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 Betreff des Beitrags: Dämmerung
BeitragVerfasst: Mi 4. Jun 2008, 14:53 
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Im Dachgarten des Hauses, dass vielmehr einem riesigen Baum geicht, kniet eine zierliche Gestalt. Ihre langen, schwarzen Haare wehen vom sanften Windspiel umher und die weiße, ausladende Robe schmiegt sich an den zierlichen Körper der Elfe.

"Es ist still und ich habe Frieden gefunden, ich danke dir Himmlischer Vater."

Mit den letzten Strahlen spielt die Sonne mit dem bronzenen Gesicht, ehe sie hinter dem Berg verschwindet.

"Und für einen Augenblick, für wenige Herzschläge, wird die Welt ihren Atem anhalten, alle Blicke werden auf diese eine Stadt gerichtet sein." Mit diesen Worten trat Sheri an die Elfe heran. "Hast du das gesehen?" "Ja, Mutter." Über dem Dachgarten begannen die Sterne zu erstrahlen. Für eine lange Weile sahen sich die Elfen in die Augen, schweigend. Die Mondelfe trug im Gegensatz zu ihrer Mutter einfache Kleidung in einem weichen Grünton. Ihre blauen Haare waren zu unzähligen Zöpfen verflochten. Die Sonnenelfe hingegen trug eine ausladende, weiße Robe. Von Goldfäden bestickt, mit zahllosen Glyphen und Symbolen. Es schien keiner weiteren Worte zu bedürfen, das Band machte es überflüssig. Lyanalye wusste um den Ernst der Lage und sie wusste, dass die Welt erschüttert werden würde, von einem Ereignis unvorstellbaren Ausmaßes. Lyanalye brach das Schweigen. "Ich werde die Anderen herbeirufen, wir werden ihre Hilfe brauchen." Sheri neigte ihren Kopf als Zeichen der Zustimmung und machte Anstalten zu gehen. "Gib auf dich Acht mein Kind." Die Mondelfe hielt inne, sie wandte sich ihrer Mutter nicht zu. "Mir wird nichts geschehen, Mutter."

Sie konnte ihrer Mutter nicht ins Gesicht sehen bei dieser Lüge.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dämmerung
BeitragVerfasst: Do 10. Jul 2008, 12:59 
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Ihre Magie hatte beinahe alle von ihnen erreicht, sie würden erscheinen. Sie hatte immer gehofft, diesen Tag nie erleben zu müssen an dem sie alle zusammentreten müssten um in den Kampf zu ziehen. Es war notwendig, die Drachenreiter Kaeris würden zusammentreten. Das Juwel des Nordens hatte einen Riss bekommen, der seinen makellosen Glanz jäh ermatten ließ. Nicht nur, dass Alustriel verstorben war, nach allem was sie über die Umstände erfahren hatte würde ihre Seele nicht einmal in das Reich ihrer Mutter einkehren können. Sie war fort, einfach fort. Zwei Dinge hatte sie von ihr gelernt. Alustriel war ihre Lehrerin gewesen. Gedanken an ihre Jugendzeit kehrten vor ihr geistiges Auge zurück. Eine junge Sonnenelfe stand vor Alustriel, insistierend nur von der besten Magierin unterwiesen zu werden. Lachend hatte Alustriel entgegnet, dass die beste Magierin nicht auch die beste Lehrerin sein muss. Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte waren durchs Land gezogen und sie hatte ihr gezeigt, dass sie die beste Lehrerin für sie war. Alles hatte diese Frau begleitet, begonnen bei ihren ersten Gehversuchen mit einem Lichtzauber bis jetzt. Zwar war die Zeit von Lehrstunden lange vorrüber, doch noch immer hatte Lyanalye sie um Rat aufgesucht, wenn sie dessen bedurfte. Sie wurde eine vertraute Freundin. Einmal sagte sie, dass sie jeden überzeugen könne, wenn sie eine Sonnenelfe zu überzeugen vermochte, denen man größte Sturheit nachsagte. Alustriel hätte jeden überzeugen können, wenn man ihr genügend Zeit gab. Und sie hatte von ihr gelernt, dass ein Mensch auch in Jahrhunderten nicht die Jugend verlieren würde, die er aus Ansicht einer Elfe hatte und irgendwann empfand Lyanalye sie sogar als erfrischend und begrüßte sie manches Mal gar. Sie hatten sie zerstört, doch sie würde nicht zulassen, dass sie auch ihren Traum zerstören. Diese Stadt würde nicht fallen, niemals. Sie würde später trauern, doch nun musste sie wachsam sein, gleich wie sehr der Schmerz in ihrem Herzen brannte. Dies war keine Zeit der Schwäche, der Feind hatte zum Kampf gerufen und den würde er bekommen, auf dass er sich in die letzte Ecke verkriechen möge, wo Sonne und Mond nicht mehr ihr Licht auf diese unwürdigen Kreaturen werfen würde. Die Umbral mögen zurück in die Schatten getrieben werden, aus denen sie kamen.

Mit einem letzten Blick sah sie sich noch einmal um, als hätte sie etwas vergessen, doch da war nichts, alles war vorbereitet. Sie blickte weit nach oben hinauf zu ihrem alten Freund. Das Licht der Sonne brach sich auf den silbernen Schuppen des riesigen Drachen, der es dennoch vermochte mit grenzenloser Sanftmut auf die kleine Elfe hinabzusehen. Wie eine sanfte Brise war die Stimme, mit der der Drache die elfische Sprache intonierte, makellos. „Brechen wir auf, Lya? In der Ferne bricht ein Sturm los.“ „Ja, lass uns bitte aufbrechen Namhides, ein zusammenbrauender Sturm reicht beileibe.“ Es lag schon Jahrhunderte zurück, dass es genügte, wenn er sich flach auf den Boden legte. Nunmehr erklomm die Elfe den Rücken des Drachen entlang seines langen Schweifes, den Rückenkam wie eine Treppe gebrauchend. Namhides betrachtete den Weg der Elfe mit einem Gesichtszug, den man als Lächeln deuten könnte. Als er sich vergewissert hatte, dass sie sicher auf seinem Rücken Platz genommen hatte, erhob er seinen massiven Leib und setzte sich in Bewegung, zunächst einige Schritte gehend, dann schneller werdend um sich aus dem Sprint heraus mit einem mächtigen Satz in die Luft zu erheben, die meterlangen Schwingen ausbreitend. Einige Menschen in einem nahegelegenen Gehöft starrten entsetzt hinauf, als ein dunkler Schatten die Sonne verdeckte und flohen in ihre Häuser, bis Namhides hoch genug aufgestiegen war um für das bloße Auge nicht mehr sichtbar zu sein, dem Grat der Welt entgegenfliegend.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dämmerung
BeitragVerfasst: So 3. Aug 2008, 22:51 
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Es war bereits mitten in der Nacht, als das ungleiche Gespann sich dem Grat der Welt näherte, das massive Gebirge zeichnete sich vage in der Ferne ab. Zwischen dem Rückenkamm des Drachen studierte die Elfe ein Buch. Als sie etwas im Augenwinkel zu sehen glaubte. Rasch den Kopf wendend suchte ihr Blick die Umgebung ab, doch er war wieder verschwunden. Noch einmal huschte ihr Blick umher, ehe sie wieder in das Buch blickte. "Vermutlich nur eine Einbildung" dachte sie sich und überlegte nicht weiter. Ein Fehler, den es bald zu bereuen galt.

Mit einem tiefen Brüllen erschien die massive Gestalt aus dem Nichts an der Flanke des Drachen und noch ehe Zeit war zu reagieren rammten sich ihre Klauen und Fänge in den Leib des silbernen Drachen, der Laut aufschrie. Lyanalye entglitt das Bauch aus ihren Fingern und sie vermochte gerade noch den Stecken zu umklammern, als sie vom Rücken des Drachen geschleudert wurde. Noch im Flug sprach sie ein rasches Wort und spürte wie ihr Leib zu fallen aufhörte und in der Luft schwebte. Sie stieg ein Stück empor um ein Bild zu gewinnen.

Ein riesiger blauer Drache hatte Namhides Flanke attackiert und sich daran festgekrallt. Rasch streckt sie ihren Stab aus um den Drachen zu berühren und intonierte einen weiteren Zauber, der den Schuppen des Drachen die Härte von Stein verlieh. Der silberne Drache hatte derweil den ersten Schrecken überwunden und ihn mitsamt einem Kreischen freigesetzt. Doch das Gewicht des blauen Drachen zog ihn in die Tiefe. Ein kehliges, inhalierendes Geräusch drang aus dem offenen Maul Namhides und eine eiskalte, silberne Flamme formte sich in seinem Rachen und bruchteile von Sekunden später hüllte das eisige Silber den Körper des blauen Drachen vollständig ein.

Von eisigem Schmerz gepeinigt löste der Drache sich von seinem Leib und stürzte hinab, ein lautes Kreischen ausstoßend. Der Zorn war nun völlig in dem silbernen Drachen erwacht als er, ebenfalls ins Trudeln geraten, zu Boden schoß. Im Fall bewegte er seine Klauen und sprach in der Sprache der Drachen einige Worte, als er in der Luft zum stehen kam und, durch den Flugzauber deutlich wendiger, sich nun wieder aufrichtete. Sein Blick suchte unter ihm nach dem blauen Drachen, der sich einige Meter unter ihm ebenfalls wieder gefangen hatte und nun seinen Kopf anhob, knisternde Elektrizität sprühte durch das Maul des Drachen und entlud sich in einem blauen Strahl, der den Silberdrachen erfasste und in der Luft zurücktaumeln ließ, wieder einmal hallte das Schmerzerfüllte Kreischen eines Drachen durch die Nacht.

Der Drache stieß eine Wolke aus weißem Nebel aus und verschwand darin, zur Überaschung des blauen Drachen, der wohl einen weiteren Angriff erwartet hatte. Etwas, das einem selbstsicheren Grinsen glich, huschte über das Gesicht des blauen Drachen als er nun zu der zurückgelassenen Elfe blickte, die in der Luft gleitete. Lyanalye beobachtete den Drachen, der sich langsam emporschraubte und in der Elfe keine Bedrohung sah, womit er nicht unrecht hatte. Sie erhob die Hand und in elfischem Wort sprach sie einen Schutzbann, der ihren Leib vor den Elementen schützen sollte. Sie blickte den Drachen ruhig an, der sich nun ein Stück über ihr befand und in einen Sturzflug überging.

Noch ein Stück ließ sie ihn sich nähern, ehe sie die rechte Hand flach erhob, die Außenseite dem Drachen entgegenhaltend und ihm einen Ring präsentierte, fest und laut sprach sie dabei. "Ich bin Lyanalye, Drachenhüterin des Hauses Kaeri und im Namen aller Drachen gebiete ich dir Einhalt!" Der Ring glimmte auf und sein Licht traf den blauen Drachen, der kurzzeitig völlig irritiert und überrascht wirkte, dann jedoch flog er eine steile Kurve und schoß an der Elfe vorbei, sie nicht einmal berührend. Die Elfe blickte hinauf und sah nur noch den silbernen Schein, der aus dem Himmel direkt auf den blauen Drachen zuschoss.

Die Klauen und das Maul des silbernen Drachen gruben sich nun in den Rücken des blauen Drachen und zum letzten Mal drang der Schmerzensschrei eines Drachen durch den Himmel. Namhides Maul öffnete sich erneut und entließ eine blau schimmernde Wolke über den blauen Drachen. Ein Augenblick verging bis der Drache jegliche Regung einstellte, durch das Gas vollständig gelähmt, wurde er nur von Namhides am Fallen gehindert. Und mit einem Fußtritt ließ er den Drachen aus den mehreren Kilometern Höhe gegen den Boden schießen, wo er irgendwann verschwand. Noch vor Zorn keuchend sah der Drache ihm nach ehe sein Blick die Elfe traf. "Es ist vorbei, beruhige dich" redete die Elfe mit sanfter Stimme auf den Drachen ein und noch einige Minuten vergingen ehe der Drache wieder sprach. "Wir müssen weiter, wenn die Drachen sich in diesen Krieg einmischen, wird er noch um einiges größer als wir bisher ausgemalt haben."
Und so flog das Gespann eilig in Richtung des massiven Gebirges.

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