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Vor zwei Monden ...Das kleine Tal lag nun nicht mehr friedlich versteckt zwischen den mächtigen Felsen da. Keine Lieder der Gur und Abanazzi waren mehr zu hören und anstatt nach Braten und den verschiedenen Tees roch es nach Blut und verbranntem Fleisch.
Der Tod war zu Gast gekommen, inmitten der Nacht, die nach alter Tradition so friedlich begonnen hatte.
Zelte brannten, Leute schrien und immer wieder ließen sich unmenschliche Wesen vom Himmel fallen und brachten Tod und Zerstörung in die Familien der Zigeuner.
Die Burg der 1000 Masken, geheimes Herz des wanderndes Volkes in Faerun, stand in Flammen. Die in Stein gehauenen Gesichter hatten feuerloderne Augen und spieen Rauch aus ihren lachenden Mündern.
Keiner wusste, wer genau die Angreifer waren. Gegen Mitternacht waren plötzlich Flammen aus der Burg geschlagen, in welcher die Ältesten den ganzen Tag schon mit der Königin der Gur Rat gehalten hatten.
Die Welt um die Gur herum veränderte sich. Die Gur veränderten sich .... es war als wäre ein Schleier gelüftet worden und etwas, dass sich lange Zeit aufgestaut hatte, war hervorgebrochen.
Etwas in der Welt war nun anders als die Jahrhunderte zuvor.
Und diesmal ging es nicht an den Sippen der Gur und Abanazzi vorbei.
Daher kamen die Sippenführer zur Burg und zur Königin. Es war beunruhigend.
Und dann kam das Feuer .... und das Chaos.
Auf ledernden Schwingen waren drachenartige Humanoide aus dem dunklen Nachthimmel aufgetaucht und griffen alles an, was sie sahen. Ihre Klauen zerrissen Muskeln, ihre Kiefer zermalten Knochen.
An ihren Rücken wehten Fahnen mit den Banner eines mehrköpfigen Drachens und ihr Ziel war klar: die Vernichtung der Zigeuner.
Wären die Gur und Abanazzi normale Menschen, wäre es schnell gegangen. Aber normal war hier nichts. Die Angreifer hatten anscheinend nicht mit soviel Gegenweh gerechnet ... und mit so mannigfaltiger Gegenwehr.
Beschworene Geister und Elementare rasten durch den Himmel, Zauber fanden ihre Ziele. In ihrem Todeskampf weckten die Zigeuner alles, was sie aufbieten konnten, auch das Erbe der Dämonen und Elementare, wenn vorhanden. Und ein scharfes Messer findet auch seinen Weg durch einen Panzer aus Schuppen oder in Augen und Rachen.
Die Zigeuner sind Meister im Kampf mit Messern.
Yo sprang hinter eine Kiste, dicht gefolgt von Zora. Die junge Abanazzi hatte sich gut behauptet, obwohl sie eigentlich als eine Art Kindermädchen auf ihn aufpassen sollte, während Lagri in der Burg weilte.
"Yo, Freunde von dir?"
"Ich dachte eher, es wäre deine Familie .... die Ähnlichkeit ist verblüffend."
Zora lachte und lud ihre Schleuder mit den kleinen explodierenden Kugeln, die sie bei sich hatte.
"Wir müssen zur Burg."
"Wir kommen nicht durch."
"Meine Frau ist dort oben!"
Zora blickte hinter der Kiste hervor und zur lichterloh brennenden Burg. Sie hasste sowas, warum musste sie immer das offensichtliche sagen. So bekam sie nie einen Freund.
"Yo ..... die Burg ... Flammen ... Lagri ist tot!"