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 Betreff des Beitrags: [RP] In Railantas Lager
BeitragVerfasst: Do 15. Sep 2011, 11:57 
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Railantas Beitrag gegen die Trolle


Sie spürte die ganze Zeit, dass etwas im Umbruch war, ahnte das Unheil und war doch hilflos. Doch in der Nacht kam die erste Kunde des Kampfes gegen die Trolle. Drake berichtete von dem, was er sah, erläuterte das, was den Kämpfern draussen in den Trollborken wohl nicht verborgen bleiben konnte: sie kommen, um zu vernichten.

Sie hörte, das es Schatten gab, hörte davon, dass die Trolle von etwas geführt worden. Ein Wesen hatte die Übersicht und koordinierte die, die man sonst für tumb und unorganisiert hielt.

Es galt keine Zeit zu verlieren. Sie war nicht stark. Sie war nicht mächtig genug, um im Kampf zu helfen, aber sie tat das, was sie konnte:

In Fell gekleidet, das schwarze Haar verdeckt durch einen Tierschädel, der bis in ihr Gesicht reichte, Asche und Blut gemischt als Paste in ihr Gesicht aufgetragen, so begann sie ihr Ritual:

Das Lagerfeuer prasselte und verbreitete einen betörenden Geruch nach beissendem Kraut und schwerem Harz, das in einer Räucherpfanne am Rande der Flammen stand.

Die Stangen in ihrem Lager, eigentlich für Zelte gedacht, wurden zu Schamanenstangen. Konzentriert band sie Schädelknochen fest, kreutzte Gräser und Leder darum, flocht Federn ein und Ketten mit kleinen, sonnengebleichten Knöchelchen. Jeder Griff war wohlüberlegt und rituell. Trotz der Eile liess sie sich Zeit, denn sie durfte keinen Fehler machen. Die ganze Zeit über rief sie in einem monotonen Singsang die Geister an, flehte nicht Segen in die Totems, sondern Fluch. Angst sollten sie verbreiten, den Feind verwirren, und - sie wusste, es war nur ein kleiner Versuch - vielleicht den Geist, der alles koordinierte, etwas ablenken.

Es waren 40 Stangen, die sie verteilen wollte. Einige groß, andere kleiner. Mit der Hilfe des Paladin eilte sie hinaus, wagte sich vor die Tore des Aussenpostens, um ihre Zeichen zu setzen. Die Stangen wurden eingerammt: am Weg, im Unterholz, nahe der Tore, weiter im Wald. Und jeder von ihnen wurde mit einer speziellen mixtur besprenkelt, gesegnet.

An markante Stämme am Weg malte sie mit schwarzem Kohlestift und weisser Kreide Zeichen, die für den Betrachter rudimentär wirken würden, aber auch hier sollte die Abschreckung und - durch ihre Geisterkraft - die Verwirrung im vordergrund stehen. In die Äste hängte sie alte, geschnitzte Masken mit grausigen Fratzen.


Steine und Felsen, die ins Auge fielen und als Wegmarken dienen mochten, wurden mit dem Blut geköpftern Voögel besprenkelt, der Körper des Wesens dann mit ausgebreiteten Flügeln auf den Stein drapiert. Auch das geschah flink, aber geübt und mit unablässigem Gemurmel begleitet.

Noch stand das Licht hell am Himmel, und die Sonne schien, als wäre es ein normaler Tag. Und doch spürte sie die Energie, die sich draussen sammelte. Eine Gefahr, die unaufhaltsam näher kam. Sie hatte Drake gefragt: warum kommen sie? Was wollen Trolle in einer Stadt? Sie werden nicht in Häusern leben, keine Schätze suchen. Was will der Schatten, das er die Trolle als Schergen nutzt? Doch ob sie je eine Antwort erführe?

Zum zeitpunkt der Schlacht würde sie bereitstehen, alle ihre Konzentration aufbringen, die Ahnen und die Geister um Beistand anflehen - und mit hocherhobenen Armen die Leute zu schützen versuchen, die so oft die Zigeuner verlachten....


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 Betreff des Beitrags: Re: [RP] In Railantas Lager
BeitragVerfasst: Mi 21. Sep 2011, 16:11 
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Der Abzug der Abanazzi-Sippe hatte Spuren hinterlassen. Keine bunten Fahnen mehr, die im Wind flatterten. Keine lustigen Gesänge am prasselnden Feuer. Auch die so vertrauten Laute der Kühe und Pferde.... verschwunden.

Nur zwei Wagen und ein Zelt standen dort noch als Überbleibsel, ein alter, einäugiger Kater lag in der Sonne und schlief, Momo, die alte Hündin kaute an einem Knochen.

Die Zigeunerin zerrte und rückte Strohballen um eine Feuerstelle und mit Hilfe ihres Gefährten schleppte sie auch eine Bank an die Wand des Wagens

Die Öllampen an den Wagen waren poliert, bunte Decken wurden gewaschen und trockneten in der Herbstsonne. So langsam nahm es Formen an. Und bald schon könnten auch Besucher wieder das Freie Lager besuchen.


Doch über all dem vergaß sie niemals ihren Dienst an Geistern und Gott, auch wenn dieser Dienst wohl kaum jemandem offenbart würde: niemand beobachtete sie bei den Riten und Gebräuchen.

Eines richtete sie besonders her: den Tisch mit der Kugel. und auch die Ecke im Wagen, wo sie sich darin vertiefen konnte, die Zeichen zu deuten, um die bat....

Eigentlich war alles wie immer. Eigentlich...


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 Betreff des Beitrags: Re: [RP] In Railantas Lager
BeitragVerfasst: Sa 24. Sep 2011, 09:51 
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Normalität? War in diesem Lager je etwas normal?


Es war spät. Nur noch wenig Glut glomm in der Feuerstelle, nicht genug um die Nacht zu erhellen. Dennoch war es tröstlich, denn es war "ihre" Feuerstelle. Was war sie stolz, als er offen bekundete, dass er hier mit ihr glücklich war! Dass es ein "Wir" gab anstatt eines "Ich".

Nachdenklich schaute Rai in die Sterne, die schon verblassten. Es würde nicht mehr lang dauern und ein neuer Tag würde aufziehen. Sie war noch nicht müde, nicht nach diesem Abend, der so unharmonisch verlaufen war. Die Schwingungen der vier Freunde fanden sich an diesem Abend nicht, sie waren wie wabernde Nebel, die sich nicht greifen liessen, jeder war nur auf sich bedacht. So flocht man kein gemeinsames Band - aber auch sie hatte ihren Teil dazu beigetragen, denn sie musste endlich endlich lernen, nicht immer gleich die Kratzbürste zu sein. Hier wurde sie gar nicht angegriffen, wie es so oft zuvor geschah. Doch war sie noch dünnhäutig. Es würde Zeit brauchen. Vor allem aber schwirrten die Worte von Isenhart noch durch ihrem Kopf und brachten sie auf eine Idee.

Sie lächelte leicht vor sich hin. Ja, diese Gedanken in der Stille, wenn der Geist zur Ruhe kam: sie waren wie ein Elixier für sie. Worte waren gefallen, die sie in ihrem Herzen bewegte und mit einem Ruck wendete sie sich zu dem einen Wagen, in dem ihr Arbeitstisch stand. Es galt etwas zu vollenden.


Railanta entzündete Kerzen im Wagen, deren flackernde Flammen die vielen Masken an der Wand mit Leben zu erfüllen schienen. Der Geruch von herben Kräutern war stark hier drin, aber für sie nicht ungewohnt. Er musste irgendwo sein, sie wusste es genau: der feste, dicke Draht und die Zange mit den gerundeten Spitzen. Und richtig: selbst wenn es wie ein Chaos wirkte, so hatte alles seinen Platz und sie fand, was sie suchte,zog sich den Stuhl heran, richtete das Licht aus und begann.

Ein Schwur war geleistet, vor Zeugen, die älter waren als alles, was Menschen je erschaffen hatten. Ja, älter waren als die Menschheit überhaupt. Und das galt es, auch zu zeigen.

Die Zange hielt den Anfang des Drahtes, sie bog und wickelte diesen mit viel Kraft, denn das Metall war hart und widerspenstig. Genau wie es sein sollte. Nur mühsam ging es voran, die Kerze brannte allmählich herab und draussen dämmerte schon der fahleMorgen, aber es brauchte noch einige Wicklungen.Längst schon hatte sie Blasen in der Handfläche und die Hände schmerzten, als die Kraft nachlies. Aber die Schamanin hörte nicht auf. Bei einem Werkstück ohne Anfang, ohne Ende durfte man nicht unterbrechen, wenn der Zauber darin auch wirken sollte. Und nach langen Stunden war es geschafft:


Bild

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Sie verbarg ihr Werk in den tiefen Taschen ihres Rockes. Draussen begrüsste der Hahn laut krähend den neuen Tag. Ein neuer Tag... aber sie hoffte auf die Nacht. Denn nur dann konnte sie vollenden, was sie begann.


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 Betreff des Beitrags: Re: [RP] In Railantas Lager
BeitragVerfasst: Di 4. Okt 2011, 12:21 
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Kalt und feucht hatte der herbstliche Morgennebel seine wabernden Fetzen über das längst erloschene Feuer des Lagers gelegt. Die Strohballen drum herum waren nass, Knochenreste vom Spanferkel lagen herum und wurden von den Hunden im Lager in Sicherheit gebracht.

Mit einem Tuch um die Hüften, und einem Tuch auf dem Kopf steht Railanta da. Ihre Hände in die Hüften gestützt, der Blick ist nüchtern und sachlich. Einzig um ihre Lippen hat sich im Laufe dieser Nacht ein bitterer Zug geprägt, der die feinen Züge bricht, aber vielleicht auch interessanter macht.

"Wie gewonnen - so zerronnen..." dachte sie mit tiefen Seufzen. Sie hatte sich so viel davon versprochen. Hier wollte sie in Freiheit leben. Hier wollte sie unabhängig sein, ihr wollte sie ihre Liebe leben. Aber wie so oft kam es anders.

Die Zigeunerin fing an, das, was sie gerade erst aus den Kisten geräumt hatte, wahllos wieder hineinzustopfen. Nur das, was sie brauchte, damit sie hier ihren Dingen nachgehen konnte, liess sie stehen: die Kristallkugel, die Karten, die Masken...

... aber die Schamanin wird nicht in der Stadt leben können. Die Schamanin - mit ihren Zaubern, ihren Ritualen - sperrt man sie in die Stadt, werden die Geister sie verlassen. Und das weiß Railanta. Es wird ein Tanz auf des Messers Schneide. Sie will den Tanz wagen, um Drakes Willen. Und weiss doch: ein falscher Schritt und sie stürzt in den Abgrund.

Der Hahn krähte. Ihn störte der Nebel nicht und nicht die lauten Worte, die gestern fielen.


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 Betreff des Beitrags: Re: [RP] In Railantas Lager
BeitragVerfasst: Do 20. Okt 2011, 10:09 
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Ruhe


Die Kraniche ziehen mit sehnsüchtig-kreischenden Rufen über das Lager hinweg. Der erste Raureif liegt auf den Gräsern, Spinnennetze sehen wie zauberhafte Gebilde im Frühsonnenschein aus.

Railanta werkelt: Sie schmiltzt Fett in einem großen Topf - draussen, auf dem offenen Feuer. Sehr konzentriert rührt sie, bis alles flüssig ist. Dann wirft sie einige Hände voll abgezupfter Ringelblumenblüten hinein.

Das Fett wallt auf, die golden-orange Farbe der Blüten wird abgegeben, ebenso die heilende Wirkung. Es siedet vor sich hin, bis die Zigeunerin meint, es sei genug.
Durch ein gespanntes Tuch lässt sie die Salbe in kleine Tiegelchen fliessen, stellt sie zum Aushärten beiseite. Sie ist zufrieden. Dieser Vorrat würde sie über den Winter bringen. Diese Salbe würde so manche wunde Stelle heilen, so manche aufgerissene Hand pflegen. Ganz sicher würden die Fischer und Schiffer am Hafen auch dankbare Abnehmer sein.


Erst als sie alles hier wieder geordnet hat, macht sie sich wieder auf den Weg in die Stadt. So oft ist sie ihn schon gegangen, dass aus dem anfänglichen Trampelpfad alsbald ein kleiner Weg geworden ist.


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