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 Betreff des Beitrags: Mantel der Sterne: Das Leben der Schüler
BeitragVerfasst: Di 10. Nov 2009, 18:35 
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Der erste Schnee war über Rivin eingebrochen und faszinierte unzählige Kinderaugen, die es sich leisten konnten beim kalten Wetter im Warmen einer Wohnung zu hausen. Und genauso überraschend wie der Schnee so früh gekommen war, verbreitete sich eine Neuigkeit in der Stadt Rivin:

Der Mantel der Sterne nimmt Schüler, die die Kunst der Magie lernen wollen, auf.

Es heißt diese Möglichkeit wurde erst aufgrund des Beschlusses des Stadtrats für potentielle Schüler der Magie aus der Halle der Hoffnung besprochen und nun gegeben.

Nun da es publik wird sollen sich bereits die ersten Familien eingefunden haben, die ihre Zöglinge prüfen lassen ob sie das nötige Können für eine solche Ausbildung mitbringen... oder ob man sie stattdessen wieder fortschickt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantel der Sterne: Das Leben der Schüler
BeitragVerfasst: Mi 11. Nov 2009, 10:58 
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Es war später Morgen als Fira wieder einmal in das Quartier hereintrat.
"Habt ihr nun alles? Die Stecken, die Bücher, Tinte?"
"Wir sind gleich soweit, Frau Feuerschweif." Echote es wie aus einem Mund.
Sie hatte den beiden alles besorgt, was man ihrer Meinung nach für den erfolgreichen Anfang des Wegs zu einem geschickten Zauberwirker brauchte. Eine einfache Robe, einen Gürtel für all die kleinen Zauberutensilien, ein leeres Buch, Tinte, eine Feder, einen Holzstab aus Eschenholz dem man nachsagt es würde sich besonders für Neulinge in der Zauberkunst eignen und eine Tüte Kekse.

Sie hatte sie ein wenig auf die möglichen Prüfungen vorbereitet, das war das wenigste was sie vermochte. Auch wenn es scheinbar einige nicht wahrhaben wollten, so wie die Räte der Stadt oder die Obere der Halle der Hoffnung war sie doch immernoch Priesterin der Göttin der Magie, der in dieser gottlosen Stadt nur viel zu wenig Ehrfurcht erbracht wurde. Nein, lieber spottete man um sich anschließend zu beklagen, wenn sich erneut ein magisches Problem ausbreitete. Dann wurde gejammert und wehgeklagt um nur sogleich wieder zu vergessen, wenn der Sturm vorrübergezogen war aber auf keinen Fall zu lernen.

Gleichermaßen verwandelte man eine Schar Kinder, der man versucht die Magie als etwas liebenswertes zu vermitteln anstelle von etwas furchtsamem, zu einem politischen Schlachtfeld für Dilettanten, Narren und Ignoranten. "Liebe die Magie um ihrer selbst Willen, nicht um deines Geldbeutels Willen." So hätte der erste Satz des Dogmas wohl treffender geklungen.

Lorien und Fina waren soweit. Die Rucksäcke gepackt, die Stäbe noch ein wenig hilflos in den Händen haltend. Sie würden die symbolische Bedeutung eines Tages bestimmt verstehen oder für sich selbst eine finden, vielleicht aber auch dem Klischee trotzen, warum auch nicht?
Erwartungsvoll, aber auch ein wenig unsicher sehen sie zu ihrer bisherigen Lehrerin auf, am Ende der Treppe eines Lebensabschnitts angekommen würden sie gleich die erste Stufe einer weitaus steileren Treppe nehmen.
"Gehen wir."

Auf dem ersten Stück des Weges war es noch still. Fira bog sogleich nach rechts ab um den Weg über die Altstadt zu nehmen, wie sie es immer machte wenn sie von hier aus in den Hafen ging. Die jungen Erwachsenen kannten den Ort an dem sie aufgewachsen waren, ehe sie zur Halle der Hoffnung kamen. "Selbst ein Erzmagier sollte nie vergessen woher er gekommen ist. Gold und Reichtum ersetzen kein Talent und teure Roben machen keinen Magier aus. Seht euch die Geschichtsbücher im Turm an, wenn ihr die Zeit findet und ihr findet Beweise dafür."
"Was wohl die Prüfungen sein werden?"
"Ich hoffe sie lassen uns Alchemistenfeuer herstellen, das kann ich!"
"Nein, ich glaube sie werden uns eher Schriften untersuchen lassen, das ist immerhin wichtig."
"Soll das heißen das ist nicht wichtig?!"
"Genug jetzt, wartet einfach ab. Ihr könnt eure Stärken sicher beide unter Beweis stellen."

Nach einer Weile kam die kleine Gruppe schließlich an dem Turm an, der seit jüngstem wieder über Rivin thronte. Langsam stiegen sie die Stufen der Treppe hinauf, die immernoch kein Geländer aufwies und Fira bemühte sich nicht nach unten zu sehen, möglichst an der Wand gehend.
"Und wenn ihr könnt, tut mir den Gefallen und sagt ihnen sie sollen endlich ein Geländer anbringen."

Oben angekommen traten sie durch die Türe, von Fira hereingelotst.
"Ich bringe euch zwei wissbegierige junge Menschen, die nach ihrem Pfad suchen."

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 Betreff des Beitrags: Re: Mantel der Sterne: Das Leben der Schüler
BeitragVerfasst: Mi 11. Nov 2009, 14:01 
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Während Fira ihre beiden begabtesten Zöglinge am Tage der Prüfung auf ihren weiteren Weg vorbereitete, konnte Ulric einfach nicht anders als an einer nicht ganz einsehbaren Ecke zu stehen und die drei zu beobachten. Er war immernoch der Meinung das der Rat einen Fehler gemacht hatte. Man sollte Schüler nicht von ihren Lehrern trennen... zumindest nicht gegen ihren Willen. Sein Gesicht war von düsteren Wolken umfangen. Abermals seufzte er als er die Vorbereitungen fortschreiten sah, wie so oft in den letzten Tagen. Das alles war einfach nicht richtig. Er schüttelte den Kopf und sah zu den anderen Kindern, welche den beiden noch verabschiedend zuwinkten. Jedes einzelne von ihnen hätte es verdient gehabt zumindest soviel von der Magie zu lernen um sie nicht als etwas zu betrachten vor dem man Furcht haben müsse. Es war ein Fehler. In seiner Vorstellung bestand der Großteil der Lehrer im Mantel aus greisen Alten ohne Herz und dafür umso mehr Gefühlskälte, die den beiden jungen Schülern der Halle viele gefährliche Aufgaben stellen würden, nur um selbst möglichst wenig riskieren zu müssen und am Ende selbst am meisten zu gewinnen. Sie würden den beiden den Verstand zermürben, sie ebenso gefühlskalt werden und schließlich nur noch als Waffen der Stadt zurückkehren lassen. In seiner Vorstellung. Er wusste natürlich das Flinn die Leitung über den Mantel hatte. Er wusste auch das dieser kein schlechter Mensch war. Er wusste das es warscheinlich die beste Ausbildung war die Lorian und Fina erwarten konnten... von fähigen Meistern unterrichtet die nicht auf eine ganze Rasselbande von Schülern unterschiedlichsten Alters aufpassen mussten. Aber dennoch. Er glaubte das es falsch war. Es war einfach falsch die beiden von ihren Spielgefährten zu trennen. Es war falsch ihnen den Bezug zu den in magischen Belangen weniger begabten zu nehmen. Wenn ihre Ausbildung vorbei wäre, würden sie auf diejenigen herabblicken die nicht ihre Fähigkeiten besaßen und ihre ehemaligen Spielgefährten würden nicht verstehen wie ihre Kunst funktionierte. Sie werden Angst vor ihrer Macht bekommen. Wieder schüttelte er den Kopf. Wie konnten gute Menschen nur so dumm sein?
Ulric folgte den beiden Kindern und ihrer bisherigen Lehrerin zur Tür. Er blickte ihnen nach, wie sie langsam durch die mit mitlerweile dunklem Schneematsch durchzogenen Straßen gingen. Es war ein sonniger Tag, doch dennoch war es so früh am Morgen noch sehr kalt. Frost kroch ihm in die Glieder wie damals, als er gerade in Rivin angekommen war und den Tod riskierte, weil er keine andere Bleibe fand als eine Feuerstelle in der Altstadt. Ab heute würde alles anders. Sicher, die anderen Kinder würden bald wieder spielend durch die Gänge laufen und auch wieder im Schreinraum herumspielen, doch zwei von ihnen würden einfach fehlen... wenn nicht für die anderen, so doch immerhin für ihn. Ein Karren wurde vorbeigezogen und die kleine Gruppe verschwand kurz aus seinem Blick. Jemand grüßte ihn und Ulric hob kurz den Arm und nickte ohne jedoch den Blick zu wenden. Immer kleiner wurden die drei Gestallten als sie durch die Straßen zogen. Wieder ein Kopfschütteln.
"Machst du dir sorgen um Lorian und Fina?"
Ulric drehte sich zu der kleinen Sasha und versuchte zu lächeln. "Es wird ihnen schon gut gehen." Er schuckte und atmete tief durch. "Du wirst schon sehen, sie werden große Magier werden und dann uns alle vor allem möglichen beschützen." Er wusste nicht ob Sasha ihm seine Worte abkaufte. "Ich werde die beiden wohl einfach nur im Unterricht vermissen, also müsst ihr einfach dafür sorgen das ihr weiterhin genug Krach macht um die beiden würdig zu vertreten." Sasha hob eine Braue, ganz so wie auch er und Sarina es taten wenn sie jemandem etwas nicht völlig abkauften.
... ... Mist. Sie hatte ihn wohl durchschaut. Ulric erwartete schon das sie ihn für seine Flunkerei schalt, doch statt dessen Lächelte sie ihn nur an und umarmte ihn in Hüfthöhe. Ulric schüttelte den Kopf, diesmal jedoch aus Verwunderung. Kluge kleine Sasha. Er war ihr wirklich dankbar dafür das sie seine Aussage einfach stehen ließ, legte seine Hand auf ihren Kopf und spielte ein wenig mit ihren Haaren während er noch ein letztes Mal in die Richtung sah in die Fira, Lorian und Fina gegangen waren. Sein Blick schweifte hinüber zum Turm, welcher so hoch über Rivins Klippen hinaufragte. Hoffentlich würde die Aussicht von dort oben den Beiden nicht den Blick für die Probleme hier unten vernebeln.
Es war kalt und langsam aber sicher bemerkte Ulric das auch Sashas Hände immer kälter wurden. Er blickte hinab. "Lass uns rein gehen und einen Tee machen. Ich glaube auch Fira wird eine Tasse wohliger Wärme nacher ganz gut tun." Daraufhin wandten sich beide ab und gingen hinein. Wie der Unterricht am heutigen Tage verlaufen würde, würde hinter der sich schließenden Tür verbleiben.

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Ulric Kieldantzer
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Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
-Albert Einstein

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 Betreff des Beitrags: Re: Mantel der Sterne: Das Leben der Schüler
BeitragVerfasst: Mi 11. Nov 2009, 20:06 
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Irgendwo auf dem Weg von der Suppenküche zu dem Hallen sah auch Sarina die drei Gestalten. War es nun also soweit? Sie wusste, dass dieser Tag unausweichlich gewesen sein würde, wenn nicht schnell genug jemand gegen dieses alberne Gesetz tun würde. Manche wollten es am liebsten abschaffen, aber bisher hatte sich nichts getan. Sie gab nicht Flinn oder Elona die Schuld daran, denn sie unterstanden ihm wie jeder andere auch. Schuld war der Adel, der nichts tun wollte als sich an etwas zu bereichern, das ganz natürlich war und doch so viel Wunder wirken konnte. Gerade dieser Stadt, in der sich bei Zeiten Schattemndiebe, Halbdrachen und anderes herumtreiben, will man die Wunder verwehren, die sie braucht, um nicht die Hoffnung zu verlieren.

Hoffnung... sie war wieder angekommen an den besagten Hallen der Hoffnung. Sie sah sich in der Bibliozthek um und der Unterriccht war beriest zu Ende. Sie sah die Plätze von Lorian und Fina, die wohl nun leer bleiben würden. Doch würde gerade das was geschehen ist ein Grund sein, Konsequenezen zu ziehen. Nein, bestimmt war es das. Denn wer hatte an die Kinder gedacht, die musikalisches Talent hatten? Scheinbar niemand! Wer würde sie unterrichten? Niemand, denn man sperrte sich bisher gegen eine Lizenz dafür. Die Bardin stieß einen Schwall Luft aus. Es konnte nicht sein, dass gerade Kinder wie die kleine Sasha keien Magie lernen dürfen, weil es kein Stück Papier gibt, dass es ihnen erlaubt.... weil niemand die Scheuklappen abgenomme und so eines geschrieben hatte. Gab es etwa jetzt schon keine Kreativität mehr? Es durfte nicht sein, dass die Kunst in Rivin ausstirbt. Wieviele Talente sollten verkümmern? Wie tot und trist sollte die Stdat noch werden? Es war so schreiend ungerecht und Zorn stieg in ihr auf. Nur selten war es so, aber sie hasste dieses Gefühl der Ohnmacht, weil sie nicht verhindern konnte, was passiert war. Musik ansich war zwar nicht verboten. Jedoch war die Musik eines Barden gerade durch die Magie etwas besonderes.

Rivin war einmal so einladend und offen gewesen. Doch jetzt hatte die Stadt noch andere Mauern als jene, die es schützen sollten. Es waren Mauern, die das bloße Auge nicht sehen konnte. Sie bestanden aus Gier und Ignoranz. Doch man konnte die Augen nicht auf ewig verschließen vor den Dingen, die man nicht sehen wollte. Doch Sarina selbst sah es. Wenn sie Barden sah, die sich nicht einmal mehr etwas anständiges zu essen leisten konnten, wie Lagrimmar, die nun in der Stadt nicht mehr arbeiten darf, dann wurde es ihr zuwider. In jeden Weg, den sie für ihre Mitbarden und die Kinder zu finden versucht hatte, legt man einen Stein. Kein Stein. Es war wieder eine Mauer, auf der die Worte "Nicht möglich" geschrieben stand, sei es durch Adel oder Stadtverwaltung. Aber einen Weg gab es noch und es wurde Zeit, ihn zu ebnen, ganz gleich, was die obrigen sagen. Wenn man dieses Gesetz nicht beugen und siener Verfasser zu keinem Kompromiss gewegen konnte, dann musste man es umgehen. Denn das.... war Tyr sei Dank noch nicht verboten.


Sie legte Handschuhe und Schal ab und sah sich weiter im Raum um. Sie senkte den Blick. Doch statt den Boden vor sich zu betrachten, schien sie hindurch zu sehen ins Leere während sie diese Gedanken nachging. Ob noch jemand außer ihr hier war?

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Luna Novar - Verfechterin des Glücks & Verteidigerin der Selbstbestimmung
Sara Abendstern - Die häuslichste Bardin Rivins
Faen Celefân - Das letzte Einhorn auf Reisen, schon wieder


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 Betreff des Beitrags: Madlene Schwarzherz
BeitragVerfasst: Do 12. Nov 2009, 12:09 
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Nervös verschränkte Madlene ihre Finger ineinander und starrte auf das Pult von Scholar Andolini. Sie hoffte ihre alte Mentorin spontan antreffen zu können und die Bitte ihrer Eltern dadurch nochmals zu verdeutlichen.

Sie war kein Neuling mehr auf dem Gebiet der Magie, ihre Mentorin war sehr klug - in Madlenes Augen die klügste und netteste Magierin überhaupt - und hatte angefangen ihr die Komplexität der Magie näher zu bringen. Doch seit sie damals verschwunden war, gar gesucht wurde, war auch der Unterricht ausgeblieben. Ihre Eltern hatten Sich Sorgen gemacht und Madlene versucht beizubringen, dass der Kontakt zu einer Kriminellen für sie ausgeschlossen sei. Madlene hatte bis zum Schluss an die Unschuld ihrer Mentorin geglaubt - und letztlich Recht behalten.

Es hatte sie viel Überzeugungskraft gekostet, ihre Eltern dazu zu bringen zu Mentorin Mandragoran zu gehen und um Hilfe aufgrund der Kosten zu bitten. Nun lag es nicht mehr in Madlenes Hand, sie musste abwarten. Wäre ihr Onkel doch bloss nicht in den Krieg gezogen! Wäre Onkel Meron noch in Rivin, gäbe es keine Goldprobleme.. Hier werde ich gebraucht ... pfft! Das hatte er ihr geschrieben. Aber was interessierte Madlene eine feindliche Stadt namens Drakovia? Er wurde in Rivin gebraucht! Es war ungerecht, einfach ungerecht. Sie brauchte ihn genauso, sie vermisste ihn. Wenn sie irgendwann eine mächtige Magierin war, würde sie zu ihm gehen und ihn spüren lassen, was es ihm gebracht hatte, sie zu verlassen!

Seufzend lehnte sie sich zurück, die Kissen auf den Bänken waren bequem. Sie könnte noch lange warten, wenn es um die Bequemlichkeit ginge. Rasch drehte sie ihren Kopf zur Seite, ihr inzwischen bis zu den Schultern kurz geschnittenes Haar wehte mit.

Sie wusste dass Scholar Andolini wieder zur ihr geblickt hatte und sich fragte, wie lange dieses Gör hier warten wollte. Schaudernd dachte sie an die Kälte außerhalb des Turms und entschied sich, noch etwas länger zu bleiben. Flüchtig huschte ihr neugieriger Blick zu dem fliegenden weißen Wesen. Ein Mephit, sie hatte so etwas mal in einem Buch ihrer Meisterin gesehen. Von den seltsamen Sätzen die solch ein Wesen von sich geben kann, hatte da allerdings nichts gestanden.

Plötzlich ging die Türe auf und ihr Kopf wischte begierig in deren Richtung, war es ihre Mentorin?

Zunächst enttäuscht rückte sie wieder zurück auf ihrem Platz, es war nicht ihre Meisterin. Dann weiteten sich allerdings ihre Augen als sie sah wer es war: Priesterin Fira Feuerschweif und zwei Kinder in ihrem Alter. Der Junge sah etwas verwegen aus, er hatte mattes haselnussbraunes Haar welches zu einem kurzen Zopf zusammen gebunden war. Allerdings standen einzelne kürzere Strähnen ab und schienen sich über die Mühe einen Zopf zu binden um ordentlich zu wirken lustig zu machen. Madlene schätzte ihn auf 15-16 Sommer, seine Ausrüstung ließ sie vermuten dass er entweder ein Schüler von der Priesterin Feuerschweif war, oder einer der Schüler die zum Mantel der Sterne kamen. Das Mädchen hinter ihm wirkte unscheinbar. Sie hatte ihr goldblondes Haar zu einem langen Zopf geflochten und trug den Stab, der zu ihrer Ausrüstung gehörte, mit einer gehörigen Portion Stolz. Sie war wahrscheinlich entweder genauso alt wie der Junge oder etwas jünger. Vermutlich auch eine neue Schüerin für den Mantel der Sterne?

Grimmig verschränkte Madlene ihre Arme unterhalb ihrer Brust. Sie wollte auch als Schülerin hier eintreten! Dann würde sie eben direkt zum Haus ihrer Mentorin gehen, sie konnte nicht mehr warten.

Rasch stand sie auf, wickelte ihren Schal um ihren Hals und legte ihren Mantel an. Wenig später lief sie an den zuvor eingetretenen vorbei, ohne auch nur ein Wort zu wechseln. Sie hatte keine Zeit für höfliche Floskeln, sie musste endlich zu ihrer Mentorin!


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantel der Sterne: Das Leben der Schüler
BeitragVerfasst: Do 12. Nov 2009, 13:33 
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Vito, der Scholar hinter dem Thresen des Eingangsbereichs des Mantels der Sterne, schaute auf. Die angekündigten Schüler aus den Hallen der Hoffnung waren eingetroffen.

Lächelnd sah er zu Fira und neigte respektvoll sein Haupt.

"Ehrenwerte Priesterin Feuerschweif, habt dank dass ihr persönlich unsere neuen Schüler in den Mantel der Sterne gebracht habt."

Lorien und Fina spannten sich an, nun hieß es Abschied nehmen von jener die sie bislang auf dem Weg der Magie geleitet hatte. Lorien atmete tief ein, sonst fehlten ihm keine großen Worte, doch irgendwas schien seine Kehle zu verschnüren.

Ein Mädchen, gehüllt in Mantel und Schal rauschte plötzlich an ihnen vorbei. Lorien sah verblüfft der zufallenden Türe nach und spürte, wie sich der Faden um seiner Kühle wieder löste.

Fina trat als Erste zu Fira, sie sah ernst in ihre Augen - ernster als man es von einem 14-jährigen Mädchen erwarten würde - und nickte entschlossen.

"Bis hierhin ward ihr meine Mentorin, ich werde euch nicht vergessen was ihr und die Halle der Hoffnung für uns getan habt - und tut. Ich bin stolz, von euch unterrichtet worden zu sein, Men.. Priesterin Feuerschweif."

Kurz konnte Fira das aufkeimende Glänzen in den Augen der sonst so gefassten Fina erkennen. Dann drehte sich das Mädchen um, trat zu Vito und sprach mit lauter, stolzer Stimme.

"Adeptin Fina, aus den Hallen der Hoffnung, meldet sich bereit für ihre Lehre."

Vito nickte ruhig und deutete Fina an zum Schreibtisch hinter der Säule zu treten.

"Sehr gut Adeptin, nehmt dort Platz, ich werde euch gleich euren Schlafplatz zuteilen. Danach werdet ihr im Wohnbereich warten bis alle Schüler eingetroffen sind, denn wenn es soweit ist werden wir euch den Turm der nun euer Zuhause ist zeigen."

Unbewusst musste Fina schlucken, als er euer Zuhause sagte. Mit schnellen Schritten ging sie zum Schreibtisch hinter der Säule, sie wollte nicht vor den Anwesenden ihre Fassung verlieren.

Nun war es an Lorien sich zu verabschieden.

Der Junge drehte sich zu Fira, sein hochgezogener linker Mundwinkel verriet ihr, dass er einen lockeren Spruch auf den Lippen hatte - der ihm allerdings wieder abhanden kam als er sprechen wollte. Er atmete tief ein, nickte und sagte schließlich.

"Danke."

Dann wendete er sich zu Vito.

"Adept Lorien, aus den Hallen der Hoffnung, meldet sich bereit für seine Lehre."

Auch hier nickte Vito und deutete Lorien an sich zu Fina zu begeben, was dieser auch umgehend tat.

Schließlich hebte Vito den Blick zu Fira.

"Sie werden vortreffliche Magier abgeben, seid unbesorgt." Dann schmunzelte er. "Auch wenn ihr gewiss durchschaut, dass wir dies zu allen Eltern sagen, die ihre Zöglinge hier abgeben, um deren Gemüt zu beruhigen, so kann ich euch zumindest ohne Floskel versichern, dass sie es hier gut haben werden."


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantel der Sterne: Das Leben der Schüler
BeitragVerfasst: Do 12. Nov 2009, 16:14 
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Fira lächelte kurz und ebenso fiel ihre Antwort kurz aus.
"Ich weiß."
Sie wandte sich noch einmal den beiden jungen Magiern zu.
"Ihr mögt die Kunst der Magie hier erlernen, aber wenn es geistlicher Beistand ist den Ihr sucht, wisst Ihr wo Ihr mich finden könnt."
Danach wandte sie sich um und verließ den Turm wieder, vorsichtig die geländerlose Treppe hinabsteigend. Erst unten angekommen erlaubte sie sich zu seufzen.

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 Betreff des Beitrags: Edward Loric Cystana
BeitragVerfasst: Do 12. Nov 2009, 21:31 
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Mit betrübtem Blick starrte Edward aus seinem Fenster hinaus auf die Straße. Er war bereits früh aufgewacht, es fehlte ihm aber an Motivation sich für den großen Tag, wie sein Diener es aufmunternd genannt hatte, fertig zu machen.

Welch furchtbarer, trauriger, Tag.

Matt schüttelte er sein Haupt. Er konnte es noch immer nicht fassen, dass sein eigener Vater ihn zu etwas derart ungebührlichen zwang. Anstelle einer großen Magier Akademie kam er in dieses Kaff. Eine kleine Gilde, nicht einmal einen Jahresumlauf alt, keine bekannte oder empfohlene Akademie - Nein, eine Gilde die als Zubrot Schüler aufnahm.

Es war nicht einmal eine Gilde, die nur dem Adel vorbehalten war. Nein, vermutlich würden dort sogar gewöhnliche neu adelige Söhne und Töchter hingeschickt werden. Er hoffte, dass man zumindest nur die Zöglinge aus besonders geachteten Handelsfamilien aufnehmen würde, um gewisse Selektion zu betreiben.

Es klopfte an seine Tür.

Er drehte sich um und betrachtete sein Zimmer, es war ein 'Gästezimmer', groß, ein weiches Bett mit seidendem Bezug. Ein großer Spiegel, diverse Verzierungen an Wänden und Truhen die er nicht einmal mehr sah, weil er sie für selbstverständlich empfand. Wie wohl sein Zimmer in der Gilde aussehen würde? Vielleicht wäre sein Schrank dort etwas kleiner und man verzichtete eventuell auf den Speisetisch mit Stuhl - er hatte gehört in Akademien aßen die Schüler gemeinsam.

Erneut klopfte es an seine Tür, dieses mal beließ man es aber nicht dabei und von draussen wurde nach ihm gerufen.

"Edward, macht euch bitte fertig. Eure Eltern treffen in einer halben Stundenkerze ein!" Es war Lunar, sein Diener. Ob Diener in der Gilde auch ihr eigenes Zimmer bekamen?

Langsam trat Edward zu einer mit Silber beschlagenen Holzkiste. Darauf lag zusammen gefaltet die Robe der Adepten des Mantels der Sterne. Sie hatten ihm verboten, goldene Ornamente oder Symbole seiner Familie an Kragen und Ärmel sticken zu lassen. Er hatte daraus für sich den Schluss gezogen, dass er die Robe nicht tragen würde... bis sein Vater darauf bestanden hatte.

"Unsere Familie hat viel von ihrem Ruf einbüßen müssen, seit des Vorfalls mit Delad. Ihr werdet euch hier angemessen verhalten mein Sohn Edward.."

Seufzend nahm der Junge von 15 Wintern, mit dem kurzen schwarzen Haar und den tiefblauen Saphir-Augen die Robe in seine Hände.

Ich bin ein Opfer. Ein Opfer das man zur Besänftigung des Adels und Pöbels schlachtet.

Es vergingen weitere Momente des Selbstmitleids, bis Edward sich angekleidet hatte und seine Ausrüstung kontrollierte. Man hatte ihm alles was er für die Ausbildung benötigte von besten Stellen der Schwertküste eingekauft, aber er würdigte es nicht entsprechend - es war selbstverständlich, dass er mit Dingen höchster Qualität umgeben war.

Als er sein Zimmer verließ stand Lunar vor ihm, er wirkte gehetzt.

"Eure Eltern sind da, sie warten in der großen Halle und eure Cousine ebenfalls!"

Varla hatte ihn in der Zeit bis zur Aufnahme in die Gilde in ihr Haus aufgenommen. Dennoch war ihr Umgang selten gewesen, sah man von dem gemeinsamen Abendessen ab.

Schließlich spannte sich Edward an, er trug gemischte Gefühle in sich. Zum einen fühlte er sich wie ein Lamm, dass zur Schlachtbank gebracht wurde. Zum anderen spürte er die aufkeimende Nervosität in sich, ob der neuen Umgebung und Lehre die ihn erwarten würde. Wie würden seine Lehrer sein? Wer waren seine Mitschüler? Würde er es schaffen, wie von seiner Familie erwartet, der Beste Adept zu sein?


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantel der Sterne: Das Leben der Schüler
BeitragVerfasst: Fr 13. Nov 2009, 01:16 
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Janus Gorda kam aus der Tür die in die oberen Bereiche des Turmes führte. Er hatte wie in letzter Zeit üblich seine Scholarenrobe an und trug ein paar Schriftrollen in der Hand. Seine Schritte führten ihn recht schnell zur Eingangstür des Turmes. Erst als er sich bei Scholar Andolini abmelden wollte fiel ihm auf das sich zwei Kinder im Turm aufhielten.
Wie ein Blitz durchfuhr es ihn: "Das müssen die neuen Schüler für uns sein, von denen die Ephori berichteten"
Er hielt inne und betrachtete die beiden einen Augenblick lang. Der Junge machte den Eindruck als würde er seinem Mentor wohl eine Menge Nerven kosten. Wohingegen das Mädchen ihren Stolz nicht verbergen konnte.

Viele Fragen schossen ihm durch den Kopf:
Ob ich einen von ihnen bekomme? Werden sie es wert sein das ich sie in meiner Kunst unterrichte? Werden sie es zu schätzen wissen?

Er wusste das sein Wissen zu Problemen führen konnte. Aber letztendlich würde man sehen wen er unterrichten sollte.

Er nickte Vito schliesslich zu und verließ den Turm.

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Mitglied der Spielergruppe, die Türen schließen für die Stimmung im Rp

Chars:
Bognar Axtfreund: Ein Dwar?
Duncan Ward: Ist hoffentlich bald wieder frei
Hakim ibn Mahdi: Priester Kossuths
Janus Gorda: Mögest du irgendwann wieder auferstehen


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 Betreff des Beitrags: Parin Waeldor
BeitragVerfasst: Fr 13. Nov 2009, 16:44 
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Sorgfältig legte Lojanda das zukünftige Magierbuch, oder Grimoire wie Parin es nannte, zwischen seine Gewänder und schloss danach die Tasche. Seufzend ergriff sie die Henkel und trug die Tasche durch das schön eingerichtete, helle Zimmer. Die Wände hatten einen cremigen Weißton, hier und da waren mit Blattgold verzierte Ornamente. Das Möbilar war ausschließlich aus hellem oder weiß gestrichenem Holz.

Schmunzelnd verließ sie sein Zimmer, er liebte weiß, Gold und Licht. Als sie im Flur ankam trat eines der Hausmädchen auf sie zu und nahm ihr die Tasche ab.

Lojanda strich sich eine Strähne ihres strohblonden Haares hinter ihr Ohr. Sie würde ihren Sohn vermissen.

Gemächlich ging sie durch das große Haus, was ihr nun noch viel größer vorkam. Sie hatten ein schönes Anwesen und Hof, ihr Gatte war erst vor wenigen Jahren zum Ritter geschlagen worden und hatte dazu diesen Hof samt Anwesen erhalten. Wie Parin sich wohl in der Stadt Rivin verhalten würde? Sie hoffte inständig, dass diese Stadt ihn nicht verderben würde. Furchtbare Dinge waren in und um Rivin herum bereits passiert, es war ein gefährlicher Ort voller Korruption und Intrigen. Sie mochte nicht sagen, dass man Triel von solcherlei ausschließen konnte - aber hier waren sie und ihr Gatte, wie auch Parins Bruder Pelkar die ihn beschützen konnten. In Rivin war er auf sich allein gestellt.

In der Eingangshalle sah sie bereits ihre Männer warten. Parin war aufgeregt, er strich ununterbrochen über seinen goldenen Anhänger der das Familienwappen der Waeldor, ein aufsteigender Vogel der einen Ast in seiner linken Kralle hielt, eingraviert hatte. Parin trug bereits seine Adeptenrobe, er hatte sein strohblondes kurzes Haar sauber und glatt gekämmt. Seine hellblauen Augen bewegten sich hin und her, zwischen seinem Bruder und seinem Vater.

Pelkor, sein Bruder, war mit 18 Wintern vier Jahre älter als Parin. Er war seinem Vater gefolgt und ein Knappe mit guter Aussicht auf die Ritterschaft geworden. Seine Kleidung war sauber, sorgfältig ausgewählt und brachte durch die weiße Farbe die blankpolierte Brustplatte hervorragend zur Geltung. Lojanda war stolz auf ihre Söhne, auch wenn ihr das Blau der Robe des Mantels der Sterne viel zu dunkel erschien.

Ihr Mann gab letzte Instruktionen an die Dienerschaft, er trug seine polierte Ritterrüstung. Er wollte seinen Sohn formvollendet in die neue Stadt und damit in sein neues Heim geleiten.

"Ich bin nun soweit, deine Sachen sind bereits auf der Kutsche, Parin." Sprach Lojanda mit heller, samtiger Stimme.

Der nervöse Junge schenkte ihr ein fröhliches Lächeln und verneigte sich. "Hat dank, Mutter."

Sie mochte die Manieren ihrer Kinder, es mangelte nicht an Erziehung. Er würde jedem ein gutes Beispiel sein und wer weiß, vielleicht würde er Rivin das verlorene Licht zurück bringen?

"Liebste, lass uns nun aufbrechen. Es ist Zeit." Ihr Gatte hatte sich an sie gewendet, er lächelte voller Stolz und ergriff ihre ausgestreckte Hand um sie zur Kutsche zu führen.

Parin und seine Mutter stiegen in die Kutsche, wärend sein Vater und Pelkor jeweils auf einem weißen Pferd voran ritten.

Sie würden gegen Mittag oder Nachmittag ankommen. Dann war es soweit, sein neues Leben würde beginnen.


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 Betreff des Beitrags: Zanira
BeitragVerfasst: Fr 13. Nov 2009, 17:02 
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"AHHHHHHHHH!!!!!!!" Schallt es aus dem kleinen hölzernen Zimmer in der Weberstube des Riviner Hafens.

"WO ist meine Robe?!" Rief eine schrille Stimme hinter dem Vorhang, der das Zimmer vom Wohnraum abtrennte.

"Ich weiß es nicht Zani, beruhige dich bitte..." Eine Frau mittleren Alters stand in der Weberstube und arbeitete an einem neuen Teppich in grüner Farbe.

Sie hörte wie etwas zu Bruch ging, aber es war ihr nicht neu. Das Temperament ihrer Tochter war beängstigend, es war wie ein Feuer das, wenn es erst einmal entzündet ward, nicht mehr zu löschen war. Ja, es war übernatürlich, denn ihre Tochter war kein normales Mädchen.

Sie hatten sich daran gewöhnt, auch wenn ihr Mann noch immer Distanz zu wahren versuchte. Manches Mal, wenn seine Tochter ihn mit ihren rot funkelnden Augen anstarrte, ergriff ihn die Furcht vor dem Ungewissen, vor dem Übernatürlichen. Für ihn war es am schwierigsten gewesen, seine Tochter zu akzeptieren. Ihre Mutter vermutete, dass er es deshalb begrüßt hatte, sie in der Magiergilde ausbilden zu lassen. Normalität würde in ihre bescheidene Stube einkehren, süße gewöhnliche Normalität. Obwohl sie vermutlich den rauchigen Kohlegeruch vermissen würde, der von ihrer Tochter ausging.

Der Vorhang der den Wohnraum, in dem zwei Webstühle standen, vom Schlafraum abtrennten wurde zur Seite gezogen. Zanira trat hinaus, sie hatte ihr Haar, was züngelnden Flammen glich, zu einem Zopf hoch gebunden. Ihre Augen verbargen die tiefen einer inneren Flamme und funkelten in mattem rubinrot.

"Was für eine grässliche Farbe, sind die denn irre diese Magier?!" Meckerte Zanira. Das Blau der Robe stand im Kontrast zu ihrer sonstigen Erscheinung. Obwohl ihre Haut eine cremfarbigen Ton hatte konnten die anderen Merkmale ihrer Herkunft nicht verborgen bleiben.

Mit mattem Lächeln erwiderte ihre Mutter, dass sie die Farbe noch mögen würde.

"Wir werden ja sehen. Ich muss jetzt auch sofort los, wo ist mein Beutel?"

Ihre Mutter deutete auf einen Leinensack der in der Ecke des Raumes stand. Scheinbar enthielt er alles Nötige für ihre Ausbildung.

"Zanira, du besuchst uns doch?"

Das feurige Mädchen ergriff den Beutel. Mit einem Mal umklammerte sie ihn, ihr wurde klar dass sie in wenigen Momenten in der Gilde wäre, im Mantel der Sterne. Ein neues Leben würde beginnen. Ihre Mutter und Vater aber würden hier bleiben, im alten Leben zurück.

Tränen stiegen in ihre Augen und ließen ihre Sicht verschwimmen. Mit einem Male lief sie zur Türe, riss sie auf und rannte samt Beutel hinaus.

Ein schwerer Kloß steckte in ihrem Hals. Sie konnte sich nicht verabschieden, deshalb tat sie es einfach garnicht. Ein neues Leben war gut, ein Leben der Magie.

Die Magier würden sie anders behandeln. Dort war sie nicht so ungewöhnlich wie beim Spielen mit normalen Menschen. Sie war nichts Unbekanntes, ungewöhnliches... sie war dort nur Schüler, kein Monster.

Als sie außer Atem bei der Treppe des Turms ankam rang sie sich ein Lächeln ab: Ihr neues Leben würde besser werden.


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 Betreff des Beitrags: Yastan Kitara
BeitragVerfasst: Fr 13. Nov 2009, 17:30 
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Yastan war extra früher aufgebrochen um seinen Vater abzuhängen. Er wusste, dass sein Vater gerne mit in die Gilde gekommen wäre. Seine Worte schallten noch immer in seinem Kopf. "Du musst für uns spionieren mein Sohn. Vergiss niemals: Der Mantel der Sterne ist unser Konkurrent. Wenn wir kein Gold mehr haben für deine Ausbildung, sind sie schuld!"

Er war die Reden leid und einfach gegangen. Seufzend lief er an den heruntergekommenen Häusern des Hafens vorbei, die den Anfang ins Armenviertel markierten. Hier herrschte Armut, ein Zustand von dem er verschont geblieben war.

Es war ihm gut gegangen als jüngster Sohn eines angesehenen Handelshauses und dennoch war er nicht von der Blindheit manches reichen Zöglings erkrankt. Er wusste, dass Armut vorhanden war und dass er einfach Glück gehabt hatte.

Als er zu sich dem Turm näherte sah er ein Mädchen mit ungewöhnlichem Haar davor stehen. Ihr Haar erinnerte ihn stark an Feuer und ihre Augen an dunkle Rubine. Fasziniert starrte er sie an, er wollte ihre Erscheinung ganz erfassen, wie konnte er sie noch nie bemerkt haben?

Plötzlich trafen sich ihre Blicke. Ein schlechtes Zeichen dachte Yastan, Mädchen mochten es nie angestarrt zu werden. Erst jetzt fiel ihm auf, dass sie die selbe Robe wie er trug: Die Adeptenrobe des Mantels der Sterne.

Sie war auch eine Schülerin!

Er öffnete seinen Mund zur Begrüßung, doch sie rümpfte nur ihre Nase und ging die Stufen hinauf. Verwirrt folgte Yastan ihr.

Als er nach ihr den Eingangsbereich betrat sah er, wie sie sofort auf Scholar Andolini zutrat und folgte ihr hastig.

Dieser begutachtete beide abwechselnd und konnte ein Grinsen nicht verbergen. "Mir war nicht bekannt, dass wir zwei Schüler haben die sich so ähnlich sehen."

Entsetzt starrte Zanira zunächst Scholar Andolini, dann Yastan an. Sie sah keine Ähnlichkeit. Gut, er hatte rostrotes Haar, aber es war nicht annähernd so intensiv wie ihre Haare. Außerdem hatte sie keine Sommersprossen auf der Nase und ihre Augen sahen auch viel schöner aus.

Beschwichtigend hob Scholar Andolini seine Arme. "Schon gut, nur ein Scherz. Setzt euch bitte kurz an den Schreibtisch, ich überprüfe dann euren Namen und ihr müsst das notwendige Formular ausfüllen. Danach bringe ich euch zu euren Mitschülern, zwei warten bereits oben im Wohnbereich."

Yastan nickte lässig. Formalitäten waren für ihn alltäglich. Seufzend schlurfte er zum Schreibtisch herüber, dieses Mädchen sah zwar ungewöhnlich aus, wirkte jedoch zunächst wie die meisten ihres Alters: Arrogant, verwirrend und ihn-ignorierend. Damit schloss er die Beweislage und freute sich innerlich über die weiteren Bekanntschaften, die er heute machen würde.

Zanira hingegen spannte sich an. Sie spürte noch immer den starrenden Blick des Jungen in ihrem Nacken. Sollte es doch nicht so einfach sein, hier ein neues Leben zu beginnen, ohne Vorurteile? Vielleicht hatte sie es sich zu einfach vorgestellt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantel der Sterne: Das Leben der Schüler
BeitragVerfasst: Sa 14. Nov 2009, 16:20 
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Nesmil hatte ein Problem. Das heißt, eigentlich hatte sie sogar sehr viele Probleme. Etwa ihre Minderwertigkeitskomplexe. Sie war klein, mager, hässlich und ungeschickt. Alle anderen waren stärker, geschickter und schöner als sie. Das gestand sie sich zwar nicht wo wirklich offen ein, aber sie wusste es. Sie war hässlich, alle anderen waren schön. Vor allem andere Frauen waren immer hübscher als sie. Das mochte auch daran liegen, dass Nesmil nicht so viel Zeit mit Körperpflege verbrachte. Nicht, dass sie unreinlich wäre. Doch sie verwendete keine Zeit damit etwas zu tun, was ohnehin nicht konnte - und auch nicht brauchte! - nämlich sich zu schminken.

Auch unterließ sie es sich zu parfümieren oder ihre Haut mit unzähligen Feuchtigkeitsmitteln einzufetten, so dass diese rauh und spröde war. Ihre Haare schnitt sie sich aus alter Gewohnheit selbst immer so kurz wie möglich, was oft sehr merkwürdig aussah. Aber wenn die Haare so kurz waren musste sie sich wenigstens nicht so lange in der Früh kämmen. Was sie meistens sowieso nicht tat. Weil sie nicht mal das konnte. Es aber auch nicht brauchte!

Ganz im Gegensatz zu Elona. Elona hatte alles. Wunderschöne, gepflegte Haare und zarte wie auch sanfte Haut. Viele tolle Kleider. Einen begehbaren Kleiderschrank. Ansehen, Titel, Respekt und Reichtum. Und sie konnte sich schminken, wenn sie wollte. Das konnte sie gut. Gerade soviel um natürlich zu wirken und nicht aufdringlich. Konnte ihre Haare in Geltung bringen und souverän auftreten. Ihre Mimik, ihre Gestik und ihre Selbstkontrolle. Elona war perfekt, sie hatte alles und sie konnte alles haben.

Nesmil hatte nichts. Deshalb beachtete sie auch keiner. Sie hatte nichts und sie war hässlich. Keiner schenkte ihr Aufmerksamkeit, keiner sah zu ihr. Höchstens um Witze darüber zu machen, wie hässlich und ungeschickt sie ist. Keiner schenkte ihr Aufmerksamkeit. Nicht einmal ihre Schwester Sevaera tat das noch. Keiner.. außer Elona. Der Gedanke erfüllte Nesmil immer mit großem Stolz. Die Prinzessin, die Königin der Welt, die alles hatte schenkte ihr Aufmerksamkeit. Hatte sie in ihren Freundeskreis aufgenommen, in ihre Gruppe. Eines Tages würde sie Elona beweisen, dass das eine gute Entscheidung war.

Denn zumindest eines hatte die Autistin. Intelligenz. Und das war jedoch auch genau das zweite Problem. Selbst die meisten Magier konnten ihren Gedanken oft nicht folgen. Hatten Schwierigkeiten damit in acht Dimensionen zu denken. Konnten sich keine Dreiecke mit Innenwinkelsummen von mehr als 180 Grad vorstellen. Obwohl Nesmil mit einer theoretischen Berechnung bewiesen hat, dass das geht. Konnten sich nicht vorstellen, dass in der direkten Umgebung überall um die Menschen ein eigenes Multiversum versteckt ist. Eines in dem jeder Mensch und jedes Tier eine eigene Welt ist. Bewohnt von Milliarden von Lebewesen die ganz eigene Strukturen und ein eigenes Gleichgewicht bilden. Lebewesen die nur so klein sind, dass man sie nicht zu erfassen weiß. Die meisten Magier wollen nicht wissen, dass jedes Gehirn nur durch elektrische Impulse speichern und handeln kann. Die beliebig ersetzt werden können. Ihre ganze Intelligenz auf die sie alle so stolz sind absolut nichts bedeutet. Nesmil hatte sich inzwischen damit abgefunden, Geduld haben zu müssen. Selbst angeblich hochintelligenten Leuten musste sie alles dreimal und mit recht einfachen Worten erklären. Inzwischen geht es einigermassen.

Aber Nesmils eigentliches Problem war im Moment ein anderes. Es war recht einfach auf einen Punkt zu reduzieren: Sie hasste Menschen. Es gab einfach viel zu viele davon. Viel zu viele. Viel zu viele die sie nicht beachteten. Die schöner waren und sie hässlich fanden. Die dümmer waren und sich für klug hielten. Die mit ihrer Dummheit langweilig und nervig waren und soviel Schaden anrichteten. Nesmil hasste sie schönen Menschen, weil die alles bekamen und sie nichts. Nesmil hasste die hässlichen Menschen, weil die sie an ihre eigene Hässlichkeit erinnerten. Nesmil hasste es das Labor oder die Bibliothek zu verlassen und noch mehr hasste sie es den Turm zu verlassen und in die Stadt zu gehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man dabei auf andere Menschen trifft war einfach zu hoch.

Unbekannte oder fremde Menschen wurden von Nesmil zunächst immer zuerst als Ärgernis oder Problem eingestuft. Meistens bleibt es nicht auf dieser Stufe, denn sehr schnell stufte Nesmil andere in ihrer Skala von Ärgernis auf Feind herunter. Menschen die interessant waren (die Ausnahmefälle) wurden von Nesmil in ihrer Skala nach oben gestuft. Von Ärgernis zu Sezierobjekt. Nesmil verbindet damit positive Emotionen. Ihr ist aufgefallen, dass Sezierobjekte ihr plötzlich immer sehr viel Aufmerksamkeit schenken. Oft sagen diese sogar nette Sachen zu ihr, wenn sie dafür die Dosierung der Analgetika erhöht.

Nur ganz wenige Menschen wurden in Nesmils Skala auf Ratte hochgestuft. Aus der Sicht der Autistin wäre es eine Beleidigung Menschen, die so wertvoll sind, noch mit der Bezeichnung Mensch zu herabwürdigen. Sie sind Ratten, denn Ratten sind besser als Menschen. Nesmil mochte nur Ratten und nur Ratten mochten Nesmil. Also konnten Menschen, die Nesmil mochte und die Nesmil mochten keine Menschen sein. Denn Menschen waren bestenfalls Sezierobjekte.

Nesmil seufzte leise als sie die Türe öffnete und die Stufen erklomm die vom Keller ins Erdgeschoss des Magierturms führten. Und nun wollte die Ephora, dass sie einen Menschen bekam. Als Schüler. Ihn in die Wissenschaft der arkanen Magie einführte. Bestimmt wird er furchtbar dumm sein und sie nur nerven. Sie mit dummen Fragen und seiner Unfähigkeit von ihren eigenen, wichtigen Forschungen abhalten. Außerdem wird er sie hässlich finden. Und dann hinter ihrem Rücken mit seinen Freunden Witze über sie machen.

Noch schlimmer wäre es natürlich, wenn sie eine weibliche Schülerin kriegt. Die wird dann dauernd ihr Haar kämmen. Sich nicht die Finger schmutzig machen wollen und nichts verstehen. Weil sie dauernd nur daran denken wird, wie toll und hübsch sie ist und wie hässlich Nesmil. Dann wird sie sich jeden Tag mit Jungs treffen, nur um Nesmil zu zeigen, dass sie ein 'Leben' hat. Allerdings könnte Nesmil sie auch hässlich machen.. ein kleiner Laborunfall.. Säure die überkocht und explodiert, in das Gesicht spritzt.

Nesmil biß sich hastig auf die Lippen.

Nein, nein.. lieber nicht. Elona hatte so viel für sie getan und sie will, dass die Gilde einen guten Ruf hat. Außerdem hat sie Nesmil diese Aufgabe gegeben, weil sie ihr vertraut. Nicht viele hätten ihr so viel Aufmerksamkeit und Vertrauen geschenkt. Sie durfte dieses Vertrauen nicht entäuschen. Elona wollte, dass sie das macht, also würde sie sich bemühen es so gut zu machen, dass die Ephora mehr als zufrieden ist. Egal wie dumm ihr Schüler ist, sie wird das Beste aus ihm rausholen. Auch wenn er es nicht verdient, sie hässlich findet und Witze über sie machen wird. Es geht ja nicht um ihn, sondern um die Ephora, um Elona. Sie muss zufrieden sein und sie wird zufrieden sein mit Nesmils Ergebnis.

Sie öffnete die nächste Türe, die in die Eingangshalle führte.

Heute hatte sich Nesmil ausnahmsweise Mühe mit ihrem äußeren Erscheinungsbild gegeben, zumindest soweit sie dazu in der Lage war. Sie hatte lange ausgeschlafen um nicht, wie so oft, übernächtigt zu wirken. Die Robe war frisch gewaschen und geglättet. Und sie selbst hatte am Abend zuvor gebadet um den Geruch von Ratten und modrigen Büchern loszuwerden. Zwar empfand sie diesen Geruch als angenehm, aber sie wisste auch, dass sie mit dieser Meinung alleine war. Ihre Haare hatte sie sich so hingekämmt, dass es einigermassen gut aussah. Und berufsmässig wirkende Handschuhe bedeckten die noch nicht ganz verheilten Verbrennungen an den Händen, die sie sich bei einem fehlgeschlagenen Versuch vor ein paar Tagen zugezogen hatte.

Das alles war notwendig, denn Nesmil wusste, dass Elona der Ruf der Gilde sehr wichtig war. Und heute kamen alle Schüler, einige möglicherweise auch in Begleitung ihrer Eltern. Und da unter diesen Eltern auch welche von den reichen Händlern und Adligen waren, bei denen Elona und die Gilde gut dastehen wollten, musste sie einen ordentlichen und vertrauenserweckenden Eindruck machen.

Nesmil trat in die Eingangshalle und schloss die Türe hinter sich wieder. Kurz folgte sie mit dem Blick Vito, der gerade mit zwei Kindern zum Schreibtisch ging. Obwohl.. was heißt Kinder, der Junge war vielleicht vier Jahre jünger als Nesmil. Sollten das zwei der Schüler sein? Nesmil musste sich noch an den Gedanken gewöhnen, dass diese vergleichsweise recht alt waren. In ihrer Heimat hatte man weitaus früher mit dem Studium der Magie begonnen. Unauffällig musterte sie beide etwas länger, stockte dann als sie es bemerkte: Das Mädchen.. war eine Feuergenasi. Was für eine Seltenheit, was für ein großes Glück! Und in Nesmils Gedanken lag Zanira bereits auf dem Seziertisch.

Halt, nein!

Rasch rief sich die Autistin zur Ruhe. Elona würde das nicht wollen, der Ruf der Gilde war wichtig, sehr wichtig. Auch wenn es so eine einmalige Chance war.. nein, Nesmil musste der Versuchung widerstehen! Für Elona, für die Gilde. Schnell ging sie zur Beruhigung ein paar ihrer Lieblingsformelm im Kopf durch.

A = 5 x 1/2 x a x tan54° x a/2 = 5/4 x a² x tan54°.
r = 2/3 x c³ x ß³. c/2 = a³ - b x 0,358. a² + b² = c².


Nachdem sie sich dadurch schnell ein wenig abgelenkt hatte, löste sie den Blick von Zanira und musterte stattdessen den Jungen. Sie bemühte sich, die ganze Zeit über ihren Gesichtsausdruck möglichst neutral zu behalten.

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 Betreff des Beitrags: Eintreffen eines neues Adepten
BeitragVerfasst: Sa 14. Nov 2009, 19:07 
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Scholar Andolini erklärte beiden neuen Schülern den kommenden Ablauf: Von nun an waren sie Mitglieder des Mantels der Sterne, Adepten. Die meisten ihrer Sachen wurden in den Tagen zuvor beim Turm abgegeben und in ihre Truhen eingeräumt. Jeder Adept besaß eine eigene Truhe und einen Schlafplatz im Hochbett. Sie konnten das Erdgeschoss, den ersten Stock und zweiten Stock ohne Aufsicht nutzen, im 1. Stock fanden sie die Bibliothek und Schreibtische zum arbeiten. Im 2. Stock war der Wohnbereich, hier würden sie auch ihre Lehrmeister antreffen, obwohl man für die Adepten einen extra Wohnraum angebaut hatte (der in der engine nicht eingebaut ist).

Alle anderen Räume und Stockwerke waren nur mit einem Scholar oder höherrangigen Mitglied der Gilde zu nutzen.

Bei Zanira erläuterte Vito kurz ihre finanzielle Situation. Sie war, wie zwei weitere Schüler, verpflichtet worden. Um die Kosten für die Ausbildung aufzubringen war sie für noch mindestens ein Jahr verpflichtet, nach ihrer Ausbildung, für die Gilde zu arbeiten.

Wärend Vito erklärte und den überforderten Adepten kurz zwei Schriftstücke zeigte bei denen ihre Vormunde unterschrieben hatten, schaute Yastan abgelenkt zu der eingetretenen Scholarin. Neugierig musterte er sie. Eine ausgebildete Magierin, hager, blass, schwarzes kurzes Haar ordentlich zurecht gelegt. Schnell huschte Yastan mit seinem Blick zurück zu Scholar Andolini, er wollte nicht auffallen weil er sie anstarrte. Ob sie seine Lehrmeisterin werden würde?

Just in diesem Moment öffnete sich die Eingangstüre.

Ein großer, gerüsteter Mann trat ein. Er trug einen Eisenhelm der sein Gesicht zur Hälfte verbarg sowie eine polierte Brustplatte und eine Axt, die auf seinen Rücken gebunden war. Der Mann wirkte furchtbar unpassend in dem Raum voller Magier und werdender Magier, sowie Bücher und magischen Utensilien. Nachdem der Mann sich umgesehen hatte, dabei Nesmil einen prüfenden Blick zuwarf, trat hinter ihm ein großgewachsener, blasser, Mann mit glatten und feinen Zügen, sowie spitz zulaufenden Ohren ein. Er hatte einen schmalen Kinnbart und trug kostbare Seidenkleidung. Hinter ihm kam eine schlanke Frau mit blondem seidigem Haar hinein, ihre Kleidung war ebenfalls von höchster Qualität und sie trug eine aufwendige Hochsteckfrisur. Neben ihr lief ein Junge von durchschnittlicher Größe, ähnlichen Zügen wie der hochgewachsene Mann sie hatte, und schwarzem Haar. Er hatte dunkle saphirbaue Augen und trug die Robe der Adepten. Seine Gefühle verbargen sich sorgfältig hinter einer Miene der Gleichgültigkeit.

Hinter den feinen Herren befand sich ein Diener von 17 Wintern, der eine kostbarwirkende Tasche trug.

Der Blick des hochgewachsenen Mannes fiel auf Nesmil, er öffnete seine Lippen und war im Begriff sie anzusprechen als die Türe aus dem 1. Stockwerk sich schloss und Elona neben Nesmil trat. Sie trug ihre Ephorus-Robe und hatte heute besonders viel Wert auf ihr Äußeres gelegt, wobei deutlich erkennbar war, dass die wenige Schminke und Frisur ihr ein ernsteres und strengeres Äußeres verleihen sollten, als bisher.

"Ehrenwerte und geschätzte Angehörige des Hauses Cystana, es freut mich zutiefst euch willkommen zu heißen im Turm des Mantels der Sterne."

Sie neigte ihren Kopf ein Stück, legte ihre rechte Hand sanft auf Nesmils Oberarm und sah lächelnd zum Vater des Jungen, der die Begrüßung - wie auch seine Frau - förmlich erwiderte.

"Wenn ihr erlaubt möchte ich euch eine unserer fähigen Scholare vorstellen. Ihr Name ist Nesmil, ihr Können ist beeindruckend." Mit einem aufmunterndem und dankbaren Blick an Nesmil, wendete sie sich zurück an den Vater des Jungen.

"Bitte folgt mir, wir besprechen euer besonderes Anliegen oben. Euer Sohn wird solange von Scholar Andolini eingewiesen." Mit einem knappen Nicken traten der Halbelf und seine Frau, samt des Leibwächters, an Nesmil vorbei und folgten Elona in das erste Stockwerk.

Der Junge schaute seinen Eltern nach ehe er seine Aufmerksamkeit auf Nesmil legte. Er starrte sie an, musterte sie aufmerksam und machte zunächst keine Andeutungen zum Schreibtisch zu treten an dem Vito vergeblich versuchte die Aufmerksamkeit von Zanira und Yastan wieder auf sich zu lenken.

Schließlich trat der Diener mit der Tasche vor, er hielt den Blick gesenkt und sprach leise.

"Edward, gestattet mir den Vorschlag, dass wir sitzend warten bis ihr dran seid bei dem Scholar vorzusprechen."


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantel der Sterne: Das Leben der Schüler
BeitragVerfasst: So 15. Nov 2009, 10:28 
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In einer Ecke eher lässig an einer der Wände gelehnt stand eine Vermummte frau die Kapuze tief im Gesicht zeugten hin und wieder zwei, hin und wieder Zuckende, beulen unter dieser davon das sie wohl nihct gerade das war , das man unter normal verstand.

Das waren also die Schüler..das letztemal das sie jemanden untterichtete war garnihct so lange her..wobei Lesen und Schreiben Abanazzi kindern beizubringen nicht gerade hiermit zu vergleichen war.

Sie betrachtete Nesmil eine weile..aus dem nervösen Mädchen wurde sie immer noch nicht schlau, auser das sie anderen lieber aus dem weg ging.
Mit einem Schulterzucken sah sie weiter zu den Schülern.

Wie würde man reagieren? Würde man sich überhaupt von einem Wesen wie ihr Unterrichten lassen wollen?

Zanira, hm. Ja das musste dieses Kind dort sein. Ein Feuergenasi, die blicke die sie erntete kannte Tianara gut gefolgt von neugier, wie man sie einem Hund mit zwei Wedelnen Schwänzen zukommen liess gepaart mit Angst...Die Dummheit der verschlossenen.

Sie verschränkte die Arme und beobachtete halb im Dunkeln weiter die ankömmlinge.

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 Betreff des Beitrags: Re: Mantel der Sterne: Das Leben der Schüler
BeitragVerfasst: So 22. Nov 2009, 23:25 
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Es war Helmstag, der 13. Uktar und Ulrics Pflichten ließen ihm heute ein wenig Zeit. Er war Morgens im Lazarett gewesen und nun, nach dem Schichtwechsel, nachdem die Besorgungen bereits gestern erledigt wurden und er auch keine Lehrstunden abhalten musste, konnte er endlich wieder ein wenig in eigener Sache unterwegs sein. Er packte ein paar frische Kekse in ein Tuch und schnappte sich eines der Kreisel und den kleinen Kuschel-Betrachter und verstaute alles in einem Beutel. Fröhlich lächelnd legte er seinen elfischen Umhang an und zog sich seine Lederhandschuhe über. Leise ein Lied pfeifend machte er sich auf den Weg. Es war gar nicht so weit. Schon nach kurzer Zeit hatte er sein Ziel erreicht. Dort stand er nun. So nah, direkt vor dem Turm, wirkte diese doch noch um einiges höher als von der Halle aus gesehen. Es war ein wahrhaft mächtiges Bauwerk. Wie eine Nadel... nein... eher wie ein Pfeil... nein sogar mehr wie ein Speer stach er in die Höhe... erst die Wolken schienen die Grenze zu sein. Ulric atmete tief durch. Wenn er sich diese Höhe so ansah, hätte er vielleicht besser ein paar warme Decken mitbringen sollen. Er lächelte plötzlich. Ob man ihn wohl bis ganz nach oben lassen würde um einmal einen Blick aus einem der höchsten Fenster zu werfen? Fröhlich ging er die Treppe hinauf. Welch eine Aussicht sich ihm schon von hier aus auf den Hafen bot. Er stellte sich so nah an den Rand wie er nur konnte ohne Gefahr laufen zu müssen durch einen falschen Schritt hinunter zu fallen und sah sich das geschäftige Treiben der Handelskoggen und Fischerboote an. Eine Windböe zerzauste sein Haar und trieb ihm einige Tropfen von den eisigen Stalagtiten ins Gesicht, die an der Treppenüberdachung hingen. Das Gesicht verziehend und sich mit dem Ärmel die Tropfen wegwischend trat er zurück. Er blickte zur Tür und atmete nochmals tief durch. Gut es war vielleicht schöner als er es sich in seiner Vorstellung ausgemalt hatte, aber sicherlich würden Fina und Lorien bereits voller Ungeduld darauf warten endlich wieder von einem bekannten, freundlichen Gesicht begrüßt zu werden. Er sollte wirklich einmal mit Flinn sprechen ob es denn tatsächlich nötig war die Kinder auch noch komplett aus ihrem gewohnten Umfeld und von ihren Freunden weg zu reißen. Sicherlich waren die beiden bereits am vereinsamen unter all diesen Greisen die hinter diesen Mauern leben mussten. Er öffnete die Tür und trat ein. Der Scholar hinter dem Tresen blickte auf. Er war gar nicht so alt und grau wie Ulric gedacht hatte, aber sicherlich war er auch nur ein einfacher Empfangsherr. Ulric trat freundlich Lächelnd mit dem Beutel in den Händen auf Vito zu.
"Den Göttern zum Gruße mein Herr. Ich wollte zwei der Schüler besuchen. Ob ihr wohl so freundlich wäret alles in die Wege zu leiten?"

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Saerail Kiirnodel - Mindestens haltbar bis Ende
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-Albert Einstein

Never trust a smiling Gamemaster.

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 Betreff des Beitrags: Re: Mantel der Sterne: Das Leben der Schüler
BeitragVerfasst: Mo 23. Nov 2009, 12:05 
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Am gleichen Tag zur selben Zeit:

Das eine oder andere Gespräch hatte Sarina bereits mit Flinn geführt. Der Baron hatte ihr nur selbst die Schuld gegeben, wo sie den Preis nicht festgelegt hatte für die Lizenz. Die anderen Barden sahen es anders als er es auslegte, das wusste sie. Sie war aber mir ihren Bemühungen noch nicht am Ende. Wieder einmal saß sie in der Bibleothek und grübelte, was man nocht tun könnte. Sie würde erst einmal warten und Ulric fragen, wie sein Besuch verlief und welche Eindrücke er hatte, wenn er zurück kam. Vielen Gedanken konnte sie heute nicht nachhängen. Denn irgendwo holte sie eine helle zarte Mädchenstimme sie ins Hier und Jetzt zurück.

"Wofür hat Ulric den Betrachter eingepackt? Geht er etwa die beiden Besuchen?"

Die Bardin wusste sogleich, welche beiden gemeint waren. Sie konnte und wollte das kluge Kind nicht anlügen, welches sie aus klaren eisblauen Augen fragend ansah. Sie lächelte ihr sanft zu.

"Ja, das tut er. Er will sicher einmal sehen, wie es ihnen im Turm ergeht und was sie dort lernen."

Sie wusste sicher nicht alles, sprach nicht alles aus, was sie dachte. Ihr war zwar bewusst, dass es dort nicht so kalt und finster war. Flinn war gar recht gastfreundlich gewesen und hatte Tee kochen lassen, als sie ihn besuchte.

"Lernen sie dort mehr als wir?" hakte die kleine Sasha nach. Sarina schüttelte den Kopf und erklärte ihr wohlwollend wie sie es sah. Einen gewissen Eindruck hatte sie bereits, denn sie kannte einige der Mitglieder.
"Nein, sie lernen nur anderes. Bei einem jeden kommt der Punkt im Leben, an dem sich Dinge ändern. Das wird auch eines Tages bei dir so sein. Aber das heißt nicht, das Veränderungen oder Neues immer schlecht sind."

Die Kleine nickte und grinste: "Ich finde Neues immer sehr aufregend."
Fasziniert blickte die junge Frau das Mädchen an. So jung war sie und schon so wortgwewandt. Andere in ihrem Alter hätten einfach Worte wie "schön" oder "toll" benutzt. Aber sie war anders und vielleicht nicht die einzige, bei der es so war. Wieder schlich sich ein verschmitztes Lächeln auf ihre Gesicht und klappte die Bücher zu.

"Und darum...machen wir beide jetzt einen kleinen Spaziergang. Später treffen wir uns hier mit den anderen zum Essen wieder."

Das Mädchen sprang auf uns umarmte die Lehrerin in überschwänglicher Freude, was diese herzlich erwiderte. Dann erhob sie sich. Sie reichte ihr ihren gefütterten Mantel mit dem Fellkragen samt Schal und Mütze. Sie war recht selbstständig und längst in der Lage, sie selbst anzuziehenn und darauf zu achten, dass das lange dunkelblonde Haar sich dabei nicht verheddert. Sarina selbst zog sich ihre Wollkleider an und zog sich die warme Kapuze über den Kopf. Zusammen verließen sie die Hallen und genossen ein paar Stunden des kalten, aber dennoch freundlichen Wintertages und die klare Luft.... und Sasha nahm auch die Flöte aus dem einfachen hellen Holz mit mit. Irgendwo aus einer Straßenecke hatte ein bläuliches-grünes Augenpaar die beiden beobachtet. Der Kater mit dem dunkelgrauen Fell huschte aus seinem Versteck hervor und ihnen hinterher.

Ihr Weg führte sie aus der Stadt heraus. Den manchmal musste man über Mauern hinweg sehen, um etwas innerhalb von ihnen zu erreichen. Im Lager der Abbnazzi abgekommen, suchte sie nach der Sippenmutter. Ob Lagrimmar wohl hier wäre oder bereits wie angekündigt ins Armenviertel der Stadt gezogen?

((Das ganze hat nen Hintergrund und läuft auf eine Idee von mir hianus, wie die Barden auf das Problem reagieren könnten. Bei Interesse bitte PM an mich. ;) ))

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 Betreff des Beitrags: Re: Mantel der Sterne: Das Leben der Schüler
BeitragVerfasst: Mo 23. Nov 2009, 19:42 
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Tianara betrachtete Zanira und die Beulen unter der Kapuze stellten sich leicht auf.

Ich bin Scholar Crystan..Dein Name ist Zanira richtig?
Bist du berreits herrumgeführt worden...hast du Fragen?


Sie sprach recht offen, keine Spur der entfremdung ob der Herkunft des Kindes oder Angst war zu Spüren, einfach als wäre es für sie ganz normal.

Sie entrollte ein Pergament

Hier steht du hast gute Kenntnisse in Monsterkunde? Interessant, was sind deine Ziele?

Dies alles sprach sie im gehen und hin und wieder bewegte sich dabei etwas unter dem umhang.

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