Tethyri

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== Aussehen ==
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{{Rasse
Tethyri sind üblicherweise mittelgross, mit heller oder manchmal hellgrauer Haut. Es gibt viele Haar- und Augenfarben, wenn auch die meisten braune Haare und blaue Augen haben. Sie bevorzugen einfache, meist erdfarbene oder gelbe und grüne Kleidung.
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| bild    = TethyriNeedsOne.jpg
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| name      = Tethyri
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| Zweitname =  
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| Heimatregion  = Amn, Calimshan, Cormyr, die Drachenküste, der Norden, Tethyr, die Westlichen Herzlande, Tiefwasser
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| Größe    = ♂ 152 cm bis 198 cm<br>♀ 140 cm bis 185 cm
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| Gewicht    = ♂ 59 kg bis 129 kg<br>♀ 43 kg bis 113 kg
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| Lebensspanne = meist bis zu 80 Jahre
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| Hautfarbe = Dunkel(braun) bis Hell (im Norden)
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| Haarfarbe = sehr variierend; vorherrschend Braun
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| Augenfarbe  = sehr variierend; vorherrschend Blau
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| Merkmale = Freiheitskämpfer, Mischkultur
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| Bevorzugte Klasse = Jede
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| Sprache = Chondathan, die Handelssprache (Calant)
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| Zweitsprachen = Alzhedo, Illuskisch
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| Häufige Gesinnung = {{Gesinnung
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| on  | on | on
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| on  | on | on
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| on  | on | on
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== Wesen und Kultur ==
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==Einleitung==
Die Schwertküste hat eine bunte Mischung der ursprünglichen Bewohner, Illsuker, Calishiten und Chondather hervorgebracht, die sich heute als die Volksgruppe der Tethyri verstehen. Nach Jahrhunderten der Versklavung oder Besatzung durch andere legen die Tethyri viel Wert auf Freiheit und Unabhängkeit. Das Konzept der Versklavung und der Sklavenhaltung ist im Blickwinkel eines Tethyri das reine, absolute Böse.
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Tethyri sind schnell darin, sich anderen Kulturen anzupassen, und haben keine eigene Sprache entwickelt. Heute sprechen die meisten Chondathanisch, die Sprache der letzten Einwanderungswelle. Die meisten Tethyri sind Handwerker oder Karawanenführer, viele Söldner oder Schurken der einen oder anderen Art. Barden werden in der Tethyrischen Kultur besonders bewundert, da die Tethyri keine andere Art der Geschichtsschreibung kennen.
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Die Tethyri sind eine menschliche Volksgruppe Westfaerûns, die sich über ein weites Gebiet zwischen Calimshan und Silbrigmond sowie von der Schwertsee bis zu den Ländereien um die See der Gefallenen Sterne verbreitet hat. Ihre Kultur ist aus calishitischen, chondathanischen, illuskischen und niedrig-netherischen Einflüssen entstanden; aus dieser vielschichtigen Herkunft haben sie vor allem ein starkes Gefühl für Unabhängigkeit, Freiheit und Selbstbehauptung entwickelt. Tethyri gelten als stolz, eigenständig und im Vergleich zu anderen Volksgruppen Faerûns als besonders tolerant. Als ihre wichtigste Sprache ist Chondathan belegt.
Die meisten Tethyri stehen aufgrund ihrer Geschichte grossen Reichen und Königen äusserst mistrauisch gegenüber, und sind stolz auf ihre Herkunft aus vielen Kulturen Faerűns. Sie sehen sich als das Volk, daß alle Unterdrücker durch Integration besiegt hat, nicht durch Eroberung. Tethyri sehen das Leben als Herausforderung, daß durch den Zusammmenhalt der Familie und des Stamms bewältigt werden kann, mit Freiheit als höchstem Ziel, Loyalität zur Sippe und Grosszügigkeit gegenüber Menschen in Not sind ihre Ideale.
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Obwohl die Tethyri schon lange nicht mehr in Stammesgemeinschaften leben, ist die Bindung der Sippschaften untereinander doch nach wie vor bestimmend für dieses Volk. Wo ein Tethyri keinen Stamm, keinen Clan hat, überträgt er oft seine Loyalität auf eine Gilde, seine Stadt oder eine andere solche Organisation, die ihm Halt gibt. Viele Abenteurer sind Tethyri, die eine Ungerechtigkeit in ihrer Familie wieder gut machen wollen, oder von den Liedern der Barden über vergangene Heldentaten inspiriert wurden. Ein typischer Tethyri würde eher das Schwert seiner Vorfahren führen als ein neues schmieden zu lassen, und sein letztes Kupferstück eher für das Lied eines Barden ausgeben als für einen Krug mit Bier.
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Tethyri erscheinen meist von durchschnittlicher Größe und Statur; ihre Haut reicht von dunkel bis eher hell, wobei braunes Haar und blaue Augen häufig vorkommen, ohne dass dies als starre Regel zu verstehen wäre. Ihre Gesellschaft ist durch Jahrhunderte der Versklavung, des Fremdherrschaftsdrucks und der Vermischung geprägt worden, weshalb sie Machtkonzentrationen und große Reiche traditionell misstrauisch betrachten und eher zu Stadtstaaten und lokalen Bindungen neigen.
Tethyri halten im Allgemeinen grosse Stücke auf Elfen und Zwerge als ihre ehemaligen Bündnispartner im Reich der Drei Kronen. Mit den Halblingen, die in grossen Zahlen in tethyrischen Gebieten leben, kommen sie sehr gut zurecht, mit den etwas seltenereren Gnomen haben sie aber kaum Umgang. Was Halborks angeht, kann man im Norden offenen Hass und Feindseligkeiten erwarten, da die Städte bis zu den Gipfeln der Wolken immer wieder von Orkhorden bedroht wurden; im Süden ist es üblich, sie allgemein mehr oder weniger wie Menschen zu behandeln. Illsuker gelten als kriegerisch und Chondather als schmierig geschäftssüchtig, dennoch kommen die Tethyri mit ihnen in der Regel gut aus. Gegen die Sklavenhalter Mulans und vor allem Calimshams aber hegen sie offenen Hass. Tethyri sind gegenüber anderen, unbekannten Zivilisationen bemerkenswert offen und heissen sie gern in ihrer Mitte willkommen.
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Die tethyrische Kultur lässt sich nicht als ganzes darstellen, denn sie passt sich den Idealen und Zielen der vorherrschenden Mehrheit an. Tethyri in Calimsham wie in Illuskan oder Chondathan beten die örtlichen Götter an und sprechen die örtliche Sprache, folgen den lokalen Gebräuchen und den jeweils üblichen Festen. Ihnen ist jedoch gemein, daß sie stets Freiheit und Unabhängigkeit als ihr höchstes Ideal verfolgen, und feste Klassenstrukturen oder dominanten Königreichen wenig Liebe entgegenbringen. Viele Tethyri sehen sich als Kämpfer für Freiheit und Frieden (mit einem deutlichen Robin-Hood-aspekt).
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==Geschichte==
Die Tethyri verehren das unter "allgemeines" dargestellte Pantheon der Menschen. Die sechs Kirchen von Cyric, Helm, Ilmater, Kelemvor, Oghma und die der lokalen Göttin Siamorphe sind die beliebtesten unter Tethyri. Siamorphe steht für das göttliche Recht und die Gerechtigkeit, und wird viel von den Adelshäusern von Tiefwasser, Baldur's Tor und in Tethyr verehrt. Ihre Domänen sind Wissen, Schutz und Reisen.
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Von den Kindern der Tethyri wird erwartet, daß sie den Beruf der Eltern übernehmen, und von den Tethyri stammt der Brauch, seinen Beruf als Nachnamen zu verwenden. Bildung ist nicht unbedingt üblich, wer sie sich leisten kann, wird aber häufig bewundert. Einen Tethyri kann man mit einem Heldenlied leicht zufriedenstellen, und wenn man seine Ehrenhaftigkeit anzweifelt, hat man recht schnell einen recht wütenden Tethyri.
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Die Vorfahren der Tethyri lebten ursprünglich als verstreute menschliche Stämme in Gebieten, die später zu Calimshan und Westtethyr wurden. Südlich der Marching Mountains wurden sie schon um −6100 DR in die niedere Klasse von Coramshan eingegliedert; in den westlichen Regionen des heutigen Tethyr wurden menschliche Gruppen nach dem Fall Hoch Shanatars um −2600 DR von den Calishiten versklavt. Aus der Vermischung dieser unterworfenen Gruppen mit calishitischen Siedlern entwickelte sich allmählich die Volksgruppe der Tethyri. Zwischen etwa −670 und −370 DR kam es wiederholt zu Aufständen gegen die Herrschaft der Calishiten.
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Tethyr selbst geriet später lange Zeit unter die Herrschaft des Shoon-Imperiums, bis Strohm I. Amahl Shoon VII. im Jahr 450 DR tötete. Danach folgten mehrere Dynastien, die das Land immer wieder neu formten; die politische Ordnung zerbrach erneut im 14. Jahrhundert DR, unter anderem mit dem Brand von Castle Tethyr im Jahr 1347 DR und den darauffolgenden Ten Black Days of Eleint. Die Reclamation Wars endeten 1369 DR mit der Krönung von Zaranda Star Rhindaun und Haedred III., während sich die tethyrische Gesellschaft zugleich weiter in die Westlichen Herzlande und entlang der Nordküste ausbreitete.
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==Anschauungen==
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Tethyri sehen Freiheit als höchstes Gut und Sklaverei als schwerstes Unrecht. Weil ihre Geschichte von Unterdrückung und Vermischung geprägt ist, legen sie besonderen Wert auf Loyalität gegenüber Familie, Clan, Freunden oder ersatzweise einer Gilde, Siedlung oder Kompanie. Sie misstrauen großen Königreichen und Imperien und bevorzugen eher kleine, überschaubare Gemeinschaften, in denen persönliche Leistung und Verlässlichkeit zählen. Wer sich ihnen anschließt, muss meist nicht durch Abstammung überzeugen, sondern durch Taten.
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Viele Tethyri werden zu Abenteurern, um einem Unrecht gegen die eigene Familie oder den eigenen Clan entgegenzutreten oder um einen selbstbestimmten Weg zu finden. Das erklärt auch, warum in ihrer Kultur die Bindung an persönliche Geschichten, alte Waffen und die Erinnerung an Vorfahren so wichtig bleibt.
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===Tethyrische Rollen===
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Barden nehmen in der tethyrischen Kultur einen hohen Rang ein, weil die Volksgeschichte stark von mündlicher Überlieferung geprägt ist. Neben ihnen sind Handwerker, Karawanenführer, Söldner und Händler typische Rollen, während auch Waldläufer, Druiden und Kleriker in tethyrisch geprägten Regionen gut gedeihen. Unter den arkanen Begabungen sind besonders Zauberer und Blutmagier/Sorcerer verbreitet; auffällig ist außerdem der vergleichsweise hohe Anteil an Schattenmagiern und inkantatorischen Traditionen. Viele Tethyri lernen Magie nicht in großen Schulen, sondern im Meister-Schüler-Verhältnis.
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==Tethyrische Gesellschaft==
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Tethyrische Gesellschaft ist stark von lokaler Selbstverwaltung, Handel und Handwerk geprägt. Das Land gilt als vorsichtig bis misstrauisch gegenüber Gruppen, die sich in fremde Angelegenheiten einmischen und legt großen Wert auf hochwertige Arbeit statt auf bloße Menge. Status wird in Tethyr stark über Landbesitz und Verantwortung bestimmt; zugleich sind lokale Führungsstrukturen, Ritterschaften und religiöse Repräsentation eng miteinander verflochten. Auch bestimmte Alltagsgewohnheiten sind belegt, etwa das Begrüßen eines Gastes mit beiden Händen und die Gewohnheit, nach dem Mittagessen eine frühe Nachmittagsruhe einzulegen.
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Außerhalb ihrer Heimat bleiben Tethyri oft eng untereinander verbunden, ohne andere grundsätzlich auszugrenzen. Ihre historische Erfahrung mit Fremdherrschaft hat sie jedoch gelehrt, vorsichtig zu sein und sich ungern von außen belehren zu lassen.
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==Sprache und Bildung==
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Die wichtigste Sprache der Tethyri ist Chondathan. Ihre Kultur ist sprachlich und kulturell aus mehreren Schichten entstanden, vor allem aus calishitischen, chondathanischen, illuskischen und niedrig-netherischen Einflüssen. Weil ihre Geschichte lange Zeit keine großen Reiche mit stabiler Archivtradition kannte, spielt mündliche Überlieferung eine besonders wichtige Rolle; daraus hat sich eine ausgeprägte Bardentradition entwickelt. Bildung und magisches Wissen werden häufig über persönliche Lehren und praktische Weitergabe vermittelt.
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===Namensgebung in Aglarond===
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''Männlich:'' Aelthas, Courynn, Folcoerr, Gaedynn, Mourgram, Sealmyd, Yuiredd<br>
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''Weiblich:'' Blaera, Courynna, Lynneth, Maera, Mourna, Wydda<br>
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''Nachnamen:'' Aengrilor, Dulsaer, Gelebraes, Telstaerr, Uthelienn
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==Tethyrische Magie und Wissen==
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Tethyri verfügen über eine starke Tradition der Magie, die aus ihrer gemischten Herkunft und ihrer offenen Kultur für unterschiedliche Glaubens- und Wissensformen erwachsen ist. Besonders verbreitet sind Barden, Hexenmeister und Magier, wobei die Calishite- und Netherese-Einflüsse vor allem die arkanen Künste geprägt haben. Da es in ihrer Geschichte oft an großen staatlichen Institutionen zur Bewahrung von Wissen fehlte, wurde vieles durch Lieder, Geschichten und persönliche Lehren weitergegeben.
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===Zauber und Zaubern===
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Unter Tethyri sind solche Zauber besonders geschätzt, die vor Beeinflussung schützen, Flucht ermöglichen oder Reisen erleichtern. Das passt zu einer Kultur, die Unabhängigkeit hochhält und sich ungern dauerhaft binden lässt. Die starke Stellung von Barden, ritueller Überlieferung und persönlicher Ausbildung erklärt auch, weshalb viele magische Traditionen eher praktisch als akademisch geprägt sind.
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==Tethyrische Götter==
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Tethyri verehren sehr unterschiedliche Gottheiten, da ihre Kultur viele Glaubensrichtungen aufgenommen hat. Unter den Tethyri war und ist Siamorphe besonders bedeutsam: Sie gilt als Göttin des adligen Herrschaftsrechts und ihre Kirche wird ausdrücklich auch mit tethyrischen Gläubigen verbunden. Insgesamt ist die tethyrische Religiosität pluralistisch, mit einer starken Offenheit für verschiedene Formen des faerûnischen Pantheons.
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==Beziehungen zu anderen Völkern==
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Tethyri begegnen Zwergen und Elfen einerseits mit Respekt, weil ihre Volksüberlieferung von Zeiten erzählt, in denen ihre Vorfahren in der Nähe großer Elfen- und Zwergenreiche lebten. Andererseits ist das Verhältnis zu Elfen in Tethyr selbst oft gespannt; Halblingen stehen sie dagegen meist freundlich gegenüber, während Gnome eher mit Gleichgültigkeit behandelt werden. Gegenüber Genasi sind sie misstrauisch. Tethyri nördlich der Himmelsspitze hegen zudem starke Abneigung gegen Tieflinge und Halborks, während südliche Tethyri ihnen eher mit Mitgefühl begegnen, weil sie selbst eine lange Geschichte von Benachteiligung kennen. Illuskaner gelten ihnen oft als zu kriegerisch, Chondather als zu geldorientiert und Calishiten werden wegen der historischen Versklavung besonders stark abgelehnt.
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==Tethyrische Ausrüstung==
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Tethyri sind für gute Handwerksarbeit bekannt und bevorzugen entsprechend hochwertige, zweckmäßige Ausrüstung. Ihre materielle Kultur ist stark regional geprägt, folgt aber überall dem Grundsatz, dass Qualität und Nutzbarkeit wichtiger sind als prunkvolle Überladung. Auch in ihrer Bauweise und ihren Gebrauchsgegenständen spiegelt sich diese Verbindung aus Handel, Handwerk und lokaler Tradition wider.
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===Waffen und Rüstung===
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Die tethyrische Ausrüstungskultur ist eng mit der allgemeinen Vorliebe für gute Verarbeitung verbunden. In der Praxis bevorzugen Tethyri alles, was zuverlässig, robust und in der jeweiligen Region bewährt ist; das passt zu einer Bevölkerung, die sich historisch auf Selbstschutz, Karawanenwesen und lokale Verteidigung stützen musste.
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===Tiere und Haustiere===
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Tethyri halten besonders häufig Hunde, vor allem für Hüte-, Jagd- und Arbeitseinsätze. Auch Falken, Sumpffrettchen und Raben sind verbreitet, ebenso Pferde als Reit- und Zugtiere. In wohlhabenderen oder militärisch geprägten Gegenden kommen außerdem Pegasi, Greifen und Hippogreife als hochgeschätzte Reittiere vor.
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==Quelle==
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* Races of Faerûn
  
 
[[Kategorie:Menschen]]
 
[[Kategorie:Menschen]]

Aktuelle Version vom 4. Mai 2026, 15:54 Uhr

Tethyri

Zweitname
Heimatregion Amn, Calimshan, Cormyr, die Drachenküste, der Norden, Tethyr, die Westlichen Herzlande, Tiefwasser
Größe ♂ 152 cm bis 198 cm
♀ 140 cm bis 185 cm
Gewicht ♂ 59 kg bis 129 kg
♀ 43 kg bis 113 kg
Lebensspanne meist bis zu 80 Jahre
Hautfarbe Dunkel(braun) bis Hell (im Norden)
Haarfarbe sehr variierend; vorherrschend Braun
Augenfarbe sehr variierend; vorherrschend Blau
Merkmale Freiheitskämpfer, Mischkultur
Bevorzugte Klasse Jede
Sprache Chondathan, die Handelssprache (Calant)
Zweitsprachen Alzhedo, Illuskisch
Häufige Gesinnung
RG NG CG
RN N CN
RB NB CB


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Einleitung

Die Tethyri sind eine menschliche Volksgruppe Westfaerûns, die sich über ein weites Gebiet zwischen Calimshan und Silbrigmond sowie von der Schwertsee bis zu den Ländereien um die See der Gefallenen Sterne verbreitet hat. Ihre Kultur ist aus calishitischen, chondathanischen, illuskischen und niedrig-netherischen Einflüssen entstanden; aus dieser vielschichtigen Herkunft haben sie vor allem ein starkes Gefühl für Unabhängigkeit, Freiheit und Selbstbehauptung entwickelt. Tethyri gelten als stolz, eigenständig und im Vergleich zu anderen Volksgruppen Faerûns als besonders tolerant. Als ihre wichtigste Sprache ist Chondathan belegt.

Tethyri erscheinen meist von durchschnittlicher Größe und Statur; ihre Haut reicht von dunkel bis eher hell, wobei braunes Haar und blaue Augen häufig vorkommen, ohne dass dies als starre Regel zu verstehen wäre. Ihre Gesellschaft ist durch Jahrhunderte der Versklavung, des Fremdherrschaftsdrucks und der Vermischung geprägt worden, weshalb sie Machtkonzentrationen und große Reiche traditionell misstrauisch betrachten und eher zu Stadtstaaten und lokalen Bindungen neigen.

[Bearbeiten] Geschichte

Die Vorfahren der Tethyri lebten ursprünglich als verstreute menschliche Stämme in Gebieten, die später zu Calimshan und Westtethyr wurden. Südlich der Marching Mountains wurden sie schon um −6100 DR in die niedere Klasse von Coramshan eingegliedert; in den westlichen Regionen des heutigen Tethyr wurden menschliche Gruppen nach dem Fall Hoch Shanatars um −2600 DR von den Calishiten versklavt. Aus der Vermischung dieser unterworfenen Gruppen mit calishitischen Siedlern entwickelte sich allmählich die Volksgruppe der Tethyri. Zwischen etwa −670 und −370 DR kam es wiederholt zu Aufständen gegen die Herrschaft der Calishiten.

Tethyr selbst geriet später lange Zeit unter die Herrschaft des Shoon-Imperiums, bis Strohm I. Amahl Shoon VII. im Jahr 450 DR tötete. Danach folgten mehrere Dynastien, die das Land immer wieder neu formten; die politische Ordnung zerbrach erneut im 14. Jahrhundert DR, unter anderem mit dem Brand von Castle Tethyr im Jahr 1347 DR und den darauffolgenden Ten Black Days of Eleint. Die Reclamation Wars endeten 1369 DR mit der Krönung von Zaranda Star Rhindaun und Haedred III., während sich die tethyrische Gesellschaft zugleich weiter in die Westlichen Herzlande und entlang der Nordküste ausbreitete.

[Bearbeiten] Anschauungen

Tethyri sehen Freiheit als höchstes Gut und Sklaverei als schwerstes Unrecht. Weil ihre Geschichte von Unterdrückung und Vermischung geprägt ist, legen sie besonderen Wert auf Loyalität gegenüber Familie, Clan, Freunden oder ersatzweise einer Gilde, Siedlung oder Kompanie. Sie misstrauen großen Königreichen und Imperien und bevorzugen eher kleine, überschaubare Gemeinschaften, in denen persönliche Leistung und Verlässlichkeit zählen. Wer sich ihnen anschließt, muss meist nicht durch Abstammung überzeugen, sondern durch Taten.

Viele Tethyri werden zu Abenteurern, um einem Unrecht gegen die eigene Familie oder den eigenen Clan entgegenzutreten oder um einen selbstbestimmten Weg zu finden. Das erklärt auch, warum in ihrer Kultur die Bindung an persönliche Geschichten, alte Waffen und die Erinnerung an Vorfahren so wichtig bleibt.

[Bearbeiten] Tethyrische Rollen

Barden nehmen in der tethyrischen Kultur einen hohen Rang ein, weil die Volksgeschichte stark von mündlicher Überlieferung geprägt ist. Neben ihnen sind Handwerker, Karawanenführer, Söldner und Händler typische Rollen, während auch Waldläufer, Druiden und Kleriker in tethyrisch geprägten Regionen gut gedeihen. Unter den arkanen Begabungen sind besonders Zauberer und Blutmagier/Sorcerer verbreitet; auffällig ist außerdem der vergleichsweise hohe Anteil an Schattenmagiern und inkantatorischen Traditionen. Viele Tethyri lernen Magie nicht in großen Schulen, sondern im Meister-Schüler-Verhältnis.

[Bearbeiten] Tethyrische Gesellschaft

Tethyrische Gesellschaft ist stark von lokaler Selbstverwaltung, Handel und Handwerk geprägt. Das Land gilt als vorsichtig bis misstrauisch gegenüber Gruppen, die sich in fremde Angelegenheiten einmischen und legt großen Wert auf hochwertige Arbeit statt auf bloße Menge. Status wird in Tethyr stark über Landbesitz und Verantwortung bestimmt; zugleich sind lokale Führungsstrukturen, Ritterschaften und religiöse Repräsentation eng miteinander verflochten. Auch bestimmte Alltagsgewohnheiten sind belegt, etwa das Begrüßen eines Gastes mit beiden Händen und die Gewohnheit, nach dem Mittagessen eine frühe Nachmittagsruhe einzulegen.

Außerhalb ihrer Heimat bleiben Tethyri oft eng untereinander verbunden, ohne andere grundsätzlich auszugrenzen. Ihre historische Erfahrung mit Fremdherrschaft hat sie jedoch gelehrt, vorsichtig zu sein und sich ungern von außen belehren zu lassen.

[Bearbeiten] Sprache und Bildung

Die wichtigste Sprache der Tethyri ist Chondathan. Ihre Kultur ist sprachlich und kulturell aus mehreren Schichten entstanden, vor allem aus calishitischen, chondathanischen, illuskischen und niedrig-netherischen Einflüssen. Weil ihre Geschichte lange Zeit keine großen Reiche mit stabiler Archivtradition kannte, spielt mündliche Überlieferung eine besonders wichtige Rolle; daraus hat sich eine ausgeprägte Bardentradition entwickelt. Bildung und magisches Wissen werden häufig über persönliche Lehren und praktische Weitergabe vermittelt.

[Bearbeiten] Namensgebung in Aglarond

Männlich: Aelthas, Courynn, Folcoerr, Gaedynn, Mourgram, Sealmyd, Yuiredd
Weiblich: Blaera, Courynna, Lynneth, Maera, Mourna, Wydda
Nachnamen: Aengrilor, Dulsaer, Gelebraes, Telstaerr, Uthelienn

[Bearbeiten] Tethyrische Magie und Wissen

Tethyri verfügen über eine starke Tradition der Magie, die aus ihrer gemischten Herkunft und ihrer offenen Kultur für unterschiedliche Glaubens- und Wissensformen erwachsen ist. Besonders verbreitet sind Barden, Hexenmeister und Magier, wobei die Calishite- und Netherese-Einflüsse vor allem die arkanen Künste geprägt haben. Da es in ihrer Geschichte oft an großen staatlichen Institutionen zur Bewahrung von Wissen fehlte, wurde vieles durch Lieder, Geschichten und persönliche Lehren weitergegeben.

[Bearbeiten] Zauber und Zaubern

Unter Tethyri sind solche Zauber besonders geschätzt, die vor Beeinflussung schützen, Flucht ermöglichen oder Reisen erleichtern. Das passt zu einer Kultur, die Unabhängigkeit hochhält und sich ungern dauerhaft binden lässt. Die starke Stellung von Barden, ritueller Überlieferung und persönlicher Ausbildung erklärt auch, weshalb viele magische Traditionen eher praktisch als akademisch geprägt sind.

[Bearbeiten] Tethyrische Götter

Tethyri verehren sehr unterschiedliche Gottheiten, da ihre Kultur viele Glaubensrichtungen aufgenommen hat. Unter den Tethyri war und ist Siamorphe besonders bedeutsam: Sie gilt als Göttin des adligen Herrschaftsrechts und ihre Kirche wird ausdrücklich auch mit tethyrischen Gläubigen verbunden. Insgesamt ist die tethyrische Religiosität pluralistisch, mit einer starken Offenheit für verschiedene Formen des faerûnischen Pantheons.

[Bearbeiten] Beziehungen zu anderen Völkern

Tethyri begegnen Zwergen und Elfen einerseits mit Respekt, weil ihre Volksüberlieferung von Zeiten erzählt, in denen ihre Vorfahren in der Nähe großer Elfen- und Zwergenreiche lebten. Andererseits ist das Verhältnis zu Elfen in Tethyr selbst oft gespannt; Halblingen stehen sie dagegen meist freundlich gegenüber, während Gnome eher mit Gleichgültigkeit behandelt werden. Gegenüber Genasi sind sie misstrauisch. Tethyri nördlich der Himmelsspitze hegen zudem starke Abneigung gegen Tieflinge und Halborks, während südliche Tethyri ihnen eher mit Mitgefühl begegnen, weil sie selbst eine lange Geschichte von Benachteiligung kennen. Illuskaner gelten ihnen oft als zu kriegerisch, Chondather als zu geldorientiert und Calishiten werden wegen der historischen Versklavung besonders stark abgelehnt.

[Bearbeiten] Tethyrische Ausrüstung

Tethyri sind für gute Handwerksarbeit bekannt und bevorzugen entsprechend hochwertige, zweckmäßige Ausrüstung. Ihre materielle Kultur ist stark regional geprägt, folgt aber überall dem Grundsatz, dass Qualität und Nutzbarkeit wichtiger sind als prunkvolle Überladung. Auch in ihrer Bauweise und ihren Gebrauchsgegenständen spiegelt sich diese Verbindung aus Handel, Handwerk und lokaler Tradition wider.

[Bearbeiten] Waffen und Rüstung

Die tethyrische Ausrüstungskultur ist eng mit der allgemeinen Vorliebe für gute Verarbeitung verbunden. In der Praxis bevorzugen Tethyri alles, was zuverlässig, robust und in der jeweiligen Region bewährt ist; das passt zu einer Bevölkerung, die sich historisch auf Selbstschutz, Karawanenwesen und lokale Verteidigung stützen musste.

[Bearbeiten] Tiere und Haustiere

Tethyri halten besonders häufig Hunde, vor allem für Hüte-, Jagd- und Arbeitseinsätze. Auch Falken, Sumpffrettchen und Raben sind verbreitet, ebenso Pferde als Reit- und Zugtiere. In wohlhabenderen oder militärisch geprägten Gegenden kommen außerdem Pegasi, Greifen und Hippogreife als hochgeschätzte Reittiere vor.

[Bearbeiten] Quelle

  • Races of Faerûn
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