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 Betreff des Beitrags: Es ist nicht tot, was nur vergessen
BeitragVerfasst: Mi 17. Dez 2008, 18:08 
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Tief unter den Strassen Rivins

Wasser tropfte von den feuchten Backsteinwänden, floss an den mit Schimmelpilzen überwucherten Wänden wie zähflüssiger Schleim herab und vereinige sich in einen stinkende Brühe, die träge in den Kanalschächten im Boden dahinglitt.

Das Licht ihres kleinen Leuchtkristall warf nur einen schummrigen Schein in den Tunnel vor und hinter ihr, konnte kaum in den feuchten Dunst der unzähligen großen und kleinen, offenen und vergitterten, stinkenden und seit langem eingestürzten Nebengänge eindringen.

Ihr Atem schlug an bei jedem halb unterdrücktem Atemzug, mit dem sie den Gestank nach Verwesung und Fäulnis nicht zu tief in ihre Lunge eindringen lassen wollte.

Ihr nackten Füße zermaltem die Schädel toter Ratten unter ihren Schritten und ihre Hände zerrissen die dicken Spinnfäden, welche die Tunnel in tödliche Fallen für alles wimmelnden Getier verwandelt hatten.

Immer weiter tastete sich Lagrimar vor .... und immer tiefer führte sie ihr Weg in das Gestein der Erde, auf deren Spitze sich Rivin festkrallte, um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden wie ihre Vorgängerin in den Traumbildern der dahingemordeten Drachenpriesterin.


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 Betreff des Beitrags: Re: Es ist nicht tot, was nur vergessen
BeitragVerfasst: Mi 17. Dez 2008, 18:51 
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Ein dumpfes Dröhnen überlagerte plötzlich alle anderen Geräusche. Es war schon vorher da, unterhalb der Ebene ihres Bewusstseins. Aber nun bemerkte sie es. Es begann in ihren Beinen, setzte sich fort über den Unterleib und war am Ende im ganzen Körper zu spüren.

Es war ein rhythmisches Dröhnen, wie der Schlag eines großen Herzens, dessen Widerhall durch die alten Tunnel tief unter den Strassen der Stadt hallte.

Die Backsteine der Tunnelwände machten immer mehr dem natürlichen Fels der Klippen Platz, mit jedem Schritt den Lagri sich dem Dröhnen näherte.
Die Luft wurde noch feuchter, das Atmen fiel bei jedem Atemzug schwerer so als läge eine feuchtes Tuch über ihren Mund.

So auf das Luft holen konzentriert merkte sie im ersten Moment nicht, dass der Boden unter ihrem Fuß fehlte. Schnell krallten sich ihre Krallenfinger in den Stein und verhinderten so den Sturz in die dunkle Tiefe. Das Dröhnen war nun so laut, dass es in den Ohren schmerzte.

Lagri lehnte sich an die Tunnelwand und hielt den Leuchtkristall vor sich in die weite des riesigen unterirdischen Raumes. Sie musste die Worte der Macht schreien damit das Licht des Kristall aufglomm und sich sofort in Tausenden von Wassertropfen widerspiegelte.

Lagri stand am offenen Ende des Tunnel und blickte auf etwas, das bisher nur wenige gesehen hatten. Aus natürlichen Spalten und Klüften an der Wand rechts von ihr und ein gutes Duztend Schritte über ihrem Tunnel quoll mit Urgewalt das Wasser hervor und stürzte in Form dreier Wasserfälle hinab in die Tiefe der riesigen Höhle.

Dabei zerstob es wütend an Felsspitzen, stürzte in dünneren Fällen weiter hinab, verband sch wieder mit seinen Brüdern und Schwestern in Becken, die überliefen und das Wasser weiter hinab stürzen ließen. Gischt sprühte auf und fiel im Licht funkelnd in die Tiefe.

„Drei Arme hatte der Fluss einst, drei Wasserfälle. Einer fiel frei in die Tiefe der See, einer ward gebannt durch Menschenhand. Doch der dritte und der älteste der drei wilden Brüder liegt in der Dunkelheit verborgen. Er weint und brüllt dort in Erinnerung an das was einst war .... doch niemand vermag seine Stimme zu deuten und so weiß niemand, weswegen er weint und in die Tiefe stürzt.“ So erzählten es sich die Alten in Rivin, so erzählten es ihnen deren Väter und Vorväter.

Lagri stand dort am Ende des Tunnels und blickte gebannt auf die Urgewalt des Stroms.


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 Betreff des Beitrags: Re: Es ist nicht tot, was nur vergessen
BeitragVerfasst: Mi 17. Dez 2008, 19:11 
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Aber sie war nicht die erste, die diesen Ort wirklich erreicht hatte. Stege aus Holz, das an diesen Ort so voller Wasser gesogen war, dass es nur langsam verrottete zogen sich von den künstlichen und natürlichen Höhlenöffnungen am tosenden Wasserfall vorbei und unter ihm hindurch durch die riesige Höhle.

Dies war der einzige noch gangbare Weg zu Ihnen. Daher mussten sie den Weg offen halten. Natürlich waren die meisten nur Fallen, die in die Tiefe und den Tod führten. Aber lagri kannte den Weg.

Jasmin hatte ihr oft diesen Ort beschrieben. Dennoch vorsichtig kletterte sie dem Tunnel und wählte den Weg, der ihr beschrieben war. Bestimmt hatten ihre Späher sie schon entdeckt. Sie musste also nur zur anderen Seite kommen, direkt vorbei an den Wassermassen.

Ihr Licht war nicht mehr als ein kleiner Punkt in der Dunkelheit. Außer dem Dröhnen war nichts mehr zu hören.

Stück für Stück wanderte das Licht auf den glitschigen Stegen voran.

Der Weg schien noch sicher zu sein.

Dann stoppte das Licht auf halben Weg. Der Steg aus Holz traf hier einen ebenen Bereich aus natürlichem Fels. Die Wassermassen umspülten diesen Ort als wollten sie ihn meiden.

Hier war also der Ort an dem Jasmins Mutter sich dem letzten Kampf mit Jasmins Vater gestellt hatte. Lagri blickte in die Tiefe. Wie konnte man den Sturz überlebt haben. Aber Samiramis hatte es überlebt. Und er?
Lagri blickte sich um. Dann fand sie was sie gesucht hatte. Der dunkle Elfendolch steckte am hinteren Ende nahe der Wand. Hätte Jasmin ihr nicht gesagt, dass sie den Dolch ihres Vaters dort hinterlassen hatte, sie hätte ihn kaum bemerkt. „Er wird ihn brauchen, wenn er zurück kehrt,“ hatte Jasmin zu ihr gesagt.

Lagri packte den Dolch und warf ihn in die Tiefe.

Als sie wieder zu ihrem Ziel, der anderen Seite der Höhle blickte, sah sie dort einen Lichtschein. Ein Wesen halb Mensch halb Ratte stand dort in einer der Öffnungen und blickte sie an.

Nun denn, gefunden hatte Lagri sie. Nun musste sie von ihnen nur wissen, wo der Zugang in die vergessene Tiefe unter den Klippen Rivins war.

Was sie aber wirklich schaudern ließ war das Wissen, dass sie die anderen dann holen und dort hinab führen musste.

Und .... nicht nur sie suchten diesen Ort.


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 Betreff des Beitrags: Re: Es ist nicht tot, was nur vergessen
BeitragVerfasst: Mo 22. Dez 2008, 09:38 
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