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als du zu dir kommst fühlt sich dein kopf an würde er gleich platzen. in den ersten, wirren momenten des erwachens, unfähig und auch unwillens einen zusammenhängenden gedanken zu fassen, versuchst du die augen zu öffnen, was aber nur ein grelles licht und weitere schmerzen zur folge hat. also läßt du die augen geschlossen, und gegen die wellen des schmerzes kämpft sich langsam dein bewußtsein weiter an die oberfläche...
atmen....
die lungen tun einen ersten bewußten und kräftigen zug, jedoch begleitet von einem dumpfen drückenden schmerz in der brust. die luft riecht nach blut und verwesung, urin und anderen exkrementen...mit einer ganz leichten unternote von kräutern und vielleicht auch alkohol. so mußte es in einem schlachthaus stinken !
es beginnt sich immer schlimmer in deinem schädel zu drehen, und übelkeit stieg in dir auf.
hören.....
ein weiterer sinn schaltet sich ein, und du hättest im nachhinein gerne darauf verzichtet. ein allumgebendes leidvolles stöhnen, untermalt von einzelnen schreien der verzweiflung und der todesqual. eine kulisse, wie sie die gequälten seelen der höllen von sich geben mochten. erst nach längerer zeit werden gelegentlich sanfte, beruhigende aber auch müde und bedrückte stimmen hörbar. scheinbar darauf bedacht das allgegenwärtige leid mit für dich unverständlichen worten zu lindern, wo nur ein gnädiger tod eine erlösung wäre. müde stimmen, denen man oft genug die eigene hoffnungslosigkeitkeit anhören kann....bis sie wieder von einem markerschütternden schrei übertönt werden. vielleicht wäre es besser, die augen weiterhin geschlossen zu halten, und den geist ruhen zu lassen?
denken....
zu spät, das erwachen und damit das erinnern läßt sich nicht vermeiden, rückt immer näher ! was du wahrnimmst ist mehr als nur ein böser traum, es ist die realität, wie dir schmerzlich bewußt wird. du erinnerst dich, die letzten tage durch die hölle gegangen zu sein. dein körper wurde geschunden und verbrannt, geprügelt und gemartert, während um dich herum deine freunde, bekannte und unbekannte gesichter an ihrem eigenen blut erstickten, in stücke gerissen und zu schlacke verbrannt wurden. es war ein wunder, das du ihr schicksal nicht teiltest, jede sekunde ein neues verdammtes wunder ! der einzige geruch war der des todes und des feuers, der einzige geschmack auf deiner zunge der deines blutes und das von anderen. das einzige geräusch das klirren von stahl , die schreie der agonie und das reissen von fleisch.
und jetzt bist du durch all die furcht erwacht.
aber die luft riecht immer noch nach tod, das schreien der sterbenden dröhnt noch immer in deinen ohren ! du scheinst immer noch in diesem wahnsinn gefangen zu sein, noch immer findet die schlacht um dich herum statt ! was für ein narr bist du, das du gehofft hast dieser hölle entkommen zu sein !!
und du liegst, kannst dich nicht regen...nur auf das ende warten, voller hoffnung das du schnell aus diesem wahnsinn erlöst wirst.
doch du wirst es nicht. der alptraum deiner sinne geht weiter und weiter, die zeit scheint sich zu dehnen und dein leid zu verspotten.
also öffnest du schliesslich die augen und siehst.
über dir ist kein rußverhangener, verregneter regen mehr, keine flammen und kein gegner der sich über dich beugt.
es ist banal...eine decke aus getäfeltem holz. ein gebäude? wie kommst du hierher? du weißt es nicht mehr. du versuchst den kopf zu drehen und mehr zu sehen, das dich umgebende, verborgene grauen zu erfassen, bevor es dich vollends überrascht. aber die kleinste bewegung läßt deinen schädel wieder dröhnen und deinen blick verschwimmen, bis du es schliesslich aufgibst. also starrst du weiter starr zu dieser decke, den gestank und die geräusche in dich aufnehmend, während die zeit quälend langsam verrinnt....
bis sich schliesslich ein heller fleck, ein gesicht, in dein bickfeld schiebt, und eine dieser sanften, müden und hoffnungslosen stimmen erklingt. eine dieser stimmen, deren worte du zwar hörst, aber deren sinn du nicht verstehen kannst.
du versuchst dich aufzurichten, um die worte vielleicht doch erfassen zu können, um klarheit zu gewinnen.
aber sich aufrichten ist erstaunlich schwer wenn man keine arme mehr hat.
_________________ Eve Norton - That is not dead which can eternal lie; and with strange æons, even death may die Damian Kane - Trotz allem...nur ein Mensch (?) Grishnak der Hässliche - Nemesis aller Tavernenbesitzer / ehemaliger Berserker King Kong starb für Eure Sünden !
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