Wer heute an den Brunnen der Stadt Wasser holen wollte, erlebte eine Überraschung:
Neben den Gardisten die bereits seit ein paar Tagen die Brunnen bewachten, fanden sich dort nun auch Priester der Kirchen Helms oder Tyrs, sowie vereinzelt auch Mitglieder des Mantels der Sterne. Der Zugang zum Brunnenwasser wird den Bürgern jedoch verwehrt. Stattdessen setzt die Garde magische Gegenstände ein, um die mitgebrachten Krüge und Eimer zu befüllen. Personen mit erkennbaren Hautrötungen werden dabei von Priestern bei Seite genommen und behandelt. Die Bürger erhalten auch eine Erklärung für das Ganze, die inhaltlich dem ähnelt, was auch auf den Aushängen zu lesen ist, die seit heute an den Anschlagtafeln der Stadt hängen:
Zitat:
Bürger der Stadt Rivin,
innerhalb der Stadt ist eine gefährliche Krankheit ausgebrochen. Verantwortlich dafür sind die Hautsegler und ihre dämonische Herrin, die uns vor einigen Zehntagen heimsuchten. Sie haben die Brunnen verseucht und auch die Fliegen. Das Fürstentum hat deshalb die folgenden Maßnahmen beschlossen, und fordert jeden Bürger auf sich soweit möglich daran zu halten und diese zu unterstützen:
I. Wasser wird von nun an den Brunnen ausgeteilt, doch nicht mehr aus den Brunnen geschöpft. Es kommt von magischen Gegenständen, die von der Kirche Tyrs, dem Mantel der Sterne und dem Fürstentum zum Wohle der Bevölkerung zur Verfügung gestellt wurden. Jeder Bürger ist dazu angehalten sich sein Wasser nur dort zu holen, da die Gefahr besteht dass andere Wasserquellen verseucht sind. Alte Wasservorräte sind wegzuschütten. Es ist untersagt Wasser weiterzuverkaufen - bereits existierende Tavernen und Gasthäuser sind davon ausgenommen, dürfen ihr Wasser jedoch nicht von den Brunnen oder aus Vorräten beziehen. Jemandem wissentlich verseuchtes Wasser auszuschenken oder zu verabreichen ist strafbar.
II. Da die Krankheit auch durch Fliegen verursacht wird, die sich vor allem auch im Schlaf auf ihren Opfern niederlassen um die Krankheit zu verbreiten, wird dazu geraten Schlafstätten soweit möglich mit Tuch, Decken Laken und Ähnlichem zu verhängen, so dass es den Fliegen nicht ohne Weiteres möglich ist ihr Werk zu verrichten. Wer nicht über ausreichend Material zum verhängen der Schlafstätte verfügt, bekommt bei den Tempeln Selûnes und Helms zu diesem Zweck Decken ausgehändigt. Das Erschlagen der Fliegen ist hilfreich, sollte jedoch nicht mit bloßer Hand durchgeführt werden.
III. Die Krankheit, die den Tod zur Folge haben kann, ist erkennbar an geröteten Hautstellen und - im fortgeschrittenen Stadium - der Bildung schwarzer Schuppen auf der Haut. Jeder ist dazu angehalten sich selbst danach abzusuchen, und nicht - einsehbare Stellen von Familienmitgliedern überprüfen zu lassen. Kleinkinder müssen von ihren Eltern untersucht werden. Wer niemanden hat der einem bei der Untersuchung helfen kann, kann sich im Lazarett untersuchen lassen. Wird ein Befall festgestellt, so soll sich der Betroffene in einem der Tempel oder im Lazarett einfinden um sich dort behandeln zu lassen. Jeder sei daran erinnert, dass Spenden an die Kirchen, und seien sie noch so gering, auch die weitere Bekämpfung der Krankheit unterstützen. Den drei großzügigsten Spendern wird eine Dankesplakette am Lazarett gewidmet werden.
IV. Betroffene stellen keine unmittelbare Gefahr für ihr Umfeld dar. Eine Gefahr besteht nur, wenn sich Betroffene nach Feststellung von schwarzer Schuppenbildung nicht rechtzeitig bei den Priestern zur Behandlung einfinden. Es wird nicht geduldet wenn Betroffene geächtet, bedroht, attackiert oder anderweitig auf Grund des Krankheitsbefalls geschädigt oder Opfer von Repressalien werden.
V. Es kann sein, dass die Dämonin die für all das verantwortlich ist, einzelnen - vielleicht in wahrer Gestalt, vielleicht in Verkleidung - ein Heilmittel für die Krankheit anbietet. Weder der Dämonin, noch einem solchen Heilmittel sind zu vertrauen. Betroffene erhalten Hilfe in den Tempeln und im Lazarett - wenn es ein anderes, vertrauenswürdiges, funktionierendes Heilmittel, abseits der Magie gibt, die die Götter ihren Dienern gewähren, so werden die Bürger darüber informiert werden. Quacksalber die versuchen aus der Krankheit Profit zu schlagen, werden bestraft. Wer die Dämonin sichtet, hat dies der Stadtwache, der Kirche Tyrs, der Kirche Helms oder dem Mantel der Sterne zu melden.
VI. Jedem Bürger sei versichert dass die Stadt, die Vasallen des Fürstentums, die Kirchen und der Mantel der Sterne alles in ihrer Macht stehende tun, um die Bekämpfung der Krankheit und ihrer Ursache voranzutreiben. Nur wenn Zusammenhalt herrscht, wird es uns möglich sein dieses Übel gut zu überstehen. Es wird noch einmal dazu angehalten Ruhe zu wahren und den Maßnahmen Folge zu leisten.
Im Auftrag des Marschalls,
~ Flinn Winterkalt