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Entschlossenheit, Angst, Mut, Hoffnung, Verzweiflung
…wenige Momente vorher…
Und so brachen Sie zu später Stunde auf um zu tun, was getan werden mußte. Er schaute sich die kleine Gruppe an – alle unterschiedlich in ihrem Wesen – und doch in den Augen aller war eine feste Entschlossenheit zu sehen, alles zu geben, um ihr gemeinsames Ziel zu erreichen. Die Wege, die gegangen werden mußten, waren alles andere als einladend. Längst war das Licht Selunes nicht mehr ihr Gefährte und die kleine Gruppe wanderte beinahe vollständig im Dunkeln durch in Vergessenheit geratene Gänge. Vielleicht war das Dunkel auch ihr Freund, denn so mußten die Gefährten nicht sehen, durch was diese eigentlich wateten. Aber ein bestialischer Gestank und stellenweise knietiefes Wasser ließen in den Köpfen aller genug Spielraum für unerfreuliche Phantasien. Momente schienen wie das Abbrennen einer Stundenkerze zu vergehen, und gar der Ablauf einer Stundenkerze kam allen wie eine Ewigkeit an diesem Ort vor. Doch schließlich, nach erledigten Gefahren und neuen Erkenntnissen, nach Verwirrungen und neuen Plänen kamen Sie dort an, wo die Ursache alles Übels vermutet wurde. Und das Übel demonstrierte seine Stärke, und ließ allen in der Gruppe kompromißlos klar werden, welcher Preis ein Scheitern für jeden einzelnen und auch für die Stadt bedeuten würde. Angst war ihr neuer Gefährte, die Angst zu versagen, die Angst so zu Enden wie die armen Kreaturen, die Angst, Freunde zu verlieren… Aber der Zusammenhalt gab auch Kraft und Mut. Mut, gemeinsam gegen das Unwesen vorzugehen, welches gar nicht hier sein dürfte. Und tatsächlich, der Mut konnte die Angst verdrängen und als es schließlich so weit war, griffen alle mit dem Mut der Entschlossenheit an – verdrängten den Schmerz und die zweifelnden Gedanken – kämpften zusammen, als ob Sie vorher Nie etwas anderes getan hätten. Und tatsächlich, ihre Bemühungen schienen Früchte zu tragen. Auch wenn das feurige Schwert und die tödliche brennende Peitsche ihren Tribut in den Reihen der Gefährten forderten, so wankte die Kreatur doch beachtlich durch die tapfer geführten Hiebe. Hoffnung gab allen neue Kraft, die Kreatur war am straucheln – hatte diese doch offenbar mit so einer Gegenwehr nicht gerechnet – und so verstärkten alle ihre Bemühungen, ignorierten den Schmerz, die Hitze, den beissenden Gestank von Schwefel in der Luft. Doch manchmal folgt auf Hoffnung auch endlose Verzweiflung. Das Wesen, erkennend, daß es an dem heutigen Tage hier nicht gewinnen können würde, verschwand in seiner Dimension, und nahm diejenige mit, die diese Gruppe formiert hatte. Diejenige, die Entschlossenheit gab, allen die Angst nahm und diese Angst durch Mut ersetzte, die ihren Gefährten Hoffnung schenkte…. ist weg. Keine Spur, kein Lebenszeichen… ..und übrig bleiben eine Handvoll Gefährten, der Verzweiflung nah, aber bereit zu tun, was getan werden muß.
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