren Ästen lange Flechten hinunterhingen, die Luft schien hier zu stehen. Von der Elfe fehlte jede Spur. "..verdammte Elfenmetze!" fluchte er vor sich hin und spuckte auf den Boden. "Wo hast Du mich hingeführt, hä?" rief er wütend in den Wald. Keine Antwort, kein Schatten, kein Geräusch. "Wo bin ich hier?" Angst kroch in ihm auf. Granuld lief weiter, zurück wie er hoffte. Wieder sah er ab und an einen huschenden Schatten, aber diesmal rief er keine Wollust in ihm vor, sondern eher Angst. Schnaufend blieb er stehen. "Was soll das? Was willst Du von mir? Ich habe nichts getan." rief er den dunklen Bäumen entgegen. "Führ mich wieder heraus!" Granuld drehte sich im Kreis. Irgendwo musste doch ein Weg zu erkennen sein, oder wenigstens die Sonne, damit er die Richtung wisse. Da stand sie plötzlich wieder vor ihm. Granuld lachte dümmlich. "Da bist Du ja wieder. Führst Du mich nun wieder heruas aus diesen Wäldern, ja?" Die Elfe aber schüttelte sacht den Kopf. "Ich führe Dich an einen anderen Ort, Bhen." "Was? Was meinst Du?" Der dicke Mann schnaufte weiter, sein Herz schlug heftig, kurz musste er die Augen zusammenkneifen. Als er sie wieder öffnete sah er sie mit gespanntem Bogen vor sich stehen. "Nein." hauchte er ängstlich mit fauligem Atem. Die Antwort steckte in Form eines Pfeils eine gute Handspanne tief in seiner linken Brust. Entsetzt schaute er auf und als er den Mund öffnete kaum nur ein gurgelndes Geräusch, kurz darauf ein Schwall sprudelndes Blut hervor. Dann kippte er nach vorne über.
Die Elfe legte den Kopf in den Nacken und krächzte in den Wald. Schon nach wenigen Augenblicken kamen die ersten Raben, landeten neben dem toten Fallensteller und hopsten zu ihm. "In diesem Frühjahr sollt ihr eure Küken reichlich füttern können, Schwarzröcke." sagte sie ruhig. Dann verschwand sie ebenso schnell wie sie gekommen war.
Der Wald war wieder so ruhig wie immer.


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 Betreff des Beitrags: Re: Fir Nai'Mus
BeitragVerfasst: So 8. Feb 2009, 22:05 
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Registriert: Sa 13. Okt 2007, 20:40
Beiträge: 137
III.

Ein Hain. Sie hatte ein Fell auf einem ausladenden Ast ausgebreitet, darin lag sie, zog es bis zu ihrer schmalen Nasenspitze hoch und schaute in die Sterne. Es war wieder eine kalte Nacht, aber sie fror nicht und dier Ort, das Vertrauen welches er in ihr weckte, wärmte sie von innen. Ihre Gedanken flogen frei durch die Nacht und drehten sich nicht, wie so oft in der letzten Zeit, stets bloß im Kreise. In dieser Nacht umfing sie tiefe Entspannung und als sie am frühen Morgen, noch vor der Sonne aufstand, fühlte sie frische Kraft in sich.

Sie durchsuchte ihre Taschen; irgendwo musste sie doch noch... da war es: Seifenkraut. Sie ging hinunter zum Weiher. Das Seifenkraut knickte sie und brach es, band es mit einem Stück Bast zu einem handlichen Stück. Geschwind entledigte sie sich ihrer Kleider, holte noch einmal tief Luft und durchbrach dann mit dem Fuß die dünne Eisschicht auf dem Wasser. Sie konzentrierte sich auf einen warmen Kern in ihrem Inneren und stieg ins Wasser. Die Kälte verschlug ihr den Atem, ihr Herz begann wild zu klopfen, als wolle es ausbrechen. Fir rieb sich mit dem Seifenkraut ab, das angenehme Gefühl, als der Shcmutz von ihr glitt entschädigte für die beißende Kälte.
Schlotternd entstieg sie dem Weier. Sie blickte an sich herab. Unter ihrer Haut bildete sich jede ihrer Rippen ab, die Hüftknochen tragen deutlich hervor. Ihre ohnehin nie üppigen weiblichen Formen erinnerten an jene einer alten Frau. Dieser Winter war hart, kalt und lang; ihre Vorräte viel zu früh verbraucht. Die Elfe wischte diese Gedanken beiseite. "Die Zeiten werden auch wieder besser. Der nächste Winter wird mich besser vorbereitet antreffen - und bald schon kommt der Frühling."

Sie wickelte sich in die letzten sauberen Tücher die sie noch hatte und rieb sich trocken und das Gefühl der Taubheit aus ihren Gliedern. Dann kleidete sie sich in warme, weiche Wolle und begab sich an den Lagerkreis des Hains. Sie setzte sich hin, neben sich je eine dampfende Schale mit Eintopf und mit Tee und begann damit ihre Ausrüstung zu reparieren.


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