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 Betreff des Beitrags: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: So 30. Jan 2011, 15:52 
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30. Hammer im Jahr der Flammenden Hand

Heute habe ich beschlossen Tagebuch über meine Reise zu führen. Ich bin jetzt schon seit einiger Zeit in der Stadt Rivin. Der Winter hat mir das weiterziehen verdorben und da ich hier einen warmen Unterschlupf vor der Frostmaid finde und allerlei erlebe, bin ich erst einmal in dieser Hafenstadt im Süden der Trollborken geblieben.
Ich glaube das Fest der Zauberer mit all ihren Büchern hat mich dazu gebracht meine Abenteuer niederzuschreiben. Ein wahres Spektakel, wie ich es noch nie erlebt habe. Allein der Anblick des mächtigen steinernen Turmes, wie er da so in der Brandung des Meeres steht wie eine Festung hat mich schon beeindruckt. Und da hatte ich die vielen Hundert Bücher noch nicht gesehen, den Ort wo Varda ihre Zauber lernt. So viele Bücher voller Magie. So viele...
Sogar durch ein Portal ging ich -da war mir schon etwas mulmig bei- zwar nur von einem in den anderen Stock, aber wer kann schon behaupten einmal in solch ein Zauberlicht hinein gegangen zu sein.

Die ganze Magie von Mystra und ihrer Meister sollte mir aber erst am späten Abend vor Augen geführt werden, in dem abschließenden Turnier. Dort maßen sich die mächtigen Zauberer Rivins. Es war spannend, aufregend und nie hätte ich gedacht, dass es so viel Strategie braucht. Ich hielt zu einer Dame, die sich Demian nannte, aber sie gewann leider nicht. Zu meinem Erschrecken musste ich aber an diesem Abend auch erkennen, dass mich solch ein Zauber auf einen Schlag töten könnte. Wer hätte gedacht, dass Mystra uns solch Macht in die Hände gibt.

Beängstigend.

Eine solche Zauberin, Neftarie Kassar, habe ich hier auch schon am Tag meiner Ankunft kennen gelernt. Eigentlich fragte ich sie nur nach einem Ort zur Einkehr, doch als wir auch Thaur trafen, einen jungen, aufgeschlossenen Krieger, den ich leider nicht wieder sah, gingen wir alle zusammen auf ein Bier und Würfelspiel in den Fuchsbau. Eine gemütliche Taverne, die ich seither immer mal aufsuche und sei es nur wegen dem köstlichen Frühstück. Seither „lauer“ ich auch Neftarie immer wieder auf. Sie ist mir eine gute Freundin geworden. Eine nette, junge Mutter und gar eine reiche Patrizierin. Sie hat mir gleich geholfen , obwohl ich wohl etwas verwildert daherkam nach der langen Reise. Sie lebt hier schon lange und eigentlich könnte sie mit Tochter, Zauberladen, all dem Gold und ihrem Freigeist ein unbeschwertes Leben führen, doch habe ich oft das Gefühl, dass sie zur Zeit nicht glücklich ist.

Hier sollen ja eigentlich meine Abenteuer stehen!

Also, mein erstes handelt von einem Goblinstamm...

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: Di 1. Feb 2011, 23:42 
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1. Alturiak

Die Gobblins müssen warten. Es ist wie das Sprichwort sagt, Druiden kannst du nicht finden, sie finden dich. So traf ich auch nur auf Mebrithiel und wir haben es nicht gewagt den Spuren des Stammes alleine zu folgen. Was dem Abend kaum abkömmlich war. Die junge Zauberin, die sich neulich im Bärenfels bei Hüterin Aerie für die Zuflucht bedankte, stellte sich als wirklich amüsante Gefährtin heraus. Glaube, wir haben manchmal aneinander vorbei geredet, aber ihre aufgeschlossene Art weiß zu erfreuen.

Sie hat mir gar einen warmen Schlafplatz geboten an einem ganz besonderen Ort. In einem Baumhaus. Keines, wie ich es mit meinen Kindern baute, nein, dieses hier ist der Baum. Ich habe schon gehört, dass Druiden in ausgehöhlten Bäumen leben, aber dieser war riesig... größer als unser Hof und er scheint bis an die Wolken zu reichen. Und, Tymora muss mir wirklich hold sein, er fasst sogar einen Wirt. Was gibt’s schöneres? ...Ach ja, Aeries Eintopf!

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: Sa 5. Feb 2011, 14:37 
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5. Alturiak

Verflucht, in was bin ich da gestern nur wieder hineingeraten?
Hungrige Ratten, ein riesiger Käse, ein untoter Drache, Skelette und zu guter Letzt „gefährliche“ Zauberexperimente, die mich fast den Kopf gekostet hätten. Aber ich habe Neftarie lächeln sehen, obwohl sie eine wirklich furchtbare Nacht hinter sich hatte.
Das war’s wert!

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: So 6. Feb 2011, 23:24 
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6. Aturiak

Die Schönheit der einfachen Dinge, oder der unscheinbaren, wie die der Wälder wird einem manchmal erst wieder bewusst, wenn man sieht wie ein unbefangenes Kind sie erblickt. Oder eine Zauberin.
Ich wandere jetzt kaum länger als zwei Monde zwischen diesen Bäumen und doch sind sie mir vertraut, als wären sie so etwas wie eine Heimat. Aber ist Heimat nicht der Ort an dem ich geboren wurde, an den mich die Familie und all die Erinnerungen binden. Dort wo mich die Götter küssten, mir das Leben schenkten?

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: Do 17. Feb 2011, 22:14 
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17. Alturiak

Da liege ich, in einem Nebenraum von Neftaries Kontor, kann kaum schreiben, weil mir die Rippen schmerzen und mit dem Schlafen ist's auch schwer, weil neben mir ein Wachmann vor sich hin schnarcht. Hoffe seine Ablösung ist ruhiger. Das ist vermutlich seine Rache, weil ich ihm sein Bett genommen habe. Wer kann's ihm verdenken? Wenn sich da ein Fremder in mein Bett einnisten würde wär ich sicher nicht weniger erfreut. Aber was sollte ich schon machen. Wer hätte gedacht, dass ich hier lande, als sich Neftarie bereit erklärte mir für ein paar Tage Unterschlupf zu gewähren? Ich kann nur hoffen, dass ich nicht die Nacht einmal raus muss, sonst muss ich ihn auch noch um Hilfe bitten.

Ich habe lange nicht geschrieben, was nicht an meiner misslichen Lage lag, sondern eigentlich an der erfreulichen Zeit, die ich im Wald verbrachte, bevor all dies Unglück über mich kam. Vardas Heimatgedanken haben wohl größere Spuren hinterlassen, als ich dachte. Wo ich schon auf verborgenen Pfaden durchs Unterholz schlüpfe, sollte ich doch auch ihre Vergangenheit kennen, sagte ich mir. Und wer könnte diese mir besser erzählen als die weise Priesterin Neima, die sich als ihr Zuhause auch den schönsten Ort im Wald gesucht hat.
Sie scheint älter als alle Waldbewohner zu sein. Schon mit dem Ursprung des Zirkels, der Kreis der Eiche, war sie dort Priestern der Druiden. Und auch heute noch, wo die Druiden längst fortgezogen sind, wacht sie standhaft über die Bäume, Blätter, Steine... So viele Dinge hat sie hier gesehen, so viele Geschichten zu erzählen, dass viele Tage vergingen, bevor ich sie wieder verließ. Ich kenne jetzt den Ursprung der ein oder andere Narbe, weiß um die Geister hier und welch schwere Zeit sie erlebten. Mein Weg über das Moos fühlt sich vetrauter an, aber es blieben viele Fragen offen, die ich noch ergründen muss.
Wenn ich wieder auf den Beinen bin, werde ich dem nachgehen!

Fast hätte ich aber all das hier gar nicht weiter schreiben können, denn kaum war ich zurück von der Reise in die Vergangenheit dieser Wälder traf ich auf das Schankmädchen Sarina. Zu meiner Überraschnung war sie an diesem Abend eher für die Zauberer unterwegs und hatte auch zwei Herren bei sich. Sie fragte, ob ich helfen könnte eine besondere Spinne zu finden. Der Mantel wollte wohl ein Gegengift aus ihren Drüsen erschaffen.
So gingen wir also los, schlugen all die Warnungen der Wächter in den Wind, ich glaubte mich in guter Obhut bei drei Zauberern, und kamen auch bis zum Sumpf.
Doch dann verließ uns Tymora. Kaum zehn Schritte mögen wir getan haben da blubberte es seltsam. Luftblasen, sowas gibts eben in Sümpfen.
Aber es war keine Luft, denn überall um uns herum gebaren die Blasen eklige fette Sumpfwesen, die sich nach Sarina verzehrten.
So viel weiß ich noch. Und ich erinnere mich auch noch daran, dass sie riesige Schwerter trugen und dass da irgendwer in der Lunge schmerzende Dämpfe warf.
Aber sonst ist nicht viel geblieben. Mit großen Schmerzen wachte ich in einem kleinen Lazarett auf. Das der Stadtgarde, wie sich später herausstellte. Man hat uns wohl noch gefunden und der hiesigen Heilerin Alessa habe ich vermutlich mein Leben zu verdanken.

Tja, und nun liege ich hier gedemütigt in einem Wachraum eines Alchemieladens.
Verfluchte Sümpfe, verfluchte Schmerzen...

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: Sa 26. Feb 2011, 23:53 
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26. Alturiak

Zauberer können Murmeln zu Augen verzaubern, damit sie da sehen können, wo ihr Körper nicht ist. Ein wirklich nützlicher Zauber, braucht man ja nicht einmal um den kleinen Späher zu trauern. Aber Zauberei ist oft teuer und unser kleiner Späher, der einzige den wir haben. Darum mussten wir uns doch sorgen, dass unsere Zaubermurmel von einem aufmerksamen Schützen zertrümmert wird.

Doch trifft er so eine kleine Murmel überhaupt, die ihn da aus ihrem Versteck heraus ungeniert beobachtet?

Der arme Späher hatte wenig Glück. Ich traf mit meinem dritten Pfeil und die Murmel zerbarst von dem Aufprall der Spitze. Sein Bruder wurde schon von Neftaries zweitem Pfeil getroffen. Unsere Murmel muss sich vor den Pfeilen also hüten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: So 6. Mär 2011, 22:28 
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4. Ches

Obwohl ich fern meines Heimatdorfes Waldblick bin, habe ich heute einfach eines unserer Feste gefeiert. Jedes Jahr nämlich, zum Anfang des Ches wählen wir eine junge und meist hübsche Frühlingsbraut -sie soll den Göttern ja auch gefallen-, die von unseren Druiden und Chauntea erhoben wird und die Aufgabe hat die Wintergeister von Feld, Wald und Wiesen zu vertreiben, Auril wieder in den Norden, ins ewige Eis, zu scheuchen. So zog ich heute singend und lärmend mit der frisch gekürten Frühlingsbraut über die Felder der hiesigen Bauern, die da etwas seltsam schauten und vertrieb den Winter, auf dass wir einen wundervollen Frühling bekommen.

So ging es dann auch geradewegs durch den Wald zum Schlangentempel, wo die Braut in den heiligen Tümpeln Auril trotzte. Ein Feuer wurde entfacht und ich hatte die Ehre eine alte Sage zu erzählen, in der sich eine greise Frau geschwächt an den letzten Kohlen wärmt, als ihr eine junge hübsche Braut begegnet. Die Alte erzählt ihr davon, dass ihr Atem den Fluss erstarren lässt, die Vögel verjagt und ihre schütteren weißen Locken den Schnee ruft. Die junge Braut, in Sorge um die Greisin, berichtet, dass ihr Atem aber die Blumen weckt und die Vögel ruft, das Gras grünen lässt und dass sie beide am Morgen dies wundervolle Erwachen gemeinsam erleben könnten.
So gingen die beiden mit dem Sonnenaufgang vor die Hütte und wie vorausgesagt sangen die Vögel, grünten die Bäume und die Flüsse erwachten aus der Winterstarre. Doch als die junge Braut erfreut zur Greisin blickte, sah sie ihre alten Augen tropfen; sie schmolz mit dem Schnee dahin...

Um der Tradition gänzlich gerecht zu werden rief ich dann zu guter Letzt auch die Götter an, uns ein Zeichen zu geben, wie uns das Jahr begegnen wird. Ich bin zwar kein Druide, aber da ich auch mal wieder keinen gefunden hatte, musste ich eben ihre Aufgabe erledigen. So ließen wir einen Hasen laufen, doch leider lief er gegen die Sonne um die heiligen Tänzer herum und stob gen Wasserstein davon. Ein böses Omen und was der Hinweis des Wassers bedeutet weiß ich nicht zu deuten. Ich kann nur Hoffen, dass wir in diesem Jahr nicht von einer Flut heimgesucht werden...

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: Sa 12. Mär 2011, 00:18 
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9.Ches

Eine Karte

Ich habe mir noch nie so wirklich Gedanken gemacht, wo die vielen Menschen in einer Stadt ihr Dreckwasser, den Schmutz, ihre Scheiße und Pisse hinbringen. In unterirdische Flüsse, die wie ihre großen Brüder ins Meer münden. Und davon gibt’s viele hier in Rivin. So viele, dass dort unten eine ganz eigene Welt mit ihren Bewohnern existiert. So viele, dass man sich dort unten verirren könnte.

Von dieser Welt wollte die Abenteuergilde eine Karte zeichnen.

Dass dort so einiges lebt und lauert und auch Gefahren drohen könnten, davon wusste ich und dieses Mal hatte ich mich besser vorbereitet. Ich war sogar vorher im Tempel der lächelnden Dame gewesen um ihren Beistand zu erbitten. Unser Vorhaben schien auch Anfangs von Erfolg gekrönt, denn Neftarie führte uns mit einem Kompass - das ist eine runde Scheibe, die das Himmelsgestirn ersetzt, weil sie dir immer zeigt wo Norden ist - durch einigermaßen trockene, überraschend weitläufige Gänge in Richtung einer alten Abenteuergilde. Einzig der Gestank war eine schwere Prüfung für meine Nase. Monster lauerten uns nicht auf, aber leider schreckten wir eine riesige Rattenmeute auf, die in alle Richtungen floh. Mitten durch uns hindurch; in ihrer Panik krochen manche gar an mir hinauf oder bissen. Ich spürte ihre Zähne deutlich durch das dicke Leder, doch war es Schutz genug.

Besagte Keller der alten Abenteuergilde sollten wir aber dennoch nie erreichen und auch die Karte wurde nicht zu ende gezeichnet. Als wir einen Aufgang ans Tageslicht erreichten, zu dessen Fuß ein Gang mit Dreck und Geröll verschüttet war, hörten wir plötzlich einen Hilferuf. Ich dachte erst Flinn hätte etwas gesagt, aber es war gar nicht seine Stimme. Männlich zwar, aber sie kam von hinter dem Schuttberg.
Der Schneider Heklin war es, entführt von einer Bande Kobolde, die er beim Plündern seines Ladens erwischt hatte und nun hier unten ihr Gefangener war. Durch Flinns Idee und Neftaries Zauberei war er aber schnell befreit. Sie verwandelte sich in eine Schlange und konnte so zu ihm kriechen um ihn mit ihrer praktischen Teleportation zu uns zu zaubern. Den armen Kerl hatten sie ziemlich zugerichtet, aber er wollte nicht ins Lazarett. Wollte unbedingt seinen Laden, den Ort des Verbrechens, aufsuchen. Was er sich davon wohl erhoffte? Wir führten ihn also heim und von da an waren Karte und alte Gilde vergessen...

Ich hielt zwar nichts davon so unvorbereitet einer Räuberbande in dunkle Kanäle zu folgen um Heklins Sachen zurückzuholen, aber wir stiegen trotzdem hinab. Da sah ich wohl auch erst die wirklichen Kanäle, denn was ich bis dahin erblickt hatte, waren eher Prunkstraßen unter der Erde, vergleicht man sie mit den stickigen, mit ekliger Brühe gefüllten, dunklen und engen Gängen, die uns dort erwarteten. Und nur Ratten und eine aufgeschreckte riesige Spinne schienen hier freiwillig zu leben. Mich würgte es regelrecht. Zum Glück hatte mich Neftarie in einen Stein verzaubert, so blieb es mir wenigstens erspart, dass sich meine Kleider mit der Brühe vollsogen. Wir kämpften uns also durch die Scheiße und Pisse der vielen Bürger um Heklin seine Kleider zurückzuholen, was mich nur noch mehr an diesem Unterfangen zweifeln ließ. Ich sollte nicht ständig auf die Frauen hören.
Zumindest fanden wir dann aber auch die Koboldbande.

Eine mutige Räuberschar, denn die kleinen Gesellen stellten sich uns tatsächlich entgegen, obwohl sie gerade mal zu sechst waren. Ob sie wirklich glaubten uns so einfach besiegen zu können? Noch bevor wir zu Worte kamen stürmten sie mit ihren kleinen Klingen auf uns zu. Ich stürzte mich mitten ins Getümmel und sah mich plötzlich aus der Dunkelheit heraus einem Feind gegenüber. Der kleine Krieger führte mit erstaunlicher Kraft sein Schwert gegen mein Bein und erwartete wohl, dass es tief in mein Fleisch dringen würde, doch nichts dergleichen geschah. Ein kräftiger Schlag, der mich fast um mein Gleichgewicht brachte, als die Klinge laut klirrend gegen den Stein krachte, von denen ein paar Brocken weg splitterten und eine tiefe Scharte in seinem Schwert blieb. Ich war nicht weniger erstaunt und fast hätte ich laut losgelacht, als ich den verzweifelten Blick des Kobolds sah. Mir war nichts geschehen!
Der dumme Kerl aber rannte nicht etwa fort, wie man es erwarten würde. Nein, er holte doch tatsächlich erneut aus um auf mich einzuschlagen. Diesen Schlag aber parierte ich mit meinem Schwert, schleuderte ihm fast seine Waffe aus den Händen. Aber er kannte kein aufgeben, verstrickte mich in einen Fechtkampf. Mit kraftvollen Schlägen und in der Gewissheit, dass er mir kaum weh tun kann, drängte ich ihn zurück. Ich würde ihm das schon austreiben. Ein seltsam berauschendes Gefühl überkam mich und als er gerade wieder versuchte mit der Klinge den Stein zu durchbrechen, wich ich aus und stach schnell zu. Die lange Klinge meines Schwertes bohrte sich tief in seinen Hals. Ich blickte in weit aufgerissene, ungläubig blickende Augen, als das Blut aus Hals und Mund blubberte.
Mistkerl!
Ein Röcheln tat er noch, doch ich befreite ihn mit einem Ruck des Schwertes, dass es durch die Halsknochen auf der anderen Seite heraus stieß. Der Tote Körper glitt zu Boden und ich musste mit dem Fuß nachhelfen um meine Klinge überhaupt wieder herauszubekommen. Mein Herz hämmerte... das Schwert fest in der Hand suchte ich nach dem nächsten Feind.

Wir metzelten sie nieder.

So ein Kampf kommt einem in diesem Moment recht lange vor, aber ich glaube wir hatten schnell gesiegt und zurück blieben tote und verletzt in ihrem Blut liegende Kobolde. Und ein seltsamer Rausch, der sich erst langsam legte. Aber nach Mitleid suchte ich dennoch vergebens. Sie hatten es ja geradewegs herausgefordert.
Heklins Mäntel waren leider teils blutbesudelt und zerrissen, aber Flinn und ich nahmen die brauchbaren den toten Dieben gerade wieder fort, als ich feststellte, dass Neftarie und Shana einen überlebenden Kobold von seinen Verletzungen heilten. Sie wollten ihn wohl ausfragen und sprachen in einer mir fremden Sprache mit ihm. Es schien mir zwar, als hätte er nur Spott und Gelächter übrig, aber irgend etwas Nützliches muss er wohl erzählt haben, dass sein Überleben wert war. Sonst hätte Neftarie ihn sicher nicht ziehen lassen, auf dass er Hilfe holen könnte. Nichts wie raus hier, dachte ich nur und wir beeilten uns zum Glück auch diesen Ort zu verlassen.

Ein paar Waren Heklins konnten wir also bergen und zumindest diese Kobolde würden niemanden mehr ausrauben können, doch hatten wir nun auch einen Feind dort unten!
Aber keine Karte...

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: Mo 14. Mär 2011, 10:48 
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12. Ches

Im Gericht

Ich habe mich schon länger gefragt wo eigentlich die nette Stadträtin Miriamel hin verschwunden ist. Ich dachte die Arbeit ließe ihr vielleicht keine Zeit mehr auch mal bei Frank einzukehren, aber wie ich dann erfuhr soll sie vor den Richter gebracht werden. Also ging ich zu besagter Verhandlung um festzustellen, dass an diesem Tag gar nicht Miriamel vor dem Richter stand, sondern eine ihrer Freundinnen, Frau Shara Paine.

Aber wo ich schon mal dort war, warum sich das nicht ansehen. Wie ich aus dem Getuschel einiger Bürger erfuhr schien diese Frau Paine eine mächtige Patrizierin zu sein, mit der man sich nicht anlegen sollte, da sie nicht nur selber einschüchternd wirkt, sondern auch überallhin Kontakte hat. Eine dieser Menschen, denen man besser in guter Erinnerung bleibt sollte man ihnen schon begegnen müssen.
Als die Anklage verlesen war und das erste Opfer aussagen sollte musste ich dann mit Erschrecken feststellen, dass sich Mebrithiel erhob.
Bei den Göttern, wieso ausgerechnet Meb?
Mein Herz rutschte mir in die Hose. Allein dieser Blick von Frau Paine, als Mebrithiel dort vorne saß.
Sie war auch ziemlich nervös, aber gab tapfer Antwort auf die Fragen. Meb hatte auch gar nicht die Absicht Frau Paine in den Kerker zu bringen, denn auch nach der Verhandlung erzählte sie mir, dass Frau Paine Hilfe bräuchte und kein Verließ. Ich kann nur hoffen Frau Paine weiß darum und weiß das zu schätzen. Es wäre mir unerträglich wenn sie sich rächen würde.
Ich habe Mebrithiel dann auch nach der Verhandlung lieber nach Hause begleitet. Ich kann nur immer wieder staunen über diese Frau, wie viel Kraft und Mut sie hat. Sie schafft es sogar nach so einem Tag mit ihrer jugendlichen Unbeschwertheit wieder Freude und ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen zu zaubern. Wie mit dem Wind kannst du dich treiben lassen und vergisst, wie grausam das Leben sein kann.

Und das Leben war grausam an diesem Tag. Nach Mebs Aussage kam es im Gerichtssaal noch schlimmer, denn die zweite Zeugin war Varda. Und hier entwickelte sich das ganze doch zu einem lächerlichen Theater. Frau Paine selber durfte die sowieso schon eingeschüchterte Varda verhören, kam ihr gar zu nahe, ohne dass der überforderte alte Richter wirklich etwas unternahm. Was für eine Tortur muss das für sie gewesen sein. Ich bin nur froh, dass Varda durch die Autorität des Mantels einen gewissen Schutz vor Frau Paine genießen darf.
Obwohl er erst keinen guten Eindruck hinterließ überraschte der Richter dann aber zuletzt dennoch, denn bei der Strafe zeigte er kaum Erbarmen. Frau Paine wurde in ein Senatorium gebracht, wo man ihr hoffentlich helfen kann.

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BeitragVerfasst: Do 17. Mär 2011, 00:17 
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14. Ches

Danke, Lythari!

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: Do 17. Mär 2011, 18:59 
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Da bin ich geflüchtet vor einer Frau, vor wirren Gedanken und schlaflosen Nächten und nun sitze ich hier in Rivin mit einer Flasche Roggenwein, wegen einer Frau. Im übrigen ein wirklich guter Schnaps, ein Dank an Frank. Weich, mild und etwas süßlich ist er und wenn man dazu etwas isst, sich später die gleiche Menge Wasser einflößt und dann gemütlich ins Bett geht, wacht man gar ohne Kopfschmerzen auf. Das soll daran liegen, dass er so rein ist.
Und er hilft wundervoll dabei den Kopf zu ordnen.
Das ist auch nötig, denn seit gestern ist da einiges durcheinander geraten. Der Geist der Lythari hat es doch tatsächlich geschafft mir den Kopf zu verdrehen.
Wen wundert es?
Wer immer das einmal lesen mag, wenn ihr sie kennen würdet, würdet ihr mich verstehen. Was aber leider nichts daran ändert, dass ich jetzt irgendwie im Schlamassel stecke. Wenn du einmal von dem süßlichen Wein gekostet, willst du ihn nie wieder missen wollen. Und dieser Wein ist verflucht süß.
Ich kann sie einfach nur bewundern. Bei all ihrem Wissen, ihrer Weisheit, die sie in sich trägt, ist sie dennoch auf eine bezaubernde Art so verrückt und frohgemut. Das können sich die wenigsten Menschen bewahren.
Ich sollte mich einfach davon anstecken lassen...
Diese Flasche köstlichen Schnaps leeren, meinen Gedanken nachhängen und mich von den Winden treiben lassen. Mich daran erfreuen, wo immer sie mich hinführen. Darum bin ich doch auf Reise gegangen!

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: Mo 21. Mär 2011, 18:14 
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Tag- und Nachtgleiche

Nach einem amüsanten gestrigen Tag, an dem unsere Kletterkünste gefordert wurden, die ich auch bewies und mir damit den Kuss einer hübschen, jungen Frau eroberte – ich kenne gar nicht ihren Namen -, galt es heute, die Götter zu ehren.

Es ist Frühlings-Tag- und Nachtgleiche, der erste große Feiertag der Kinder Mielikkis. Und ganz in Tradition meines Heimatdorfes wollte auch ich ihn feiern.
Schon am Morgen, nach einem bewusst üppigen Frühstück, zog ich in die heiligen Wälder um die rituelle Waschung an Eldaths Quelle zu vollziehen. Darum auch das üppige Frühstück, denn von da an ist mir Essen und Vergnügen untersagt. Ich darf nicht jagen, kein Tier verletzen, noch Fleisch essen oder Wunden in Holz schlagen. Nur Wasser trinken. Scheußlich!
Von dem heiligen Wasser rein gewaschen wanderte ich zum Schlangentempel wo ich Mielikki um Gnade und ihre Gunst bat. Zum Zeichen der Demut an diesem Tag, malen die Druiden sich heilige Runen ins Gesicht.

Da wir für den Winter viel Holz schlugen, muss nun für Ausgleich gesorgt werden. Hundert Baumsamen sollen den Tag über vergraben werden. Ich habe leider keine hundert Samen, da ich in der Zeit, als sie ihre Frucht trugen nicht genügend gesammelt hatte; noch gar nicht wusste wo ich heute überhaupt sein werde. Zwei Hand voll müssen also genügen. Den ganzen Tag über vergrabe ich nun die Frucht der Wälder, muss jedem verletzten Tier helfen, dass mir begegnet, denn das gilt als gutes Omen. Einige aus meinem Dorf fingen auch vorher Tiere und entließen dieses dann aus der Gefangenschaft, aber in diesem Brauch kann ich keinen Sinn erkennen. Dessen Symbolik in Ehren, aber was ist dass für eine Hilfe einem Tier gegenüber?

Genug geschrieben, genug der Pause. Noch ein Dutzend Samen sind es, die ich vergraben muss und dann kann ich endlich im Mondschein zurück zum Tempel um den Ritus zu beenden. Danach gibt’s erst einmal einen vollen Krug Met, so viel steht fest. Den dann darf endlich gefeiert werden, die ganze Nacht hindurch.

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: Do 24. Mär 2011, 11:50 
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22. Ches

Heute Morgen weckt mich doch ein kleiner Kater, der einfach auf mein Bett hüpfte und fordernd nach mir tatzte, in der Hoffnung, dass ich mit ihm runter in die Küche wander, um ihm was vom Fisch von gestern zu geben. Ich war noch ganz verschlafen und streichelte ihn auch unbewusst, bis es mich wie ein Schock durchfuhr. Der arme Kater wusste nicht wie ihm geschah, als er kurzerhand aus dem Bett flog.
Die arme Katze...
Selber Schuld, Palo! Was gehst du auch mit Frauen zu Tee und Kuchen. Der Kuchen war natürlich köstlich, aber Tee? Scheußliches Gesöff, dass man nicht ohne Grund dann trinkt, wenn man krank ist. Immerhin durfte ich Miriamel mal wieder sehen.

Aber es gibt auch erfreulichere Nachrichten. Ich habe einen Zwergen kennengelernt. Bognar. Er wird mir bei dem Bau eines Pferdewagens helfen, den ich für Rowen bauen soll. Bei einem Fass Schwarzbier, ohne Zauberei und ohne Frauen, so viel steht fest. Hab zwar noch nicht gänzlich Ahnung wie und ob wir das so hinbekommen, wie Shalos mir das aufgezeichnet hat, aber ich verlass mich einfach auf meine Intuition.
Und morgen soll ein Frühlingsfest stattfinden. Ich glaube, Sarina hat das mit ins Leben gerufen. Da freu ich mich schon drauf...

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: Fr 25. Mär 2011, 15:27 
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23. Ches

Es gibt gute und böse Geister, erzählte man mir einst. Erstere rufst du zur Hilfe, zweite besänftigst du. Aber was ist schon gut und böse?

Vielleicht gar ein böser Geist begegnete mir gestern Abend auf dem Weg zum Fuchsbau, ein eisiger frostiger Geselle, der nicht nur Magie gierig fraß, sondern sich von irgendetwas nährend auch immer größer und gefährlicher für die Stadt wurde. Die Zauberer erkannten gar einen Ebenenriss, ein widerliches Breimonster erwuchs, doch wir alle blieben ratlos und sahen das Schicksal unausweichlich kommen.
Doch wie aus dem Nichts, auf ihrer unermüdlichen Jagd, sprang Tikali hinab und spaltete mit einem Zauberschwert den Riss. Nur das Breimonster blieb, sollte noch Schaden und Verletzte hinterlassen und einen irren Zauberer.

Die guten Geister mochten in dem großen Baum gewohnt haben, auf dessen kräftige Äste ich am Morgen zuvor geklettert war. Ich war in die Wälder gekommen wo mir Hüterin Aerie zeigte, wie ich mit ihnen sprechen kann und zu meinem Glück gewährten sie mir gar ihre Kräfte.
Wie eine Spinne konnte ich mich bewegen, gar einen Ast halten, ohne ihn umgreifen zu müssen.

Ich kann zaubern...

Die Wälder zeugten mir ihr Vertrauen, lassen mich mit ihren Wölfen ziehen, mit ihren Hirschen röhren, in ihren Ästen ruhen...

Danke ihr Götter und Geister... Danke Aerie!

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: Sa 26. Mär 2011, 13:00 
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Frühling

Tymora ist mir wahrlich hold, dieser Tage. Sie beschert mich mit ihrem Wohlgefallen und Glück, denn die vergangenen Tage, die ich hier erlebte, waren wirklich glückliche Tage.

Tikali und Rowen gaben mir ein Bett und ein Heim, Aerie zeigte mir die Götter und Mebrithiel verzaubert mich, lässt mein Herz springen. Die Wiesen, Blumen und Blätter erwachen wieder. Da bekomme ich fast ein wenig Angst davor, wie tief wohl der Sturz wird, wenn sich mein Glück wieder wendet. Ich werde gleich nach diesen Zeilen runter gehen und der Lächelnden danken.

Auch gestern war solch ein Tag, Frühlingsfest in einem prachtvollen Garten zwischen Häusern und Mauern. Ein hoher Druide, der Hüter Amrun hat ihn hier geschaffen, der Natur mitten in der Stadt ein Heim gegeben. Er segnete mich gar und beim Bogenschießen durfte ich seinen Bogen nutzen. Ein prachtvoller Bogen, der aus Götterhand zu kommen scheint. Noch nie habe ich einen solchen Tragen dürfen. Und er lässt sich wirklich gut schießen, was mir auch das nächste Glück bescherte. Als Sieger überreichte der Hüter mir einen heiligen Frühlingspfeil. Zu Beginn des nächsten Jahreskreises muss ich ihn dem Morgenfürsten widmen. Janald war eigentlich gleich auf, aber als Gastgeber durfte er nicht gewertet werden.
Ich bekam zwar leider keinen Kuss, aber Sarina zeigte eindrucksvoll ihr Können auf der Harfe, sang uns mit ihrer reizenden Stimme ein schönes Lied.

Und auch Mebrithiel machte mir an diesem Tag ein wundervolles Geschenk. Sie ließ mich fliegen. Wie ein Vogel kreiste ich unter der Mondmaid hinweg über die Wipfel des Wys'Annar. Ich konnte bis weit hinaus aufs Meer und Land schauen, ein beeindruckendes Gefühl von Freiheit.

Wenn eines fernen Tages die Krähenfeder hinab gleitet, werde ich mich dieser Tage mit einem Lächeln erinnern...

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: So 3. Apr 2011, 11:49 
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2. Tarsak

Die letzten Tage verbrachte ich bei Rala und Kabich, auf ihrem Hof ein Tagesritt den Fluss hinauf. Ich half den beiden die Winterschäden am Haus zu reparieren und dabei erfuhr ich, dass es um ihre Ernte ein jedes Jahr schlecht bestellt ist. Das Korn wird immer krank. Vor einigen Jahren haben sie gar die Hüter gerufen, die die Pflanzen auch für jene Erntezeit retteten, doch kam schon im nächsten die Krankheit zurück. Braune Flecken zeigen sich am Halmgrund und wandern langsam hinauf. Auch die Wurzel vergeht nach einer Weile. Irgendein Fluch scheint da im Boden der Erdmutter zu wohnen. Das Jahr ist leider noch zu jung um es mit eigenen Augen sehen zu können, aber vielleicht kommt mir ja trotzdem eine Idee.

Als ich zurück kam war Mebrithiel fort. In Trauer geflüchtet. Ich ahne auch warum und das macht die Sache so kompliziert.
Sollte ich sie suchen gehen? Die Sorge um sie nagt an mir!
Aber auch der Wolf heult, ruft warnend in den Wald, dass er allein hier jagen geht.

Wie könnte er schon Trost spenden?

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: Di 5. Apr 2011, 18:04 
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4. Tarsak

Mein Rücken brennt, meine Schulter schmerzt, mein Schädel dröhnt... und ich fluche über diese dreisten Orken, die da gestern Abend „mir nichts, dir nichts“ einfach in den Wäldern wilderten. Den Göttern sei Dank konnten Mebrithiel und ich sie noch gerade verjagen, als sie Umbardt eins über die Rübe gaben um den armen Kerl auszurauben.

Aber mein Freudentaumel lässt den Schmerz und Ärger erträglich erscheinen. Denn alsbald wird ein felliger, immer treuer, unsere Schätze bewachend, bellender und hoffentlich auch jagender Gefährte an meiner Seite sein. Tikali hat mir erlaubt einen jungen Hund in den Fuchsbau zu bringen.
Ich kann es kaum erwarten, darf ihn gar erziehen.... das wird herrlich werden!

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: Fr 8. Apr 2011, 16:56 
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7. Tarsak

Der schwarze zottelige Streuner jagt einem Stöckchen nach...

Weit ist es geflogen, im hohen Gras verschwunden, durch das er munter springt, sein Herz jauchzt vor Freude, als er es entdeckt. Stolz trägt er es zurück... spielen, jagen, tollen...
Und irgendwann würde er es wohl vergessen, liegen lassen, einer anderen Witterung folgen, doch etwas rührt sich in ihm!
Der Hund trägt es in seinem Maul nach Hause, legt es auf seine Decke, gewöhnt sich an den Geruch. Er schläft mit seinem Kopf auf dem Stock liegend ein, träumt davon. Er knurrt, wenn man ihn ihm wegnehmen will. Er beginnt zu hoffen, eine Grenze zu überschreiten...

Der schwarze zottelige Streuner jagt seinem Stöckchen nach...

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: Sa 16. Apr 2011, 11:03 
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15. Tarsak

Ich war die Tage wieder bei Bauer Kabich um mir seine junge Saat anzuschauen. Noch ist keine Krankheit an den jungen Pflanzen zu sehen. Bevor ich ging hatte ich mich mit Norrek besprochen und wir waren uns einig, dass der Boden die Ursache sein wird. Augenscheinlich sah ich aber am Ort selber noch keinen Grund dafür. Kabich lässt seine Felder auch mal einen Jahreskreis als Weide ruhen, damit sie sich erholen können. Was also stimmt mit dem Boden nicht?
Ich werde wohl den Wachstum weiter beobachten müssen. Vielleicht kommt mir dann endlich eine Idee.

Jetzt bin ich aber erst einmal froh wieder zuhause zu sein. Auch wenn mich ein seltsam ungutes Gefühl beschleicht. Irgend etwas ist anders hier. Der Fuchsbau steht unverändert da, aber es sind so einige Kleinigkeiten, die mir einen unerklärlichen Schreck einjagen.
Das Frühstück schmeckte anders als sonst. Am kleinen Markt hat heute morgen niemand die Vorräte abgeholt. Der Met war nicht aufgefüllt, hier und da ist ungewohnt seltsam aufgeräumt und oben im Dach sind die Läden immer noch geschlossen. Und die Schwestern des Spitals, die mir draussen begegneten, eilten aufgescheucht an mir vorbei. Irgend etwas stimmt hier nicht. Irgendetwas ist geschehen, fehlt hier etwas...

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 Betreff des Beitrags: Re: Palos Tagebuch
BeitragVerfasst: So 17. Apr 2011, 12:28 
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16. Tarsak

Mein ungutes Gefühl hat sich als schreckliches Drama entpuppt!
Der Hase, den Neftarie beim Frühlingsritus hatte laufen lassen, warnte damals ja bereits vor einem Unglück mit Wasser. Dass sich seine Weissagung so schnell und so schrecklich erfüllt hätte ich natürlich nicht erwartet, aber nun ist Tikali verschwunden und das ist noch optimistisch ausgedrückt. Sie ist vermutlich ertrunken, irgendwo in die Tiefen der Kanäle oder ins Meer hinaus geschwemmt worden.
Geopfert hat sie sich um die Lergs zu besiegen. Ich weiß nicht was in sie gefahren ist oder wie es letztendlich dazu kam, aber sie muss wohl den Verstand verloren haben, einfach loszustürmen und sich den Parasiten allein entgegen zu stellen. Verfluchte Märtyrer!
Das mag ja jetzt hier so aufgeschrieben nach einem ehrenvollen Heldentod klingen, aber was wird aus dem Fuchsbau, Luca, dem Spital, Rowen? Wie kann man nur so unvernünftig sein. Mir graust jetzt schon davor, das Rowen erklären zu müssen.

Sie muss einfach noch leben und wir müssen sie unbedingt finden...

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