Halbdrow
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Halbdrow | ||||||||||
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| Zweitname | | |||||||||
| Heimatregion | Cormanthor, Dambras, der Norden, das Unterreich | |||||||||
| Größe | ♂ 152 cm bis 198 cm ♀ 140 cm bis 185 cm | |||||||||
| Gewicht | ♂ 52 kg bis 122 kg ♀ 38 kg bis 110 kg | |||||||||
| Lebensspanne | meist bis zu 180 Jahre | |||||||||
| Hautfarbe | Dunkel | |||||||||
| Haarfarbe | Silber, Weiß | |||||||||
| Augenfarbe | Jede | |||||||||
| Merkmale | leicht spitze Ohren, Drowaugen (Dunkelsicht) | |||||||||
| Bevorzugte Klasse | Jede | |||||||||
| Sprache | Elfisch, Heimatregion, die Handelssprache (des Unterreichs) | |||||||||
| Zweitsprachen | Chondathan, Zwergisch, Riesisch, Goblin, Illuskisch, Sylvan | |||||||||
| Häufige Gesinnung |
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Inhaltsverzeichnis |
Einleitung
In den meisten Regionen Faerûns sind Halbdrow selten. Verbindungen zwischen Drow und Menschen entstehen häufig im Kontext von Gewalt, Zwang oder Sklaverei, da fast alle Drowgesellschaften stark von Grausamkeit und Machtdenken geprägt sind. Eine bedeutende Ausnahme stellt Dambrath im Glänzenden Süden dar, wo sich über Jahrhunderte hinweg eine eigenständige halb-drow'sche Oberschicht, die sogenannten Crinti, aus der Herrschaft der Drow über die menschliche Bevölkerung entwickelte.
Halbdrow zeichnen sich typischerweise durch dunkle Haut, silbernes oder weißes Haar und eine große Bandbreite an Augenfarben aus. Kulturell stehen sie oft zwischen zwei Welten: in drowischen Gesellschaften gelten sie meist als minderwertig, während ihnen in menschlichen Gemeinschaften häufig mit Misstrauen oder Ablehnung begegnet wird. Diese doppelte Ausgrenzung prägt viele Halbdrow nachhaltig und führt nicht selten zu inneren Konflikten, aber auch zu einem ausgeprägten Ehrgeiz, sich zu behaupten.
Trotz ihres drowischen Erbes zeigen Halbdrow häufiger eine größere moralische Bandbreite als ihre vollblütigen Verwandten. Ob dies auf den Einfluss ihrer menschlichen Herkunft oder auf bewusste Abgrenzung von der drowischen Kultur zurückzuführen ist, bleibt dabei offen.
Volkseigenschaften
- Widerstandskraft gegen Bezauberung: Immunität gegen magische Schlafeffekte, +2 Volksbonus auf Rettungswürfe gegen Verzauberungen.
- Dunkelsicht: Halbdrow können im Dunkeln bis zu 18 Meter weit sehen.
- Scharfe Sinne: +1 Volksbonus auf Würfe für Lauschen, Suchen und Entdecken.
- Umgänglich: +2 Volksbonus auf Diplomatie und Bluffen.
- Drowblut: Für alle besonderen Fähigkeiten und Effekte gilt ein Halbdrow als Drow.
Geschichte
Vor den Ereignissen der späteren Geschichte stand Dambrath lange unter dem Einfluss von T‘lindhet, der drowischen Stadt im Unterreich. Die ersten bekannten Kontakte zwischen den beiden Mächten reichen mindestens bis ins Jahr 802 DR zurück; 819 DR überrannten Drow aus T‘lindhet Herath, und 831 DR folgte die Eroberung Dambraths im Gefolge der Schlacht von Crimar. In dieser Phase verband sich die Herrschaft der Drow eng mit dem Kult der Loviatar, deren Anhänger durch den Sieg der Invasion an Einfluss gewannen.
Aus dieser Verbindung entstand die Crinti-Herrschaft: eine halb-drowische, aristokratische Führungsschicht, die Dambrath im Namen der Drow lenkte und ihre Macht vor allem über die größeren Städte und Handelswege absicherte. Die Herrscherhäuser von T‘lindhet ließen die Crinti die Oberfläche verwalten, während sie selbst im Unterreich verblieben; in T‘lindhet galten die Crinti trotz ihrer Loyalität als Bürger zweiter Klasse. Halbdrow kamen in Dambrath besonders häufig vor und bildeten dort einen auffallend großen Bevölkerungsanteil.
Mit der Zeit wuchs jedoch der Druck auf diese Ordnung. Die Halbdrow-Eliten wurden zwar als Träger von Ansehen und Macht betrachtet, standen aber zugleich unter ständiger Beobachtung ihrer eigenen Familien und Häuser. Viele bemühten sich daher, ihren Wert durch politische Klugheit, militärische Stärke oder persönliche Größe zu beweisen; andere suchten Abstand, indem sie Dambrath verließen und als Abenteurer in die Welt hinauszogen. Schließlich brach die Crinti-Herrschaft nach Jahrhunderten zusammen, und 1385 DR vertrieben einheimische Dambrathaner die Halbdrow aus dem Land.
Anschauungen
Halbdrow aus Dambrath tragen häufig eine Mischung aus Stolz, Ehrgeiz und innerer Spannung in sich. Sie sind es gewohnt, sich als Angehörige einer herrschenden Schicht zu begreifen, wissen aber zugleich, dass sie von ihren drowischen Verwandten nicht als vollwertig anerkannt werden. Diese doppelte Erfahrung prägt ihr Auftreten: nach außen oft selbstsicher und herrisch, im Innern aber von dem Drang bestimmt, sich immer wieder zu beweisen.
Viele Halbdrow suchen deshalb bewusst den Weg des Abenteurers, um sich von Vorurteilen, politischem Druck und familiären Erwartungen zu lösen. Andere versuchen, in ihrer Heimat Macht, Reichtum oder Ruhm zu sammeln, um damit den Rang ihres Hauses zu sichern oder zu erhöhen. Gerade in Dambrath war persönlicher Erfolg stets auch ein politisches Pfand.
Halbdrow Rollen
Die soziale Rolle der Halbdrow ist in Dambrath eng mit ihrer Herkunft verknüpft: Als Crinti bildeten sie eine aristokratische Führungsschicht, die Verwaltung, Intrige und Machterhalt miteinander verband. Passend dazu sind in den Quellen auch eigens mit Dambrath verbundene prestigeträchtige Laufbahnen wie der Crinti Shadow Marauder und die Scourge Maiden belegt.
Bevorzugte Klasse: Die höchste Klasse eines Halbdrow gilt als seine bevorzugte Klasse.
Prestigeklassen: Unter anderem der Crinti Shadow Marauder und die Scourge Maiden mit Halb-Drow aus Dambrath in Verbindung gebracht.
Halbdrow Gesellschaft
In Dambrath wurden Halbdrow traditionell als Angehörige einer gebildeten und begünstigten Oberschicht betrachtet. Sie wuchsen in einem Umfeld auf, das gleichzeitig Privilegien und hohen Erwartungsdruck mit sich brachte. Wer in diesem System scheiterte, verlor nicht nur persönlichen Status, sondern beschämte auch sein Haus; wer sich bewährte, konnte dagegen Einfluss, Respekt und politisches Gewicht gewinnen.
Außerhalb Dambraths begegneten viele Völker den Halbdrow mit Misstrauen, und selbst im Unterreich galten sie drowischer Sicht oft als minderwertig. Gerade deshalb leben viele Halbdrow zurückgezogen, vorsichtig oder reizbar, während andere bewusst in die Ferne gehen, um sich dort einen Namen zu machen.
Sprache und Bildung
Halbdrow sprechen in der Regel Elfisch und die Sprache ihres Umfelds; in Dambrath und im Unterreich kam dazu häufig die regionale Verkehrssprache. Ihre Herkunft, ihr sozialer Rang und ihr Leben zwischen zwei Kulturen machen sie meist sprachlich sehr anpassungsfähig.
Namensgebung in Dambras
Männlich: Aethelmed, Houn, Khelex, Rhivaun, Umbril, Waevyn, Xaemar, Zeltaebar
Weiblich: Chourm, Glouris, Maeve, Hayaera, Sevara, Xaemrara, Zreala
Nachnamen: Calaumystar, Lharaendo, Mristar, Talaudrym, Wyndael
Halbdrow Magie und Wissen
Halbdrow erben nach den Quellen vor allem die dunkle Sicht, die typische Erscheinung und die kulturelle Prägung ihrer drowischen und menschlichen Vorfahren; sie sind damit keine eigene magische Volkslinie mit einer separaten Tradition, sondern Teil einer Mischkultur, die sich je nach Herkunft unterschiedlich entwickelt.
Halbdrow Götter
In Dambrath spielte Loviatar eine herausragende Rolle: Ihr Kult gewann mit der Crinti-Herrschaft an Macht, ihre Tempel prägten das religiöse Leben, und die Kirche tolerierte sogar andere drowische oder abweichende Verehrung, solange sie nicht offen gegen ihre Ordnung stand. Gute Halbdrow wandten sich hingegen häufig Eilistraee zu, die auch in Dambrath im Stillen verehrt wurde.
Beziehungen zu anderen Völkern
Halbdrow werden von vielen Völkern ähnlich misstrauisch betrachtet wie Drow, und genau diese Erfahrung prägt ihr Verhältnis zur Außenwelt. In Dambrath selbst konnten sie als herrschende Schicht auftreten; anderswo mussten sie häufig mit Vorurteilen, Zurückweisung oder offener Feindseligkeit rechnen.
Halbdrow Ausrüstung
Halbdrow besitzen keine eigene, spezifische Volksausrüstung. Ihre materielle Kultur ist vielmehr von den Werkzeugen und Waffen der Menschen und Drow geprägt, zwischen deren Gesellschaften sie sich bewegen.
Quelle
- Races of Faerûn
- Shining South
- Forgotten Realms Campaign Guide