Angelus hat geschrieben:
Das Böse ist in D&D keine Frage eines philosophischen Standpunktes, es sind real existierende Faktoren es gibt sogar bestimmte Zauber und Talente die nur gegen Böses wirken.
Was ist böse?
- Egoismus als Lebenseinstellung, im Sinne von sich nur um sich selbst zu kümmern, was auch beinhaltet sich um anderen zu kümmern wenn es nicht als Selbstzweck an sich gilt sondern dazu dient sich selbst Vorteile zu verschaffen
- Sich das Recht abzuleiten Schwächeren zu schaden nur weil sie schwächer sind als man selbst
- Sich das Recht abzuleiten Schwächere unterwerfen und über sie herrschen zu dürfen nur weil sie schwächer sind als man selbst
- Spaß und Freude daran zu haben anderen fühlenden Wesen zu schaden sie zu verletzten, zu töten, sie zu quälen oder zu foltern
- Das Meinung zu sein das der Zweck die Mittel heiligt
- Keinen Respekt/keine Achtung vor dem Leben/dem Wert/den Gefühlen/der Würde anderer Wesen zu haben
- Bösen Gottheit oder anderen von Natur aus bösen Wesen wie Dämonen, Teufeln, roten Drachen zu helfen
Was ist gut?
- Altruismus als Lebenseinstellung, im Sinne von sich aktiv für andere einzusetzen aber nicht um sich selbst Vorteile zu verschaffen sondern als Selbstzweck an sich
- Die Schwächeren als Stärkerer zu schützen anstatt ihnen zu schaden als Selbstzweck an sich
- Sich das Recht abzuleiten das Böse im Zaun zu halten und zu beherrschen wenn nötig damit es niemandem schaden kann
- Spaß und Freude daran zu haben anderen fühlenden Wesen zu helfen, sie zu heilen und ihre Leiden zu lindern
- Liebe und Freundschaft zu verbreiten
- Den Zweck niemals die Mittel heiligen zu lassen
- Grundsätzlichen Respekt/Achtung vor dem Leben/dem Wert/den Gefühlen/der Würde anderer Wesen zu haben
- Guten Gottheiten oder anderen von Natur aus guten Wesen zu helfen
Natürlich kann es auch vorkommen dass ein guter Charakter böse handelt oder ein böser Charakter gut, aber dann verschiebt sich in der Regel auch die Gesinnung.
Und neutrale Charakter liegen in den meisten Fällen irgendwo dazwischen in ihrem handeln und denken.
Edit: Und die Gesinnung sagt sehr wohl etwas über die Motivation aus und nicht über die Handlung, sonst würde ein Cyrik Anhänger der permanent lügt und anderen hilft damit man ein falsches Bild von ihm bekommt irgendwann gut, das wird er aber nicht weil seine Motivation anderen zu helfen darin liegt dieses falsche Bild aufrecht zu erhalten.
Deine Beschreibungen sind im Grundsatz korrekt, stellen jedoch lediglich die extremen Variationen der bezeichneten Gesinnungen dar. Ein Charakter stellt zuerst ein Individuum dar, aus dessen Motiven, Perspektiven und Handlungen sich in der Summe die Gesinnung ableitet. Ein Charakter mit einer bösen Gesinnung empfindet nicht zwangsläufig Freude an der Folterung, oder den Qualen eines anderen Lebewesens, bekämpft unter Umständen sogar andere böse Wesen und Charaktere. Er muss nicht einmal egoistische Beweggründe haben, vor allem bösartige Fanatiker könnten sogar aus einem verblendeten Standtpunkt heraus zu der Ansicht gelangt sein, dass ihre Handlungen einem höheren, möglicherweise sogar gut gemeintem Zweck dienlich sind, der einzelne Opfer rechtfertigt.
Im umgekehrten Falle ist es ebenfalls denkbar, dass ein guter Charakter zu dem Schluß kommt, dass der Zweck die Mittel heiligt. Du beschreibst dies selbst bereits mit der Aussage:
Zitat:
Sich das Recht abzuleiten das Böse im Zaun zu halten und zu beherrschen wenn nötig damit es niemandem schaden kann.
Denn hier entsteht die entscheidene Frage, welche Mittel gerechtfertigt sind, um das Böse im Zaum zu halten, und zu beherrschen, damit es niemandem schadet. Und begonnen mit dem bösen Kreaturen, könnte ein guter Charakter eines Tages entscheiden, aus anfänglich guten Motivationen, dass es im Sinne einer positiven Weltordnung ist, alle Wesen zu beherrschen und zu kontrollieren, damit sie garnicht erst bösartige Handlungen begehen können. Relativ schnell wird ein Charakter mit guter Gesinnung hier zum Tyrann, der anderen Wesen seine Moralvorstellungen mit allen Mitteln aufzwängt, sich eines Tages sogar dazu entschließt, dass einzelne Opfer gerechtfertigt sind, schließlich dienen sie dazu, die Macht aufrecht zu erhalten und damit die postive Weltordnung zu erhalten.
Ohne es selbst zu bemerken, wird der gute Charakter, der niemals bösartige Absichten hegte, hier selbst zu einem schlimmeren Tyrann, als jeder Charakter mit egoistischen Beweggründen, eine Entwicklung, die sich früher oder später auch in seiner Gesinnung niederschlagen wird, die dann zum Bösen tendieren muss. Und der gute Charakter wird selbst bis zum Schluß dem Glauben folgen, dass er immer noch dem Guten dient, obgleich er die gesamte Menschheit versklavt.