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 Betreff des Beitrags: Epilog(e)
BeitragVerfasst: Mo 9. Mär 2009, 12:49 
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Zwei Tage und Nächte des Krieges.

des Kampfes ums Überleben.

des Leids und der Schmerzen.

des Hoffens und des Banges.

Und am Ende auch des Glücks.


Dann brach ein neuer Tag an. Hell strahlte die Morgensonne über die Borken hinweg, den Schnitterpass und den Hügel auf dem sich das Lazarett erhob.
Lathanders Morgengruß flutete mit wärmenden Licht die Welt.

Ein neuer Tag. Ein neues Leben. Wenn auch nicht mehr für alle so dass für so viele, die den Sieg errungen hatten.

Die Dunkelheit war vorrüber. Die Karten neu gemischt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Epilog(e)
BeitragVerfasst: Mo 9. Mär 2009, 12:58 
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Bes und ihre Freibeuter saßen oder standen an der Reling der Windigen Braut und blickten zu den brennenden und in den Fluten versinkenden Resten von Felssturz hinüber.

Rauch erhob sich vom Rand der Klippen, dort hing ein toter Oger in den Seilen auf halber Höhe. Trümmer und Leichen schwappten in den Wellen.

Bes zog ihr kleines Portolanbuch hervor, nahm den zwergischen Bleikohlestift daraus zur Hand und blätterte mit zufriedenen Gesicht vor zu einer der ersten Seiten.

Einige abgehakte Punkte standen dort: einen Kapitän getötet, den Verräter an meinem Vater gerichtet, Port Cor Marak in Chult wieder erobert .... die Unsterblichkeit errungen. Letzterer Punkt war erst abgehakt, dann aber wieder durchgestrichen worden.

Sie blickte sie auf und sah den letzen großen Trümmern beim Versinken zu.

Dann erst machte einen weiteren Haken bei: einen Hafen geplündert und in Grund und Boden gebrandschatzt. Korrekterweise strich sie Grund und Boden noch durch und setzte ein Wellen und darüber.

Bes Lachen ließ alle zu ihr blicken. „Kapitän?“

Bes grinste breit beim Anblick der Zerstörung: „Nun, eigentlich dachte ich bei dem Punkt Hafen brandschatzen immer zuerst an Rivin.

Aber ich denke ... das hier zählt auch.“


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 Betreff des Beitrags: Re: Epilog(e)
BeitragVerfasst: Mo 9. Mär 2009, 13:33 
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Hoch auf einem Felsen in den Trollhügel, weit über dem Lazaretthügel und dem Pass, saßen zwei Gestalten im Schneidersitz, ein Kobold und eine Menschenfrau sowie neben ihnen ein großer fast weißer Bär im Licht der warmen Morgensonne.

„So endet es also.“ Fitz, Anführer der Kobolde des alten verborgenen Drachentempels legte seinen Stab über seine Beine.

Jasmin nickte: „Ja, es ist vorbei. Ich spüre wie die weiße Fähe mit ihren Rudel wieder durch die Borken streift. Ich sehe die Geister der Luft wieder durch den Himmel fliegen. Ich spüre sogar die Wildheit unter den Schatten der alten Baumriesen wieder.“

„Und?“

„Und ich spüre mich selbst .. wieder.“ Jasmin zog die Klinge ihres Stammes, sofort wachten die Macht des Feuers und der Luft darin auf.

Fitz Hand schnellte nach vorne und eine Eidechse verschwand zwischen seinen Zähnen. „Friede und Glück in der Welt?“

„Nein, „ Jasmin steckte die Klinge wieder weg: „Talrond erzählte mir einst, dass die Elfen glauben, ihr Schicksal sei in einem Buch geschrieben. Ich fragte genauer nach und er antwortete, jedes Kapitel hat bereits seinen Anfang, sein Ende und seine Überschrift darin.“

„Klingt grässlich.“

„Zuerst dachte ich das auch, aber dann erinnerte ich mich daran, dass Talrond immer genau das meinte, was sagte, jedes Wort hat seine genaue Bedeutung.“

„Und? Sag schon, ich bin nur ein alter Kobold. Kobold fressen nur .. ugh.“

Jasmin lachte: „Na ja, die Überschriften steh’n schon im Buch deines Lebens. Und jedes Kapitel hat einen Anfang und ein Ende. Aber .... was genau auf den Seiten steht, dass ist frei und hängt von deinen Taten ab.“

„Und Überschriften sagen oft nicht aus, was am Ende wirklich ist, ja, verstehe.“

Jasmin nickte: „Stell dir vor den Moment hier und jetzt würde jemand mit Epiloge überschreiben. Darin würde für jeden von uns Überlebenden etwas stehen. Weil ein Kapitel zuende gegangen ist.
Aber im Grunde stimmt es auch wieder nicht, weil jedes Kapitelende auch der Anfang eines neuen ist.“

„Mah, Epi-Prolog? Klingt scheiße. Also ist die Zukunft wieder einmal offen.”

Der große Bär knurrte zustimmend.

„Was wirst du nun tun, Schamanin des Löwenherrn?“

„Mein nächstes Kapitel angehen. Und du?“

„Ebenso .... und ich weiß das eine bestimmte Gnomin darin eine Rolle spielen wird.“

Fitz zeigte alle seine Zähne ... das Grinsen eines Kobolds.


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 Betreff des Beitrags: Re: Epilog(e)
BeitragVerfasst: Mo 9. Mär 2009, 19:25 
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Registriert: Di 30. Dez 2008, 14:46
Beiträge: 640
Als der Morgen endlich kam schritt - ging - nein krabbelte die junge Tymoraklerikerin hoch zur höchsten Plattform des Lazaretthügels.

Nachdem sie endlich wieder zu Atem gekommen war und sie sicher sein konnte trotz Erschöpfung und Müdigkeit, schmerzender Glieder und dröhnenenden Kopfes wieder sicher auf ihren Beinen stehen zu können, richtete sie sich zuerst mit geschlossenen Augen gen Osten und ließ die Sonnenstrahlen ihr Wärme spenden.

Dann erst öffnete sie wieder ihre Augen und blickte umher ins Land. Holte Luft ..... und brüllte erstmal in dehn Morgen hinein und all ihre Angst und Verzweiflung der schrecklichen Tage aus sich heraus.

Die wütenden Rufe der dadurch um sie herum aufgeweckten müden Streiter Rivins ließ sie einfach an sich abprallen.

Dann aber legte sie ihre Hände zusammen und begann ihr bisher längstes - und vielleicht auch inbrünstigstes Dankesgebet an die Glücksgöttin.

Sie dankte für sich, ihre Freunde, ihre Mitstreiter ..... für jeden dem das Glück im Entscheidenden Moment das eine kleine oder größere Quentchen gebracht hatte um überlebt zu haben.

_________________
I. Glück ist die Belohnung, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, aufzustehen und mutig zu handeln.
II. Unglück ist der Anreiz, aus seiner Lethargie zu erwachen und sein Glück zu ergreifen. Unglück ist nicht das Gegenteil, sondern nur das Fehlen von Glück.


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 Betreff des Beitrags: Re: Epilog(e)
BeitragVerfasst: Mi 11. Mär 2009, 02:38 
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Registriert: Sa 20. Dez 2008, 02:15
Beiträge: 2078
Wohnort: Bremen
als du zu dir kommst fühlt sich dein kopf an würde er gleich platzen.
in den ersten, wirren momenten des erwachens, unfähig und auch unwillens einen zusammenhängenden gedanken zu fassen, versuchst du die augen zu öffnen, was aber nur ein grelles licht und weitere schmerzen zur folge hat. also läßt du die augen geschlossen, und gegen die wellen des schmerzes kämpft sich langsam dein bewußtsein weiter an die oberfläche...


atmen....


die lungen tun einen ersten bewußten und kräftigen zug, jedoch begleitet von einem dumpfen drückenden schmerz in der brust.
die luft riecht nach blut und verwesung, urin und anderen exkrementen...mit einer ganz leichten unternote von kräutern und vielleicht auch alkohol.
so mußte es in einem schlachthaus stinken !

es beginnt sich immer schlimmer in deinem schädel zu drehen, und übelkeit stieg in dir auf.


hören.....


ein weiterer sinn schaltet sich ein, und du hättest im nachhinein gerne darauf verzichtet.
ein allumgebendes leidvolles stöhnen, untermalt von einzelnen schreien der verzweiflung und der todesqual.
eine kulisse, wie sie die gequälten seelen der höllen von sich geben mochten.
erst nach längerer zeit werden gelegentlich sanfte, beruhigende aber auch müde und bedrückte stimmen hörbar.
scheinbar darauf bedacht das allgegenwärtige leid mit für dich unverständlichen worten zu lindern, wo nur ein gnädiger tod eine erlösung wäre.
müde stimmen, denen man oft genug die eigene hoffnungslosigkeitkeit anhören kann....bis sie wieder von einem markerschütternden schrei
übertönt werden.
vielleicht wäre es besser, die augen weiterhin geschlossen zu halten, und den geist ruhen zu lassen?


denken....

zu spät, das erwachen und damit das erinnern läßt sich nicht vermeiden, rückt immer näher !
was du wahrnimmst ist mehr als nur ein böser traum, es ist die realität, wie dir schmerzlich bewußt wird.
du erinnerst dich, die letzten tage durch die hölle gegangen zu sein.
dein körper wurde geschunden und verbrannt, geprügelt und gemartert,
während um dich herum deine freunde, bekannte und unbekannte gesichter an ihrem eigenen blut erstickten, in stücke gerissen und zu schlacke verbrannt wurden. es war ein wunder, das du ihr schicksal nicht teiltest, jede sekunde ein neues verdammtes wunder !
der einzige geruch war der des todes und des feuers, der einzige geschmack auf deiner zunge der deines blutes und das von anderen.
das einzige geräusch das klirren von stahl , die schreie der agonie und das reissen von fleisch.


und jetzt bist du durch all die furcht erwacht.

aber die luft riecht immer noch nach tod, das schreien der sterbenden
dröhnt noch immer in deinen ohren !
du scheinst immer noch in diesem wahnsinn gefangen zu sein, noch immer findet die schlacht um dich herum statt !
was für ein narr bist du, das du gehofft hast dieser hölle entkommen zu sein !!

und du liegst, kannst dich nicht regen...nur auf das ende warten, voller hoffnung das du schnell aus diesem wahnsinn erlöst wirst.

doch du wirst es nicht. der alptraum deiner sinne geht weiter und weiter, die zeit scheint sich zu dehnen und dein leid zu verspotten.


also öffnest du schliesslich die augen und siehst.

über dir ist kein rußverhangener, verregneter regen mehr, keine flammen und kein gegner der sich über dich beugt.

es ist banal...eine decke aus getäfeltem holz.
ein gebäude? wie kommst du hierher? du weißt es nicht mehr.
du versuchst den kopf zu drehen und mehr zu sehen, das dich umgebende, verborgene grauen zu erfassen, bevor es dich vollends überrascht.
aber die kleinste bewegung läßt deinen schädel wieder dröhnen und deinen blick verschwimmen, bis du es schliesslich aufgibst.
also starrst du weiter starr zu dieser decke, den gestank und die geräusche in dich aufnehmend, während die zeit quälend langsam verrinnt....

bis sich schliesslich ein heller fleck, ein gesicht, in dein bickfeld schiebt, und eine dieser sanften, müden und hoffnungslosen stimmen erklingt.
eine dieser stimmen, deren worte du zwar hörst, aber deren sinn du nicht verstehen kannst.



du versuchst dich aufzurichten, um die worte vielleicht doch erfassen zu können, um klarheit zu gewinnen.


aber sich aufrichten ist erstaunlich schwer wenn man keine arme mehr hat.

_________________
Eve Norton - That is not dead which can eternal lie; and with strange æons, even death may die
Damian Kane - Trotz allem...nur ein Mensch (?)
Grishnak der Hässliche - Nemesis aller Tavernenbesitzer / ehemaliger Berserker

King Kong starb für Eure Sünden !


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 Betreff des Beitrags: Re: Epilog(e)
BeitragVerfasst: Mi 11. Mär 2009, 11:37 
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Registriert: Fr 14. Sep 2007, 11:54
Beiträge: 3398
Weit unten in den ältesten Teilen der Rivinkanäle erhebt sich ein altes Auffangbecken, hoch wie eine Halle eines König würdig.

Und ein solcher sitzt dort. Zurückgesunken in seinen Thron, ein altes, fleckiges und mittlerweile leeres Weinglas in der Rechten Klaue.

Sie Augen des Rattenkönigs funkeln vor Wut. Seine getreuen Werratten veruchen verschüchtert seinen Blick und seiner Wut zu entkommen.

Doch nicht ihnen gilt diese Wut.

"Sie haben ES also nicht vernichtet. Sind feige daran vorbeigeschlichen und dann vor seinem Feuer geflohen.
Rivin hat sein Wort gebrochen, uns betrogen."

Die Faust des Rattenkönigs ballt sich um das fragile Weinglas, zerquetscht es. Sein Blut tropft aus der Faust auf Thron und Boden.

"Das bedeutet Rache, Rivin. Bittersüße Rache."


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