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 Betreff des Beitrags: Feuer und Flamme
BeitragVerfasst: Mo 2. Nov 2009, 13:37 
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Registriert: Mi 10. Okt 2007, 20:58
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Zaghaft und klein konnte die Wache auf der mauer ein Licht ausmachen.Die Augen zusammenpetzend konnte er erkennen das es bei den Höfen sein musste.
Seufzend lehnte er sich an die mauer mit den gemurmelten Worten "Feiern wieder.... ". Müde lehnt sich die Wache an die Mauer zum Wachturm und schiebt den Helm etwas tiefer ins Gesicht.

Rythmisch und stetig , ertönt Schnarchen aus der Gesindekammer und der Stube des Bauern. Müde vom Tagewerk liegt der Hof in friedlicher Ruhe. Selbst Eduard der alte doch stehts aufmerksame Wachhund der des Nachts auf dem Hof seine Runde dreht, hatt sich in seine Hütte verkrochen um zu dösen.
Kurz zucken die Ohren des Hundes bevor er aufspringt und laut zu bellen beginnt....
Brummend dreht sich Karl der jüngste der Knechte des Bauerns Müllersons um "Blöde Töle... " knurrt er während er sein kissen noch einmal zurecht klopft um sich wieder zum schlafen zu legen. Doch irgendetwas steigt dem Burschen in die nase, tief zieht er die Luft durch die nase ein und wirft einen strafenden Blick zum Altknecht, der laut schnarchend neben ihm liegt. Sachte legt sich die Stirn des jungen mannes in falten , während er noch einmal Luft durch die Nase zieht, etwas ist anders als sonst....

Unruhe macht sich im Stall breit, nervös gehen die Tiere auf und ab. Laut fängt die alte Milchkuhe des Bauern an zu muhen und immer mehr Tiere geben Laut von sich, während die Unruhe immer mehr zunimmt. Die grossen und starken Zugpferde des Bauern beginnen mit ihren Hufen gegen die Türen ihrer Boxen zu hämmern , während ihr Wiehern immer panischer wird.

Wieder zieht Karl die Luft durch die Nase, als die Geräusche aus dem Stall an sein Ohr dringen. Noch einmal schüttelt er den Kopf als wolle er die Müdigkeit aus seinen Gedanken vertreiben... " Es stinkt wie Rauch...." und als realisiere er seine eigenen Worte jetzt erst selbst, schiesst ihm eine Gedanke durch den Kopf
.... FEUER....
Aufgeschreckt von dem Gedanken, springt er aus seinem Bett und rüttelt heftig an den Schultern des Altknecht. " Wach auf .... ich glaube es brennt ..."
Ohne auf die wütenden Worte des Altknechten zu hören, rennt Karl zu der Türe der Kammer zu und reisst diese auf.

Dicke Rauchschwaden senken sich im Stall von der Decke, während die ersten brennenden Strohbüschel auf die Tiere runter fallen. Immer verzweifelter wird die Panik unter den Tieren. Immer ungewohnter werden die Laute der Tiere, die langsam zu schrillen Schreien anwächst, während nun auch der heubedeckte Boden des Stalls zu brennen anfängt.

Ein Schwall schwarzen Rauches ergiesst sich in die Kammer der Knechte. Vom schieren Schrecken aus der Müdigkeit geprügelt, erhebt nur der Altknecht seine laute Stimme "FEUER!!! FEUER!!!" Während Karl immer noch fassungslos im Türrahmen steht.
Vom Geschrei seines Knechts geweckt , erhebt der Bauer sein Kopf. Hastig schwingt er sich aus seinem Bett, während er keine Rücksicht auf seine schlafende Frau nimmt. "WEIB DIE KINDER UND DAS ERSPARTE ...." Aufgeregt reisst er die Türe zu der Bauernstube auf.

Hart und scheppernd kracht der Panzerhandschuhe des Wachhabenden auf den Helm seines Kameraden. " Hör auf zu pennen Du faule Sau... "
" Spinnst Du mich so zu ersachrecken Du Sack "
" Was heisst hier Sack , sei froh das der Alte nicht seine Runden dreht, sag mir lieber was los ist."
" Ach die Bauern feiern wieder irgendso Fest, nur ein Licht in der Ferne dort wo der Hof vom Müllerson liegt"
Beide schauten in die Richtung wo der Hof liegt.

Kaum die Türe aufgrissen spürt der Bauer die warme Luft die ihm wie ein Faustschlag ins Gesicht schlägt.
" Die untere Stube steht in Flammen Herr"
" Zum Fenster raus los alle "
Das Heulen seiner Kinder ignorierend, die von seiner Frau an sich gepresst wurden, hastet der Bauer zum Fenster, gefolgt von seinem Altknecht.
" Wie wunderschön..." war der letzte Gedanke der durch seinen Kopf schoss, als eine leuchtend roter Flammenball ihm die Luft aus den Lungen reisst und binnen augenblicke seine haut dicke Blasen wirft.
Schon bricht brennend einer der schweren Dachsparren in die Räume, Flammen und Rauch greifen gierig wie wild um sich während sich zu dem Gerschrei der Tiere nun auch das der Menschen mischt.
Und niemand mag mehr zu sagen welcher laut vom wem kommt....

" Von wegen Fest .... Mensch der Hof vom Müllerson brennt "
" Die Götter stehen ihnen bei .... "
Entsetzt schauen die beiden Wachen den immer grösser werden Licht zu.....


Sanft tänzelt eine kleine Flamme auf der Hand des Mannes während er sie langsam zu einer Faust schliesst.
" Ihr habt eure Lektion gelernt "
Sachte dreht sich die kapuze des Fremden zu den Lichtern der Stadt die friedlich, wie kleine Sterne am Nachthimmel leuchten.
" Und ihr werdet sie noch lernen"

_________________
Früher hatte ich nie Zeit mir Gedanken zu machen ob ich jemals zur Hölle fahren würde. Nicht wegen meines Charakters sondern wegen meines Berufs.
Denn der macht mich zu einem Feind der Gesellschaft.
Heute denke ich, daß ich gar keine Wahl hatte.
Michail Timofejewitsch Kalaschnikow


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 Betreff des Beitrags: Re: Feuer und Flamme
BeitragVerfasst: Di 3. Nov 2009, 12:55 
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Registriert: Mi 10. Okt 2007, 20:58
Beiträge: 448
Zufrieden zündete der Steuermann der Esmeralda seine Pfeiffe an, die achte Glase hatte zu Hundswache geläutet und langsam entstand geschäftiges Treiben an Deck der alten Kogge.Die Leinen wurden gelöst, hier und da winkten die Matrosen noch ihren weiblichen Abenteuern zu, die winkend am Anlegedock standen.
Die ersten Lieder wurden von den Vollmatrosen angestimmt um in den Takt der Arbeit zukommen und gemächlich setzt sich das alte schiff in Bewegung.

" Der Lotse vom Riviner hafen versteht sein Handwerk , er hatt eine gute Strömung erwischt."wandte sich der Steuermann zu seinem Rudergänger
"Aye " kamen knapp die Worte des sonst so redseeligen Mannes, der konzentriert auf den Hafenlotsen blickte.
"Zufrieden mit der Fahrt ? " fragte der Steuermann, während er noch einmal seine Pfeiffe nachdrückte um dise nicht ausgehen zu lassen.
" Aye" mit einem leichten schmunzeln des Rudergängers.

" So sollte immer eine Ladung gelöscht werden, kaum zwei Tage gebraucht zu be- und entladen. Und nicht einmal eins der alten Kielschweine mussten wir aus der Kerker holen." waren die brummigen Worte des Steuermanns, dessen blick hin und wieder über das geschäftige Treiben an Deck huschten.

"Wird zeit das wir mal dem Schiffsjungen, sein erstes richtiges Seeabenteuer bescheren nicht wahr ? " breit grinsend schaut der Mann zum anderen, der eher skeptisch drein blickte.
" Ach " winkte der Steuermann ab " Ich war jünger als er, als ich das erste mal hoch musste"
" DU DA IN DIE WANTEN UND INS KRÄHENNEST RAUF " die schwilige Hand des alten Seemannes deutete auf einen jungen Burschen an Deck der damit beschäftigt war die Taue zu verstauen.
Verunsichert blickte der Junge den Mast hinauf, doch die aufmunternden Klopfer auf die Schultern von den anderen Matrosen, schienen dem Burschen Mut zu machen.
Zufrieden und mit einem Hauch von Stolz beobachteten die beiden Männer am Ruder wie der Junge sich behände zur Mastspitze raufbewegte.

" Ich hole ihn nicht runter ... " grinste der Rudergänger, während er einen kurzen Blick auf den Jungen in den Wanten warf.
" Alte Unke, wenn er Hunger bekommt wird er schon runter kommen. " polterte belustigt die Stimme des Steuermanns.
Wieder blickten die beiden Männer zum Lotsen und zu der sich nähernden Hafenausfahrt.

" Noch ein kleines Stück und wir entlassen den Lotsen, dann die Segel gesetzt und mit dem Segen der Götter und einem guten Wind sind wir in einigen Tagen wieder in der Heimat." Dachte sich der Steuermann während seine Hand sachte über die Rehling des Schiffes gleitet.
" Ein braves altes Mädchen ist unsere Esmeralda."
" Aye " kamm auch diesmal gedehnter, stolzer und zufriedener die Antwort des Rudergängers. Der noch einmal das Ruder fester in die Hand nahm.

Gemächlich dümpelte das alte Schiff Richtung Hafenausgang.

Ein harter Ruck ging erschüttert das schiff.
So hart, das alle an Deck von den Füssen gerissen wurden. Wortlos klatschte etwas auf Deck, doch niemand beachtet mehr den toten Schiffsjungen, des Augen immer noch weitaufgerissen waren, erstaunt über sein eigenes schnelles Ableben.
" WIR HABEN EIN LECK " kamen die Worte vom Bug des schiffes. Doch kaum waren die worte in die Nacht hinausgeschrien, flammt der Rufer in einen gleissenden Roten Licht auf.
"ALLE MANN AN DECK "
Befehle wurden gebellt.
"AN DIE PUMPEN"
Geschäftiges Treiben füllte das Deck.
Angewiesene Posten wurden besetzt, Verletzungen ignoriert.
Verhasste und eingepeitschte Routine erfüllte nun plötzlich ihren Sinn. Schiff und Mannschaft verschmolzen zu einer Einheit. Grimmig und bereit sein Leben nicht kampflos aufzugeben, richtete sich das Schiff noch einmal gerade zum Wasser aus.
Doch als wäre diese Tat, eine Strafe leckte ein strahlend roter Flammenstrahl über das Deck.
Gellend waren die Schrei der brennenden Matrosen die ihr heil in der Flucht suchten.
Wieder zitterte das schiff auf als seitlich sich grosse Löcher auftaten, hart getroffen von zwei Feuerbällen und wie ein sterbendes Tier legte sich die Esmeralde zur Seite.
Noch einmal ertönte der letzte Befehl durch die Nacht.
Der befehl den jeder Matrose hasst, weil er das unerschütterliche Ende ihrer Heimat, ihres Leben bedeutet.
" ALLE MANN VON BORD RETTE SICH WER KANN! "
Ächzend, zischend und blubbernd sank das brennende Schiff und im Wiederschein des Feuer konnte man noch etlich Matrosen erkennen die sich verzweifelt an irgendetwas Schwimmenden klammert.
Erschöpft und mit einer hässlichen Brandverletzung erreichte der Rudergänger, die rettende Mole. Doch ehe er aufschauen konnte, vernahm er sanfte Worte, ehe sein Körper sich unter Schmerzen wand, als heiss ein Strahl seinen geschundenen Körper traff.

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Michail Timofejewitsch Kalaschnikow


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 Betreff des Beitrags: Re: Feuer und Flamme
BeitragVerfasst: Di 3. Nov 2009, 13:24 
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Registriert: Mi 10. Okt 2007, 20:58
Beiträge: 448
((OOC: Ich möchte die Spieler bitten, daß sie alle ihre Aktionen und Ideen bitte für jeden sichtbar hier in mein Posting eintragen, was ihr dann erreicht bekommt ihr per PM von mir geschickt.
Ferner, das geht an die SL's, seit ihr alle nun recht herzlich eingeladen euren Senf dazu zu geben.
Ein paar Punkte möchte ich noch klarstellen, damit es nicht zu Missverständnisen kommt. Ich mache hier nicht den Gast-SL. Also EP, Items, Goodies , Bonbons, Gutscheine und oder ähnliche Vergünstigungen verteile ich nicht, weil es nicht in meinem Ermessenspielraum liegt.
Es ist nun euch (Staff Forenaktiv oder IG-Aktiv und Spieler)überlassen, was ihr machen wollt.
Chartot wird von meiner Seite aus aktzeptiert und hingenommen.
So damit ihr nun keine Angst haben braucht, euren Chars wird ein unrühmliches Ende nicht beschert sein.Was aber nicht bedeutet das ihr unantastbar seid (schaut auf seine Schwarzliste *Platzhalter für diabolisches lachen* ). Nehmt es als das hin was es ist, schlicht und ergreifend eine RP - Möglichkeit.
So das war es ... Ich hoffe auf zusendungen , sinnvollen Kritiken , Ideen, Geld (am besten faltbares) und Beteiligung.
Ach ja ich habe auch einen Supporter. Dem an der Stelle noch einmal Dank für die Möglichkeit.
So Long Temorion))

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Michail Timofejewitsch Kalaschnikow


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 Betreff des Beitrags: Re: Feuer und Flamme
BeitragVerfasst: Di 3. Nov 2009, 19:58 
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Registriert: Fr 5. Okt 2007, 15:08
Beiträge: 385
Bereits in den frühen Morgenstunden verlies der junge Unteroffizier, flankiert von zwei Soldaten, durch das Schwerttor die Stadt. Kleine Nebelschwaden bildeten sich vor seinem Mund, während er in Gedanken versunken der Straße zum Hof der Müllersons folgte.

Angekommen am Gehöf hebte er seinen Kopf und lies den Blick langsam über den Schauplatz schweifen, die Arme eng vor der Brust verschränkt und noch leicht fröstelnd. "Sind inzwischen irgendwelche Überlebenden bekannt?", spricht er schließlich leise zu einem der Soldaten. "Nein Sir!" bekommt er noch knapp aber deutlich hörbar erwidert, ehe er sich langsamen Schrittes abwendet, sein Augenmerk inzwischen mehr dem Boden und der Umgebung zukommen lassend. "Seht euch die Brandstelle genauer an und erstattet mir augenblicklich Bericht solltet ihr etwas finden.", kam noch als Befehl über Leomars Lippen. Die beiden Soldaten wechseln noch einen kurzen und missmutigen Blick, heben dann leicht die Schultern und machen sich ebenso ans Werk. "Jawohl Sir."

"He, Gustav, wie wär's mit 'ner kleinen Wette?"
"Hrm?"
Der Soldat wirft gerade wieder einen kleineren, abgebrannten Holzbalken bei Seite während sich sein Blick bereits zu seinem Kammeraden hebt.
"Wer den ersten Toten findet gewinnt." Ein breites Grinsen folgt den Worten.
"Ham sie dir ins Hirn geschissen Bernhard? Du bist sowas von Geschmacklos!"
Der Soldat schüttelt noch den Kopf und senkt die Hand um ein neuerliches Trümmerstück zu fassen. Erschrocken weiten sich die Augen und schlagartig lässt er wieder los als ihm bewusst wird, was er da eben nach oben zog.
"Uah! Hol den Rabental ich hab 'nen Toten gefunden!", schreit der Mann förmlich entsetzt zu seinem Kammeraden. Dieser warf noch einen schnellen Blick nach unten, der allerdings schon reichte um ihn augenblicklich mit dem Kopf zurückweichen zu lassen und einen angewiderten Gesichtsausdruck zu bekommen ehe er dann loseilte.

_________________
~ Sei dir selber treu. Und daraus folgt, so wie die Nacht dem Tage, du kannst nicht falsch sein gegen irgendwen. ~ William Shakespeare

20:44 +nax` • Aber ich will Drogen haben und Leuten den Kopf abschlagen. oO

Factor V

Leomar Corthan


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 Betreff des Beitrags: Re: Feuer und Flamme
BeitragVerfasst: Mi 4. Nov 2009, 00:31 
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Beiträge: 7658
Wohnort: Ducttape-Hausen
Grim hatte an diesem Abend Wachschicht am Hafen. Der Hafen. Ein raues Pflaster Rivins, deswegen mochte er diesen Teil der Stadt so. Fast täglich gab es irgendeinen Streit zwischen Seemännern oder ganz einfach den Besoffenen und Heruntergekommenen, den man auch gerne mal mit dem AES schlichten durfte. Ab und an kam sogar einer der schmierigen Diebe aus der Altstadt, machte Ärger und konnte dann - bewusstlos geprügelt - zur Wache gebracht werden oder zumindest unter schweren Hieben wieder zurück in den Dreck gescheucht werden aus dem er gekrochen kam. Ja, der Hafen war wirklich ein Viertel nach seinem Geschmack. Er sollte dem Unteroffizier bei nächster Gelegenheit einmal für seine Versetzung danken. Er mochte das Viertel... normalerweise. Doch heute Nacht war eine dieser verfluchten Nächte in denen nichts geschieht. Nichts. Die Crew der Esmeralda war am späten Abend wieder auf ihr Schiff zurückgekehrt. Del'Torros Crew war wer-weiß-wo und der Rest der Seeleute schien entweder zu schlafen oder aber kleineren Arbeiten nachzugehen. Es war zu ruhig. Nicht etwa Besorgnis erregend ruhig, nein, das wäre ertragbar - es wäre eine Verheißung auf ein wenig Action - nein. Es war einfach nur zu ruhig. Langweilig ruhig.
Grim schlang seinen Umhang fester um seine Schultern, stand an das Geländer an der Klippe gelehnt und blickte missmutig hinunter zu der Hand voll von Seeleuten die noch ein paar kleinere Reparaturen an ihren Schiffen, Booten und Nußschalen fertig stellten. Bei Orcus stinkenden Sackhaaren, könnte nicht wenigstens eine Kleinigkeit geschehen?

Nichts.

Grim sah noch ein wenig zu den Docks. Wenigstens dort gab es ein paar kleine Bewegungen. Doch nichts wirklich interessantes. Er seufzte genervt und wendete sich der vollkommen leeren Straße zu. Es schien als wenn selbst die Feuerlagune heute keine Gäste anlocken konnte. Seltsam. Diese Hin schien die Hafenbewohner zu verstehen. Wer weiß, wenn Grave nicht in diesem Viertel leben würde, diese Hin hätte vielleicht sogar seine Stimme bei der Wahl erhalten... wenn er denn eine in diesem Viertel gehabt hätte. Grim gähnte ausgiebig. "UhaaaaaaWOOOOOSH!"
Woosh? Grim drehte sich sofort zum Hafen um. War dort unten etwas aufregendes geschehen? Er starrte hinunter. Als er das Heck der Fita mit seinem Blick streifte bemerkte er eine Stichflamme am oberen Rand seines Blickfeldes. Das war die Hafenausfahrt. Irgendetwas musste dort geschehen sein. Die Position an der die Esmeralda gerade sein sollte. Grim starrte hinaus zur See. Ein flackern wie von einem Lagerfeuer war zu sehen. Bei dieser Entfernung musste das Feuer wahrhaft gewaltig sein. Was war dort geschehen?
Grim ging hinunter zum Hafenmeister. An soetwas hatte er eigentlich nicht gedacht als er sich nach etwas Abwechslung sehnte. Er würde dennoch am Ende seiner Schicht nochmals ein stilles Dankgebet an Tyrannos senden. In seinen Gedanken malte er sich aus wie brennende Leiber in die peitschenden Fluten fielen, während er seinen Weg an der Steinrampe fortsetzte. Das kurze Aufflackern einer Flamme etwas weiter südlich der Hafenausfahrt bekam er schon nicht mehr mit.

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Ulric Kieldantzer
Grim Silberhand - Slaughter; it can't be spelled without laughter
Saerail Kiirnodel - Mindestens haltbar bis Ende
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
-Albert Einstein

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 Betreff des Beitrags: Re: Feuer und Flamme
BeitragVerfasst: Mi 4. Nov 2009, 11:35 
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Sämtliche Heiler und Helfer werden zum Notdienst bis heute abend verpflichtet.

gez. Tikali, Leiterin des Lazaretts

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I. Glück ist die Belohnung, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, aufzustehen und mutig zu handeln.
II. Unglück ist der Anreiz, aus seiner Lethargie zu erwachen und sein Glück zu ergreifen. Unglück ist nicht das Gegenteil, sondern nur das Fehlen von Glück.


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 Betreff des Beitrags: Re: Feuer und Flamme
BeitragVerfasst: Do 5. Nov 2009, 15:31 
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Beiträge: 7658
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Als Grim beim Hafenmeister ankam, kehrten soeben die ersten Rettungsboote zurück. Einige halb erfrohrene, zitternde und bibbernde Gestallten saßen darin. In einem der Boote versuchten zwei Seeleute noch immer einen Kameraden wieder zum Atmen zu bringen... diese dämlichen Illusker... die schafften es doch wirklich auf einem Schiff anzuheuern ohne überhaupt schwimmen zu können. Grim schüttelte das Haupt. Langsam ließ er den Blick schweifen. Auf dem Steg saßen bereits einige Personen beieinander... viele von ihnen mit schweren Brandverletzungen. Verschmortes Fleisch hing ihnen in breiten Bahnen von Gesicht und Oberkörper. Bei einigen konnte man nicht einmal unterscheiden ob die herabhängenden kohlschwarzen Bahnen nun zum Körper oder der Kleidung gehörten. Es war seltsam still. Ab und an konnte man ein wimmern vernehmen, aber im großen und ganzen waren alle so verdammt ruhig. Schockzustand. Bald würde er abklingen und sie würden schreien. Sie alle. Die ganze verdammte, verbrannte Seerattenbande. Dieses Geschrei wollte er nicht hören. Es machte ihm nichts aus wenn Menschen unter Schmerzen zusammenbrachen. Es störte ihn nicht wenn ein Mensch starb weil er die Schmerzen nicht mehr ertragen konnte. Aber diese hier. Sie würden schreien. Schreien und schreien und schreien. Einige so lange bis ihre röchelnden Hälse die verschmorten Lungen stückchenweise ausgespiehen hätten. Und dann? Dann würden sie weiterschreien, ohne auch nur einen Laut von sich zu geben. Herzschläge lang. Bis ihre verendenden Leiber auch die letzte Kraft ausgehaucht hätten und endlich zusammenbrächen. Grim sah auf. Sein Blick reichte in die Ferne. An den Punkt an dem bis vor kurzem noch die Esmeralda aus dem Hafenbecken fuhr. Das Feuer war nicht mehr zu sehen, doch einige Rettungsboote waren noch immerr dort draußen. Auch die Boote welche die ersten Verletzten zum Kai brachten, machten sich wieder auslauffertig. Die Überlebenden waren verladen worden und vielleicht waren noch mehr dort draußen in den düsteren Fluten. Grim stand noch immer neben dem Hafenmeister. "Jeder Mann der nicht in den Booten gebraucht wird soll anfangen die Verletzten ins Lazarett der Halle der Hoffnung zu bringen. Die Männer bei denen die Haut noch nicht komplett herunter gebrannt ist sollen zuerst weggebracht werden. Danach kommen die leichter Verletzten." Grim sah bei diesen Worten noch immer auf die suchenden Rettungsboote. Der Hafenmeister sah ihn entrüstet an und begann ihm Vorwürfe zu machen. Grim achtete kaum auf diese. Ein rascher Blick, der keine weiteren Wiederworte zuließ beendete das Gespräch. Grim hatte seine Gründe diese Befehle zu geben. Er kannte Verletzungen dieser Art. Ein Jahr nach seinem Beitritt zur Armee in Hlath hatte sein Zug den Befehl gegen einen marodierenden Fremdling vorzugehen. Irgendein Abenteurer. Nein. Nicht irgendeiner. Ein Magier. Grim verzog das Gesicht bei diesem Gedanken. Ein Feuerball traf während des Sturmangriffs die rechte Flanke. Die Hälfte seiner Kameraden wurde noch vor dem ersten Schwerthieb hinweggefegt. Viele starben schon durch die Explosion. Die weniger Glücklichen überlebten die nächsten sechs Stunden.
Den Blick noch immer auf die sich bewegenden Punkte auf dem Wasser gerichtet - Blendlaternen die in den Booten benutzt wurden um nach überlebenden zu suchen - und still seinen Erinnerungen nachhängend, stand Grim auf dem Steg und rührte sich kaum. Er rührte sich nicht als die ersten Schreie begannen und auch noch lange nachdem der letzte erstarb blieb er wie angewurzelt stehen und blickte auf den Wellengang. Erst als der Morgen bereits graute wandte er sich ab und marschierte schnurstracks zur Wache.

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 Betreff des Beitrags: Re: Feuer und Flamme
BeitragVerfasst: Fr 6. Nov 2009, 17:52 
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Registriert: Sa 20. Okt 2007, 22:59
Beiträge: 418
Wohnort: Wien
In Rivin tragen sich manchmal Merkwürdigkeiten zu. In der letzten Nacht soll sich die folgende, seltsame Geschichte ereignet haben:

Der Mond hatte seinen höchsten Stand bereits überschritten. Über die nächtlichen Straßenzüge des Hafenviertels hatte sich dichter Nebel gelegt. Kein Licht war mehr in den Fenstern zu sehen: alles schlief, die Straßen leer. Nur das schwache Leuchten des Nachtwächters irrte durch die tiefschwarzen Häuserschluchten. Es war kalt, die Luft erfüllt vom Geruch des feuchten Holzes, mit dem die Riviner ihre Kammern heizten.

Zu dieser späten Stunde verabschiedete der Wirt der Feuerlagune, Lothlann, die letzten Gäste. Es war jener Zeitpunkt, in dem das lustige Zechen recht plötzlich von trostloser Stille abgelöst wurde, wo man sich zurück an den Anfang des lustigen Abends wünschte. Er ließ den Luster herab, löschte die Kerzen, räumte die Becher von den Tischen. Dann ging er mit zwei Kübeln nach draußen, um Wasser vom nahen Brunnen zu holen. Schon nach wenigen Schritten war er vom Nebel verschlungen. Die Kälte schlug ihm ins Gesicht, es fröstelte genug, um den eigenen Atem zu sehen. Lothlanns Räuspern wurde vom Nebel dumpf verschluckt. Diese Nacht hatte etwas Unheimliches. Er summte leise vor sich hin, um sich von der unheimlichen Stimmung abzulenken. Dort vorne waren im Dunst schon die Umrisse des Brunnens auszumachen.

Dann ging alles ganz schnell. Die Kälte schlug in Hitze um, aus Dunkelheit wurde gleißendes Licht. Lothlanns Knie gaben augenblicklich nach. Geblendet fiel er nach vorne auf das Straßenpflaster. Hier passierte etwas, das er nicht verstand. Der beißende Geruch von Feuer stieg ihm in die Nase. Als er wieder sehen konnte, erschrak er über seine brennende Schulter. Mit einem stimmlosen, gequälten Krächzen rollte er sich auf den Rücken und wälzte sich hin und her, bis er das Feuer endlich erstickte. Um Luft ringend blieb er am Boden liegen, vom Unfassbaren überrumpelt, um ihn herum nur Nebel und schwarzer Rauch. Einige Meter von der Stelle, wo er gegangen war, züngelten immer noch kleine Flammen zwischen dem Straßenpflaster.

Wenige Augenblicke später sprang Lothlann auf und lief um sein Leben. Halb stolpernd, halb laufend erreichte er den roten Lampion der Feuerlagune. Die eisenbeschlagene Tür fiel mit einem lauten Knall hinter ihm zu. Seine Finger wollten nicht aufhören zu zittern, als er in Panik nach dem Schlüssel kramte. Endlich zugesperrt! Lothlann brauchte einige Minuten, bis er sich zum Fenster wagte. Er wischte den feuchten Beschlag mit dem Ärmel weg und starrte mit geweiteten Augen hinaus in die Nacht. Nichts. Alles dunkel. Kein Verfolger. Zu viel getrunken? Das Pfeifenkraut? Müdigkeit? Der kalte Schweiß stand Lothlann auf der Stirn. Seine Schulter roch grauenhaft und begann zu schmerzen. Er nahm den Kerzenleuchter vom Schanktisch und stieg mit dem schwachen Licht die Treppen hoch. Kein verrotztes Schnarchen tönte aus der Ecke - Finn war nicht da. Auch von den Fenstern im Obergeschoß war draußen niemand auszumachen. Nur die unzähligen Schornsteine der Riviner Dächerlandschaft räuchelten wie immer vor sich hin. .... Seltsam, als ob nichts geschehen wäre.

So hat sich die merkwürdige Geschichte vom Feuerstrahl beim Brunnen zugetragen. Am nächsten Tag geht die Geschichte bei der Stammkundschaft der Feuerlagune, bei den Milizionären und den Hafenleuten, von Mund zu Mund. Freilich hatte der Wirt sein Schwert gezogen und den vermeintlichen Angreifer (womöglich ein Drache im Überflug!) herausgefordert – Angst war da keine im Spiel! Die beiden Eimer wurden nicht bei einer überstürzten Flucht an Ort und Stelle im Stich gelassen, sondern sie wurden einfach vergessen. Soll man an der Geschichte Glauben schenken? Immerhin behaupten manche, dass der Wirt sich unlängst nicht zu blöd war, von einer singenden Katze zu erzählen. Und doch: Die angesengte Schulter, Brandlöcher in Wams und Hemd sprechen eine eindeutige Sprache. Und auch die schwarz verschmorten Pflastersteine in der Nähe des Brunnens verleihen der Geschichte Glaubwürdigkeit.

Man wird Lothlann von nun an zur späten Stunde nur mehr mit Laterne um Wasser gehen sehen, bisweilen sogar mit einem Entermesser umgürtet. Man weiß ja nie, was der Konkurrenz vom schwarzen Krug sonst noch alles einfällt.

_________________
Charaktere:
Flammo (inaktiv) - galanter, geschleckter Lackaffe, Cavalier und Stadtratskandidat
Lothlann (inaktiv) - anerkennungssüchtiger, sembischer Wirt und barocker Antiheld
Hier geht's zur Feuerlagune!


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