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 Betreff des Beitrags: Commae en'rutha - II: Das Licht der Hoffnung
BeitragVerfasst: So 22. Jun 2008, 11:55 
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Xargorat


„Kommandant?“ Die heisere Stimme des Adjutanten schreckte Xargorat aus seinen Gedanken, während er sein neues Schwert reinigte. „Wir sind marschbereit.“
Mit ernster Miene machten sich die beiden Männer in den Portalhof auf. Das Bild, das sich ihnen darbot, war beeindruckend. Die sechs Hundertschaften des Flügels von Wheloon hatten sich jeweils in Quadraten aufgestellt, vorne die Schildträger, dazwischen Pikeniere und Flankenschnitter, die für besondere Kampfstrategien gebraucht wurden, dahinter die Langbogenschützen. Alle trugen sie ihre Kriegsrüstungen, blank poliert und in den Farben des Bundes: blau, gold und rot.
Vor dem Flügel hatte sich Urias Sonnenschild postiert, flankiert von seinen sechs Unteroffizieren. Im hinteren Teil des Hofes sah Xargorat nun seine eigenen Männer aufmaschieren, die zwei Hundertschaften der Weißen Brigarden mit ihren milchigen Metallrüstungen auf den Rücken ihrer ebenso gerüsteten weißen Schlachtrösser.
Sein Knappe wartete bereits mit Donner auf ihn, ein feuriger Wallach, den Xargorat selbst ausgebildet hatte. Mit einem kurzen, schiefen Lächeln tätschelte er den Hals des unruhigen Tieres und schwang sich auf seinen Rücken, bevor er seine Position vor seinen Soldaten einnahm.
Von seiner erhobenen Position aus hatte er einen guten Blick auf die Anführer des Heeres, die als letzte durch das Tor schritten. Trajan Ronthar und eine Halb-Elfe, die er noch nicht kannte, waren die ersten auf ihren leichten, cormyrianischen Schlachtrössern, dann folgten Altiara Serailla und Hontajo Shing und ein Raunen ging durch die disziplinierten Truppen.
Xargorat konnte ein Erschauern nicht unterdrücken, als er die beiden sah, denn sie hatten nicht auf Pferde zurückgegriffen. Das Gefühl der Unruhe meldete sich wieder in seinem Magen, sie wurden von zwei leibhaftigen Einhörnern in den Hof getragen und wendeten sich zum abmarschbereiten Heer.
„Soldaten des Tarkanischen Bundes“, schallte die magisch verstärkte Stimme des Shing zu ihm herüber. „Die Zeit des Abmarsches ist gekommen. Ich weiß, dass euch nicht viel Zeit blieb, um euch von euren Freunden und Familien zu verabschieden und ich weiß auch, wie unruhig ihr sein müsst angesichts dieses raschen Aufbruchs.“
Langsam ließ der Veteran seinen Blick durch die Reihen wandern. „In den Silbermarken ist Krieg ausgebrochen und nicht irgendein Krieg. Die Stadt der Schatten, die Thultanthar, die vor wenigen Jahren bereits einmal unsere Faust traf, strebt danach, ihre Macht über ganz Faerûn auszudehnen und wie schon damals, als sie unsere Ernten verdorren ließen in ihrem rücksichtslosen Streben, werden wir sie aufhalten.“
Zustimmendes Gemurmel erhob sich und Xargorat nickte für sich, bemüht, eine entschlossene Miene aufzusetzen. Schließlich war er bei dieser Schlacht dabeigewesen und diejenigen, die mittlerweile stark genug waren, die Gefallenen zu ersetzen, beobachteten ihn sehr genau.
„Die Schatten haben wieder einmal furchtbare Verbrechen begangen. Sie haben Truppen ausgehoben, die nun plündernd und mordend durch die Lande ziehen und die Bastionen der Zivilisation bedrohen. Orks und andere Bestien sind ihrem Ruf gefolgt mit dem einzigen Ansinnen, alles zu vernichten, für das auch wir stehen: Für Zivilisation, für Frieden und für Freiheit.“
Wieder erhob sich zustimmendes Gemurmel. „Und sie haben noch ein weiteres Verbrechen begangen.“, fuhr der Krieger fort. „Sie haben in ihrem sinnlosen Streben, den Willen der Silbermarken im Kampf gegen sie zu brechen, einen Anschlag auf Alustriel Silberhand verübt in dem Glauben, dass diese Abscheulichkeit ihnen den Sieg bringen würde.“
Einen Raunen ging durch die Menge. „Aber ich sage euch: Wir werden sie eines besseren belehren. Wir werden sie lehren, dass ihre Untaten nichts weiter bewirkt haben, als den Zorn der Götter zu wecken, wir werden sie lehren, dass der Lohn für diese Tat nun ist, dass unsere Faust sie ein weiteres Mal treffen wird, und diesmal werden wir nicht zurücktreten, wenn sie taumeln. Wir haben die Macht, zu Ende zu bringen, was bereits vor über tausend Jahren hätte geschehen sollen, wir haben die Macht, sie bei ihrer Torheit und ihrer Arroganz zu packen, bei ihrer Ehrlosigkeit zu fassen zu bekommen und in den Staub zu schleudern, in den sie schon vor so langer Zeit hätten fallen müssen.
Die Schatten haben den Wind gerufen und wir sind der Orkan, der ihnen antwortet!“
Zustimmendes Gebrüll aus vielen Kehlen erhob sich und die Soldaten begannen ihre Waffen zu ziehen und sie nach oben zu recken. Auch Xargorat griff zu dem prächtigen Zweihänder, der an seinem Sattel hing und hob ihn mit der rechten Hand über den Kopf.
„Dann lasst uns nun das Licht dieses gerechten Zorns nach Silbrigmond bringen und den Schatten zeigen: Die Zeit dieses Zornes hat gerade erst begonnen.“
Xargorat sah den legendären Schwertmeister noch weitersprechen, aber auch die magische Verstärkung seiner Stimme konnte es nicht mit dem Gebrüll aufnehmen, das durch den Hof brandete, als die Einhörner sich schließlich zum Tor wandten und die beiden lebenden Legenden in das wabernde Licht trugen, dass sich im Zentrum der acht riesigen, gekrümmten Steinsäulen gebildet hatte, das Meisterstück das verstorbenen Portalmagiers Trajan Ronthar der Ältere darstellten.
Dann setzte sich der gesamte Zug in Bewegung und Xargorats schlechtes Gefühl im Magen erhielt neue Nahrung. Er verspürte beim Anblick des Portals eine aufrichtige Hassliebe. Seine Existenz hatte sein Leben schon mehrere Male gerettet, aber an die Reisen und ihre Nachwirkungen konnte und wollte er sich einfach nicht gewöhnen.
Viele Erinnerungen kamen in ihm hoch, als die Säulen vor ihm immer mehr an Größe gewannen, Erinnerungen an vergangene Schlachten und Einsätze, die er an der Seite des Mannes geschlagen hatte, der wieder einmal als erster aufgebrochen war.
Doch diesmal ging es nicht darum, in die Heimat des Gegners einzufallen, zu tun, was nötig war, und wieder zu verschwinden, diesmal zog er in einen ausgewachsenen Krieg, und im Gegensatz zu den Soldaten, die vor ihm marschierten, wusste er, wie mächtig der Gegner war, dem sie sich nun stellen mussten.
Und dennoch hatte er keine andere Wahl, als Zuversicht auszustrahlen und mit vorgestreckter Brust durch das vermaledeite Portal zu marschieren und zu tun, was er geschworen hatte: Seine Klinge in den Dienst des Shing zu stellen, gleich wie groß der Gegner und wie aussichtslos der Kampf.
Dann verschlang ihn das Licht und trug ihn weit fort.

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 Betreff des Beitrags: Re: Commae en'rutha - II: Das Licht der Hoffnung
BeitragVerfasst: Di 24. Jun 2008, 10:00 
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Altiara

Altiara Serailla schmunzelte unwillkürlich, als sie in das Gesicht ihres langjährigen Weggefährten blickte. Es war zu einer Maske der Entschlossenheit verzerrt und grimmig nach vorne auf die mächtigen Mauern Silbrigmonds gerichtet, die sich wie ein unüberwindliches Bollwerk in den Himmel erhoben, das die Region schon mehr als einmal vor dem Schlimmsten bewahrt hatte.
Das Schmunzeln erstarb jedoch rasch. Sie wusste, was Alustriel dem erfahrenen Krieger bedeutet hatte und spürte, wie groß der Zorn war, der jetzt in ihm tobte, Zorn gepaart mit Schuldgefühlen, weil es ihnen nicht gelungen war, die Stadt der Schatten abstürzen zu lassen.
Sie schauderte bei dem Gedanken an die Berührung durch die Magie der Schatten, die sie bei diesem Kampf fast das Leben gekostet hatte. Nur Miranda von Colin hatte zwischen ihr und der jenseitigen Welt gestanden, deren Schönheit sie doch am liebsten durch die Augen ihres eigenen Körpers bewunderte.
Silbrigmond. Die Stadt rief viele Erinnerungen wach, war es doch die einzige, an der sie jemals Gefallen gefunden hatte. Sie hatte die Schönheit Cormanthyrs gesehen und ihren Untergang verfolgt, sie hatte einst sogar Leuthilspar besucht, aber Silbrigmond war die einzige Stadt, die ihr jemals ein Gefühl der Heimat hatte vermitteln können, auch wenn sie nicht so weit gegangen war wie ihr alter Kampfgefährte, der mit der Elfenbeinresidenz ein stattliches Anwesen dort unterhielt.
Und nun musste sie diese Stadt verteidigen. Sie erinnerte sich daran, wie der Shing noch im dreizehnten Jahrhundert dem Ruf zu den Waffen gefolgt war, um mit Alustriel und Sturm gegen Khallos Schildbrecher zu ziehen, dem es als erstem überhaupt gelungen war, diese mächtigen Mauern zu überwinden und die Stadt zu besetzen.
Dem Ansturm allerdings hatte er nichts entgegenzusetzen und seit dieser Zeit war Silbrigmond unter Alustriel Silberhands weiser Führung ungleich mächtiger geworden, kaum vorstellbar, dass selbst diese mächtige Bastion der Zivilisation im wilden Norden dem Untergang anheim fallen könnte und doch war der Feind mächtig genug, um es mit ihr aufzunehmen.
Der Marsch des Heeres war nicht unbemerkt geblieben, immer mehr Köpfer tauchten auf den Mauern auf, während andere durch das dem Norden zugewandte Jägertor strömten. Je näher sie kam, desto größer wurde die Menge, die sich vor dem Tor versammelte, bis die Ritter der Stadt den Zustrom unter Kontrolle bringen und das Tor für den Einmarsch freimachen konnten.
„Wir kommen im rechten Moment.“, erklang eine kristallklare Stimme in ihrem Kopf und sie strich mit der rechten Hand sanft über den Hals Südlichts, des Einhorns, das ihr wieder einmal die Ehre erwiesen hatte, sie zu tragen.
„Ja, keinen Augenblick zu früh.“, erwiderte sie flüsternd. „Euer Anblick wird ihnen Kraft und Hoffnung geben nach dem schrecklichen Verlust.“ Ihr Blick wanderte zu Sternenfeuer, dem prächtigen celestischen Einhorn, das den Shing auf seinem Rücken trug. Südlicht war ihr seid fast zweihundert Jahren vertraut und sie bildete sich mittlerweile sogar ein, ihn zu verstehen, Sternenfeuer hingegen hatte sie erst nach ihrer Expedition in Thay kennengelernt und war ihr noch immer völlig rätselhaft.
Der Klang heller Trompeten riss sie aus ihren Gedanken und sie drehte den Blick nach links und rechts. Die Verbündeten, die der Rat gerufen hatte, waren tatsächlich gekommen. Von Westen näherte sich der Zug der Roten Raben, allen voran Rayanna die Rose, die es sich nicht hatte nehmen lassen, persönlich dem Ruf des Shing zu folgen. Eine für ihre Verhältnisse stattliche Truppe hatte sie beisammen, gut zweihundert Soldaten näherten sich der Armee des Tarkanischen Bundes, die meisten zu Fuß, der Rest auf den charakteristischen schweren Schlachtrössern Cormyrs.
Von Osten näherte sich ein bunt gemischter Haufen, der Altiara sofort ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Auch die Ritter des Einhorns hatten sich versammelt und selten hatte sie so viele von ihnen an einem Ort gesehen.
Selbst der Shing konnte sich ein Lächeln abringen, als er sah, dass die Zusagen eingehalten worden waren.
„Wieder einmal ein Meisterstück an Koordination.“, tönte Trajan Ronthar der Jüngere von hinten und grinste in seinen längst ergrauten Bart, der als Spezialist für Portale für den koordinierten Einmarsch der Armee verantwortlich war.
Altiaras Blick richtete sich wieder nach vorne. Jubel erhob sich unter den Silvaeren, die zum Empfang dieser Armee erschienen waren, als sie erkannten, dass zwei wahrhaftige Einhörner an der Spitze trabten und Alitara durchströmte ein warmes Gefühl, als sie die Begeistung der Menge sah. Blumen wurden auf die Straße geworfen und immer deutlicher erklang Lurues Name aus dem vielstimmigen Chor der Menschen, Elfen, Halb-Elfen und Halblinge und die Soldaten Silbrigmonds, selbst gefangen von dem Anblick der Einhörner, gerieten ernsthaft in Schwierigkeiten in ihrem Versuch, die Menge zurückzuhalten.
Bereits kurz hinter dem Tor durchbrachen die Silvaeren die Reihen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Commae en'rutha - II: Das Licht der Hoffnung
BeitragVerfasst: Mi 25. Jun 2008, 00:53 
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Anaya Jarin

Es war ein unwirkliches Gefühl. Anaya ritt in leichtfüßigem Trab auf dem Rücken Sonnenwinds mit an der Spitze jenes hoffnungbringenden Heeres, gerade einige Pferdelängen hinter Trajan Ronthar dem Jüngeren.
Sicher fand sie sich in der Wirklichkeit wieder, das wusste sie. Doch der Gedanke, ein Heer in das Herz des Juwels des Nordens mitanzuführen, wirkte so irrwitzig, wie ein schaler, ferner Traum, der seinen Träumer an die Grenze des Absurden geführt hatte. Der Anblick von Silbrigmonds weißen Mauern unter seinen wehenden Bannern war so majestätisch wie all die Male zuvor, zu denen sie in die Stadt eingeritten war. Doch heute hatte sich ein grauer Schleier über den Glanz der Mauern gelegt. Alles wirkte fremd, farblos und unwirklich, so wie im Halbschlaf des Erwachens, der die Erinnerung an jenen Traum ins Vergessen hinabzieht.
Zumindest musste es sich so anfühlen, dachte sie bei sich, denn Anya hatte schon lange nicht mehr geschlafen, geträumt oder Reverie gehalten. Oft hatte sie es bereut, so lange nicht mehr die Zeit gefunden zu haben, mit ihrer Familie oder den neu gefundenen Freunden in Everlina deren Hoffnungen und Träume zu teilen. Doch nun würde es sich als Vorteil erweisen, nicht ruhen oder rasten zu müssen. Es herrschte Krieg und der Segen der ewigen Wachsamkeit war ein Geschenk, das sie nur allzu gut zu nutzen wissen würde, um ihren Freunden und Verbündeten zu helfen.

Anaya schloss die Augen um sich zu sammeln: Die Shardovar zählten schon immer zu den mächtigsten Feinden der freien Länder Faerûns. Ihr Attentat auf Alustriel hatte dies mehr als deutlich unterstrichen und die Nachrichten über ihre beiden neuesten Waffen waren ebenso wenig erbaulich. Hinzu kamen die Orks, die nun allerorten in den Marken aus ihren Löchern krochen. Schrecken begann die blühende Metropole des Nordens, das Sinnbild des Lichts der freien Welt zu befallen.
Beklommenheit hätte sich ob dieser Aussichten um ihr Herz legen müssen, doch die Hoffnung in ihr wollte nicht weichen! Da war sie, jene sanfte Berührung auf ihrer Seele, jenes tonlose Flüstern, das sie mit jeder Faser ihres Seins verstehen ließ, dass jemand über sie wachte und dass die kommenden Schlachten zu gewinnen waren.
Es war da, schon immer, tief in ihr, ganz ohne Bedingungen oder einen Tribut der zu zollen wäre, einfach aus bedingungsloser Liebe. Früher in ihren dunkleren Tagen, hatte sie es nicht zu deuten gewusst, es sogar verstoßen. Doch nun, da sie es angenommen hatte, gab es ihr Kraft und unzerbrechliche Zuversicht.
Auch andere mussten etwas ähnliches gespürt haben: Der Shing? Auch wenn er sonst kein Wort darüber verlor? Seine Anspannung war groß, angesichts der Ungewissheit um Alustriels Schicksal, aber wäre er sonst auf den Einhörnern geritten? Die Mächte des Guten vereinigten sich und der Segen der guten Götter war ihnen gewiss. Daran bestand kein Zweifel!
Dennoch, Sundabar zu halten würde ein schweres stück Arbeit werden. Der Feind war sehr mächtig, und noch waren seine genauen Pläne nicht bekannt.

Leicht wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, als Trajan vor ihr etwas über eine "meisterhafte Koordination" weiter nach vorne rief. Ihr Blick fiel dabei auf die junge blonde Frau, die wohl von ihr zu Trajan aufgeschlossen hatte, zweifelsohne um sich während des Ritts mit ihm über "die Kunst" und das Portal zu unterhalten, welches sie auf dem Herweg durchschritten hatten. Sie war ein wissbegieriges Kind, die Gedanken stehts andernorts und von einer herzerwärmenden Güte.
Andere hatten an Anayas Entscheidung gezweifelt ausgerechnet sie in den Krieg mitzunehmen, doch Anaya war sich sicher, es sollte die Feuertraufe jener jungen doch bereits mächtigen Magierin sein. Zudem war da noch jene innere Stimme, die ihr klar machte, dass sie nicht auf sie verzichten konnte. Es stand im Augenblick nur zu hoffen, dass Anaya auf irgendeine Weise ihrem Mündel etwas von jener inneren Zuversicht zuteil werden lassen konnte.

Doch nun gab es noch etwas anderes zu tun. Sie musste mit Taern sprechen noch bevor der Kriegsrat um die Brigarden des Shing zusammentreten würde. "Wir treffen uns im Turm des hohen Magiers," rief sie Trajan und der jungen Frau vor sich zu, als sie auch schon zweimal kräftig an den Zügeln Sonnenwinds gezogen hatte.
Das prächtige Tier breitete daraufhin die Flügel aus und riss sich mit nicht mehr als zwei Schlägen in die Luft, so als ob es bereits sehnsuchtsvoll darauf gewartet hätte, seine irdischen Bande verlassen zu können.
Kaum einige Herzschläge später war die Armee an deren Spitze sie eben noch ritt, kaum mehr als ein kleiner stacheliger Fleck in den Farben des tarkanischen Bundes und Meister Hornklinges Turm bewegte sich schnell auf sie zu...

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 Betreff des Beitrags: Re: Commae en'rutha - II: Das Licht der Hoffnung
BeitragVerfasst: Do 26. Jun 2008, 10:58 
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Shing

„Ich bin froh, dass ihr da seid.“, begrüßte Taern Hornblade, seines Zeichens der Hohe Magier Silbrigmonds, die kleine Gruppe, bestehend aus dem Shing, Altiara, Anaya Jarin, Trajan Ronthar und den Offizieren Urias und Xargorat, in seinem Arbeitszimmer im Palast.
Die Gesichtszüge des Hohen Magiers von Silbrigmond waren eingefallen und der Schlafmangel, unter dem er litt, war nicht zu übersehen. Dennoch war er selbst jetzt noch sichtlich bemüht, Zuversicht auszustrahlen.
Der Shing nickte ihm noch einmal knapp zu und ging dann zum Fenster, um einen Blick auf die Menge zu werfen, die sich vor dem Palast versammelt hatte. Noch immer konnte er die Farben des Tarkanischen Bundes ausmachen, nicht alle Soldaten hatten die ihnen kurzfristig zugewiesenen Quartiere bereits erreichen können. Für die erhabene Schönheit der Stadt, auf die sich von seiner erhobenen Position aus ein fantastischer Blick bot, hatte er keinen Blick. Eine Mischung aus Wut und Trauer tobte in seinem Inneren und ließ ihm keine Ruhe.
„Es tut mir leid, dass ich euch nicht schneller hierher lotsen konnte.“, setzte Taern fort. „Ich denke aber, ihr habt selbst gespürt, wie wichtig es für uns ist, dass ihr hier eingetroffen seid.“
„Ich hatte ja erwartet, dass man uns empfangen würde, aber selbst nach der Schlacht gegen Schildbrecher hat man uns keinen derartigen Empfang bereitet.“, kommentierte der Shing trocken, den Blick immer noch aus dem Fenster gerichtet.
Der Magier lachte leise. „Soviel ich weiß, seid ihr damals auch nicht auf Einhörnern in die Stadt eingeritten. Ein stärkeres Symbol hättet ihr nicht wählen können.“
Der Shing nickte leicht. Südlicht und Sternenfeuer waren direkt nach der Ankunft im Palast verschwunden. Einen Moment lang glaubte er, einen Anflug von Sorge bei Sternenfeuer zu spüren, aber der Eindruck war so flüchtig, dass er sich nicht sicher war, ob es nicht lediglich seine eigene Gemütslage war. Schließlich drehte er sich um.
„Taern, ich will nicht um den heißen Brei herumschleichen.“, sprach er mit ruhiger Stimme und nahezu ausdrucksloser Miene. „Wie konnte das passieren? Wie konnte es soweit kommen? Dieser Palast ist der sicherste Ort, den ich kenne.“
Taern fuhr sich durch den weißen, sorgfältig gestutzten Bart. „Offensichtlich haben die Shadovar eine Schwachstelle des Mythals gefunden, eine Art Schattenmagie, gegen die er nicht wirkt und deren Teleportationszauber er nicht verhindern kann. Ich weiß nicht, wie der Attentäter sich überhaupt in der Stadt bewegen konnte, aber ich habe einige unserer besten Köpfe auf das Problem angesetzt. Wir werden eine Lösungen finden müssen und das rasch, bevor sie in voller Stärke vor unseren Toren stehen.“
Der Magier erhob sich aus seinem Sessel und breitete eine Karte der Silbermarken auf dem großen Tisch aus, um den sich der Rest der Gruppe versammelt hatte. „Die genaue Stärke unseres Feindes ist uns nicht bekannt, aber wir wissen, dass sie ein Heer von Orks und schlimmerem zusammengezogen haben und nach Sundabar gezogen sind.“ Er deutete auf einen Punkt auf der Karte. „Sie haben am Rande ihres Imperiums die Stadt Ascore besetzt. Sie dient ihnen als Brückenkopf. Darüber hinaus haben sie zwei weitere, kleine fliegende Städte geschaffen, auf welche Weise ist uns nicht bekannt. Eine davon befindet sich nun mit einem Großteil des Heeres südöstlich von Sundabar, wo die zweite sich befindet, wissen wir nicht.“
Taern sah seinen Zuhörern nacheinander in die Augen, bevor er fortfuhr. „Auf dem Weg dorthin haben sie mehrere kleine Siedlungen zerstört, darunter Ascenia, südöstlich von Sundabar, und Späher haben mir berichtet, dass sich die Orks hoch im Norden ebenfalls wieder zu einer Horde zusammenrotten. Sie sind vom letzten Krieg zwar noch geschwächt, aber ich will offen sein, wir haben nicht die Kraft, uns beiden Heeren zu stellen.“
Altiara seufzte. „Sundabar muss gehalten werden. Ohne seine dicken Mauern und die Shieldsar wird unsere Verteidigung schnell ins Wanken geraten.“ Taern nickte. „Sehr richtig. Das muss für den Moment unser vordringlichstes Ziel sein.“
Der Shing richtete seinen Blick auf Urias. „Das wird Eure erste Aufgabe sein, Kommandant. Gönnt den Männern eine Nacht Ruhe, dann brecht mit dem Flügel von Wheloon und den Roten Raben nach Norden auf, um Sundabar zu unterstützen.“ Er wandte sich Taern zu. „Wieviele Männer kannst du entbehren?“
„Dreihundert, die meisten davon als Teil der Silberlegion in der Rauvin-Feste stationiert.“, war die Antwort und der Schwertmeister nickte. „Das sollte genügen, um Sundabar zu entsatzen.
Es muss. Derweil arbeiten wir hier weiter an einer Möglichkeit, die Angriffsbasis der Shadovar direkt anzugreifen. Solange diese beiden fliegenden Festungen uns bedrohen, können wir sie nicht entscheidend schlagen. Das wird eure Aufgabe sein, Trajan und Xargorat. Schließt Euch mit Plomdar zusammen und erarbeitet einen Schlachtplan.“ Die Angesprochenen nickten und erhoben sich.
„Sonst noch etwas?“, fragte Urias mit hochgezogenen Brauen und der Shing schüttelte den Kopf. „Nein, im Moment nicht. Ich werde Euch später aufsuchen.“ Der Offizier nickte und verließ mit Xargorat und Trajan den Raum.
Eine Weile, nachdem sie gegangen waren, herrschte angespannte Stille. Schließlich ging der Shing auf Taern zu und baute sich direkt vor ihm auf. „Ich möchte sie sehen.“
Eine Weile sah ihn der Hohe Magier einfach nur an und fuhr sich mit der rechten Hand durch den Bart, dann schüttelte er den Kopf. „Das geht nicht.“
Der alte Krieger spürte, wie ein Zorn in ihm aufstieg, in dem sich die Anspannung der letzten Stunden zu entladen drohte, doch das einzige Zeichen der Verärgerung, das er sich gestattete, war das deutliche Hochziehen der linken Augenbraue, auch als der Magier ihm die Hände auf die Schultern legte.
„Hontajo, niemand weiß besser als ich, was in dir vorgeht“, sprach er mit warmer Stimme, „aber selbst wenn du mir bis ans Ende unserer Tage zürnst, ich kann dir diesen Wunsch jetzt nicht erfüllen.“
„Warum nicht?“, zischte er.
„Ich kann dir jetzt nichts sagen, mein Freund.“, war die einzige Antwort und etwas in den Augen des Magiers ließ den Shing innehalten. Für einen Moment starrte er ihn an, dann schüttelte er die Hände ab und verließ mit großen Schritten den Raum.

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 Betreff des Beitrags: Re: Commae en'rutha - II: Das Licht der Hoffnung
BeitragVerfasst: So 6. Jul 2008, 03:14 
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Anaya Jarin

Anaya verblieb schweigsam im Hintergrund während Meister Hornklinge der Versammlung die taktische Lage eröffnete. Ihr Blick haftete auf Hantajo. Seine Anspannung erschien ihr fast greifbar. Sie konnte sich nicht erinnern, wann sie ihn das letzte mal so gesehen hatte. Den anderen konnte er vielleicht noch etwas vormachen, doch Anaya hatte im Laufe der Jahre seine Mine zu lesen gelernt. Manchmal brauchte es einen Schauspieler um einen Schauspieler zu entlarven. Sie gestattete sich ein leises Seufzen und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf Taern, um seinen Ausführungen über Sundabar zu folgen.

Dann waren die Gerüchte über die beiden fliegenden Schwesterstädte von Umbra also wahr? Und eine befand sich in der Nähe von Sundabar. Das würde die Entsatzung wohl noch schwieriger gestalten, als ohnehin schon gedacht. Aber es blieb keine Wahl! Sundabar war der erste Verteidigungswall vor der Pass-Straße und musste gehalten werden! Zudem hofften die Menschen dort sicherlich auf ihre Hilfe. Nicht vorzustellen, welche Qualen sie dort leiden würden unter der Schreckensherrschaft der schwarzen Zauberer und all dem Abschaum, der sich im Schatten ihrer Macht versammeln würde: Orks, Goblinoide, D'hearouw und wer weiß welche Perversionen dunkler Magie die Shardovar in ihrem Wahn geschaffen haben mochten. Anaya ballte unbewusst ihre Fäuste, so dass das Leder ihrer Handschuhe leicht ächzte.

Einst hatte sie selbst diesen Schrecken verbreitet. Niemand hier wusste so gut wie sie, mit welcher Verachtung man in Shars Reich dem Leben begegnete. Ein Strom dunkler Erinnerungen quoll in ihr herauf, und brachte einen kurz aufblitzenden Wirbel von Wut und Hass, so dass sie ein leichtes Zittern durchfuhr. Jener schwarze Engel ihrer Vergangenheit war immer noch da, doch sie hatte ihn zu kontrollieren gelernt. In dieser Beziehung war sie wohl dem Shing sehr ähnlich, dachte sie kurz. Auch er gestattete sich weit weniger von dem zu Zeigen, was ihn eigentlich bewegte. Im Gegensatz zu ihm, hatte sie sich aber einstmals diesen Gefühlen ergeben.
Doch Frieden war nun dort wo Hass einst alles bedeckte. Und was an Hass übrig war, würde sie auf die Geißel Silbrigmonds und – wenn möglich – die feigen Attentäter entladen.

Manchmal muss das Böse eben mit etwas bösem bekämpft werden. Es war nur eine Frage dessen, wie weit man sich in die eigenen Abgründe hinab begab. Der Krieg war stehts ein Spiegel jener Abgründe. Das hatte sie in all den Jahren bereits gelernt. Ging man zu weit, würde man festgehalten, wie in einem schwarzen Morastloch, unfähig zu gehen oder ohne Hilfe hinauszugelangen. Es ist ein schmaler Grad auf dem jene, die für das Gute streiten wollen, zu gehen haben. Dieser Lord Starken, der Bluthund des Fürsten Rivins war daran gescheitert, nicht wahr? Und auch die Wege von anderen standen auf Messers Schneide, wie sie gehört hatte. Bluttat und Schwerttat, ja sie waren nötig, um das Übel zu bekämpfen, doch durfte man darüber niemals den moralischen Kurs vergessen, oder man würde in jenem Morast untergehen. Unglücklich! Denn Silbrigmond war in dieser Zeit auf jeden seiner Bündnispartner angewiesen.

Sie schüttelte den Kopf. Wie dem auch sei, dann musste es eben mit jenen gehen die gekommen waren, und die Truppen des Shing waren auf keinen Fall zu unterschätzen. Auch sie hatte noch einiges zu geben und sie würde den finsteren Magiern den geweihten Stahl ihres Schöpfers zu schmecken geben. Sie konnten Bluten! Das wusste sie. Einst hatte sie ihren Blutzoll bereits gefordert. 'Leben und Kämpfen, Leben und Sterben, die Götter warten auf uns alle'! Im Krieg war es so einfach. Zeit für Ruhe und Frieden würde es später geben und zumindest hatte sie ihn in sich selbst finden können.

Aber es war weder die Zeit noch der Ort über diese Dinge nachzudenken. Sundabar war zu wichtig, nicht nur wegen der dort lebenden Menschen, sondern auch wegen des Immerfeuers. Der Besitz der größten Schmiede des ganzen Westens, könnte den Legionen der Shardovar einen nicht zu unterschätzenden strategischen Vorteil in Sachen Nachschub von Waffen und sonstigem Kriegsmaterial gewähren.

Der hallende Schrei eines Adlers riss sie jäh aus ihren Gedanken. Sich einen kurzen Blick über den Raum gestattend, bemerkte sie, dass sowohl Urias und Xargorat als auch der Shing den Raum bereits verlassen hatten. Zurück geblieben war ein verdutzt dreinblickender Taern. Der Magier hatte dem Shing wohl ebenso den Besuch Alustriels verwehrt wie zuvor noch ihr. Ein leises Seufzen entwich ihr, das jedoch sofort wieder der Aufregung platz machte, als ein erneuter Schrei die Luft durchdrang, diesmal allerdings tiefer und grollender. Sie trat eiligen Schrittes zum Fenster und suchte den Himmel ab. Ein grimmiges Lächeln huschte einen Moment über ihre sonst so weichen Züge.
„Meine Damen und Herren, Tod und Schicksal haben soeben die Bühne betreten!“ ging es ihr von den Lippen.

Für einen kurzen Moment überschlugen sich wieder Gefühle und Erinnerungen in ihrer Brust. Sie waren gekommen, ihre Schicksalsreiter, Akrobaten der Lüfte, Harlekine, geeinte Kämpfer, um denen Musik und Lachen zu bringen, die es brauchten. Dann war sie mit wenigen Schritten auch schon auf dem Balkon, um zu lauschen und just in diesem Augenblick erschallte schon das vertraute Horn gefolgt von jener schicksalhaften Melodie, die sie selbst einst in die Arme jener fahrenden Truppe getrieben und nie mehr losgelassen hatte. Bald würden Lied und Gesang die ganze Stadt erfüllen, jede Gasse, jedes Haus, jeden Verschlag und jede noch so kleine Nische und sich in die Herzen der Völker Silbrigmonds spielen, um ihnen Kraft und Mut zu bringen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Commae en'rutha - II: Das Licht der Hoffnung
BeitragVerfasst: So 6. Jul 2008, 03:18 
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Eldoreth

Hoch oben, wo nur das stetige Rauschen des Windes und der gelegentliche Schlag gefiederter Schwingen die Stille brachen, hielt Eldoreth einen Augenblick lang den Atem und streckte die Arme selbst wie Flügel, um sich im dem Moment der erfüllten Sehnsucht nach Freiheit zu baden. Viele Male schon hatte sein getreuer Freund ihn in schwindelerregende Höhen getragen und sicher wieder zur Erde gebracht. Doch wenn Eldoreth ehrlich war, fühlte er sich hier oben am wohlsten. Gab es denn einen erhebenderen Anblick als das majestätische Azurblau des Horizonts? Ein weißeres Weiß als den Glanz der Wolken in der Sonne? Eine erhabenere Art sich fortzubewegen als dort wo Aerdrie ihr Lied sang? Manchmal wünschte er sich gar, die Herrin der Lüfte hätte ihm selbst Flügel wachsen lassen.
Er ließ sich eine Weile auf dem Rücken seines Freundes treiben, fühlte den Wind an ihm vorbeifahren, an seinem Haar ziehen und an seinen Fingerspitzen entlang, kraftvoll und doch sanft ihn umhüllend.

Als die Wolkendecke unter ihnen aufbrach, um den Blick auf Silbrigmond preiszugeben, hörte er neben sich ein aufgeregtes Rufen. Er wendete den Blick zu seiner Rechten auf Jarulesh, den jungen Greifen, der seine Gemahlin Amara trug und hinter ihr den Zwergen Tobur Donnerschild, der in diesem Augenblick nervös mit den Armen fuchtelte und dabei um ein Haar den Halt verlor. Ein lautes Lachen konnte sich Eldoreth bei diesem Anblick nicht verkneifen und erntete prompt ein zornig belustigtes: „Wenn der Seelenschmied gewollt hätte das Zwerge fliegen, hätte er uns sicher Flügel und einen leichteren Knochenbau gegeben, aber dann würden wir ja auch nicht mehr so gut aussehen!“ Eldoreth schüttelt noch immer lachend den Kopf. Er wusste wie sehr Tobur das fliegen hasste, doch hatte der alte Zwerg es sich nicht nehmen lassen mitzukommen, als er hörte, dass Anaya seine Hilfe brauchte.
Der Elf ließ ruhig den Blick über den Rest der Truppe schweifen. Über ihm schwebte leicht vor ihm Eärol auf Grantak dem Drachenjungen. Zur Rechten Amaras befanden sich noch Bramir auf Seraya und Ghleanna auf Crexis.
Wieder fuhr ein Schmunzeln über sein Gesicht. Die Harlekine und ein grimmiger Zwerg! Die Shardovar und ihre Schergen fürchteten sich besser jetzt schon, auch wenn er tief in seinem Innersten wusste, dass die Schlacht die ihnen bevorstand, sicher ihre schwerste sein würde. Doch nun freute er sich vor allem darauf Anaya wiederzusehen.
„Es ist Zeit auf uns Aufmerksam zu machen meine Freunde,“ drehte er sich zu den Anderen um, „Tod und Schicksal haben soeben die Bühne betreten!“
Mit diesen Worten hob er die Faust, lehnte sich dann selbst leicht nach vorn und stob schließlich im Sturzflug hinab in die Turmschluchten von Silbrigmond, begleitet von einem kräftigen Schrei aus der Kehle seines Adlers Elfaron.

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 Betreff des Beitrags: Re: Commae en'rutha - II: Das Licht der Hoffnung
BeitragVerfasst: Mo 7. Jul 2008, 11:16 
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Altiara

Altiara hatte Anaya bei Taern Hornblade zurückgelassen und streifte durch den Palast. Sie hatte kein bestimmtes Ziel und überließ es ihren Füßen, einen Weg durch die fast verwaisten verwinkelten Gänge zu finden. Auch unter normalen Umständen war dieser Teil des Palastes ein Ort der Ruhe, aber diesmal empfand Altiara sie nicht als angenehm.
Sie hasste nichts mehr als warten zu müssen, sich einer derartigen Situation gegenüberzusehen und doch nicht in der Lage zu sein, das geringste dagegen tun zu können und die Art und Weise, wie Taern auf die Bitte des Shing reagiert hatte, tat ihr übriges, um ihr den Nerv zu rauben. Was verheimlichte der Mann? Was war so besonders am Leichnam Alustriels, dass er ihnen der Anblick vorenthalten wollte, Kriegern, die dem Tod in all seinen Formen gleich mehrfach begegnet waren?
Sie erreichte schließlich einen der kleinen Gärten im Zentrum des Palastes. Keiner der anwesenden Gardisten machte Anstalten, sie am Zutritt zu hindern, also trat sie hinaus in die Abenddämmerung.
Er hatte sich in die Mitte des kleinen Hofes gesetzt, der gänzlich ohne steinernen Boden auskam, gekleidet in ein einfaches, schwarzes Gewand, und meditierte. Langsam trat die Halb-Elfe näher und legte ihm schließlich die Hand auf die Schulter. Sie wusste, dass er sich ihrer Gegenwart längst bewusst war.
„Ich muss dir noch etwas berichten.“, flüsterte sie und der Krieger nickte, ohne die Augen zu öffnen. „Setz' dich.“, war die schlichte Anwort und Altiara nahm ihm gegenüber im weichen Gras Platz.
Eine Weile betrachtete sie ihn stumm. „Hier habe ich oft mit ihr gesessen,“ bemerkte er schließlich mit ruhiger, tiefer Stimme, „und das nicht nur, um die Probleme dieser Welt zu erörtern. Sie war weit mehr als nur eine umsichtige Herrscherin, sie war mir auch eine gute Freundin.“
„Ich weiß.“, flüsterte die Waldläuferin und runzelte die Stirn. Sie kannte den Shing seit vielen Jahren, aber dennoch wusste sie nicht, wie sie nun beginnen sollte. So nahe sie ihm auch stand, ein wesentlicher Teil seines Wesens erschloss sich ihr nicht, der Teil seiner Seele, der ganz und gar Lurue gehörte. Alustriel hatte es verstanden, vielleicht dank ihrer besonderen Nähe zu Mystra, die der Beziehung des Shing zur Königin der Einhörner ähnlich gewesen war.
Ein Seufzer entfuhr Altiara. „Ich wünschte, ich könnte dir helfen, aber ich kann es nicht. Ich kannte Alustriel nicht gut und ich habe nie auch nur die Hälfte eurer Freundschaft verstehen können und ich weiß auch nicht, was Taern vor uns verbergen will.“
Zu ihrer Überraschung lächelte der Krieger leicht. „In diesem Bund konntest du die Dritte nicht sein. Ein Vorteil unter diesen Umständen.“ Langsam öffnete er die Augen und ließ den Blick durch den Garten schweifen. „Etwas von ihr befindet sich noch immer an diesem Ort, und sei es nur die Erinnerung an sie, und ein Teil von mir weigert sich, ihren Tod zu akzeptieren.“
„Alles ist dazu verdammt, eines Tages ein Ende zu finden, und das gilt auch für die Lieblinge der Götter.“
Der Krieger nickte leicht. „Ja, das habe ich immer akzeptiert. Auch für mich wird der Tag kommen, an dem ich meine Klinge ein letztes Mal erheben werde und wie alle anderen kenne ich weder Tag noch Stunde. Nichts desto trotz wünsche ich mir, dass es nicht auf eine solche Weise zu Ende geht.“
Eine Weile saßen sich die beiden stumm gegenüber und hingen ihren Gedanken nach, während das Licht des Tages endgültig dem kühlen Leuchten des Firmaments weichen musste.
„Was möchtest du mir sagen?“, fragte er schließlich. „Nun, auch wenn Taern nicht besonders gesprächig bezüglich des Themas war, das dich im Moment am meisten interessiert, er hat noch Informationen bezüglich einiger Waffen, die die Schatten ins Felde geführt waren und auch wenn es dir schwer fällt, du solltest dringend mit ihm darüber sprechen.
Ich bin keine Expertin für arkane Magie, aber was er mir berichtet hat, war mehr als einfach nur besorgniserregend. Unser Handeln in dieser Sache wird weit darüber hinausgehen müssen, Truppen zusammenzuziehen und zu dirigieren, denn was auf den Schlachtfeldern der Silbermarken geschehen wird, könnte belanglos sein, wenn wir uns dieser Bedrohung nicht entgegenstellen können.“
Der Shing seufzte ergeben. „Dann möchte ich dich bitten, ihm zu sagen, dass er mich in der Halle treffen soll.“ Altiara weitete die Augen. „Du möchtest mit ihm kämpfen?“, fragte sie ungläubig und der Krieger nickte. „Ich möchte die Klinge mit ihm kreuzen, das wird sowohl ihm als auch mir helfen.“
Altiara wusste, was ihr Partner mit dem Schwert anzurichten in der Lage war, aber sie kannte ihn lange genug, um zu wissen, dass er Taern weder verletzen noch töten würde. Dann aber erinnerte sie sich, wie er unberechenbar auf den Tod Syclyas reagiert hatte und die Skepsis nagte wieder heftiger an ihr und schließlich schüttelte sie den Kopf.
„Nein, das ist keine gute Idee. Der Hohe Magier ist übernächtigt und müde, vermutlich hat er in den letzten Tagen keinen Schlaf gefunden. Die Gefahr ist zu groß, das es zu einem Unfall kommt.“, entgegnete sie schließlich entschieden und er lächelte schwach. „Du traust mir nicht, nicht wahr? Dabei solltest du wissen, dass Taern Hornklinge keine Gefahr von mir droht.“ Er stand auf. „Aber vielleicht hast du recht, vielleicht wird auch ein einfaches Gespräch helfen.“
Erleichtert nickte die Halb-Elfe und begleitete den Shing in den Palast.

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 Betreff des Beitrags: Re: Commae en'rutha - II: Das Licht der Hoffnung
BeitragVerfasst: Di 8. Jul 2008, 10:08 
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Shing

Mit finsterer Miene beobachtete der Krieger die aufgehende Sonne. Urias hatte seine Befehle bereits entgegengenommen und sorgte gerade dafür, dass sich die Armee aufstellte, um nach Norden zu reisen und so blieb ihm noch ein wenig Zeit, um nachzudenken, bevor er die Truppen verabschiedete.
Seine Gedanken kreisten um das, was er von Taern erfahren hatte und seine Laune verschlechterte sich noch weiter. Als er die Augen schloss, spürte er die Berührung Salkans in seinem Geist.
„Es wird dir nicht helfen, nur die Macht dessen zu sehen, was sich nun vor dir aufbaut.“, ertönte die kristallklare Stimme in einem Kopf. „Sie werden zu dir aufblicken, wenn die Stunde kommt, in der alles auf das Schwertes Schneide steht.“
Der Krieger atmete tief durch und konzentrierte sich auf die Stimme, verfolgte sie in seinem Geist, bis er das Einhorn vor sich sah. Das Bild, das sich vor seinem inneren Auge formte, entlockte ihm ein fast schon unfreiwilliges Lächeln. Er kannte die Lichtung, auf der es sich aufhielt, er war nicht nur in seinem Geist bereits öfter dort gewesen, eine große, flacher kreisrunde Lichtung, in Nebel getaucht bis auf einen runden Fleck in der Mitte, in dem prachtvolle Blumen ganzjährig gediehen, die Kelche zu jeder Zeit des Tages geöffnet.
Salkan war nur teilweise zu sehen. Erst ragte nur der Kopf aus dem Nebel heraus, dann zog sich sich dieser ein wenig zurück, um den Blick auf die grazilen Vorderbeine mit den schlanken, gespaltenen Hufen freizugeben. Die Macht, die das uralte Wesen ausstrahlte, war förmlich mit den Händen zu greifen, aber der Shing kannte Salkan zu gut und zu lange, um sich davon überwältigen zu lassen. Stattdessen spürte er, wie sich die Präsenz des Wesens wie ein wärmender Mantel um ihn legte und seinen rastlosen Gedanken Frieden gab. Ein erleichtertes Seufzen entfuhr ihm, als die Last der Sorgen von ihm abfiel, die ihn niederdrückt hatte, seit er von dem Anschlag auf Alustriel erfahren hatte.
„Noch ist nicht alles verloren, auch wenn vieles zum Schlechten steht.“, hörte er die Stimme des Einhorns. „Als du diese Welt verteidigt hast, hast du das Licht der Königin gesehen, gespürt und schließlich verbreitet, als es sonst keine Hoffnung mehr gab. Wenn aber die Trauer nun alle Aspekte deines Seins bestimmt, wirst du das Feuer nicht entfachen können, das die Schatten zurücktreibt und vernichtet. Und handeln musst du, und das rasch, damit deine Welt nicht in der Finsternis versinkt.“
Zu einer Erwiederung kam der Krieger nicht mehr, denn eine schlanke Hand legte sich auf seine Schulter und brachte seinen Geist wieder zurück. „Die Truppen sind bereit.“, flüsterte Altiara. Einen Moment lang reagierte er nicht, dann verzog sich sein Gesicht zu einer Maske der Entschlossenheit. „Ich weiß nicht, welche Kraft ich aufbringen kann.“, bemerkte er grimmig. „Aber es wird Zeit, ein Exempel zu statuieren und zu beweisen, dass kein Schatten den Norden jemals beherrschen wird, solange Lurues Aufmerksamkeit nicht erlischt. Gehen wir.“

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 Betreff des Beitrags: Re: Commae en'rutha - II: Das Licht der Hoffnung
BeitragVerfasst: Fr 8. Aug 2008, 00:36 
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Marya


Es war einige Jahre her, seit sie das letzte Mal durch die lieblichen Gärten Silbrigmonds gestreift war, die zwischen Bäumen und Hecken delikaten Behausungen Platz boten und sich harmonisch über sanfte Hügel hin zum etwas entfernt liegenden Rauvin zogen, der jedoch durch das Gewirr von schlanken, gewundenen Türmen und vielblättrigen, riesenhaften Bäumen nur zu erahnen war. War sie doch insgeheim tief in ihrem Inneren davon ausgegangen, dass ihre Erinnerungen und Eindrücke von damals in ihrer noch nicht allzu fernen Jugend von einer Faszination gewesen waren, die mit zusätzlichen Jahren an Glanz verliert, so musste sie sich eingestehen, sich geirrt zu haben. Es gab keine zweite Stadt wie diese auf Torils Oberfläche, wobei dieser Vergleich vielleicht sogar ungerecht war. Man fühlte sich nicht wie in einer Großstadt. Enges Gedränge, Gestank und Lärm waren hier zwar in Grenzen ebenso vorhanden wie im großen Tiefwasser, doch eigentümlich fern und von einem frischen Odem und einer Gelassenheit durchwoben, die nicht allein der frischen Brise, die unter dem Einfluss eines alten Zauberschutzes nie ganz aufhörte zu wehen, zuzuschreiben war.

Solcher und ähnlicher Träumerei verfallen saß sie schon eine ganze Weile auf einem flachen, begrünten Erdhügel. Auch dieser war mit erstaunlichem Feingefühl auf der anderen Seite von einer gemauerten Front abgeschlossen, so dass sie nun wohl auf irgendjemandes Wohnzimmer saß. Aber an diesen Dingen nahmen hier nur die wenigsten Leute Anstoß. Leise im Takt einer fernen Musik summend massierte sie sich die schmerzenden Schultern dort, wo sich die ledernen Trageriemen ihres schwer bepackten Rucksacks tief eingeschnitten hatten. Sie war schrecklich müde und erschöpft und hätte sicherlich einen tiefen Schlaf einer Stadtbesichtigung vorgezogen, wäre sie nicht sofort wieder in ihren Bann gezogen worden. Dafür begann sich nun bleierne Mattigkeit ihrer Glieder zu bemächtigen und sie legte sich zurück, wühlte kurz in einer Ledertasche an der Seite und fing an, an einem dick bestrichenen Brot herumzukauen, das ihr noch mit viel Liebe und guten Wünschen mitgegeben worden war.

Einer der Nachteile von Reisen mittels Portalmagie war das fehlende Gefühl von zurückgelegter Entfernung. In den wenigen Lidschlägen, innerhalb derer man durch fremde Sphären schritt, von denen nur sehr wenige wussten, wie sie wirklich funktionierten, und sich dabei hunderte von Meilen durch die Welt bewegte, kam es einem vor wie ein Katzensprung. Es fühlte sich seltsam an, nun hier zu sein. Ein wenig unwirklich. Sie ertappte sich dabei, einzunicken, als ihr ins Bewusstsein schoss, dass sie nicht viel Zeit hatte, die Stimmung der Stadt in sich aufzusaugen. Sie war nicht zum Vergnügen hier!

Nachdem sie sich mühselig aufgerichtet hatte, ließ sie den Blick noch einmal über die Stadt schweifen, um ihr Ziel zu entdecken: den viergetürmten Palast Silbrigmonds, Sitz der Mächtigen der Stadt und zum Gutteil auch des gesamten Nordens, unter ihnen die berühmte Alustriel Silberhand, und zur Zeit Aufenthaltsort von wahrscheinlich fast Allem, was im anstehenden Kampf gegen die Schatten Rang und Namen hatte. Es waren große Namen, fürwahr, und sie und ihre rothaarige Begleiterin gehörten nicht dazu. „Noch nicht“, schoss es ihr durch den Kopf und sie lachte innerlich über sich selbst ob dieser Eitelkeit. Oder konnte man es doch schon Zuversicht nennen? Immerhin hatte sie, seit sie zuletzt hier gewesen war, gewaltige Fortschritte in ihrer Beherrschung der magischen Ströme gemacht und ein kleiner, von sich selbst eingenommener Teil ihres Inneren freute sich sehr darüber, das neue Können der „Träumerin“ ihrem zeitweiligen Mentor Taristo al Khabar von der Konklave der Stadt, der hiesigen Lehranstalt und Universität, zu präsentieren. Und dann war da noch das, was sie an ihrem Arm trug und das wohl der wahre Grund ihres Hierseins war.

Als sie ihre Schritte wieder in Richtung des Flusses und der fantastischen Mondscheinbrücke wandte, kam sie trotz der einzigartigen Stadt und ihrer Bewohner nicht umhin, die vielen fremdländischen Soldaten und die etwas aufgesetzte Fröhlichkeit und Zuversicht der Stadtbewohner zu bemerken. Es schien, als hätte der aufziehende Krieg und das drohende Verhängnis dieses Teils der Lande doch selbst das Strahlen des Juwels des Nordens etwas gedämpft. Und auch sie selbst begann, entschlossener und fester auszuschreiten und den fantastischen Erscheinungen der Soldaten mit ihren Waffen und Rüstungen weitaus weniger Aufmerksamkeit zu schenken, als es sonst unter anderen Umständen der Fall gewesen wäre. Auch ihre eigene Erscheinung fügte sich gut in diese Atmosphäre aufgeregter Entschlossenheit, fand sie. Die helle Lederkluft mit den Applikationen aus verschiedenfarbigen Stoffen hatte etwas Militärisches, das normalerweise nachlässig zum Zopf gebundene Goldhaar hatte sie erst heute Morgen in mühseliger Arbeit streng zurückgeflochten und das bei jedem ihrer Schritte gegen ihren Schenkel schlagende Elfenschwert rundete das Ganze passend ab. Die linke Hand mit dem weißen, von arkanen Sigillen durchzogenen Handschuh, der so unförmig wirkte, führte zudem noch ihren alten Ebenholzstab, der rythmisch auf die Pflastersteine klopfte.

Schließlich erreichte sie das Tor des Einhorns, zeigte der aufmerksamen Wache ihr persönliches, magisches Siegel auf ihrer offenen, rechten Handfläche und betrat den Innenhof des Palastes, wo sie vor wenigen Stunden erst triumphal eingeritten war und ihre Begleitung zurückgelassen hatte. Sie winkte einem Burschen oder Kammerdiener und ließ sich von ihm zum Turm des Magiers führen.

Kurz hielt sie noch einmal inne, um sich zu sammeln. Ein alter Liedervers kam ihr urplötzlich in den Sinn, den ihr ihre Mutter als Kind oftmals vorgesungen hatte. Tröstend und hoffnungsvoll.

Ich will das Morgenrot wecken, gegen den Schrecken, gegen Angst und Not, weck' ich das Morgenrot.

Leise summend erklomm sie die Stufen, um diesen Vorsatz in Angriff zu nehmen.

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Hohepriester: "...and I think the worse part is the jealousy."

Vaarsuvius: "As if it is OUR fault that they chose a class not capable of doing everything."


OOTS #764


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